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Franziska19

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Veröffentlicht am 30.08.2020

Nichts ist beständiger als die Veränderung

Ein Gefühl von Hoffnung
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Nach dem ersten wundervollen Teil der „Ruhrpott-Saga“ mit „Ein Traum vom Glück“ hatte ich hohe Erwartungen an den zweiten Teil. Und nach dem Lesen kann ich resümieren, dass diese Erwartungen auf der einen ...

Nach dem ersten wundervollen Teil der „Ruhrpott-Saga“ mit „Ein Traum vom Glück“ hatte ich hohe Erwartungen an den zweiten Teil. Und nach dem Lesen kann ich resümieren, dass diese Erwartungen auf der einen Seite vollkommen gerechtfertigt waren und auf der anderen Seite zu meiner Freude wieder vollkommen erfüllt worden.
Das Leben der Familie Wagner geht nach Katharinas Tod unbeirrt weiter. Inzwischen sind ganze sieben Jahre vergangen. Einiges hat sich verändert; anderes knüpft direkt an die Geschehnisse von vor sieben Jahren an, sodass sich weitere Träume erfüllt und andere aufgegeben werden musste. Dadurch sind zur Episode, in der der zweite Teil spielt, neue Hoffnungen entstanden, die jedoch aufgrund weiterer Veränderungen im Dilemma zwischen Verwirklichung und Aufgabe stehen.
Inge musste ihren Traum vom Abitur und einem anschließenden Studium verabschieden, um ihren kleinen Bruder großziehen zu können. Derzeit arbeitet sich auf Teilzeitbasis in einer Buchhandlung. Derweil plant ihr Verlobter Peter mit immer konkreter werdenden Plänen ihre Hochzeit. Aber irgendwie fühlt sich die Beziehung von Inge eher bedrückend als beglückend an und so steht sie vor der Entscheidung den Weg der Beziehung, Vertrautheit und ein Stück weit der Zukunft einer normalen Hausfrau einzuschlagen oder den Weg der offenen und ungewisseren Zukunft mit der Chance auf eine glücklichere Liebe einzuschlagen.
Auch Johannes Leben verläuft nicht eintönig seit er die erste Liebe seines Lebens aufgeben musste. Inzwischen ist er mit Katharinas Freundin Hannah verlobt; doch auch die beiden scheinen sich im Laufe der Zeit eher zu entfernen als das sie weiter zueinanderfinden. Nebenbei macht er sich große Sorgen um seinen Sohn Jakob. Dieser ist offiziell als Karls Sohn eingetragen, sodass Johannes keine gesetzlichen Recht als anerkannter Vater besitzt. Als Jakob Schwierigkeiten in der Schule bekommt, obwohl er ein außergewöhnliches mathematisches Talent besitzt, stellt dies Johannes vor eine innerliche Zerreißprobe, da er seinem Sohn in der Öffentlichkeit nicht so beistehen und ihn unterstützen kann, wie er möchte. Zusätzlich dazu muss er sich eine neue Liebe eingestehen, die ihn zunächst sehr aus der Bahn wirft.
Und auch die weiteren Charaktere, neben diesen beiden Hauptdarstellern, müssen eine Brücke zwischen Hoffnungen und den realen Erlebnissen überwinden. Bärbel hat ebenfalls mit Problemen in der Schule zu tun, die jedoch eher auf ihre starke Willenskraft, ihre Selbstständigkeit und den Wunsch für ihre Ansichten einzutreten, zurückzuführen sind. Die Nachbarsfamilie um Klaus hat mit der Alkoholsucht und der Medikamentenabhängigkeit der Eltern zu kämpfen, während auch noch der älteste Sohn der Familie, Manfred, mit seinem Verhalten in der Gesellschaft aneckt und dann plötzlich verschwindet. Und Oma Mine versucht die Familie und Nachbarschaft in dem ganzen Chaos zusammenzuhalten, für alle zu Sorgen und zu wenig um sich selbst zu kümmern, sodass das Leben auch für sie eine besondere Wendung einschlägt.
Die begonnene Geschichte der Charaktere wird eine großartige, ansprechende, liebevolle und doch sehr realistische Weise weitererzählt. Ich habe die Lesestunden sehr genossen und kann das Buch wärmstens weiterempfehlen. Allerdings sollten, meiner Ansicht nach, die Geschehnisse des ersten Teils der Leserschaft bekannt sein.

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Veröffentlicht am 15.08.2020

Zum Täumen schön

Dream Again
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Jude und Blake waren mal ein paar und beide hatten große Träume: Sie wollte groß als Schauspielerin rauskommen und bekam als ersten Schritt eine Hauptrolle in einer in L.A. produzierten Serie; Er wollte ...

Jude und Blake waren mal ein paar und beide hatten große Träume: Sie wollte groß als Schauspielerin rauskommen und bekam als ersten Schritt eine Hauptrolle in einer in L.A. produzierten Serie; Er wollte Basketballstar werden und war gefeierter Nachwuchsstar der Uni-Mannschaft in Woodshill. Doch als sich Jude von Blake trennte, weil ihnen die Entfernung weder in der Beziehung noch in der Erfüllung ihrer Karriereträume gut tut, beginnen beide Träume nach und nach zu bröckeln. Blake verletzt sich in einem Spiel sehr und als ein Kreuzbandriss diagnostiziert wird ist fraglich, ob seine Karriere schon zu Ende ist, bevor sie wirklich begonnen hat.
Doch auch Judes Zukunft scheint nicht wirklich von Glück gekrönt, da ihre Serie nach nur einer einzigen Staffel abgesetzt wird, sie anschließend keine einzige Rolle mehr bekommt und schlussendlich aufgrund großer Geldsorgen zu ihrem Bruder nach Woodshill ziehen muss.
Dort treffen die beiden wieder aufeinander, denn Blake ist der Mitbewohner von Judes Bruder. Zu Beginn scheint es nicht möglich, dass beide friedlich unter einem Dach leben können - zu viele unausgesprochene Gefühle stehen zwischen den Beiden.

Doch als sich Jude nach ein paar Wochen in Woodshill langsam einlebt und neue Kontakte knüpft, die auch Freunde von Blake sind, scheinen sich die beiden wieder zwangsweise aufeinander zuzubewegen. Und was beide nicht bedacht haben, ist, dass urplötzlich die alt bekannte Leidenschaft wieder aufflammt.

Mich hat Mona Kasten mit diesem Buch wieder erneut zum Träumen gebracht: eine außergewöhnliche, aber trotzdem alltagsnahe Geschichte, sympathische Charaktere mit Ecken und Kanten, eine sich aufbauende Leidenschaft, ein gelungener Spannungsbogen und die zuckersüße Hoffnung auf ein Happy End - Märchenhaft!!!
Ich kann dadurch nur hoffen, dass es nicht der letzte Band der again-Reihe war, sondern wir in einem weiteren Band zukünftig zurückkehren können - ich habe immer noch nicht genug und möchte mehr davon!

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Veröffentlicht am 31.07.2020

Für mich der bisher beste Fitzek

Der Augensammler
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Ich habe den "Augensammler" bereits vor 8 Jahren zum ersten Mal gelesen - damals als eines meiner ersten Bücher von Sebastian Fitzek und von einer Freundin ausgeliehen - und weil ich so begeistert von ...

Ich habe den "Augensammler" bereits vor 8 Jahren zum ersten Mal gelesen - damals als eines meiner ersten Bücher von Sebastian Fitzek und von einer Freundin ausgeliehen - und weil ich so begeistert von diesem Buch war, musste es unbedingt einen Platz in meinem eigenen Regal bekommen; weswegen ich das Buch jetzt erneut gelesen habe. Mein Fazit diesmal: es ist genauso spannend, atemraubend und trotz der z.T. grotesken sowie wahnsinnigen Ansichten des Augensammlers faszinierend, wie beim ersten Mal des Lesens - oder besser gesagt verschlingens.

Der Journalist Alexander Zorbach, und ehemaliger Polizist, wird zum Hauptverdächtigen einer neuen Mordserie: der Mörder tötet die Mütter, schneidet ihnen ein Auge heraus und versteckt die Kinder. Der Vater hat anschließend genau 45:07 Minuten Zeit, um das Versteck der Kinder zu finden und sie lebend aus dem Gefängnis zu befreien. Kommt er nicht rechtzeitig, so ertrinken die Kinder.

Alexander Zorbach versucht der Polizei zu beweisen, dass er nicht der gesuchte Täter ist, verstrickt sich dabei jedoch immer mehr in die Machenschaften des Augensammlers und muss letztendlich einsehen, dass er sein Schicksal kaum noch abwenden kann und seine Familie auf qualvolle Art und Weise mit dem Augensammler verbunden ist.

Mit den bewährten Fitzek-Manövern, Kliffhänger am Ende jedes Kapitels, gelingt es dem Autor wieder einmal den Leser so sehr an die Geschichte zu fesseln, dass man fast fieberhaft weiterliest, um möglichst schnell des Lösungs Schlüssel in der Hand zu halten.

Ich bin wieder begeistert und kann es kaum erwarten auch den zweiten Teil, "Augenjäger" ein zweites Mal zu lesen.

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Veröffentlicht am 19.07.2020

Ein Roman für starke, selbstbewusste Frauen

Jane Eyre
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Jane Eyre erlebt einiges in ihrem Leben, bevor sie wahre Freude, Zufriedenheit und Ruhe findet. Es fasziniert mich sehr, wie schon um 1850 Charlotte Bronte Ideale in Bezug auf Gleichwertigkeit sozialer ...

Jane Eyre erlebt einiges in ihrem Leben, bevor sie wahre Freude, Zufriedenheit und Ruhe findet. Es fasziniert mich sehr, wie schon um 1850 Charlotte Bronte Ideale in Bezug auf Gleichwertigkeit sozialer Stellungen und Gleichwertigkeit der Geschlechter durch die Romanfigur Jane Eyre vermittelte und als Hauptaussage des Romans durchblicken lässt, dass Frauen keine Beziehung oder Ehe zu einem Mann eingehen sollten, in denen diese beiden Grundsätze nicht gegeben sind.

Jane wächst als Waisenmädchen in dem Haus ihrer Tante auf. Doch anstatt mit Liebe und Gütigkeit umsorgt zu werden, erlebt sie viele Gemeinheiten, Ungerechtigkeiten und sehr viel Unfreundlichkeit. Doch diese Erlebnisse sind es wahrscheinlich, die in Jane einen sehr bescheidenen, freundlichen, liebevollen, nach Gerechtigkeit strebenden und starken Charakter formen lassen.
Dadurch besteht sie auch die strenge Schule, in welche sie ihre Tante schickt, nachdem im Haus nur noch Streitereien aufwarten lassen und Jane auch nicht mehr mit Bestrafungen in ihren Ansichten gebrochen werden kann.
Dieser ersten Charakterzüge lassen Jane fleißig lernen, sodass sie nach Abschluss der Schule eine Gouvernantenstelle bekommt.
Mit der Zeit verliebt sie sich in den Hausherren Mr. Rochester - doch ihre Liebe kann beim ersten Mal nicht bestehen- zu unterschiedlich empfindet Jane soziale Stellung, sodass sie sich nicht in die vollkommene Abhängigkeit begeben will. Nach einem Jahr allerdings verändern sich durch eine Reihe von Geschehnisse die Dinge so, dass Jane im sozialen Status Mr. Rochester um nichts mehr nachsteht und im Geiste waren die beiden ohnehin auf einer Ebene, sodass Jane die Ehe eingeht und von da an endlich ein ruhiges und friedliches Leben führen kann.

Mich hat diese Geschichte sehr berührt und ich kann sie nur allen Frauen empfehlen, die ebenfalls an ihre eigenen Ideale glauben und nach einem Leben streben, in denen sie alle ihre Grundsätze erfüllen können.

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Veröffentlicht am 26.06.2020

Die eigenen Mauern einreißen, sich trauen sich selbst zu sein

Feel Again
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Sawyer hat für sich einen Plan fürs Leben strukturiert: Sie ist allein - hat als Bezugsperson nur ihre Schwester Reiley- und braucht auch niemand anderen in ihrem Leben. Sie ist glücklich, wenn sie sich ...

Sawyer hat für sich einen Plan fürs Leben strukturiert: Sie ist allein - hat als Bezugsperson nur ihre Schwester Reiley- und braucht auch niemand anderen in ihrem Leben. Sie ist glücklich, wenn sie sich auf niemanden verlassen und sich um niemanden kümmern muss. Diesen Plan hat sie sich zurecht gelegt, um die traumatischen Erlebnisse ihrer Kindheit und Jugend zu überwinden. Was sie dabei jedoch nicht berücksichtigt hat, ist, dass es sehr anstrengend ist jegliche Gefühle zu unterdrücken und nur ein gefiltertes Leben zu führen.
Mit dem Eintritt ins Studentenleben klappt ihre Routine eigentlich ganz gut: Ihr macht es nichts aus, dass sie jegliche Kommilitonen von sich stößt und auch Männer nur zu One-Night-Stands an sich ran lässt.
Doch ihr Leben beginnt sich zu ändern als sie mit Dawn in eine Wohnung des Studentenwohnheims zieht.
Und mit dieser beginnenden Freundschaft begegnet sie auch Isaak. Was erst nur ein Spaß ist und als Projekt für ihr Studium gedacht war, entpuppt sich als ziemlich überwältigende neue Erfahrung. Doch Sawyer muss erst wieder lernen, wie man Menschen und Gefühle ins Herz und in das eigene Leben lässt.

Auch dieser dritte Teil der again-Reihe hat mich wieder sehr begeistert. Die Charaktere haben wunderbare Ecken und Kanten, sind z.T. ein wenig verschroben und brauchen einige Zeit, bis sie in verstrickten Erlebnissen neue Wege und Perspektiven erkennen. Genau dadurch bekommen die Bücher von Mona Kasten einen tollen Lebens- und Realitätsbezug. Dazu kommt dieses gewisses Prickeln und ein wenig Erotik und schon ist die Geschichte perfekt. Die Bücher eignen sich meines Erachtens nach super als Urlaubslektüre, zum Abschalten und Genießen. Und mittlerweile sind mir die Charaktere der Clique schon sehr vertraut, dass ich auch die nächsten beiden Bände in absehbarer Zeit direkt lesen werde.

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