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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2025

Ein äußerst mäßiger Christie

Tragödie in drei Akten
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Es war ein ganz zwangloses Abendessen zu dem Sir Charles geladen hatte, doch dann bricht Pfarrer Babbington tot zusammen. Der Gedanke an Mord kommt nur flüchtig auf und selbst der anwesende Poirot kann ...

Es war ein ganz zwangloses Abendessen zu dem Sir Charles geladen hatte, doch dann bricht Pfarrer Babbington tot zusammen. Der Gedanke an Mord kommt nur flüchtig auf und selbst der anwesende Poirot kann nichts Verdächtiges erkennen. Doch nur kurze Zeit spät spielt sich eine ähnliche Szene ab, als der Arzt Sir Bartholomew Strange dieselben Gäste ebenfalls zu einem Dinner lädt und stirbt. Diesmal ist der Tatbestand unbestritten, doch wer könnte ein Motiv haben?

Dieser Agatha Christie-Band hat mich zutiefst enttäuscht. Die Charaktere bleiben blass, ja treten in den ersten 2/3 des Buches so gut wie gar nicht selbst auf. Handlung findet fast ausschließlich hinter den Kulissen statt, sodass sich der Leser weder von den Charakteren noch den Ereignissen ein konkretes Bild machen kann. Ein Mitraten ist damit kaum möglich. Das Buch kann nicht mal mit der typischen Agatha Christie-Atmosphäre punkten, die mich normalerweise mit Nostalgie, Wohlfühlmomenten und etwas Mystery packt. Außerdem steht zwar Poirot rauf, aber es ist so gut wie kein Poirot drin. Als deus ex machina taucht er gegen Ende auf und nimmt seine Rolle ein, aber im Prinzip hätte die Geschichte auch ohne ihn funktioniert.

Dass mich der Schluss wenig überzeugen konnte, ist für mich bei Agatha Christie nichts Neues, doch diesmal fand ich ihn wirklich sehr weit hergeholt und wenig begründet. Es hätte auch jedes beliebige andere Ende sein können, das hätte sich genauso wenig aus der Geschichte ergeben wie das gewählte.

Ein äußerst enttäuschender Agatha Christie-Krimi, der so ziemlich alles missen ließ, was ich an ihren Büchern schätze. Sehr schade.

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Veröffentlicht am 26.09.2020

Zu überdreht und polarisiert

Valerie kocht
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Nell ist nicht begeistert nach Hause zurückzukehren, doch ihre Mutter liegt im Sterben. Die letzten Monate will sie nicht missen und dabei vielleicht sogar die Wahrheit über ihre Herkunft erfahren. Ihr ...

Nell ist nicht begeistert nach Hause zurückzukehren, doch ihre Mutter liegt im Sterben. Die letzten Monate will sie nicht missen und dabei vielleicht sogar die Wahrheit über ihre Herkunft erfahren. Ihr ganzes Leben lang hat ihre Mutter Valerie die abenteuerlichsten Geschichten erzählt, von einer Zeugung unter einem Kirschbaum, der reife Früchte regnen ließ bis hin zu Wachstumshilfen durch längeres Backen im Ofen- Spaghettipflanzen und bellende Rollmöpse begleiten ihre Kindheit. Nicht ein vernünftiges Wort bekommt Nell aus ihrer Mutter heraus und zieht sich deswegen auf einen Hyperrationalismus zurück. Mit der Rückkehr zu ihrer Mutter bricht die ganze phantastische Welt wieder über Nell herein und erschwert die Suche nach der Wahrheit.

Die Idee ist toll! Zu Beginn faszinieren die farbenprächtigen Phantasien noch, doch die verbissene Ernsthaftigkeit mit der sie verkauft werden und die ebenso aufgeputschte Hyperrationalität, haben mich abgestoßen. Es wird so polarisiert erzählt, dass ich nur genervt war und mir der Spaß an den Geschichten verloren ging. Gerade Nells Freund lässt die rationale Welt herzlos und eiskalt erscheinen – gerade dass er Nell nicht rät die Leiden ihrer Mutter zum Besten aller zu beenden. Doch er bereitet bereits die Beerdigung, finanziellen Regelungen und den Hausverkauf vor, bevor Nell auch nur bei ihrer Mutter angekommen.
Valeries hartnäckigen Phantastereien sind allerdings auch nicht besser. Es gibt kein vernünftiges Wort, keine klare Aussage. Es wird keine Frage eindeutig beantwortet. Als Leser steht man diesen krassen Gegensätzen genauso hilflos gegenüber wie Nell.

Wider Erwarten war ein Teil des Schlusses noch ganz nett, deswegen schafft das Buch es noch mal auf 2 ½ Sterne. Ansonsten erfüllte der aber noch mal jedes Klischee, das man von dieser Art Buch erwartet. Die Hauptgeschichte bleibt allerdings dünn und wenig originell. Sehr schade, denn ich habe mir sehr viel mehr Witz versprochen. Es war einfach nicht mein Buch.

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Veröffentlicht am 28.06.2020

Nicht mein Buch

Der Bär und die Nachtigall
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Dunkel und kalt sind die Winter in Rus. Die düsteren Märchen am warmen Ofen sind die einzige Unterhaltung. Aber Wasja weiß, dass es viel mehr als Märchen sind. Sie spricht mit den Hausgeistern, freundet ...

Dunkel und kalt sind die Winter in Rus. Die düsteren Märchen am warmen Ofen sind die einzige Unterhaltung. Aber Wasja weiß, dass es viel mehr als Märchen sind. Sie spricht mit den Hausgeistern, freundet sich mit den grausamen Waldgeistern an und wird vom Frostdämon auserwählt. Alles endet als Wasjas Vater eine neue Frau nach Hause bringt. Mit ihr hält das dogmatische Christentum Einzug. Die Geister verhungern, die alten Legenden werden geleugnet – und das Böse kann ungehindert erwachen.

Ich war so gespannt auf das Buch, da düstere Märchenfantasy genau mein Fall ist. Leider wurde mir die Freude sehr schnell durch Charaktere verdorben, die mir so unsympathisch waren, dass es eine Qual war weiterzulesen. Mit engstirnigen Glaubensfanatikern, die im Namen ihres Gottes Hexen verbrennen, Mitmenschen zu Tode hetzen und nichts außer ihrer bigotten Auffassung gelten lassen, kann ich nichts anfangen. Sie machen mich so wütend, dass ich das entsprechende Buch am liebsten in Stücke reißen würde. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein reales Glaubenssystem handelt oder um ein Fantasy-Konstrukt. Genau solchen abstoßenden Fanatikern bin hier begegnet. Die Stiefmutter und der ach so hübsche Priester haben mir jegliche Lesefreude vergällt, dabei ist die Grundidee der Geschichte so spannend, dass ich mir eigentlich hervorragende Unterhaltung versprochen habe. Diese Szenen sind auch toll umgesetzt.

Schade, dass mir zwei Charaktere das gesamte Buch ruiniert haben.

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Veröffentlicht am 16.02.2020

Ein problematisches Dornröschen

Ewig - Wenn Liebe erwacht
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Wie prophezeit erweckt der Kuss des Prinzen Aurora aus ihrem hundertjährigen Schlaf und mit ihrer Hochzeit erfüllt sich die wahre Liebe, die das Königreich vor dem Untergang bewahren soll. So das Märchen. ...

Wie prophezeit erweckt der Kuss des Prinzen Aurora aus ihrem hundertjährigen Schlaf und mit ihrer Hochzeit erfüllt sich die wahre Liebe, die das Königreich vor dem Untergang bewahren soll. So das Märchen. Doch Aurora kann für den etwas unbeholfenen Prinzen Roderic nichts empfinden, sieht der Vermählung im Grauen entgegen und klettert lieber aus dem Fenster, um sich mit dem Rebellen Tristan zu treffen. Nach und nach stellt sie fest, wie nah der Krieg, der das Land zerreißen wird, wirklich ist und dass die Hexe, die ihr alles genommen hatte, noch viel größere Pläne hat.

Ich mag Fairy-Tale-Fantasy eigentlich und die originelle Idee hat mich fasziniert, umso enttäuschter war ich, dass mich das Buch so gar nicht fesseln konnte. Die Charaktere, gerade Aurora, ließen mich kalt. Der intrigante Prinz Finnegan und der gutmütige Prinz Roderic sowie Roderics kleine Schwester Isabella waren zwar ganz sympathisch, es reichte aber nicht, um die Geschichte zu retten. Dazu kommen diverse Klischees aus Fantasy und Dystopie, wenig einfallsreich mit einem unsympathischen und altbekannten Plot verrührt.

Alles in allem einfach nicht mein Buch. Schöne Grundidee, aber das allein reicht nicht.

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Veröffentlicht am 28.07.2019

Klischeehaft, unsympathische Charaktere, dümpelnde Geschichte

Der kleine Teeladen zum Glück
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Mit ihrem Teeladen in der sagenumwobenen Valerie Lane, einer Straße wie aus dem Bilderbuch mit einer zu Herzen gehenden Geschichte, hat sich Laurie ihren großen Traum erfüllt. Sie liebt jeden Tag und mit ...

Mit ihrem Teeladen in der sagenumwobenen Valerie Lane, einer Straße wie aus dem Bilderbuch mit einer zu Herzen gehenden Geschichte, hat sich Laurie ihren großen Traum erfüllt. Sie liebt jeden Tag und mit ihren besten Freundinnen schafft sie alles. Um ihr Glück perfekt zu machen, fehlt nur noch der charmante Teelieferant Barry an ihrer Seite.

Ich habe auf eine wunderschöne Liebesgeschichte gehofft, doch ich kam nicht in das Buch rein. Die Charaktere waren mir durch die Bank unsympathisch. Keiner hatte in irgendeiner Art Profil. Klatschsüchtige, voyeuristische Freundinnen, die am liebsten noch bei jedem Date danebengesessen hätten, um kein Detail zu verpassen. Der typische ach so tolle männliche Hauptcharakter, der für die Heldin bestimmt ist und nichtssagend bleibt. Dann Laurie, die ebenfalls ausschließlich aus den seichtesten Klischees zusammengesetzt ist und deren einziger Gedanke ist: Wann hatte ich zum letzten Mal Sex und wie soll er mich mögen? Die Begegnungen zwischen den beiden sind dümmlich und plump. Nicht fehlen darf auch der verantwortungslose Exmann, der sich natürlich dann entschließt zu seiner Frau zurückzukehren als diese es zu einem ersten Date mit Barry geschafft hat.

Der Schreibstil gefiel mir ebenfalls nicht. Damit ist kann ich dieses Buch als absolute Zeitverschwendung abhaken.