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Veröffentlicht am 19.11.2020

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Pastor Gunnar Engel ist in der christlichen Szene kein Unbekannter mehr. Über seine YouTube Videos, Blogbeiträge, Instagram-Posts und verschiedene Podcasts erreicht er nicht wenige Menschen aus den unterschiedlichsten ...

Pastor Gunnar Engel ist in der christlichen Szene kein Unbekannter mehr. Über seine YouTube Videos, Blogbeiträge, Instagram-Posts und verschiedene Podcasts erreicht er nicht wenige Menschen aus den unterschiedlichsten Altersgruppen, die vermutlich alle eins gemeinsam haben: Sie wollen Gott näher kommen. Sicher wird ihm deshalb auch immer wieder die Frage gestellt, wie das gehen soll - worauf dieses Buch antwortet.

Inhaltlich handelt es sich um eine Mischung aus Bibelarbeit, generellen Überlegungen dazu, wie Nachfolge funktionieren kann und aus persönlichen Erfahrungen. Dabei zeigt Pastor Engel ganz offen und ehrlich, dass auch Pfarrer nur Menschen sind und entsprechend manchmal an ihre Grenzen geraten. Erfrischend ist dabei auch die Perspektive: Während viele Bücher auf dem christlichen Markt aus eher evangelikalen Kreisen stammen, ist Pastor Engel in einer lutherischen Landeskirche verwurzelt. Entsprechend rücken auch in Bezug auf Gemeinde u.ä. andere Themen in den Fokus, die einen die eigene Gemeinde in einem neuen Licht sehen lassen.

Während Gemeinde eine große Rolle spielt, geht es in "Follower" jedoch hauptsächlich um die persönliche Gottesbeziehung. Anhand starker biblischer Charaktere zeigt Pastor Engel, wie ein Berufungsmoment aussehen kann - und wie darauf (idealerweise) reagiert wird. "Hier bin ich, sende mich" heißt es immer wieder und entsprechend gliedert er auch sein Buch und fokussiert sich auf die einzelnen Aspekte dieser Aussage.

Die Sprache des Buches ist authentisch und ehrlich, leicht verständlich auch für etwas kirchenferneres Publikum und insofern für fast jede Lesergruppe geeignet. Dabei dürfte das Buch vor allem junge Menschen sehr ansprechen. Wer auf der Suche nach hochgeistiger Lektüre ist, wird mit diesem Buch vielleicht nicht sonderlich glücklich werden. Trotzdem sollte sich keiner, den Cover und Klappentext ansprechen, von der Lektüre abschrecken lassen, denn letztendlich kann wirklich jeder etwas aus diesem Buch für sich mitnehmen.

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Veröffentlicht am 16.11.2020

Die sagenhafte E-Poetin Kalliope 7.3 ist zurück!

QualityLand 2.0 (QualityLand 2)
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Wieder einmal entführt Marc-Uwe Kling, äh, die E-Poetin Kalliope 7.3 ihre Leser in ein Land in nicht allzu ferner Zukunft. Wieder einmal begegnet man altbekannten Charakteren. Doch wo in ihrem ersten Roman, ...

Wieder einmal entführt Marc-Uwe Kling, äh, die E-Poetin Kalliope 7.3 ihre Leser in ein Land in nicht allzu ferner Zukunft. Wieder einmal begegnet man altbekannten Charakteren. Doch wo in ihrem ersten Roman, "Qualityland - Peters Problem" tatsächlich 'nur' ein Systemfehler im Vordergrund stand und der Unterhaltungsfaktor vornehmlich aus den Figuren entwuchs, kommt in "Kikis Geheimnis" ein Mysterium dazu und ein ordentlicher Spannungsfaktor.

Der Roman setzt eine Weile nach dem Ende des Vorbands ein. Von ihren vorherigen Abenteuern erholt haben sich die Charaktere mehr oder weniger in ihrem neuen Leben eingerichtet. Peter arbeitet als professioneller Maschinentherapeut während Martin Vorstand seine Existenz neu begründen muss. Kiki ist hingegen von der Bildfläche verschwunden - doch nicht lang, denn schließlich ist es ihr Geheimnis, welches gelöst werden will. Ein mysteriöser Killer ist ihr auf der Spur und die einzige Möglichkeit, ihn zu finden, scheint darin zu bestehen, ihn zu finden und das Geheimnis ihrer Herkunft zu lüften.

In gewohnter Manier erzählt Kling von einer Gesellschaft mit viel Verbesserungspotential und spart dabei nicht an Kapitalismus- und Neoliberalismus-Kritik. Wenn auch nicht ganz so scharf wie in seinen Kängurubüchern, so ist der Grundtenor doch gleich und wer davon nichts wissen oder lesen will, sollte die Finger von diesem Roman lassen.

Wem jedoch "Qualityland" gefallen hat, der sollte auch hier einen Versuch wagen. Meiner Meinung nach ist der Roman noch besser geworden als sein Vorgänger - weniger obszön, dafür wesentlich spannender und mit vielen überraschenden unterhaltsamen Wendungen. "Qualityland 2.0" entführt zwar in eine fremde Welt, doch wie so oft ist sie gar nicht so fremd und man erkennt doch vieles wieder. Gewissermaßen also eher eine Realsatire, die zum Nachdenken über die eigenen Einstellungen anregt.

Um es mit Kalliope 7.3 zu sagen: Ich habe es ja erst nicht geglaubt, aber das Produkt ist wirklich so toll! Das klingt super. Danke, Gaby. Ihr solltet euch auf jeden Fall auch eines zulegen.

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Veröffentlicht am 30.06.2020

Hit the road, Jack, but will you come back?

Paradise Valley: Das Verhängnis
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12 Jahre ist es her, dass Lenas Mutter verschwunden ist, als Lena eines Tages ein Amulett geschenkt bekommt, dass ihre Mutter ihr hinterlassen hat. Doch es ist mehr als nur ein Geschenk: In ihm verborgen ...

12 Jahre ist es her, dass Lenas Mutter verschwunden ist, als Lena eines Tages ein Amulett geschenkt bekommt, dass ihre Mutter ihr hinterlassen hat. Doch es ist mehr als nur ein Geschenk: In ihm verborgen findet sie einen Hinweis darauf, wohin ihre Mutter damals gegangen ist. Gemeinsam mit alten und neuen Freunden begibt sie sich auf eine Reise quer durch Kalifornien, um endlich ihre Mutter kennenzulernen - doch nichts hätte sie auf das vorbereiten können, was sie tatsächlich erwartet.

Es ist selten, dass der zweite Band einer Reihe besser ist, als der erste, doch für "Paradise Valley: Das Verhängnis" kann das durchaus gesagt werden. (Was daran liegen könnte, dass die Paradise Valley Geschichte möglicherweise von vornherein für drei Bücher geplant wurde.) Während die Handlung im ersten Band ein wenig vor sich hin dümpelt, nimmt sie hier Fahrt auf und so wird das Buch richtig spannend.

Sprachlich sind die beiden Bücher sich dabei sehr ähnlich. Der Leser ist wieder voll mittendrin und erlebt hautnah, was die Charaktere denken und sehen. So gibt es auch immer wieder Stellen, an denen man ins Grübeln kommt und überlegt: Wie würde ich hier handeln? Und was ist die Lösung für all die Rätsel? Die vielen verschiedenen Handlungsstränge und Perspektiven machen die Geschichte dabei sehr unterhaltsam und am Ende ist man natürlich umso gespannter auf den dritten Teil und die Auflösung der Bedeutung des mysteriösen Amuletts.

Empfehlen kann ich das Buch allen, die auf der Suche nach einem spannenden Roman mit christlichem Hintergrund sind (wenn auch bei weitem keinem "Thriller") und besonders jungen, bisher vielleicht eher zurückhaltenden Lesern kann ich das Buch nur ans Herz legen!

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Veröffentlicht am 17.06.2020

Das Abenteuer seines Lebens

Offene See
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Robert ist noch reichlich grün um den Schnabel, wenn er sich aufmacht, um seinen letzten freien Sommer zu genießen. Der enge der nordenglischen Bergarbeiterstadt entflieht er, um sie durch ihr genaues ...

Robert ist noch reichlich grün um den Schnabel, wenn er sich aufmacht, um seinen letzten freien Sommer zu genießen. Der enge der nordenglischen Bergarbeiterstadt entflieht er, um sie durch ihr genaues Gegenteil zu ersetzen: die Weite der Landschaft des Nordens und des Meeres. Seine Reise ist an sich schon abenteuerlich, aber sein größtes Abenteuer ist vermutlich das, welches am kleinsten erscheint: Der Moment, indem er sich entschließt, seine ständige Wanderschaft zu unterbrechen und - zumindest für einen Moment - sesshaft zu werden. Dabei ist es ausgerechnet die etwas verschrobene Dulcie, die ihn dazu bringt, zu bleiben - und es ist nicht nur Robert, der von ihrer Freundschaft profitiert.

Mit seinem Roman "Offene See" stellt sich Benjamin Myers in die Tradition großartiger Romane, die sich mit dem England der Nachkriegszeit und dem Leben der Jugendlichen dieser Zeit beschäftigen. Dabei sind Roberts Erlebnisse gleichzeitig zum Teil so zeitlos, dass man sie auch heute noch nachempfinden kann. Der Sommer, den Myers beschreibt, ist dicht und süß und das Lesen des Buches ermöglicht einem selbst eine kleine Reise an die nordenglische Küste.

Auch die Charakte des Buches wachsen einem sofort ans Herz. Es gibt keinen wirklichen Antagonisten, niemanden, der die Geschichte stört. Als "Coming-Of-Age" Roman liegt der Fokus vielmehr auf dem Sich-selbst-kennenlernen und dem Erkunden der Welt und der Menschen in ihr. Dadurch, dass der Autor die Geschichte durch Roberts Augen erzählt, erlebt der Leser dieses Erwachsenwerden sehr direkt mit und lernt auch erst mit ihm mehr und mehr seine Umgebung kennen. Dabei ist das Buch so liebevoll geschrieben, voller Details und Poesie, dass man es gar nicht mehr aus der Hand legen mag.

Wer sich zum Beispiel an Jane Gardams "Bell und Harry" erfreut hat, für den wird auch dieses Buch ein absoluter Schatz sein. Es entführt in ein Land vor unserer Zeit, das doch irgendwie noch immer unter uns schlummert und vielleicht auch nur darauf wartet, endlich (wieder-)gefunden zu werden. Besonders jungen, aber auch reiferen Lesern kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen und hoffen, dass es ihnen genauso viel Freude bereitet wie mir.

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Veröffentlicht am 16.06.2020

Ein wertvoller Begleiter, um Gott näher zu kommen

krea.tief beten
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Glaube ist eine Vertrauensfrage. Indem wir an Gott glauben, vertrauen wir darauf, dass es ihn gibt – und vertrauen ihm, dass er es gut mit uns meint. Vertrauen ist die Basis jeder guten Beziehung. Wie ...

Glaube ist eine Vertrauensfrage. Indem wir an Gott glauben, vertrauen wir darauf, dass es ihn gibt – und vertrauen ihm, dass er es gut mit uns meint. Vertrauen ist die Basis jeder guten Beziehung. Wie aber stärkt man das Vertrauen zu Gott? Man versucht, ihm näherzukommen – zum Beispiel durch Gebet. Doch wenn man im Glauben an Gott aufgewachsen ist oder schon länger Christ ist, vernachlässigen wir diesen Aspekt oft. Wir reden nicht mehr mit Gott und wundern uns, dass unsere Beziehung schwindet. Und mit dem Schwund dieser Beziehung hören wir auch auf, Gott zu vertrauen. Verzweiflung und Angst lassen uns keine Ruhe und irgendwann sind wir dann doch wieder an dem Punkt, an dem wir Gott suchen – doch wir haben verlernt, mit ihm zu sprechen.

In diese Situation hinein spricht das neue Buch von Nelli Bangert und Mira Weiss „krea.tief beten“. Der Untertitel verspricht „Inspirationen für Herzensbegegnungen mit Gott“ und dieses Versprechen wird auch gehalten: Auf rund 250 Seiten liefern die Autorinnen nicht nur Anregungen für den Gebetsalltag und „Gebetstützen“ sondern auch viele ansprechend gestaltete Seiten mit Raum für eigene Überlegungen und Ideen.

Dabei sind ihre Ansätze unglaublich vielfältig. Von biblischen Grundlagen über gängige (aber auch eher unbekannte) Gebetsmethoden bis hin zu ganz persönlichen Anregungen ist wirklich alles dabei. Die unterschiedlichen Überlegungen sind dabei mit viel Liebe zum Detail gestaltet und die begleitenden "Journaling"-Seiten ermöglichen das Festhalten eigener Gedanken.

Es ist sicher kein Buch, das in einem Rutsch durchgelesen werden kann, aber das soll es ja auch gar nicht sein. Gleich zu Beginn laden die Autorinnen dazu ein, sich im Inhaltsverzeichnis zu markieren, welche Methoden funktionieren und was (aktuell) eher nicht passt. So kann man auch immer wieder zu Gedanken zurückkehren, die einen angesprochen habe. Gleichzeitig könnte ich mir vorstellen, dass auf langfristige Sicht in unterschiedlichen Lebensabschnitten unterschiedliche Methoden gut funktionieren, sodass Ansätze, die vielleicht aktuell nicht passen, später genau in den eigenen Lebensalltag hinein sprechen.

Ich persönlich habe das Buch als sehr wertig und wertvoll empfunden. Man nimmt es gern in die Hand, um Zeit damit zu verbringen und die zahlreichen Illustrationen und kreativen Elemente regen die eigene Kreativität an - sind aber gleichzeitig „zurückhaltend“ genug, um Raum für eigene Gedanken zu lassen.

Wer jetzt Lust bekommen hat, selbst auf neuen Wegen Gott zu begegnen und seine Nähe zu suchen, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Eine kleine Begeisterung für Journaling/ kreativ sein dürfte dabei nicht schaden, ist aber kein Muss, da sich die Anregungen auch gut so lesen lassen. Generell gibt es keine Zielgruppe, der ich das Buch nicht empfehlen würde – besonders geeignet ist es aber z.B. für junge Mädchen und Frauen, die ihren Glauben gerade erst so richtig entdecken. Auch als Geschenk eignet sich „krea.tief beten“ hervorragend und stößt sicher fast überall auf Gegenliebe.

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