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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2021

Konnte meinen Erwartungen nicht gerecht werden

Die siebte Zeugin
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Der Familienvater Nikolas Nölting geht zum Bäcker wie viele Male zuvor. Doch anstatt mit Brötchen zurück zu seiner kleinen Familie zu kehren, schießt er in der Bäckerei wild um sich. Die Ermittler tappen ...

Der Familienvater Nikolas Nölting geht zum Bäcker wie viele Male zuvor. Doch anstatt mit Brötchen zurück zu seiner kleinen Familie zu kehren, schießt er in der Bäckerei wild um sich. Die Ermittler tappen im Dunkeln, weil es kein erkennbares Motiv gibt und der Täter beharrlich schweigt. Doch der Rechtsanwalt Rocco lässt nicht locker und fängt an in Nikolas' Vergangenheit zu suchen, bis er fündig wird...

Der Klappentext klingt so unglaublich gut und bereits im Voraus habe ich wilde Spekulationen ob des ungewöhnlichen Tatgeschehens angestellt. Ohne erkennbares Motiv und aus heiterem Himmel eine Schießerei zu beginnen, dahinter muss etwas stecken. So ähnlich denkt wohl auch Rocco, der gleich die Ermittlungen aufnimmt. Auch das fand ich etwas ungewöhnlich, da meistens Polizeibeamte diese Funktion übernehmen und sich für einen Rechtsanwalt auch einige Probleme ergeben, sodass er andere hat, die ihn dabei unterstützen.

Was ich ganz angenehm fand, waren die Hintergrundinfos zu Rocco, sodass ich ihn besser kennenlernen konnte und er nicht so blass geblieben ist wie der zweite Protagonist Gerichtsmediziner Jarmer. Der tauchte zwar ab und zu auf und vor allem über seine Ansichten zur Arbeit eines Rechtsanwaltes und seine Moralvorstellungen wurden etwas zu seinem Charakter bekannt. Ansonsten spielt er aber eher eine geringe Rolle und ist nicht maßgeblich entscheidend für den Fall. Da hatte ich bezüglich der rechtmedizinischen Arbeit größere Erwartungen, auch wenn schnell klar war wer der Täter ist und welche Verletzungen die Opfer erlitten haben.

Der Fall plätschert so vor sich hin und auch wenn es ab und zu relevante Infos gibt, habe ich nicht mit fiebern können. Es war durchaus interessant und warf auch Licht ins Dunkel, aber packen und fesseln konnte es mich nicht. Die Spannung fehlte fast komplett und konnte meinen Erwartungen dahingehend nicht gerecht werden. Gerade die Ermittlungen finde ich üblicherweise in einem Krimi besonders wertvoll und aufregend. Durch überraschende Wendungen und unvorhersehbare Ereignisse entsteht eine ganz eigene Dynamik. In diesem Buch kamen diese Aspekte leider kaum vor und wenn, dann hat es mich dennoch nicht mitgerissen und mit fiebern lassen.

Ich weiß nicht, ob ich die weiteren Bände lesen, denn es wurden nicht alle Geheimnisse rund um den Fall Nikolas Nölting aufgedeckt und das Buch deutet subtil an, dass es noch weitergehen wird.

Fazit: Leider für mich nicht überzeugend. Es fehlten Spannung und abwechslungsreiche unvorhersehbare Wendungen im Buch.

Veröffentlicht am 11.11.2020

Verschenktes Potenzial

Du darfst nicht sterben
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Die eineiigen Zwillinge Lili und Anne sind unzertrennlich, wenn auch verschieden, bis sie eines Tages den charismatischen Paul treffen, der ihr Leben unwiederbringlich verändert und am Ende sogar ihre ...

Die eineiigen Zwillinge Lili und Anne sind unzertrennlich, wenn auch verschieden, bis sie eines Tages den charismatischen Paul treffen, der ihr Leben unwiederbringlich verändert und am Ende sogar ihre Leben auf dem Spiel stehen.

Das Buch beginnt unglaublich spannend und rasant mit einer bedrohlichen und beängstigenden Situation, die Schlimmes erahnen lässt. Die Handlung wird nicht chorologisch erzählt, sondern beginnt quasi mittendrin, wechselt dann in die Vergangenheit, um anschließend den Anfangsfaden wieder aufzunehmen und die zukünftigen Ereignisse zu schildern. Dadurch wird gerade am Anfang viel Spannung aufgebaut. So begeistert ich vom Anfang war, so schleppend fand ich gerade den Mittelteil. Die Charaktere sind anschaulich und einzigartig dargestellt, aber irgendwie war die Luft raus. Das Kennenlernen, sowie die restliche Geschichte rund um Paul, fand ich eher zäh und kaum spannend. Es konnte mich leider nicht mehr so packen wie am Anfang, wo ich die Panik der Zwillinge noch gespürt habe. Zwar ist Paul ziemlich unheimlich dargestellt und wirkt bisweilen auch wahnsinnig, aber ein fesselndes Gefühl beim Lesen wollte nicht aufkommen. Vielleicht liegt es am holprigen Schreibstil, mit dem ich nicht so klar gekommen bin. Mit fehlten die ausführlichen Beschreibungen der Handlungen, die auf mich sehr gehetzt wirkten und nicht wirklich Raum für Entwicklungen hatten. Zudem fand ich die Darstellung der Innenwelt der Zwillinge (Gefühle, Gedanken) zu wenig ausgeführt. Mir fehlte komplett das Gefühl für die Charaktere, sodass es mir fast schon gleich war wie das mit ihnen ausgeht. Einzig Paul fand ich ganz interessant, auch wenn ich ihn teilweise zu oberflächlich fand und mir da die Tiefe im Charakter fehlte. Die Hintergründe erklären wiederum einiges und auch wie er der geworden ist, der er ist. Da hätte man mehr draus machen können.

Fazit: Ein rasanter Einstieg, der mich vollkommen überzeugen konnte. Leider zog sich das Buch für mich und die Spannung verlor sich zusehend.

Veröffentlicht am 04.07.2020

Solider Thriller

Der Fahrer
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Nach einer teilweise missglückten Geburtstagsfeier des Ermittlers Jens Kerner, wird eine junge Frau entführt und später auf ungewöhnliche Weise verändert im Stadtpark tot aufgefunden. Bald darauf folgen ...

Nach einer teilweise missglückten Geburtstagsfeier des Ermittlers Jens Kerner, wird eine junge Frau entführt und später auf ungewöhnliche Weise verändert im Stadtpark tot aufgefunden. Bald darauf folgen weitere Entführungen und Morde an jungen Frauen. Schnell ist klar: der Täter spielt ein Spiel gegen die Polizei und wird gewinnen, wenn sie ihn nicht bald schnappen. Die eindeutigen Hinweise, dass es sich um ein persönliches Motiv gegen einen aus dem Ermittlerteam handeln könnte, geben Kerner keine Ruhe....doch dann kommt es ganz anders.

Der Beginn des Kriminalfalls beginnt recht ungewöhnlich und hat bei mir ein ungutes Gefühl ausgelöst, welches durchaus seine Berechtigung hatte im weiteren Verlauf der Geschichte. Die Bezüge zu Instagram, die Online Hinweise und das "Spiel" mit den Hashtags fand ich ziemlich gut gelungen und der Zeit entsprechend. Zudem wurden diese glaubwürdig in die Geschichte eingebettet. Nach dem rasanten Einstieg plätscherte die Handlung leider nur so vor sich hin. Trotz weiterer Fälle kam bei mir kaum nennenswerte Spannung auf. Es war ganz nett zu lesen, mehr aber auch nicht. Ich hatte keine Bezüge/Sympathien zu den Charakteren, die Ermittlungen wirkten aufwendig, aber meistens kamen sie eh zu spät und dadurch wurde es schnell fade. Genauso war dann auch der Täter und das Motiv. Zwar gefielen mir die kleinen Twists und die Irreführung des Täters, aber so wirklich überzeugen konnte es mich nicht. Meistens interessierte es mich gar nicht wie es weiterging und die Handlungen waren mir oft gleichgültig, da es einfach nicht fesselnd war und mich nicht emotional packen konnte.

Fazit: Gefallen haben mir die Einbettung der sozialen Medien und der lockerleichte Schreibstil, der das Lesen ungemein angenehm macht. Doch weder Story noch Charaktere konnten mich unterhalten.

Veröffentlicht am 23.01.2020

Nicht so tiefsinnig wie erwartet...

Schöner als überall
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Martin und Noah kennen sich schon seit Schulzeiten und sind immer füreinander da gewesen. So unterstützt Martin Noah auch als dieser im trunkenen Zustand den Speer der Figur Athene in der münchener Innenstadt ...

Martin und Noah kennen sich schon seit Schulzeiten und sind immer füreinander da gewesen. So unterstützt Martin Noah auch als dieser im trunkenen Zustand den Speer der Figur Athene in der münchener Innenstadt abbricht und diesen am nächsten Tag voller Panik loswerden möchte, bevor er erwischt wird. Daraufhin machen sich die beiden auf den Weg in die Heimat. Dort werden beide mit ihrer Herkunft und ihren Erinnerungen an früher konfrontiert, die jeder auf unterschiedliche bewertet und Schlüsse für sich zieht...

Da ich Roadmovies gerne schaue und Geschichten über fiktive, aufregende und abwechslungsreiche Reisen lese, habe ich mich besonders auf dieses Buch gefreut. Meine Vorstellungen ähnelten den Handlungen aus "Tschick", welches mich begeistern konnte. Schnell bemerkte ich, dass die Reise nur einen sehr kleinen Teil des kompletten Geschichte umfasst und doch ganz andere Themen anspricht als erwartet.

Der Schreibstil weist die Besonderheit auf keine wörtliche Rede im bekannten Sinne mit den üblichen Satzzeichen zu enthalten. Sie ist einfach in den beschreibenden Teil eingebettet und lässt sich aufgrund des Inhaltes erkennen. Auch enthält die Geschichte viele Gedanken, Erinnerungen und Vorstellungen, die teilweise einem inneren Monolog gleichkommen, sodass die wirklichen Handlungen spärlich und in knapper Form vorhanden sind.

Noah und Martin haben eine sonderbare Beziehung und es kam für mich klar ein Abhängigkeitsverhältnis zum Vorschein, das wechselseitig vorhanden war und die Freundschaft auf Dauer auf eine harte Probe stellt. Durch Noahs einnehmende und dominante Art geht Martin komplett unter und wird in Gruppen zunehmend in den Hintergrund gerückt. Es schien mir oft als habe er keinen eigenen Charakter, da seine Wertvorstellungen häufig stark von anderen Menschen (Noah, Mugo) bestimmt wurden und er keine eigenen bilden konnte und/oder wollte. Im Laufe der Geschichte änderte sich das und er konnte zu sich selbst finden und eigene Entscheidungen treffen. Diese Entwicklung war schon zu erleben, aber für mich manchmal nicht tiefgründig genug oder ich hatte einfach zu hohe Ansprüche an das Thema.

Die Handlungen sind meistens ziemlich belanglos und nicht wirklich interessant oder tiefsinnig, bis auf einige Ausnahmen, die klar hervorstechen und dem Ganzen eine größere Bedeutung beimessen. Insgesamt erschien sie mir allerdings zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Es wurden oftmals wichtige Elemente weggelassen, die es mir womöglich erleichtert hätten die Geschichte eher annehmen zu können. So blieb vieles zu oberflächlich und nicht greifbar.

Veröffentlicht am 20.01.2020

Ganz okay für zwischendurch

Eine fast perfekte Welt
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Die junge Ester lebt auf Sardinien und sehnt sich nach einem freien Leben fernab ihrer Heimatinsel. Es zieht sie aufs Festland, bis die Sehnsucht sie erneut überkommt und unterfüllt bleibt, als sie wieder ...

Die junge Ester lebt auf Sardinien und sehnt sich nach einem freien Leben fernab ihrer Heimatinsel. Es zieht sie aufs Festland, bis die Sehnsucht sie erneut überkommt und unterfüllt bleibt, als sie wieder in ihrer Heimat wohnt. Ihre Tochter Felicita ist ganz anders und findet in den kleinen Dingen des Lebens Erfüllung und Freude, während es ihren Sohn hinaus in die große Welt zieht. So versuchen drei Generationen einer Familie Zufriedenheit und Glück zu finden, in einer Welt, die nicht perfekt ist...

Das Buch ist in drei Abschnitte geteilt und erzählt in jedem die Geschichte einer Person aus einer der drei Generationen einer Familie, die ihren Ursprung in Sardinien hat. Der Schreibstil ist angenehm, manchmal etwas fad und insgesamt nicht so spannend oder außergewöhnlich geschrieben.

Die Charaktere bleiben, wie ich finde, recht oberflächlich und sind nicht so eingehend dargestellt wie es möglich gewesen wäre. Alle drei verbindet die Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit mit ihrem Leben im Allgemeinen und wie sie ihr Glück in dieser Welt auf unterschiedliche Arten finden und erleben, oder auch nicht.

Insgesamt fand ich die Handlungen aber recht belanglos und langweilig. Es fehlte mir Tiefgründigkeit, oder ich konnte sie während des Lesens nicht erfahren und bemerken. Diesbezüglich hatte ich viel höhere Erwartungen, die leider nicht erfüllt wurden. Kleine Details der Geschichte (z.B. Felicitas Arbeit) waren ungewöhnlich und bemerkenswert und konnten mein Interesse etwas wecken.

Fazit: Blasse, öde Charaktere und eine Geschichte ohne Besonderheit oder tieferen Sinn. Leider eher ein Flop!

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