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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2020

Nicht so spannend wie der Klappentext suggeriert

Lips Don't Lie
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Riley zieht mal wieder mit ihrem Vater in eine neue Gegend, nachdem ihre Mutter sie vor zwei Jahren verlassen hat. Auch in Millers will sie sich schnell einleben, Freunde und vor allem ihren ...

Riley zieht mal wieder mit ihrem Vater in eine neue Gegend, nachdem ihre Mutter sie vor zwei Jahren verlassen hat. Auch in Millers will sie sich schnell einleben, Freunde und vor allem ihren festen Platz auf dem Basektballplatz finden, der für sie die Chance auf ein Collegestipendium bietet.
Tristan ist durch seine Geburt fest in die Gang der FiftySeven, die gefährlichste Gang in Millers, gebunden. Für ihn heißt es Treue oder Tod. Ein einfaches Entkommen gibt es für ihn genauso wenig wie für jeden anderen. Und Riley stellt für ihn eine gefährliche Versuchung dar...

Riley wird als sehr starke, toughe Protagonistin eingeführt. Sie macht klar, was sie will und setzt sich durch. Auf diese Art will sie den Basketballplatz und den Platz an Tristans Seite einnehmen. Ihre Beziehung zu ihrem Dad, ihre Wünsche und Ziele für die Zukunft stehen oft im Fokus und untermauern ihre starke Persönlichkeit.
Tristan hingegen bleibt eher blass. Man erfährt zwar einiges von ihm, der Vergangenheit seines Vaters und den Machenschaften innerhalb der Gang, dennoch bleibt vieles nur angedeutet und an der Oberfläche. Mehr, als dass es gefährlich für ihn ist, sich auf Riley einzulassen, erfährt man fast nicht.

Auf der Grundlage des Klappentextes und des Covers war mir klar, dass es sich hier um eine Liebesgeschichte handelt. Dennoch habe ich mir vor allem auf Grund des Klappentextes viel mehr Spannung und Informationen über die Kriminalität und das Geschehen in der Gang erwartet und erhofft. Dem war allerdings nicht so. Allerdings blieben die FiftySeven eher blass, vielmehr spielte die Entwicklung der Beziehung zwischen Riley und Tristan die Hauptrolle und nahmen die Seiten für sich ein.
Diese Entwicklungen hat Ginger Scott jedoch sehr gut getroffen. Sie vereint in diesem Buch zarte, grobe, leidenschaftliche und emotionale Momente und obwohl der Plot recht klischeegeprägt ist, konnte sie mich mit dem eher untypischen Ende überraschen und letztendlich für sich gewinnen.

Ein schöner Liebesroman über die erste Liebe und die Hindernisse augrund verschiedener Herkünfte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.06.2020

Schöner und gefühlvoller Auftakt

Truly
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Andie hatte immer den Traum zusammen mit ihrer besten Freundin June in Harbor Hill zu wohnen und zu studieren. Doch alles kommt anders und sie kann nach einem schweren Schicksalsschlag verspätet nach Seattle ...

Andie hatte immer den Traum zusammen mit ihrer besten Freundin June in Harbor Hill zu wohnen und zu studieren. Doch alles kommt anders und sie kann nach einem schweren Schicksalsschlag verspätet nach Seattle kommen - ohne Geld, ohne Stipendium und ohne Wohnung. Fürs Erste kann sie bei June im Wohnheim unterkommen, doch schon bald braucht sie eine eigene Bleibe. Einen Job findet sie schon am ersten Abend in Seattle und stößt dort auf den Barkeeper Cooper, der es ihr vom ersten Moment an angetan hat. Und auch Cooper kann kaum die Augen von Andie nehmen, weil er so fasziniert von ihr ist. Allerdings erinnert sie ihn an eine schlimme Nacht in seinem Leben, unter deren Konsequenzen er noch immer leidet, und die es ihm nicht ermöglichen eine Beziehung mit Andie einzugehen.

Für mich war "Truly" das erste Buch von Ava Reed, das ich gelesen habe. Sie hat einen sehr flüssigen und packenden Schreibstil, kann Situationen und Charaktere sehr gut vorstellbar beschreiben und greifbar machen. Auch wenn man von Cooper und seinem Inneren beispielsweise lange Zeit nicht viel mitbekommt, konnte ich ihn mir gut vorstellen und durch die erzeugte Stimmung gut greifen.

Wie es für New Adult Romane üblich ist, kämpfen hier natürlich die Protagonisten mit ihren Problemen und Herausforderungen, was oft an der Klischeekiste heranschrabt, allerdings hat Ava Reed nicht tief hineingegriffen. Ich konnte nicht mit allen Charakterzügen und Verhaltensweisen sympathisieren und war manchmal auch genervt davon, aber insgesamt waren die Figuren in sich rund gezeichnet.
Die Geschichte wirkt authentisch, ist bezüglich der erzählten Zeit und der Entwicklung dieser Liebesgeschichte realistisch erzählt.
Von der ersten Begegnung an ist das Knistern zwischen den beiden spürbar und durch die wechselnden Erzählpersketiven aus der Ich-Sicht können die Gefühle und Gedanken beider nachvollziehbar und greifbar geschildert werden.

Auch die Nebencharaktere sind gut gezeichnet, passen in die soziale Umgebung gut hinein und machen durch die angerissenen Schicksalschläge/Probleme von Juen und Mason neugierieg auf den zweiten Band "Madly", der deren Geschichte erzählen wird.

Einzig die vorletzte Szene, die fast identisch aus beiden Perspektiven erzählt wird, war mir zu viel und im Vergleich zu dem Prozess des Annäherns und Wegstoßens zwischen Andie und Cooper dann doch zu stark aufgefahren in der Dopplung.

Ein schöner und gefühlvoller Auftakt der neuen Trilogie von Ava Reed!

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  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 23.05.2020

Romantischer Thriller

Der Bodyguard
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Maik fängt einen neuen Job im Sicherheitsteam des schwerreichen Unternehmers Peter van Holland an und soll dessen Tochter Lynn beschützen. Beim ersten Kennenlernen verliebt er sich Hals über Kopf in sie ...

Maik fängt einen neuen Job im Sicherheitsteam des schwerreichen Unternehmers Peter van Holland an und soll dessen Tochter Lynn beschützen. Beim ersten Kennenlernen verliebt er sich Hals über Kopf in sie und nach kurzer Zeit muss er feststellen, dass sie diese Gefühle erwidert. Doch in seinem Job als Personenschützer ist eine derartige Beziehung unmöglich. Als kurzfristig die Sicherheitsstufe enorm angehoben wird, unterschätzt Maik die Gefahr und muss zusehen, wie Lynn brutal entführt wird.


Sonja Rüther hat einen irgendwie lässigen Schreibstil, der es schafft, sämtliche Stimmungen zu transportieren. So lernt man zunächst Maik, seine Freunde, sein Umfeld und seinen Tagesrhythmus kennen, liest von seinen Träumen und Wünschen von der Zukunft. Auch wenn Maiks Figur sehr detailliert beschrieben wird, kommt keinerlei Langeweile auf. Beim Kennenlernen spürt man förmlich die Funken und das Kribbeln, das in der Luft liegt. Die Autorin kann auch diese flirty Stimmung nachfühlen lassen.

An dem Punkt, an dem es mir fast schon zu schnulzig und dramatisch wird, weil die Beziehung offenbar für beide nicht sicher scheint, kommt dann unvermittelt Spannung auf, die bis zum Schluss aufrecht erhalten wird.

Packend wird von der Entführung, den Forderungen und Maiks Suche nach Lynn erzählt, bei der allen LeserInnen sicher viele Vermutungen in den Sinn kommen, welches Motiv hinter diesem Verbrechen stehen.

Das Finale ist spannungsgeladen, die Ereignisse sind rückblickend alle schlüssig und nachvollziehbar.


Ein romantischer Thriller, der Liebe und Spannung vereint!

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2020

Spannender Auftakt einer neuen Reihe

Belladonna
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Sara Linton ist Kinderärztin und Gerichtsmedizinerin und findet bei einem eigentlich gemütlichen Abend im Diner eine übel zugerichtete Frau, die geradezu hingerichtet wurde. Ihr Puls ist noch ganz schwach, ...

Sara Linton ist Kinderärztin und Gerichtsmedizinerin und findet bei einem eigentlich gemütlichen Abend im Diner eine übel zugerichtete Frau, die geradezu hingerichtet wurde. Ihr Puls ist noch ganz schwach, trotzdem ist es für Wiederbelebungsmaßnahmen zu spät. Sara und ihrém Ex, Chief Jeff Tolliver, der die Ermittlungen leitet, ist klar, dass wahrscheinlich weitere Frauen ermordet werden können.

Mir gefällt der Erzählstil gut. Während zu Beginn recht viel zu Saras Alltag und ihrem Privatleben erzählt wird, findet sie recht schnell die ermordete Collegeprofessorin, deren brutale Verstümmelungen detailliert beschrieben werden. Für zart besaitete LeserInnen ist "Belladonna" daher vielleicht nichts, weil alles, was mit der Tötung und dem Verfahren mit den Opfern zusammenhängt, brutal und explizit geschildert wird.

Lange Zeit habe ich einen Täter vermutet, dessen Motiv mir jedoch fehlte. Sara und Jeff fehlt das auch. Während wir wissen, dass der Mord irgendetwas mit Saras Vergangenheit zu tun haben muss, tappen die Ermittler lange im Dunkeln. Trotzdem besteht ein Spannungsbogen, der in einem turbulenten Finale gipfelt.

Streckenweise waren mir die Schilderungen der Privatleben von Sara, dem Mordopfer und dessen Schwester zu ausführlich, kamen mir irrelevant oder als Füllmaterial vor. Da zwischen Jeff und Sara noch einiges spürbar unausgesprochen steht, und die beiden in den nächsten Teilen der Reihe sicherlich wieder zusammen arbeiten werden, ist dieser Seitenstrang wahrscheinlich nicht ganz unerheblich.

Nina Petri hat recht unaufgeregt und kühl gesprochen, ohne große Emotion, was rückblickend sehr gut zu "Belladonna" gepasst hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Sprecherin
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Spannung
  • Cover
Veröffentlicht am 04.05.2020

Gelungener Reihenauftakt

Die Farben der Schönheit – Sophias Hoffnung (Sophia 1)
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Sophia wird während ihres Chemiestudiums von ihrem Dozenten schwanger, der sich ihretwegen von seiner Frau trennen lassen wollte. Als er von der Schwangerschaft erfährt, teilt er Sophia mit, dass er seiner ...

Sophia wird während ihres Chemiestudiums von ihrem Dozenten schwanger, der sich ihretwegen von seiner Frau trennen lassen wollte. Als er von der Schwangerschaft erfährt, teilt er Sophia mit, dass er seiner Ehe eine Chance geben möchte und sie das Kind wegmachen lassen soll. Sophias Vater ist derselben Meinung und setzt sie daher vor die Tür, als sie sich weigert zum Engelmacher zu gehen. Sie kommt bei ihrer Freundin Henny unter, die sie kurz darauf mit nach Paris nimmt. Dort hängt Sophia ihrem Traum nach, eigene Kosmetik herzustellen, experimentiert und stellt ihre Produke bei Helena Rubinstein vor, die sie mit nach New York nehmen will. Voller Hoffnung auf eine neues, tolles Leben geht Sophia mit.


"Sophias Hoffnung" ist der erste Roman, den ich von Coina Bomann gelesen habe. Ihr Schreibstil gefällt mir sehr gut. Sie erzählt ruhig, in langsamem Tempo und dennoch klar und flüssig.

Das Buch wird aus Sophias Perspektive in der Ich-Form erzählt, was mit dem ausführlichen Schreibstil gut zusammenpasst. So haben die Leser_innen direkten Zugang zu ihren Gefühlen und Gedanken und lernen Sophia sehr gut kennen.

Corina Bomann gelingen die Persönlichkeitsentwicklungen jeder Figur ausgezeichnet, auch wenn nicht jede Figur immer Sympathiepunkte sammeln konnte. Auch die Nebencharaktere sind gut gelungen und haben sich klar abzeichnen können.

Was mir gefehlt hat war der historische Zugang. Aufgrund mancher Denkweisen, was beispielsweise uneheliche Kinder, die Rolle der Frau etc. angeht, hat ein gewisses Zeitgefühl geherrscht, dennoch konnte ich anhand der Romanhandlung und der vermittelten Inhalte nicht direkt nachfühlen, dass das Buch in den 20er Jahren spielt.

Das Ende nimmt eine überraschende Wendung und lässt gespannt auf den zweiten Teil warten.