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Sioux

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Veröffentlicht am 13.07.2020

Toller Cherry, allerdings mit Abzügen in der B-Note

Wie die Ruhe vor dem Sturm
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Klappentext:
Als ich meine neue Stelle als Nanny einer reichen Familie antrat, konnte ich nicht ahnen, dass es Greyson Easts Kinder waren, die ich betreuen würde. Und auch nicht, dass der Junge, den ich ...

Klappentext:
Als ich meine neue Stelle als Nanny einer reichen Familie antrat, konnte ich nicht ahnen, dass es Greyson Easts Kinder waren, die ich betreuen würde. Und auch nicht, dass der Junge, den ich einmal geliebt hatte, zum Mann geworden war – ein eiskalter, einsamer, unnahbarer Mann. Alles an Grey war in Schmerz versunken. Doch ab und zu sah ich den Jungen von damals in seinen sturmgrauen Augen – und ich wusste, dass es sich um ihn zu kämpfen lohnte.

Schreibstil:
Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin einfach total happy, dass die Autorin wieder geschrieben hat, wie sie es immer tut. Fast jeden Satz kann man sich als Zitat an die Wand pinnen. Ihr Stil ist einfühlsam, sehr emotional, stark und mitreißend. Ich liebe es, dass sie so gut mit Worten umgehen kann. Jedes Wort ist so aufgeladen. Keiner kann sich ihnen entziehen.
An diesem Buch fand ich zudem besonders schön, dass sie rhetorisch schön mit Wiederholungen gearbeitet hat. So hat sie Vergangenheit mit Gegenwart verbunden und Phrasen als Symbole für die Liebe zwischen den beiden genutzt. Das fand ich super, da sich dieses Paar so vor dem Schreibstil abgehoben hat. Etwas Eigenes hatte.

Meine Meinung:
Die Haupterzählerin dieser Geschichte ist Eleonor, genannt Ellie.
Schon der Prolog macht deutlich, dass die Geschichte unter einem tragischen Stern steht: ihre Mum hat Krebs. Und genau diese Tatsache trifft auf ein Mädchen, dessen beste Freundin ihre Mum ist. Ihre Mum, die ihr immer wieder Mut macht, ihr Selbstbewusstsein stärkt, sie ermutigt, zu sein, wer sie ist und sich nicht für jemanden zu verbiegen. Ich weiß gar nicht, ob ich schon jemals in einem Buch von einer solch tollen Mum gelesen habe. Man spürt an Ellie förmlich, dass sie geliebt wird und das ist etwas, was Ellie als Charakter sehr besonders macht.
Das erste Kapitel beginnt dann ein paar Monate später. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt: Ellie lernt Grey kennen.
Und ab dann lesen wir gleich von zwei wundervollen Hauptprotagonisten. Ich liebe es an Ellie, dass sie mit ihren dreizehn Jahren noch recht kindlich naiv ist, was das „wahre“ Leben angeht und gleichzeitig in ihrem Inneren schon weiser ist, als so manch anderer Teenie (oder wohl eher jeder). Es ist einfach wunderbar von einem Mädchen zu lesen, dass sich von anderen nicht runtermachen lässt und einfach mit einem sehr erwachsenen, realitätsnahen Blick auf ihre Mitschüler blickt. Da gibt es keine Unsicherheiten, weil jemand ohne Grund über sie herzieht. Nein, sie sind einfach Muggle (die Harry-Potter-Fans unter euch werden Ellie umso mehr lieben) und haben die Welt einfach noch nicht vollständig durchdrungen. Ich wünschte, ich hätte in Ellies Alter so gedacht. Dann wäre doch einiges leichter gewesen.

Tja und wenn dann das wahre Leben kommt, in Form von Grey, dann wird Ellie plötzlich wunderbar unsicher und süß. Es war sehr schön zu sehen, wie sich die beiden einander annähern und mit ihrer unkonventionellen Art eine Art von Beziehung eingehen, die alles andere als oberflächlich und schwärmerisch wirkt.

Ein Grund für diese besondere Beziehung ist nicht nur Ellie, sondern auch Grey. Er hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Wer sich schon mal einsam gefühlt hat, kann sich vielleicht ungefähr vorstellen, was Grey jeden Tag durchmacht. Mit Ellie jedoch kann er dieser Einsamkeit entfliehen und man merkt richtig, wie das was sie tun, eigentlich egal ist.

Ich bin einfach dahingeschmolzen. Grey ist ihr eine große Stütze und mit viel Einfühlungsvermögen erzählt die Autorin hier von zwei Kindern, die ungewollt die schrecklichen Seiten des Lebens kennenlernen.

Nun kommt Teil 2. Die Geschichte macht einen Zeitsprung von ungefähr 16 Jahren. Und tja, alles hat sich geändert.
Wie der Zufall es nunmal will, treffen die beiden wieder aufeinander.
Erst einmal das Gute: Ich fand es sehr schön, wie Ellie nach und nach wieder Platz in Greys Leben findet, sich ihn förmlich erkämpft. Sie lässt nicht locker, steckt selber zurück und verarbeitet gleichzeitig, was ihre eigene Vergangenheit ist.
Greys Kinder Karla und Lorelai sind stets ein Lichtblick dieser Geschichte. Zusammen mit ihnen arbeitet Ellie nicht nur den Tod ihrer Mum, sondern auch die der Mädchen auf. Dies wird wirklich sehr schön gemacht. Sehr langsam, aber auch immer wieder mit entscheidenden Geschehnissen. Ellie ist einfach toll zu den Kindern und beweist einmal mehr, was für einen tollen Charakter sie hat. Besonders die Stellen, in denen sie ausgeflippt ist, weil jemand die beiden ungerecht behandelt hat, fand ich großartig:)
Sie ist eine Löwin und gleichzeitig aber auch unheimlich verletzlich. Ebenso wie Grey. Bei ihm hat sich viel getan. Anfangs habe ich ihn wirklich gar nicht mehr wiedererkannt und war schockiert darüber, was aus ihm geworden ist. Erst nach und nach wird er dem Jungen von damals wieder ähnlicher. Und das nur durch Ellie. Hier kommt schon mein erster Kritikpunkt: Ich fand, dass Grey sich ziemlich von Ellie hat mitziehen lassen. Ich hätte mir gewünscht, dass er ein wenig mehr Eigenitiative gezeigt hätte. Vor allem, weil es auch bei ihm eine Elterproblematik gab und er nun selbst Elternteil ist. Dieser Punkt wurde aber leider nicht richtig aufgegriffen und hat mir sehr gefehlt. Er hat einfach zu viel vom jungen Greyson liegen lassen.
Viel schöner wäre es gewesen, wenn er sich etwas mehr auch auf Ellies Gefühle konzentriert hätte anstatt immer nur auf sich.

Dazu kommt, dass Ellie irgendwie bei dem ganzen „Sich um andere kümmern“ verloren gegangen ist. Mir fehlte es, über ihr Leben etwas zu erfahren. Wie sieht ihr Leben jetzt nach all den Jahren konkret aus? Was sind ihre Leidenschaften? Ihre Zukunftsvorstellungen? Will sie vielleicht auch Kinder?

Als sich dann endlich Greys Schutzpanzer aufzulösen beginnt und der Leser Hoffnung schöpft, wurde ich wieder ein wenig enttäuscht.
Gut war wie oben schon erwähnt die emotionale Ebene. Besonders in Bezug auf die beiden Kinder. Die Autorin konnte mich mit jeder Szene, in denen es um sie ging, wirklich catchen. Mehr Probleme hatte ich mit der Beziehung zwischen Grey und Ellie. Klar, man merkt, dass sie Gemeinsamkeiten haben und sich definitiv mal gut gekannt haben und auch die Annäherung fand ich ganz gut. Mir fehlten dann aber doch ein paar „glückliche“ Szenen, um die Beziehung spüren zu können. So war es letztlich nur so, dass die beiden halt wieder zusammenkommen. Was man sich ja schon denken konnte. Ebenso ist die Wendung der Geschichte gegen Ende eher vorhersehbar.
Hätte die Autorin Ellie und Grey einfach etwas mehr Platz für sich gelassen, wäre meine Meinung eine ganz andere. So war ich etwas enttäuscht.

Fazit:
Ja, es ist ein Brittainy C. Cherry. Emotional, berührend, mit erwachsenen Charakteren, einer Story, die keinesfalls klischeemäßig daherkommt und tollen Protagonisten. Der Schreibstil ist wieder wundervoll und mir sind so viele tolle Szenen in Erinnerung geblieben, die ich nicht missen möchte. Ich fand die Aufteilung in zwei Teile sehr sinnvoll. Teil eins hat mir ausgesprochen gut gefallen, Teil zwei war okay. Karla und Lorelai, Greys Töchter, sind wahre Schätze und alles, was um sie herum geschah, war spannend, interessant und schön. Bei der Beziehung zwischen Grey und Ellie habe ich einiges vermisst und wurde hier leider enttäuscht. So gefällt mir wohl zwei Drittel des Buches sehr gut, das letzte Drittel bleibt im mittelmäßigen Bereich.

Es gibt 4 von 5 Sterne von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 19.06.2020

Ein absolutes Wohlfühlbuch!

New Dreams
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Also Achtung: Dies ist Band 3 einer lose zusammenhängenden Reihe. Wir finden uns in der gleichen erzählten Welt wieder und treffen alte Bekannte wieder, die Liebesgeschichten stehen aber für sich. Jedes ...

Also Achtung: Dies ist Band 3 einer lose zusammenhängenden Reihe. Wir finden uns in der gleichen erzählten Welt wieder und treffen alte Bekannte wieder, die Liebesgeschichten stehen aber für sich. Jedes Buch eine Geschichte.

Klappentext:
Nach einem heftigen Streit mit ihrer Mutter bricht Elara fluchtartig zu ihrer Großmutter nach Green Valley auf – und wird mitten in der Nacht in den Rocky Mountains von einem Schneesturm überrascht. Zum Glück ist Noah zur Stelle, der sie mit nach Green Valley nimmt.
In der idyllischen Kleinstadt in den Rocky Mountains will Elara sich über ihre Zukunft klar werden und beginnt, an der örtlichen Tankstelle zu jobben. Dort trifft sie Noah wieder, der in der angeschlossenen Autowerkstatt aushilft und davon träumt, als Astronaut zu den Sternen zu reisen.
Hin- und hergerissen zwischen seinem Charme und Witz und seiner plötzlichen Unnahbarkeit, weiß Elara nicht, was sie von Noah halten soll – bis sie erfährt, dass seine Ex-Freundin nach einem schweren Autounfall im Koma liegt. Hat ihre Liebe gegen Noahs Schuldgefühle eine Chance?

Das Cover:
In die Cover der Reihe verliebe ich mich bei jedem Blick immer wieder. Band 3 trifft mit seinen lila Tönen voll meinen Geschmack. Pastell ist hübsch und macht sich gut im Regal. Ich mag es, dass es schlicht gehalten ist und man deutlich erkennen kann, dass die Bücher zusammengehören.

Der Schreibstil:
Lilly Lucas schreibt sehr schön flüssig, locker leicht und hält sich in ihrer Wortauswahl eher einfach. So lässt sich das Buch sehr schnell durchlesen. Zu ihrem Schreibstil gehört aber auch, dass sie sehr warm schreibt. Man fühlt Green Valley förmlich. Das macht es zu einem sehr angenehmen Lesevergnügen.

Meine Meinung:
Junge Frau haut von Zuhause ab, weil sie sich mit ihrer Mutter gestritten hat. Ich muss gestehen, dass mir diese Eingangssituation ganz schön Angst bezüglich Elaras Charakter gemacht hat. Man kennt ja die Bücher, in denen die Protagonistin dann erst zu sich selbst finden oder generell dem jugendlichen Trotz entwachsen muss.
Nicht so jedoch bei Elara. Die war mir von Anfang an total sympathisch. Ihre Welt wird zwar auf den Kopf gestellt und sie steht mit vielem alleine da, dennoch ist sie ein Steh-Auf-Männchen. Sie beschwert sich nicht, sondern tut, was getan werden muss. Sonst kommt man schließlich nicht an ihr Ziel. Ein Motto, dass ich total sympathisch fand und mir somit auch Elara sympathisch gemacht hat.
Zudem mochte ich an ihr, dass sie sich keine Illusionen macht. Sie genießt die Momente, bleibt aber auch realistisch und driftet nicht in Fantasien ab. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Story, denn es bringt an vielen Stellen einen Schwung in die Geschichte, den man wohl in eine andere Richtung vermutet hätte.

Zum Anfang des Buches. Der war super. Ich war sofort drin. Aufregung, Fragezeichen, ein heißer Kerl, tolle Nebencharaktere. Was will man mehr? Nach und nach ordnet sich die anfangs durcheinandergewirbelte Situation und man erkennt, woran man ist.
Da ist diese Geschichte mit der Ex-Freundin… Wie verläuft eine Geschichte, die eine Liebe unter Bedingungen stellt? Unter Schuldgefühle? und das berühmte dritte Rad am Wagen?
Ich war wirklich sehr gespannt und habe jedes Wort in mich aufgesogen.

Schön war es auf jeden Fall, dass die Situation mit der Ex erst einmal verschwiegen wurde. So konnte man Land und Leute kennen lernen. Vor allem Noah, der total interessant war. Wann liest man schon einmal von einem Kerl, der zu den Sternen reisen will, super schlau ist und gleichzeitig bereit ist, alles für seine Mitmenschen aufzugeben? Die Autorin hat es geschafft, dass von ihm stets eine gewisse Faszination ausgeht. Man möchte mehr über ihn erfahren, möchte ihm unter die Arme greifen, gönnt ihm sein Glück.

Die Beziehung zwischen Elara und Noah baut sich langsam und zärtlich auf und prallt im übertragenen Sinne immer wieder gegen eine Wand. Kein Wunder, bei dem Hintergrund. Ich empfand es aber nicht als all zu schlimm, weil Elara sich eben nicht so sehr in Noah verbeißt. Sie hat Gefühle für ihn, ja. Aber sie ist sich der Situation bewusst und behält es immer im Hinterkopf. So freut man sich über jede Szene, in der man Hoffnung schöpfen darf. Das sind dann die Szenen, in denen Noah seine Gefühle zeigt und auch die, in denen Elara ganz und gar ehrlich ist. Sie machte einen sehr reifen Eindruck auf mich, was letztlich wohl auch für das Ende sorgt.

Wie in den Bänden zuvor, lesen wir nur aus der Perspektive der Frau. Das fand ich hier aber total passend, weil Elara gut zwischen den Zeilen lesen kann und auch mal einfach nachfragt, wenn sie etwas nicht versteht. So muss Noah letztendlich reden und wir bekommen auch etwas von ihm mit.
Zudem fand ich Elaras Perspektive spannend, weil sie zum einen neu nach Green Valley kam und somit einen ganz anderen Blick auf die Dinge hatte (ähnlich wie Lena in Band 1 und nicht so sehr wie Izzy in Band 2) und zum anderen woanders „andockt“. Wir erleben die Nebenprotagonisten nochmal ganz anders, weil sie hier viel mehr Nebenrollen haben, als jemals zuvor. Elaras beste Freundin wird Noahs Schwester Rebecca. Ryan, Will und Izzy sind zwar da, wir treffen aber nicht all zu oft auf sie. So bekam man nochmal einen ganz anderen Blick auf den Ort und konnte sich auch besser in Rebeccas und Noahs Welt einfühlen, die ausnahmsweise mit Ski-Sport mal gar nichts zu tun hat:)

Die Liebesgeschichte hatte für mich ihre Höhen und Tiefen und passte sehr gut zur Story, die auch jede Menge wunderschöne Szenen und Abenteuer sowie Lustiges enthält. Beim Liebesgeständnis war ich kurz irritiert, weil es so aus dem Nichts kam, aber ansonsten war es durchweg logisch und in einem angemessenen Tempo erzählt.
Das Ende fand ich super. Man fragt sich natürlich die ganze Zeit, was passiert, wenn die Ex-Freundin aus dem Koma erwacht. Wird Noah Elara dann trotzdem wählen? Wird er wieder mit Anne zusammenkommen? Schuldgefühle oder Liebe? Das schwingt die ganze Geschichte über mit und macht einen Teil der Spannung aus. Es wird dann aber letztlich sehr schön aufgelöst. Sehr nachvollziehbar, vernünftig und authentisch. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass die Protagonisten auch dort ihren Eigenschaften treu blieben.

Was mich leider auf letzte Minute noch gestört hat, war, dass ich mir das Paar nicht in der Zukunft vorstellen kann. Es wurde irgendwie nicht richtig überlegt, sondern einfach so gemacht und der Leser darf sich jetzt den weiteren Verlauf denken. Für mich muss ein Ende für das Paar immer eine realistische Zukunftsaussicht haben. Ansonsten ist es für mich eine Geschichte über ein zeitweiliges Paar, das sich nach dem Happy End irgendwann auch wieder trennt. Aber das ist natürlich Geschmackssache:)

Fazit:
Wieder ein absolutes Wohlfühlbuch mit tollen Protagonisten und einer Story, die von etwas überschattet wird, was ihr das Lapidare nimmt. Ich fand Elara und Noah im Zusammenspiel sehr cool. Es verläuft alles langsam, authentisch und nachvollziehbar und dennoch wird es nicht langweilig, denn es gibt immer wieder tolle Szenen, Aufregendes und das große Fragezeichen steht ja auch immer noch im Raum.
Einen Stern Abzug gibt es, weil ich mir dann doch etwas spürbarere Gefühle gewünscht hätte und ich sowohl zwischendurch als auch am Ende ein paar Kleinigkeiten bemeckere.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 12.05.2020

Auch ein heißer Irish-Boy hat eine weiche Seite

Bad. Irish. Mine.
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Klappentext:
Als Krankenschwester Eva die Nacht mit einem irischen Fremden verbringt, ist von Anfang an klar, dass es bei dieser einen Nacht bleiben wird. Deaglan Kane gibt ihr mehr als deutlich zu verstehen, ...

Klappentext:
Als Krankenschwester Eva die Nacht mit einem irischen Fremden verbringt, ist von Anfang an klar, dass es bei dieser einen Nacht bleiben wird. Deaglan Kane gibt ihr mehr als deutlich zu verstehen, dass er nur für einen Businessdeal in Toronto und generell kein Mann für Beziehungen ist. Doch als Eva auf dem Heimweg vor seinem Apartment ausgeraubt und schwer verletzt wird, weicht er plötzlich nicht mehr von ihrer Seite – ob sie will oder nicht. Deaglan ist sich sicher, dass der Überfall etwas mit ihm und seinem Unternehmen zu tun hat. Und Eva im Gegenzug vor der unbekannten Gefahr zu beschützen ist das Mindeste, was er für sie tun kann – auch wenn dies bedeutet, all seine Prinzipien über Bord zu werfen und zu riskieren, dass sich Eva in sein Herz schleichen könnte – so wie er in ihres …

Cover:
Ich bin ja nicht so der Fan von Menschen auf dem Cover. Aber hier haben wir wenigstens kein Paar, sondern einen heißen Kerl. Also sei es verziehen. Vor allem, weil der wirklich wirklich gut aussieht und er einfach unheimlich gut zum Titel passt. Dazu noch die Farben der irischen Flagge und schon ist ein solides Cover entstanden, dass vermutlich kein Liebling im Regal aber zumindest ein positiver Hingucker wird.

Schreibstil:
Die Autorin schreibt sehr schön flüssig, allerdings sonst nicht weiter besonders. Manchmal haben mir ein klein wenig die Details gefühlt. Dann wären Gefühle und Charaktere vielleicht etwas besser rübergekommen.

Meine Meinung: (Achtung Spoiler!)
Der Anfang war etwas, holprig muss ich sagen, denn es erschien mir alles etwas ungeordnet. Zudem war ich irritiert vom Prolog, denn der wird aus dem Jetzt heraus als Analepse erzählt. Wir erfahren also, was Eva eine Nacht zuvor erlebt hat. Nur blieb die Abgrenzung nicht ganz scharf. Auch noch viele Seiten nach dem Prolog kommen immer wieder Analepsen vor. Diese schließen aber auch Evas Vergangenheit mit ein. Man liest also viel Vergangenes, was die Geschichte sehr entschleunigt. Zudem hätten die Analepsen über die Vergangenheit Evas noch etwas dramatischer sein können, damit sie mehr aussagen und den Ernst der Lage besser widerspiegeln. Es kam für mich als Leser einfach nicht das Gefühl auf, dass ich eigentlich bei solch einem Inhalt erwartete.
Nun sind wir aber erst im Hier und Jetzt, in dem Eva wieder auf Deaglan trifft. Ich muss sagen, dass ich die Thematik an sich total spannend und interessant fand und sie sich meines Erachtens nach super für eine Liebesgeschichte mit viel Action eignete. So ähnlich kommt es dann auch. Bei Eva und Deaglan ist keineswegs alles einfach und schon gar nicht ruhig. Das mochte ich sehr, weil es natürlich aufregend war.
Gleichzeitig war es aber auch ein wenig gewöhnungsbedürftig und mir fehlten ein paar Emotionen. So fand ich die anfängliche Situation etwas übergriffig (Ich meine, wer lässt einen wildfremden One-Night-Stand einfach so sein Leben großteilig beeinflussen?). Zum Glück lässt sich vieles mit dem Hintergrund begründen, den die Autorin ihrer Protagonistin Eva gibt. Wer schon Erfahrungen gemacht hat und sich nun sicher fühlen kann, neigt dazu, dies anzunehmen. Vor allem, weil Deaglan so eine selbstbewusste Art und sowohl gegenüber der Protagonistin als auch des Lesers etwas Positives, Umsorgendes ausstrahlt. Es sei also verziehen. Dennoch hat die Autorin den Übergang zwischen „One-Night-Stand, der irgendwie noch in meinem Leben ist“ und „Liebe meines Lebens“ nicht ganz sauber hinbekommen. Mir haben da ein paar Details gefehlt, die die Emotionen besser spürbar gemacht hätten.
Mit Eva haben wir einfach eine Protagonistin, die (verständlicherweise) traumatisiert ist und aber auch nicht sehr bestimmend in ihrer Art ist. Hätte sie das ein oder andere Mal eine klare Antwort verlang, wäre die Geschichte eine ganz andere geworden. Stattdessen aber lässt sie Deaglan mit vielem durchkommen, was natürlich die Spannung erhöht, denn wir wissen immer noch nichts, aber es lässt sie auch leicht naiv wirken. Ich glaube, deshalb ist es so schwer, sie in diesem Übergang der Gefühle zu sehen. Liebt sie Deaglan nur, weil er ihr Sicherheit biete und sie ihn nicht wieder loswird oder ist da noch mehr?
Glücklicherweise bekam Deaglan ein paar Szenen und sogar ein paar Kapitel (denn eigentlich wird nur aus Evas Sicht erzählt), um zu beweisen, dass er dann doch nicht so ein harter Kerl und schlichtweg menschlich ist. Das hat es für mich sehr erleichtert, zu verstehen, weshalb man ihn außerhalb seines guten Aussehens und seines Machogehabes lieben sollte. (Okay beide Punkte machen einen Typen in solch einem Liebesroman natürlich auch schon begehrenswert. Ihr werdet ihn deshalb auf jeden Fall von Anfang an toll finden:))
Der Handlungsverlauf trug viel Spannung in sich und hat mich gleichzeitig auch in meinem Realitätsdenken befriedigt, denn Deaglan und Eva beweisen immer wieder, dass sie auch im alltäglichen Leben zusammen funktionieren. Das war wirklich etwas, was ich sehr schön fand: Der Alltag wird nicht vergessen. Ein wichtiger Punkt im Hinblick auf die ganze Situation, in der man sich unwillkürlich befindet. Ich meine, man hat es mit einer Gruppe knallharter Kerle zu tun, die alle sehr sehr gut aussehen, zusammen in einer Firma arbeiten, in der sie „die bösen Kerle“ jagen und unbegrenztes Vermögen zu haben scheinen. Okay Klischees sind da. Aber wer erwartet das bei dieser Story, bei diesem Titel auch nicht? Jedenfalls war es wirklich wirklich gewöhnungsbedürftig für mich, dass diese Kerle dann auch noch Genicke brechen, als hätten sie es mit Puppen zu tun. Das war mir dann doch ein wenig zu viel, vor allem weil man es auch seichter hätte machen können.
So, was habe ich noch zu sagen? Vielleicht, dass die Nebenprotagonisten alle super fein sind und ich liebend gern noch über Ally und Ty und vor allem Vic und Charlotte lesen würde? Dass ich es super fand, wie Evas Vergangenheit mit der von Deaglan verknüpft wurde und beide innerhalb dieser Geschichte eine Entwicklung durchmachen, die man wirklich Aufarbeitung nennen kann? (Auch wenn Deaglan an einer Stelle vielleicht etwas primitiv handelt?)

Mein Fazit:
Eine spannende, actionreiche, abwechslungsreiche Geschichte, die sich sehr flüssig und flott lesen lässt. Ich mochte die Charaktere und fand es schön, wie die Aufarbeitung mit der Vergangenheit zusammen mit dem Alltag und dem Aufregenden in dieser Geschichte Platz gefunden haben. Zwischendurch hätte es etwas emotional-detaillierter und auch manchmal etwas weniger dramatisch sein können, einfach um die Authentizität zu wahren und die Lovestory verständlicher zu machen.
Auf jeden Fall ein gutes Buch für Zwischendurch und für mich, die ich auf der Suche nach einer Liebesgeschichte war, die man durchsuchten kann, genau richtig.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 05.05.2020

Wie Trauer zu Liebe wird

BROKEN Hope - Bis ich dich lieben kann
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Klappentext:
Hope bedeutet Hoffnung.
Doch diese hat die junge Hope Green schon längst aufgegeben. Ihr Leben gleicht einem irreparablen Scherbenhaufen. Das Schicksal, das immer gnädig zu Hope war, schlug ...

Klappentext:
Hope bedeutet Hoffnung.
Doch diese hat die junge Hope Green schon längst aufgegeben. Ihr Leben gleicht einem irreparablen Scherbenhaufen. Das Schicksal, das immer gnädig zu Hope war, schlug unerwartet eine andere Richtung ein und reißt sie damit in eine unergründliche Schlucht der Leere.

Die zerbrochene Hope fällt immer tiefer in die dunklen Schatten ihres Lebens, bis sie auf den einfühlsamen und verständnisvollen Liam trifft. Für ihn scheint die junge Frau, in deren Augen ein heftiger Sturm tobt, jedoch unnahbar. Dennoch versucht Liam alles, um Hope aus dieser Finsternis herauszuholen, die ihr den Weg zu einem wunderschönen Leben versperrt.
Unwissend, dass er ihr in diesem Moment schon so viel verbundener ist als sonst jemand.

Das Cover:
Ich würde sagen, es ist ein typisches New Adult-Cover. Durch die Farbgebung und Gegenstandlosigkeit wirkt es sehr angenehm. Es lässt nichts über die Geschichte durchblicken, wodurch man sich mehr auf den Titel konzentriert, der groß und geteilt darauf steht. Das zentrale Wort ist „Hope“. Das wiederum findet sich in der Geschichte wieder, was ich sehr schön finde.

Der Schreibstil:
Die Autorin schreibt wirklich wundervoll. Sehr detailreich, flüssig, mit Sätzen, die ordentlich gewichtig sein können. Dadurch gelingt es Vanessa Schöche wunderbar die Emotionen und Gedanken der Figuren rüberzubringen und geht das Schicksal, das Hope widerfährt, angenehm sensibel an. Vielleicht sind einige Passagen etwas zu langgezogen. Da hätte dann wieder etwas gekürzt werden können, um die Spannung nicht zu verlieren.

Meine Meinung:
Anfangs war ich mehr als skeptisch. Ich habe schon öfters Bücher gelesen, bei der die Protagonistin/der Protagonist unter einem Verlust zu leiden hatte. Meist wird der Leser dann vor vollendete Tatsachen gestellt und erfährt erst durch Rückblicke, was passiert ist. Bei dieser Geschichte ist es nun so, dass wir vor dem Verlust beginnen. Skeptisch war ich deshalb, weil dies verständlicherweise recht kurz gehalten wurde und man eigentlich nur ein Paar beobachtet, das im siebten Himmel schwebt. Es passiert nicht großartig was und alles ist schon fast zu perfekt. Dann geht es in die Trauerphase über, die für mich immer noch zum sonst gewohnten vor der Geschichte gehört. Hier liest man dann ziemlich deprimierende Worte, leidet mit der Protagonistin und hofft auf neue Hoffnung. Diese zwei Teile waren für mich noch etwas langweilig, weil ich Sam gar nicht so richtig kennengelernt habe und deshalb nicht so um ihn „trauern“ konnte wie Hope es tut. Zudem sieht man lange keine Veränderung und damit auch keine Hoffnung auf Besserung. Ich war kurz davor mir noch ein paar Mal den Klappentext durchzulesen, um auch wirklich sicher zu sein, dass da jetzt noch wieder was Positives kommt.
Seid beruhigt. Es kommt was Positives. Es fängt damit an, dass Hope endlich aus ihrem Trott rauskommt und eine spontane Aktion startet. Ab dann war ich voll in der Geschichte und gespannt darauf, was als nächstes geschehen würde.
Und plötzlich ist da Liam und ich konnte mich nicht mehr von den Seiten lösen. Die Autorin beweist hier, wie sensibel sie mit Gefühlen umgehen kann. Es wird aus zwei Perspektiven erzählt und beide sind sehr überlegt. Liam ist einfach eine großartige Person. Er ist einfühlsam, geduldig, macht sich seine Gedanken und bedrängt Hope nicht. Er schätzt sie so wie sie ist und trägt einen ganz gewaltigen Teil dazu bei, dass es ihr wieder besser geht. Ich fand es wirklich gut gemacht, wie uns durch ihn bewusst gemacht wird, dass Hope Zeit braucht. Sie hat eben einen Verlust hinnehmen müssen, der sich alles andere als leicht verarbeiten lässt. Und dennoch sieht man eine Entwicklung, die genau im richtigen Tempo voranschreitet. Besonders nimmt man die natürlich durch Hopes eigene Perspektive wahr. Ihre Entwicklung begleiten dabei nicht nur Handlungen, sondern auch wichtige Erkenntnisse. Ich war restlos begeistert davon, dass das Thema: ich darf doch jetzt noch nicht wieder jemanden lieben bzw. ich kann niemanden mehr so lieben wie Sam, gar nicht erst aufkommt bzw. logisch begründet nur klein gehalten wird. Stattdessen kommt Hope zu Erkenntnissen, die eine wichtige Botschaft hinsichtlich der wahren Liebe senden und einfach davon zeugen, wie viel Vertrauen sich die beiden in ihrer Beziehung entgegengebracht haben und wie gut sie einander kannten. Das passte dann wunderbar zu dem Bild, das uns die Autorin von Sam vermittelt.
Ich kann die Trauerarbeit in diesem Buch also nur loben und betonen, wie authentisch und auch verständlich sie erzählt wird.
Es gibt glaube ich keinen, der nach dieser Geschichte noch denken wird, dass es nicht möglich ist, zwei Menschen zu lieben.

Zum Ende hin wurde es dann für mich wieder etwas langatmig, wobei ich verstehen kann, weshalb die Autorin es so lang zieht. Hier muss ich noch einmal anmerken, dass sie drei Zeitsprünge in die Geschichte eingebaut hat, die einem schon einiges ersparen und das Tempo der Thematik einfach realistisch halten. Gegen Ende wird die Authentizität dann dadurch aufrecht erhalten, dass sich die Protagonisten fest im Leben verankern. Die Geschichte umfasst also auch noch den Teil, der nach dem, ich sage mal lapidar, finalen „Ich liebe dich“ geschieht. So kann man sich dann sehr gut vorstellen, wie dieses Paar auch hinterher noch funktioniert und alles wird gefestigt. Dazu gibt es noch einen wirklich schönen Epilog:) Aber eben alles einen kleinen Tick zu lang. Nicht von der Story her, sondern eher von den Beschreibungen/Bemerkungen. Da hätte noch etwas gekürzt werden können.

Fazit:
Für mich war es eine Achterbahnfahrt. Es ging langsam und gemächlich los, um dann in ein grandioses Hoch zu stürzen und am Ende wieder abzuschwächen. Zum Glück überwiegt das Hoch und dieses hat es in sich. Der detaillierte Schreibstil vermag es wunderbar, Emotionen zu transportieren und verleiht der tiefgreifenden Geschichte sehr viel Gefühl. Dazu war es spannend und sehr authentisch. Die „Moral der Geschicht“ war deutlich zu spüren und die sympathischen Charaktere wunderbar beschrieben. Sie entwickelten sich innerhalb einer Geschichte, die sich nicht der einfachsten Thematik zuwandte, dies aber wunderbar umgesetzt hat.

Für mich sind das 4 von 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 22.04.2020

Gelungener Auftakt

Anna Konda – Engel des Zorns
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Info: Es ist der erste Band einer Trilogie.

Klappentext:
Die 17-jährige Anna führt ein behütetes Leben hinter Klostermauern, einziges Highlight ist das tägliche Kampfkunst-Training mit Meister Li. Als ...

Info: Es ist der erste Band einer Trilogie.

Klappentext:
Die 17-jährige Anna führt ein behütetes Leben hinter Klostermauern, einziges Highlight ist das tägliche Kampfkunst-Training mit Meister Li. Als plötzlich wie aus dem Nichts Leo auftaucht – dunkel, geheimnisvoll, attraktiv –, geraten nicht nur ihre Gefühle durcheinander. Auch über dem Kloster ballen sich dunkle Mächte zusammen, die es auf Anna abgesehen haben. Hat Leo etwas mit den Angriffen auf sie zu tun? Erst als Anna die unglaubliche Wahrheit über ihre Abstammung erfährt, wird ihr klar, dass Meister Li sie schon ihr ganzes Leben lang auf diesen Kampf vorbereitet hat …

Der Schreibstil:
Die Autorin schreibt flüssig und sehr bewusst. Es gibt viele tolle Passagen, die vor Moral strotzen oder Dinge einfach auf den Punkt bringen. Das hat mir sehr gefallen. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich vom Schreibstil her anfangs ein wenig gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzufinden. Irgendwie war er dann doch nicht so lebendig oder mitreißend, dass ich die Seiten nicht gemerkt hätte. Mit der Gewöhnung kam dann aber auch der Lesefluss und es wurde immer besser und besser.
Worauf man sich einstellen muss, sind lange Kapitel. Die Kapitel erzählen hier jeweils von einem Tag der Geschichte und so sind sie recht lang. Mir schon manchmal zu lang.

Meine Meinung:
Ich habe selbst schon zweimal in einem Kloster ein paar Wochen verbracht und fand mich in der realistischen Beschreibung sofort wieder. Die Selbstverpflegung, die ständigen Gebete, die arbeitenden Schwestern, die Ruhe, die Aufgaben, die klar verteilt sind und die Zucchinis. Bei uns war es Mangold, aber das tut nichts zur Sache:) Das Klosterleben war schon mal genau so, wie man es erwarten würde und kann.
Anna in diesem Setting ist nun etwas unerwartbarer. Man braucht wirklich ein paar Tage, um sie kennenzulernen, denn ganz entgegen aller Erwartungen, hat sie sich nicht vollständig angepasst. Ihr Verhältnis zum Glauben ist zwiespältig, sie ergibt sich nicht völlig dem Glauben an Gott. Von Zucchinis hat sie eigentlich die Nase voll, aber sie ergibt sich ihrem Schicksal und betont noch, wie kreativ Herr Li in der Zubereitung ist und die Nonnen empfindet sie als etwas in der Zeit stehen geblieben, aber sie freut sich dennoch, wenn sie Freude daran haben, ihre Geburtstags“party“ auszurichten. Anna ist einfach eine wunderbare Person, weil sie gütig ist, den anderen Freude schenken will und an andere denkt, nie zu ihrem alleinigen Vorteil entscheidet und zwar nur bedingt an das glaubt, woran die Nonnen glauben, dennoch ist sie dankbar um die Geborgenheit, die sie ihr entgegenbringen. So greift sie dann doch einmal zur Bibel, wenn ihr etwas zu entgleiten droht. Das Kloster ist ihr Ruhepol, ihr Zuhause und ihre Sicherheit und das merkt man ihr deutlich an. Ich empfand sie als eine sehr angenehme Protagonistin, weil sie so herrlich ruhig war und sich dennoch in hitzige Wortgefechte mit Leo stürzen konnte. Der bringt ihre Welt nämlich ziemlich durcheinander. Auf einmal wird alles umgeworfen. Sie ist nicht mehr länger sicher.
Nachdem man sich ein wenig in ihrem leben zurecht gefunden hat, taucht also Leo auf. Das belebt die Geschichte wunderbar und wird zum Anfangspunkt einiger ungewöhnlicher Zufälle. Alles bleibt dabei dennoch so vage, dass man sich nie sicher sein kann, wie man es beurteilen soll. So wird einiges an Spannung aufgebaut und man versinkt in einer Geschichte, die vom Glauben an Gott umhüllt ist und gleichzeitig immer mehr Löcher aufweist. Durch diese Löcher kommen Gestalten wie Leo, aber auch andere, bösere. Und plötzlich bewegt sich die Geschichte auf einer höchst dramatischen Ebene. Es geschehen Dinge, die ich der Story anfangs auf keinen Fall zugetraut hätte und die mich sehr überrascht haben.
Dennoch bleibt alles recht ruhig. Hauptsächlich wohl durch Anna, die dies schließlich von Herr Li gelernt hat. Manchmal hat mich das als Leser aber auch ein wenig verwirrt, denn ich habe dann oft erst viel zu spät verstanden, dass ich da gerade eine wirklich heftige Szene lese. Da hätte ich mir gewünscht, dass das Ganze noch ein bisschen mehr im Handlungsverlauf verankert gewesen wäre, damit es nicht ganz so sehr so erscheint, als hätte Anna das gerade alles nur geträumt.
Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt. Zum Ende hin wurde es richtig richtig spannend und auch, wenn sich ein Geheimnis enthüllt, so habe ich das Gefühl, dass die Geschichte jetzt erst richtig anfängt.
Zudem gibt es da ja noch die Liebesgeschichte, die gerade erst anfängt. Wenn ihr denkt, Leo ist der Einzige, der sich in diesem Buch herumtreibt, dann habt ihr euch getäuscht. Da gibt es noch Elias, der für Anna unheimlich viel Sicherheit ausstrahlt.
Und dann gibt es da noch eine Menge anderer Nebenfiguren, die ich echt liebgewonnen habe. So Schwester Clara, die Anna so motiviert, dass sie ihr jobtechnisch nacheifern möchte, Muriel, die ohne Punkt und Komma redet und Herr Li, der echt die angefahrensten Sachen lehrt und ein großes Mysterium innerhalb der Geschichte bleibt.

Fazit:
Ein Buch, dass definitiv eine sehr ruhige Stimmung ausstrahlt und von einer Menge Gegensätzen berichtet. Ein Buch, dass dem Leser die Moral der Geschicht mit und ohne Gott erklärt und mit einer Protagonistin, die keinesfalls die brave Klosterschülerin ist, die man erwartet, auch wenn ihr Herz definitiv sehr rein ist.
Anna Konda – Engel des Zorns ließ sich super lesen und hat unerwartet mit viel Dramatik und Spannung aufgewartet. Wer einmal ein Kloster besuchen will, kann sich hier den ersten Eindruck einholen und gleichzeitig von Unglaublichem lesen, das diese Welt ganz schön aufrüttelt.

4 von 5 Sterne von mir.

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