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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2020

Tödliches Behüten

Der Behüter: Thriller
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Laura Kern hat dieses Mal eine harte Nuss zu knacken, nachdem mehrere Leichen junger Frauen aufgetaucht sind, die eine Gemeinsamkeit haben: häusliche Gewalt. Handelt es sich wieder um einen Serienmörder?
Auch ...

Laura Kern hat dieses Mal eine harte Nuss zu knacken, nachdem mehrere Leichen junger Frauen aufgetaucht sind, die eine Gemeinsamkeit haben: häusliche Gewalt. Handelt es sich wieder um einen Serienmörder?
Auch der mittlerweile 5. Fall mit Laura Kern hat mich wieder gleich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und es war sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Aber dieses "Problem" habe ich bei allen Thrillern von Catherine Shepherd. Der Spannungsbogen hat sich von Kapitel zu Kapitel noch erhöht, und es war wieder hochinteressant, die Spurensuche zu begleiten und die einzelnen und mitunter mühsam zusammengesuchten Puzzleteilchen zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenzufügen. Und wie so oft hatte ich erst im letzten Drittel eine vage Vermutung, wer der Täter sein könnte.
Sehr gut gefallen hat mir auch, dass sich Laura als Privatperson endlich ein wenig aus ihrem Schneckenhaus herauswagt und sich Taylor gegenüber öffnet. Das gibt mir die leise Hoffnung auf weitere Fälle.
Von mir gibt es wieder eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.06.2020

Lebendig und mitreißend

City of Girls
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New York, die Stadt, die niemals schläft.. Mit diesem Kulturschock wird die 19-jährige Vivian förmlich überrumpelt, als ihre überforderten Eltern sie der Tante übergeben. Diese leitet ein zweitklassiges ...

New York, die Stadt, die niemals schläft.. Mit diesem Kulturschock wird die 19-jährige Vivian förmlich überrumpelt, als ihre überforderten Eltern sie der Tante übergeben. Diese leitet ein zweitklassiges kleines Theater und Vivian wird sehr schnell Teil dieser sehr speziellen "Familie". 'Dort entdeckt sie auch ihr Talent, aus Lumpen ansehnliche Kostüme zu zaubern, denn Geld ist immer knapp. Aber am liebsten stürzt sich mitten hinein ins nächtliche Getümmel, um Spaß zu haben mit ständig wechselnden Begleitern. Allerdings muss sie sehr schnell schmerzlich erfahren, dass auch das von ihr so geliebte New Yorker Nachtleben seine Tücken hat.

Die über 90-jährige Vivian erzählt ihre Lebensgeschichte voller Höhen und Tiefen, und ich habe mich in die 40-er Jahre zurückkatapultiert gefühlt. Die Schilderungen sind so lebendig und mitreißend, dass ich das Buch nur schwer wieder aus der Hand legen konnte. Mich hat diese Geschichte fasziniert und sie wird eines meiner Lesehighlights 2020.

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Veröffentlicht am 23.05.2020

Perfekt, um dem Alltag zu entfliehen

Träume in Meeresgrün
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Amelie fühlt sich schuldig am Tod ihrer Mutter und verschanzt sich daher seit mehr als 10 Jahren hinter einem dicken Schutzpanzer in ihrem kleinen Schncekcnhaus. Auch ihren geliebten Beruf der Goldschmiedin ...

Amelie fühlt sich schuldig am Tod ihrer Mutter und verschanzt sich daher seit mehr als 10 Jahren hinter einem dicken Schutzpanzer in ihrem kleinen Schncekcnhaus. Auch ihren geliebten Beruf der Goldschmiedin hat sie seitdem nicht mehr ausgeübt.
Ihrem Vater zuliebe lässt sie sich auf Familienreise nach Kanada mit ihrer Schwester Nele sowie deren Freund ein, nicht ahnend, dass dies ihr Leben und das einiger anderer Personen auch gehörig verändern wird.

Miriam Covi hat es wieder mal geschafft, dass ich bereits nach den ersten Zeilen mit im Mietwagen gesessen und das farbenfrohe Straßenbild und das lebendige Treiben im kleinen Städtchen Lunenburg in Nova Scotia genossen habe. Und die Urlaubsstimmung hat sich auch gleich eingestellt.
Mit Amelie so richtig warm zu werden hat ein klein wenig länger gedauert, denn ihr ständiges Geducke und klein-beigeben war zunächst etwas anstrengend.
Aber im Laufe der Geschichte durchläuft sie eine erstaunliche Verwandlung. Alle Figuren sind sehr authentisch beschrieben und haben alle ihre Ecken und Kanten, gerade das macht sie so sympathisch. Dadurch fällt es auch sehr leicht, sich in die jeweiligen Situationen und zum Teil Gefühlsachter-bahnen hineinversetzen zu können. Der Umgang mit Verlusten, Trauerver-drängung und -bewältigung steht genauso im Mittelpunkt wie die Hoffnung und der Mut zu Neuanfängen.

Die Geschichte verbindet gekonnt eine wunderschöne Liebesgeschichte aus genau der richtigen Portion Romantik und einer Prise Erotik mit einer Familienzusammenführung der besonderen Art. Das Ganze vor der traumhaften Kulisse von Nova Scotia hat mir herrliche Lesestunden beschert. Und auch wenn ich jetzt Meerweh habe gibt es eine verdiente 5***** Bewertung.

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Veröffentlicht am 03.05.2020

Zu Herzen gehende Vater-Sohn-Beziehung

Pandatage
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Das Schicksal meint es nicht allzu gut mit Danny Malooney. Mit 17 Jahren unverhofft Vater geworden steht er 10 Jahre später nach dem plötzlichen Unfalltod seiner Frau als Alleinerziehender dar. Seit diesem ...

Das Schicksal meint es nicht allzu gut mit Danny Malooney. Mit 17 Jahren unverhofft Vater geworden steht er 10 Jahre später nach dem plötzlichen Unfalltod seiner Frau als Alleinerziehender dar. Seit diesem Tag hat Will, sein Sohn, das Sprechen eingestellt. Den Spagat zwischen Kind und Beruf schafft Danny mehr schlecht als recht, als er auch noch seinen Job verliert und ihm sein schmieriger Vermieter wegen Mietschulden mit Gewaltanwendung droht. Seine verzweifelte Idee, als tanzender Pandabär Geld zu verdienen, erweist sich als kompletter Reinfall. Und es kommt noch schlimmer, als Will zu ihm Vertrauen fasst und mit ihm zu reden beginnt, denn er weiß von der katastrophalen Situation natürlich nichts. Wird Danny einen Ausweg aus diesem Chaos finden?

Pandatage ist ein ganz besonderes Buch über eine Vater-Sohn-Beziehung, deren zuerst sehr locker hängende Maschen im Laufe der Zeit gefestigt werden und sich zu einem wunderbaren Gesamtwerk zusammenfügen. Das Ganze ist natürlich verbunden mit viel Schmerz auf beiden Seiten, denn sowohl Danny als auch Will haben noch jede Menge Trauerarbeit vor sich. Auf der anderen Seite gibt es im Laufe der Handlung jede Menge komische und skurrile Situationen. Lachen und Weinen liegen hier sehr nahe beieinander. Es ist eine Geschichte, die berührt und Mut macht.

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Veröffentlicht am 26.04.2020

Atmosphärischer Inselroman, der gefangen nimmt

Die Strandvilla
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Die junge Seefahrerwitwe Moiken steht nach dem Tod ihres Mannes mit ihrer Tochter Emma plötzlich ohne Geld und Dach über dem Kopf da. Das Angebot des Hoteliers der Strandvilla, Theodor von Lengenfeldt, ...

Die junge Seefahrerwitwe Moiken steht nach dem Tod ihres Mannes mit ihrer Tochter Emma plötzlich ohne Geld und Dach über dem Kopf da. Das Angebot des Hoteliers der Strandvilla, Theodor von Lengenfeldt, für ihn als Konditorin zu arbeiten, kommt ihr gerade recht. Allerdings träumt dieser nicht nur von ihren süßen Köstlichkeiten, während Moiken in Phantasien von einem Cafe´ in den Dünen schwelgt... Als sie dann auch wieder auf ihre Jugendliebe Boy trifft, ist das Gefühlschaos vorprogram-miert.
Sina Beerwald hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, mich auf das Sylt vor über 100 Jahren hineinzukatapultieren. Der bildhafte Schreibstil hat sofort das Kopfkino in Gang gesetzt, und beim Flanieren inmitten der Sommerfrischler auf dem Wandelgang oder bei einem der vielen Fahrten und Ausflüge über die Insel habe ich die einzigartige Atmosphäre genießen können.
Die Charaktere sind interessant und authentisch; es gibt auch einige schräge Vögel darunter, die aber gut ins Gesamtbild passen. Das Zusammentreffen von fiktiven Personen mit alten Insulanern und Inseloriginalen ist sehr gut gelungen und macht die ganze Geschichte zu etwas Besonderem. Sehr gut gefallen hat mir auch das Nachwort, in dem jede Menge Hinweise zu realen Gebäuden und Personen enthalten sind.
Da es sich bei diesem Band es sich um den 1. Teil einer Reihe handelt bleiben am Ende noch viele Fragen offen. Der 2. Teil ist für das Frühjahr 2021 geplant - ich werde Moikens Lebensweg im Auge behalten.

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