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Veröffentlicht am 21.03.2017

Die Ewigen

DIE EWIGEN. Erinnerungen an die Unsterblichkeit
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In fünf kurzen Geschichten lernen wir Thyri und Simon kennen, die Ewigen, ohne den Grund dafür zu kennen sind sie unsterblich, nach ihrem Tod erwachen sie wieder zu neuem Leben, ein Leben das sie durch ...

In fünf kurzen Geschichten lernen wir Thyri und Simon kennen, die Ewigen, ohne den Grund dafür zu kennen sind sie unsterblich, nach ihrem Tod erwachen sie wieder zu neuem Leben, ein Leben das sie durch die Jahrtausende führt und auf dem sie der Leser begleitet.
Jede Geschichte erzählt eine Episode.


Episode 1. Die Gärten von Rom
Simon, arbeitet als Gärtner, er ist glücklich und zufrieden und kann sich sogar vorstellen, für länger in Rom zu bleiben. Bis eines Tages Magnus auftaucht, ebenfalls Gärtner und hochtalentiert und dazu noch schnell. Bald bleiben die Aufträge für die Gärtnerei in der Simon arbeitet, aus. Simon kennt Magnus, schon 30 Jahre zuvor hat er erlebt wie Magnus die Menschen in seinen Bann zieht und er weiß: Das geht nicht mit rechten Dingen zu

Episode 2. Der Bruderpakt
Simon ist im Jahr 1891 angekommen, als sein Telefon klingelt und ein anonymer Anrufer ihm die Geschichte der Familie Renz erzählt. Eine Geschichte vom Aufstieg und Fall der Brüder, die als Kinder einen Pakt schlossen an dessen Ende der Tod steht.

Episode 3. Die Zeichen der Schuld
4000 v. Christo, Simon lebt glücklich und zufrieden in Dilmun, dem heutigen Bahrein. Seinem Clan geht es gut, die Natur schenkt ihnen üppige Ernte, sie leben in Frieden und der Schlangenträger führt sein Volk mit Bedacht und Umsicht.
Als ein Apfelförmiger Himmelskörper, Simons Freundin Thyri verletzt und sein bester Freund Jogo diesen Apfel in die Hände bekommt, ändert sich ihr Leben schlagartig, denn der Apfel verändert ihr Denken und sät Zwietracht zwischen den Freunden und führt zum Krieg mit den Nachbarn.

Zwischenmeinung.
Die ersten drei Geschichten handeln von Simon und sind unabhängig voneinander lesbar, allerdings wäre mir persönlich eine andere Reihenfolge lieber gewesen.

Die letzten beiden Geschichten erzählen wie es Thyri nach ihrer Auferstehung erging.

Episode 4. Von sterbenden Engeln

Thyri lebt mittlerweile im österreichischem Schrattenthal. Sie arbeitet als Magd bei einem Pfarrer der alles andere als christlich ist, er vollführt unheilige Rituale bei der letzten Ölung seiner Pfarrkinder und kann seine Finger nicht bei sich halten, nicht einmal vor der jungen Helena die Thyri aus den Fängen einiger schwedischer Soldaten gerettet hat, macht er halt und kann nur durch die Drohung das Thyri ihn verrät von einem Missbrauch abgehalten werden..
Das Böse geht um in Schrattenthal und es ist beim Lesen fast körperlich spürbar.

Episode 5. Das Gedächtnis der Welt
Meine Lieblingsgeschichte.
Was wäre wenn es möglich wäre die Geschichte zu verändern in dem man sie in den Büchern verändert? Kann man ganze Epochen aus dem Gedächtnis der Welt herausschreiben oder hinzufügen?
Vor dieser Frage steht Thyri als sie 1933 in der London Museum Library arbeitet und diese in den Besitz des Codex Sinaiticus, der ältesten Bibelübersetzung gelangt.

Meine Meinung:
Jede dieser Geschichten hat ihren eigenen Reiz und jede ist auf ihre Weise interessant. Chriz Wagner hat einen sehr angenehmen, flüssigen Schreibstil, seine Sprache ist bildhaft ohne überladen zu wirken und ohne sich in Wiederholungen zu verlieren.
Ich konnte mir die Örtlichkeiten sehr gut vorstellen, ich war in den üppigen Gärten Roms, in den stinkenden Gassen Schrattenthals und vor allem in der Bibliothek in London.
Simon und Thyri sind mir sympathisch gewesen, Thyri allerdings ein wenig mehr, sie ist offener und herzlicher, eine Frau die man gern zur Freundin hätte.
Wie schon angemerkt, die Reihenfolge von Simons Erlebnissen hätte ich mir anders gewünscht.
Das ändert aber nicht an meiner Leseempfehlung für die Ewigen und ich bin sehr gespannt wie es weiter geht.

Veröffentlicht am 24.02.2017

Die Prinzen

Die Prinzen
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Inhalt: Die Prinzen ist ein Sammelband und beinhaltet die drei Romane:
Der verschollene Prinz, zu dem ich schon früher eine Rezension geschrieben hatte.
http://lesenswertesausdembuecherhaus.blogspot.de/2015/07/der-verschollene-prinz-von-cs-pascat.html ...

Inhalt: Die Prinzen ist ein Sammelband und beinhaltet die drei Romane:
Der verschollene Prinz, zu dem ich schon früher eine Rezension geschrieben hatte.
http://lesenswertesausdembuecherhaus.blogspot.de/2015/07/der-verschollene-prinz-von-cs-pascat.html

Das Duell der Prinzen
und
Die Rückkehr des Prinzen

In den weiteren Geschichten lernen wir die Protagonisten noch besser kennen, ihre Gefühle, treten immer mehr zutage und der gemeinsame Kampf gegen Intrigen und Verrat, bindet Damen und Laurent mehr und mehr aneinander.

Meine Meinung:
Ich mochte schon den ersten Band, der veschollene Prinz und war davon überzeugt, das er nur der Auftakt zu einer fantastischen Trilogie sein könne und ich wurde nicht enttäuscht.
Die Autorin hat es geschafft die komplizierte Beziehung, Damens und Laurent in eine spannende und sehr interessante Geschichte zu verweben und obwohl Laurent als der undurchsichtige und vielleicht auch etwas zwielichtigere der Beiden erscheint, war er mir trotzdem sehr sympathisch auch wenn ich seine Handlungen nicht immer nachvollziehen konnte, etwas mehr Offenheit hätte ihm gut zu Gesicht gestanden. Damen ist der offenere der Beiden, er ist ein Kämpfer, rauh und selbstbewusst und beharrlich, konnte auch er meine Sympathie gewinnen.
Wer jetzt allerdings denkt, in diesem Buch ginge es vordergründig um die Beziehung zwischen Damen und Laurent verbrämt in einem Fantasyumfeld, der wird vielleicht etwas enttäuscht sein oder angenehm überrascht, das kommt auf die jeweilige Erwartungshaltung an.
Es geht um viel mehr, um politische Ränkespiele, Gewalt und Verrat und die Macht der Freundschaft.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen, das ist bei fast 900 Seiten sehr wichtig, nichts lässt mich ein Buch schneller abbrechen als ein zäher Stil, so interessant kann kein Thema sein.
Hier passt aber alles, ein guter Stil und ein spannende Handlung.
Daumen hoch und eine Leseempfehlung von mir.

Veröffentlicht am 27.01.2017

Sweetgirl

Sweetgirl
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Inhalt:
Auf der Suche nach ihrer drogensüchtigen Mutter findet die sechszehnjährige Percy im Haus des Dealers Shelton ein vernachlässigtes, halb erfrorenes Baby. Kurzerhand nimmt sie die kleine Jenna mit ...

Inhalt:
Auf der Suche nach ihrer drogensüchtigen Mutter findet die sechszehnjährige Percy im Haus des Dealers Shelton ein vernachlässigtes, halb erfrorenes Baby. Kurzerhand nimmt sie die kleine Jenna mit um sie in ein Krankenhaus zu bringen. Unterstützung bekommt sie von Portis einem Nachbarn Sheltons und ehemaligem Geliebten ihrer Mutter, gemeinsam machen sie sich auf den Weg durch den schlimmsten Schneesturm seit langem, aber nicht nur das Wetter ist ihr Feind, Shelton hat das Fehlen des Babys bemerkt und setzt alles daran es wiederzufinden und Shelton ist nicht nur ziemlich dämlich sondern auch gefährlich.


Meine Meinung:
Sweetgirl ist mehr als die Geschichte einer Flucht durch den eisigen Winters Michigans, das wäre leicht abgehandelt und genauso schnell wieder vergessen wie das Buch gelesen. Sweetgirl ist eher die Geschichte vom Erwachsen werden, davon wie viel Verantwortung ein junges Mädchen für sich und für andere übernehmen kann und soll. Percy steht für viele Kinder drogensüchtiger Eltern, sie vertuschen und gauckeln ihrer Umwelt, den Lehrern, Nachbarn und Freunden vor, das ihr Leben völlig normal verläuft, so wie Percy es gegenüber ihrer älteren Schwester tut, die mit ihrem Mann weggezogen ist und ihre kleine Schwester gern bei sich aufnehmen würde, gleichzeitig aber auch die Augen verschließt vor dem was eigentlich offensichtlich ist, die Mutter hat den Ausstieg aus den Drogen nicht geschafft und Percy muss die Rolle der Erwachsenen übernehmen. Das dieses Mädchen es schafft nicht selber abzurutschen sondern im Gegenteil den Mut aufbringt die kleine Jenna (Sweetgirl) zu retten. Das hat mich nachhaltig beeindruckt und mir wieder einmal klar gemacht, wie viel Schutz Kinder eigentlich brauchen, mögen sie noch so erwachsen erscheinen.
Travis Muhlauser hat einen sehr angenehmen Schreibstil, seine Beschreibungen der Örtlichkeiten und besonders des Wetters, sind grandios fast meinte ich die Kälte zu spüren unter der besonders die kleine Jenna so zu leiden hatte.
Seine Protagonisten sind, soweit ich das beurteilen kann, authentisch, sie passen in das Milieu und zu dem was Ausstehende sich so vorstellen.
Einzig den skurrilen Humor, der so oft angesprochen wurde wenn ich von dem Buch hörte oder las, habe ich vermisst aber Humor ist wie so vieles ja eine ganz persönliche Sache.
Insgesamt vergebe ich für das Buch eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 24.01.2017

Sagredo

Sagredo
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Inhalt: Etwas Böses geht um in dem kleinen spanischen Örtchen Sagredo. OK ganz so reißerisch ist das Buch an sich nicht.
Den Wissenschafter Ilja verschlägt es nach Sagredo, in dem 32 Einwohner Dorf lernt ...

Inhalt: Etwas Böses geht um in dem kleinen spanischen Örtchen Sagredo. OK ganz so reißerisch ist das Buch an sich nicht.
Den Wissenschafter Ilja verschlägt es nach Sagredo, in dem 32 Einwohner Dorf lernt er die junge Marisol kennen, die ihren Urlaub im Haus ihrer Tante verbringt. Ilja lässt sich von Marisol überreden, ein altes verlassen Haus zu erkunden in dem sie die Tagebücher Chillas finden, einer jungen Frau die in den 70er Jahren in Sagredo lebte und plötzlich verschwand. Als es in dem Dorf zu mehreren Todesfällen kommt, erkennen Marisol und Ilja das sie Chillas Schicksal aufklären müssen um weiteres Unglück zu verhindern.

Meine Meinung: Ich schrieb ja schon, das Buch ist nicht reißerisch, der Autor Alexander Drews spart sich allzu blutige Details und übermäßige Gewaltausbrüche, er spielt eher mit der Vorstellungskraft seiner Leser und das macht er gut. Sagredo erinnert an die Schauergeschichten aus früheren Zeiten ohne dabei altbacken zu sein. Drews Schreibstil ist modern und lässt sich leicht und flüssig lesen, die Spannung baut sich langsam auf um in einem großartigen Finale zu enden.
Nachdem Sagredo das zweite Buch des Autors ist, das ich gelesen habe, weiß ich das Alexander Drews eine Vorliebe für Spanien hat, ohne das Land und seine Geschichte durch die rosarote Brille zu sehen, das hat mir ausnehmend gut gefallen, ich habe Stichprobenartig die Fakten nachgeprüft und soweit ich das beurteilen kann, hat Drews sehr gut recherchiert.
Ich mag es wenn mir Unterhaltungsliteratur ganz nebenbei auch noch etwas beibringt.
Ich habe nur einen Kritikpunkt, der allerdings nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun hat: Das Cover, gefällt mir überhaupt nicht, es ist leider kein Hingucker und sollte bei einer Neuauflage auf jeden Fall ausgetauscht werden.
Für das Buch gebe ich eine absolute Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 20.01.2017

Die Geschichte eines neuen Namens

Die Geschichte eines neuen Namens
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Inhalt:
Elena und Lila stehen an der Schwelle zum Erwachsen werden, während Lila schon am Tag ihrer Hochzeit merkt das Stefano sie belügt und sie daraufhin beschließt ihm nie wieder zu vertrauen, geschweige ...

Inhalt:
Elena und Lila stehen an der Schwelle zum Erwachsen werden, während Lila schon am Tag ihrer Hochzeit merkt das Stefano sie belügt und sie daraufhin beschließt ihm nie wieder zu vertrauen, geschweige denn ihm ihre Liebe zu schenken, geht Elena weiter zur Schule um dem Leben im Rione eines Tages zu entfliehen.
Lila wird von Stefano misshandelt und missbraucht und gleichzeitig mit Geld und Aufmerksamkeit überschüttet, solange sie sich fügt. In einem Urlaub am Meer trifft sie Nino wieder, einen Freund aus Kindertagen und verliebt sich.
Elena, darf nach einem hervorragenden Abitur eine Schule in Pisa besuchen, auf der sie lernen muss, das sie ihre Heimat nicht vollends abstreifen kann.
Und auch ihre Freundschaft muss sich wieder einmal bewähren.




Meine Meinung:
Ich habe mich sehr auf die Geschichte eines neuen Namens gefreut, ich wollte unbedingt wissen wie es mit Elena und Lila weitergeht, ob die Mädchen ihr Glück finden oder zumindest Zufriedenheit.
Und ich wurde nicht enttäuscht: Elena Ferrante lässt ihre Elena erzählen und das macht sie einfach nur wunderbar. Elena, genannt Lenu, berichtet vom täglichen Kampf der Frauen, gegen ihre Männer und gegeneinander, um Gleichberechtigung und Selbstbestimmung, ein Kampf der lautstark ausgeführt wird, Zankereien und Gewalt sind alltäglich im Rione.
Sie erzählt aber auch von langen Tagen am Meer, an dem die Mädchen einfach nur das sein können was sie sind, Jugendliche die ihr Leben genießen wollen, flirten, lachen und Spaß mit Freunden haben. Mit dem Unterschied, das am Wochenende ihre Ehemänner zu Besuch kommen.
Elena erzählt von ihren Studien, ihren Selbstzweifeln und ihrer Angst davon nicht gut genug zu sein, für die Welt außerhalb des Riones, aber sie beißt sich durch, sie rappelt sich immer wieder auf und strebt danach die Beste zu sein. Bewusst oder unbewusst geht sie Beziehungen mit Männern ein, die ihr Impulse geben, die sie zu noch mehr Leistung anregen, die ihr aber immer auch wieder vor Augen führen was sie nicht weiß. Elenas Leben ist eine Achterbahn der Gefühle.
Ich war mir nicht immer sicher ob ich sie mag oder nicht, genauso ging es mir bei Lila. Lila versteht es die Menschen um sich herum für ihre Zwecke einzuspannen, sie manipuliert jeden in ihrem Umfeld, bis zu dem Tag an dem sie merkt wie unglücklich sie mit ihrem Leben ist und alles auf eine Karte setzt um glücklich zu werden und scheitert?
Und Elenas und Lilas Freundschaft? Sie wurde auf eine harte Probe gestellt, wie das nun mal manchmal so ist mit Freundschaften, aber wahre Freundschaft übersteht viele Stürme.
Dieser Einblick in das Leben der Menschen, zu einer Zeit in der ich gerade mal geboren war, ist berührend und erschreckend, vieles was wir für selbstverständlich nehmen musste von anderen hart erkämpft werden.
Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Teil, der Saga.
Ich gebe für Die Geschichte eines neuen Namens ein absolute Leseempfehlung. Aber nicht vergessen vorher den ersten Teil: Meine geniale Freundin zu lesen.