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Veröffentlicht am 29.12.2020

Eine unerwartete Mischung aus Sach- und Erzählbuch

Das Faultier und die Motte
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„Das Faultier und die Motte: Die ungewöhnlichsten Tierfreundschaften“ von Emilia Dziubak ist im September 2020 im Verlag arsEdition erschienen und umfasst 32 Seiten. Das Lesealter wird mit 3-5 Jahren angegeben.

Kater ...

„Das Faultier und die Motte: Die ungewöhnlichsten Tierfreundschaften“ von Emilia Dziubak ist im September 2020 im Verlag arsEdition erschienen und umfasst 32 Seiten. Das Lesealter wird mit 3-5 Jahren angegeben.

Kater Homer sucht einen echten Freund und fragt sich, was denn eine gute Freundschaft ausmacht. Er überlegt genau und schließlich begibt er sich auf eine Reise in die weite Welt, um endlich einen für ihn geeigneten Freund zu finden. Dabei lernt er einige Tiere kennen, die miteinander ganz unterschiedliche und auch ungewöhnliche Beziehungen eingehen.

Auf jeweils einer Doppelseite erklärt Emilia Dziubak eine besondere Art der Freundschaft aus dem Tierreich. Dies geschieht mit einem sehr einfachen, kurzgehaltenen Sachtext und wirklich wunderschönen, detailverliebten Zeichnungen.

Emilia Dziubak hat hier eine sehr besondere Mischung aus Sach- und Erzählgeschichte entworfen, die wir so aufgrund des Titels und des Covers erst einmal nicht erwartet hatten und uns deshalb wohl zunächst auch etwas schwer damit getan haben. Letztendlich sind wir aber zu dem Schluss gekommen, dass es sich hier um einen ganz besonderen Schatz handelt, der nur leider mit dem Verhältnis von Bild und Text im Sachteil und auch dem Anspruch an die Rahmenhandlung nicht übereinstimmt.
Das angegebene Lesealter können wir auch nicht auf sich beruhen lassen, wir würden es auf „ab 6 Jahre“ setzen.

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Veröffentlicht am 20.10.2020

Ein Buch mit vielen wichtigen Botschaften, das leider erst in der zweiten Hälfte so richtig in Fahrt kommt

Liane und das Land der Geschichten
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Liane liebt Geschichten und Bücher über alles, ihren Namen jedoch nicht, denn wegen diesem wird sie oft von ihren Mitschülern aufgezogen. Aufgrund dieser Hänseleien zieht sie sich gerne in die Schulbücherei ...

Liane liebt Geschichten und Bücher über alles, ihren Namen jedoch nicht, denn wegen diesem wird sie oft von ihren Mitschülern aufgezogen. Aufgrund dieser Hänseleien zieht sie sich gerne in die Schulbücherei zurück und steckt ihre Nase oft tief in die spannenden Bücher. Eines Tages macht sie dort die Entdeckung eines achten Kontinentes und plötzlich tauchen dann auch noch zwei hilfesuchende Kinder dieses Kontinentes auf, die sie mitnehmen auf eine spannende und fantastische Reise. Aber mehr wird nicht verraten!

Mit ihrem Kinderbuchdebüt „Liane und das Land der Geschichten – Ein Buch über die Magie des Lebens“ ist Elif Shafak ein lesenswertes Abenteuer mit vielen wichtigen Botschaften gelungen, das im Verlag arsEdition erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 160 Seiten umfasst.

Bereits das kunterbunte und liebevoll gestaltete Cover ist ein echter Eyecatcher. Es lädt absolut zum Lesen und Träumen ein. Dafür benötigt man dann jedoch vor allem in der ersten Hälfte des Buches einen langen Atem. Viele Passagen ziehen sich in meinen Augen sehr lange durch viele Ausführungen hin und lassen einen Lesefluss zunächst nicht richtig aufkommen. Zudem wirkt die Atmosphäre anfangs sehr traurig und belastend, da Liane eine schwierige Zeit durchmacht. Sie wird gemobbt, ist oft alleine und einsam. Umso besser wird dann jedoch die zweite Hälfte des Buches. Hier wird es spannend, die Seiten fliegen nur so dahin und jetzt kommt richtige Lesefreude auf.
Manchmal hat man aufgrund des poetischen Schreibstils auch das Gefühl, man würde sich in einem echten Märchen befinden.

Sehr gefallen haben mir die vielen Botschaften, die in diesem Buch stecken. Neben der Wichtigkeit von Büchern, des Lesens und der Phantasie werden Themen wie Glück, Zufriedenheit, aber auch Ausgegrenztsein und Einsamkeit thematisiert.

Fazit: Ein Buch, das viele tolle Botschaften vermittelt, wenn man sich durch den langatmigen Anfang kämpft, das zum Nachdenken einlädt und dann leider viel zu schnell endet.

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Veröffentlicht am 28.08.2020

Eine sehr spezielle Familiengeschichte

Vaters Wort und Mutters Liebe
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In Tornedal, einem finnischen, abgelegenen Dorf, lebt die Großfamilie Toimi: Vater Pentti, Mutter Siri, 12 noch lebende Kinder und 2 tote. Sie bewirtschaften einen Bauernhof und leben sehr bescheiden. ...

In Tornedal, einem finnischen, abgelegenen Dorf, lebt die Großfamilie Toimi: Vater Pentti, Mutter Siri, 12 noch lebende Kinder und 2 tote. Sie bewirtschaften einen Bauernhof und leben sehr bescheiden. Gemeinsam ist allen Kindern die Furcht vor dem unberechenbaren Pennti. Er ist gewalttätig, verletzend und ohne jegliches Mitgefühl für seine Kinder und auch seine Frau. Die Mutter hält die Familie zusammen und ist im Gegensatz zum Vater liebevoll und geduldig. Schon früh verlassen die Kinder den Bauernhof, finden jedoch allesamt kein großes Glück und nur wenig echte Liebe. Der Vater prägte ihre Kindheit und fast jeder der Toimis trägt ein traumatisierendes Erlebnis in sich und manchmal auch mehrere. Gemeinsam ist ihnen allen, dass es sie immer wieder zurück nach Tornedal zieht.
Wieder kommen nun einmal alle zusammen und allen wird nach einem unglaublichen Vorkommnis klar, dass nun endlich auch das Leid der Mutter ein Ende haben muss.
Es muss endlich etwas passieren.

Nina Wähä erzählt in ihrer Buch die ganze Familiengeschichte der Toimis und haucht jedem Familienmitglied ein eigenes Leben ein. Sie geht bei den Charakteren in die Tiefe und als Leser kommt man den einzelnen Personen sehr nahe – ob man das nun möchte oder nicht. Auch die Blickrichtung wird immer wieder geändert, mal in die Vergangenheit, dann wieder in die Gegenwart. Wähä schreibt von der Verzweiflung, von der Trauer, der fehlenden Liebe, von Ängsten, von körperlicher und seelischer Gewalt und immer ist dieser Hauch von Melancholie spürbar. Es ist nicht immer leicht und angenehm zu lesen und manchmal vielleicht auch etwas zu ausufernd.

Nina Wähäs Buch „Vaters Wort und Mutters Liebe“, das 2020 im Heyne Verlag erschienen ist und 544 Seiten umfasst, konnte mich leider nicht so richtig packen. Es war für mich oft zu bedrückend und zu ausufernd.

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Veröffentlicht am 04.08.2020

Eine bedrückende Stimmung, verlassene Kinder – ein Leseerlebnis der besonderen Art!

Wir verlassenen Kinder
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Die Kinder werden gemeinsam mit ihren Großeltern in einem Dorf von ihren Eltern zurückgelassen. Sie sind auf sich alleine gestellt, derweilen sich die Eltern ein neues Leben aufbauen wollen und irgendwann ...

Die Kinder werden gemeinsam mit ihren Großeltern in einem Dorf von ihren Eltern zurückgelassen. Sie sind auf sich alleine gestellt, derweilen sich die Eltern ein neues Leben aufbauen wollen und irgendwann die Kinder zu sich holen wollen. Die Kinder verrohen, rotten sich zusammen, stellen eigene Regeln und Gesetze auf, es herrscht Unordnung und Gewalt, oft geschieht vieles ohne Verstand, ohne an die Folgen zu denken. Aber es gibt auch Außenseiter wie Mila, die nicht mitläuft.
Davon handelt der Debütroman „Wir verlassenen Kinder“ von Lucia Leidenfrost, der 2020 im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 190 Seiten umfasst.
Der Roman ist in einem faszinierenden Schreibstil verfasst, denn Lucia Leidenfrost schafft es, in einer nüchternen, scheinbar einfachen Art so viel Atmosphäre zu schaffen, die mich gepackt hat, die mich bedrückt hat, die mich mitgenommen hat zu diesen verlassenen Kindern. Blitzlichtartig werden Situationen geschaffen, die die Verrohung der Kinder aufzeigen: ältere Kinder quälen und drangsalieren kleinere und teilweise auch die Großeltern, Langeweile und Frustration führen zu Gewalttätigkeit und Zerstörung, auf die Gelächter folgt… Ausweglosigkeit.
Als Leserin fragte ich mich oft, ist dies tatsächlich möglich? Ist dies denkbar? Lassen Eltern ihre Kinder zurück, um sich ein neues aufzubauen und holen die Kinder dann nicht nach – vergessen sie?
Der Roman bieten sehr viele Interpretationsmöglichkeiten und lässt den Leser am Schluss zurück - irgendwie verloren und geplättet, aber irgendwie auch sehr fasziniert.

Lest einfach selbst – das empfehle ich auf jeden Fall!

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Veröffentlicht am 12.07.2020

Ein atmosphärischer und sehr gut recherchierter Liebesroman

Mit dir für alle Zeit
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Das Buch „Mit dir für alle Zeit“ von Lisa Grunwald ist im Jahr 2020 im Verlag Harper Collins erschienen. Der Roman umfasst in der broschierten Ausgabe 512 Seiten.

Joe arbeitet zur Zeit der Weltwirtschaftskrise ...

Das Buch „Mit dir für alle Zeit“ von Lisa Grunwald ist im Jahr 2020 im Verlag Harper Collins erschienen. Der Roman umfasst in der broschierten Ausgabe 512 Seiten.

Joe arbeitet zur Zeit der Weltwirtschaftskrise als Stellwerkarbeiter für die Grand Central Station. Sein ganzes Leben dreht sich um seinen Beruf, doch eines Tages begegnet ihm auf dem Bahnsteig Nora. Sofort ist es um ihn geschehen und es entspinnt sich eine ganz spezielle Liebesgeschichte, denn Nora ist eine ganz besondere Frau…

Lisa Grunwald gelingt es in ihrem Roman den Leser durch einen sehr anschaulichen, atmosphärischen und dabei klaren Schreibstil in den Bann zu ziehen. Ich bin sehr davon beeindruckt, dass mich die Autorin so völlig in die Zeit und die Stadt New York der Weltwirtschaftskrise hineinziehen konnte. Oft habe ich mich einfach mitten in der Grand Central Station gesehen und ich habe den Flair dort sehr genossen. So viele Details der damaligen Zeit, wie beispielsweise dem Kleidungsstil, haben dazu beigetragen. Das ist einfach wunderbar gelungen.
Mit der Liebesgeschichte von Joe und Nora habe ich mich nicht so ganz anfreunden können, aber dies ist einfach meinem persönlichen Geschmack zuzuschreiben. Ich bin dafür wohl einfach zu sehr Realistin und auch das Ende war für mich etwas unerwartet und plötzlich. Geschmäcker sind ja bekanntlich unterschiedlich und ich habe dennoch das Buch gerne gelesen. Die beiden Protagonisten hat Lisa Grunwald sehr fein aufgebaut und auch ausgearbeitet. Ganz warm geworden bin ich mit beiden jedoch nicht.
Das Setting des Bahnhofs, an dem sich so viele Menschen treffen, Abschied nehmen, sich loslassen, sich wieder in die Arme schließen usw., ist wirklich sehr gut getroffen.

Fazit: Eine etwas spezielle Liebesgeschichte vor einer sehr gut recherchierten Kulisse.

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