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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2020

Absolut keine Spannung vorhanden

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Dein Haus sollte deine sichere Zuflucht sein, deine sichere Burg. So holt sich Chirurg Hendrik und seine Verlobte Linda sich das Smart-Home-System „Adam“. Dieser ist der Allrounder für den Haushalt. Kümmert ...

Dein Haus sollte deine sichere Zuflucht sein, deine sichere Burg. So holt sich Chirurg Hendrik und seine Verlobte Linda sich das Smart-Home-System „Adam“. Dieser ist der Allrounder für den Haushalt. Kümmert sich darum, dass du immer Licht hast, schließt die Türe ab und kümmert sich um alles was elektronisch steuerbar ist. Mit Kameras und Mikrofonen im Haus.

Doch der Schrecken ist bereits am Anfang des Buches gegeben, als Linda nach einem plötzlichen Notfalleinsatz von Hendrik, mitten in der Nacht aus dem Haus verschwindet. Er sucht Hilfe bei der Polizei findet dort aber keine, denn alle glauben sie hat kalte Füße vor der Hochzeit bekommen.

Nur Hendrik weiß das sie weder Angst vor der Hochzeit hatte, noch dass sie ihn betrügen würde.

So glaubt ihm die Polizei natürlich nicht und hält ihn an der langen Leine.

Nur einen Tag später, nach dem er über Facebook Hilfe suchte, meldet sich eine Frau bei ihm, deren Mann ebenfalls verschwunden ist. Und es soll nicht dabeibleiben. Alle Verschwundenen, haben eins gemeinsam, sie haben das System „Adam“ zu Hause.

So beginnt für Hendrik die Suche nach Antworten und bekommt Hilfe von einer Psychologin, welche gute Connections in die Hackerszene hat.

Das Buch hätte in der Idee echt gut sein können, hatte für mich aber zu viele negative Punkte.

Gut fand ich, dass am Ende der Grund für die Entführungen überraschend war und wer mit involviert ist. Und das war dann auch schon der positive Punkt.

Hendrik ist natürlich voll durch den Wind aber wie kann man, wenn drei Leute mit dem System im Haus verschwinden, nicht auf die Idee kommen das es damit zusammenhängt. Dann ist seine Frau weg und er kommt nicht auf die glorreiche Idee mal die Kamerabilder zu prüfen. Nein Tage später macht er es erst. Dann fährt er Adam runter, am nächsten Tag ist es wieder on und er glaubt es doch nicht getan zu haben und dies mehr als einmal. Selbst unter solchen Bedingungen weiß ich doch, ob ich das System mit Augenscan, Passwort und Fingerabdruck heruntergefahren habe.

Die ganze Geschichte ist immens langsam, schon richtig quälend langsam. Immer wieder redet man übers hacken, immer wieder wird mit der Polizei telefoniert und es passiert gefühlt einfach nichts.

Strobel schafft es zwar, den Charakteren eine Position zu geben, an der man zweifelt aber das ist auf Dauer dennoch langweilig.

Die Geschichte bekommt keine Spannung und keinen Reiz. Unterbrochen wird das ganze durch Szenen wo die Opfer in Szene gesetzt werden. Interessant ist es, eine kleine Spur auf den Täter zu bekommen. Mehr ist aber auch da nicht.

Alles in allem ist für mich das Buch genauso schwach wie Offline war und ich weiß, ich werde dies als meinen letzten Strobel handhaben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.09.2020

Geht in Rauch auf und ist leider nicht der Rede wert

Smoke
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„Smoke“ stand schon recht lange bei mir im Schrank, wobei ich es schon so lange lesen wollte. Dieses Jahr habe ich es mir dann als Bettbuch fest vorgenommen, dies zu lesen. Jeden Abend meine 20 Seiten ...

„Smoke“ stand schon recht lange bei mir im Schrank, wobei ich es schon so lange lesen wollte. Dieses Jahr habe ich es mir dann als Bettbuch fest vorgenommen, dies zu lesen. Jeden Abend meine 20 Seiten zu lesen, so sind die 600 Seiten ja schnell weg.

Der Einstieg ist mir gut gelungen. Der Start, wo wir erfahren das die Jungen Thomas und Charlie an einem Eliteinternat für Jungen sind. Sprachen, Politik, Etikette aber auch Züchtigung gehören zum Alltag. So wie der Schultyrann, der leider von den Lehrern noch gefördert wird.

Wer raucht, der büßt. Dies ist die Welt in denen die Jungs aufwachsen. Ziel ist es, im Erwachsenenalter sog gut wie gar nicht mehr zu rauchen. Die Lehrer machen es immerhin vor. In diesem England, Ende des 19. Jahrhundert, ist es ähnlich unserer Zeitgeschichte, wenn man vom Rauch absieht.

Die Politik ist ein großer Bestandteil der Geschichte und die Änderungen die damit einhergehen.

Die Jungs erfahren das es spezielle Bonbons gibt, die dafür sorgen das jemand nicht raucht, wenn er diese lutscht. Sie reisen über die Ferien zu Verwandten von Thomas aufs Land und werden in politische Machenschaften hineingezogen. Sie beiden verlieben sich das erste Mal und kommen den Geheimnissen des Rauches immer mehr auf die Schliche.

Leider aber, bleibt das große Warum bis zum Ende ungeklärt. Man erfährt lediglich in welchem Teil der Rauch gebildet wird.

Leider ist das Buch nur die ersten 100 Seiten gut und wird dann zu einer großen Flucht mit viel Gerede und wenig Inhalt. Ich habe die letzten Zweihundert Seiten nur noch überflogen, weil die Thematik Rauch dann irgendwann auch nur noch zweitrangig wurde und einem anderen Thema mit Platz gemacht hat.

Alles in allem lohnt es sich nicht dieses Buch zu lesen.

Veröffentlicht am 02.09.2020

Das Puzzle gab kein schönes Gesamtbild ab

Jigsaw Man - Im Zeichen des Killers
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Ich danke an dieser Stelle NetGalley und dem Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

So sehr ich Thriller gerne lese und gerade die Thematik des Puzzles und einem Mörder, der ...

Ich danke an dieser Stelle NetGalley und dem Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

So sehr ich Thriller gerne lese und gerade die Thematik des Puzzles und einem Mörder, der es nicht sein kann, weil er im Gefängnis sitzt, find ich super. Leider war für mich die Umsetzung des Buches nicht ganz gelungen.

Wir erfahren das Detective Inspector Anjelica Henley vor einem Jahr Opfer von dem Serienmörder Peter Olivier wurde. Dieser sitzt seitdem man ihn erwischt hat im Gefängnis. Zurückgeblieben sind Narben und ein Trauma was Henley verdrängt. Sie sitzt seit dem Vorfall nur noch im Büro. Aber auch privat läuft es bei ihr nicht gut. Ihre Ehe mit Ehemann Rob ist tot. Nur die kleine Tochter hält sie noch zusammen. Er setzt sie zudem unter Druck, sie solle ihren Job aufgeben. Was ist der Ehemann unsympathisch und versucht gar nicht auf ihre Probleme einzugehen.

So bekommt sie frisch mit ihrem ersten Außeneinsatz seit einem Jahr den jungen Detective-Azubi Ramouter. Auch er hat privat seine Baustellen, aber es gelingt ihm sich in der neuen Arbeit schnell einzufinden und sein Gespür und seine Erfahrung helfen Henley sehr weiter.

Es werden immer neue zerstückelte Leichen gefunden, welche eine Markierung haben, welche den ersten Täter Olivier gleichen. Ein Detail welches niemals der Presse bekannt war.

Wer ist der Nachahmungstäter und woher bekommt er die Medikamente um die Opfer zu betäuben?

Eine Geschichte die so spannend sein könnte, mich aber leider nicht überzeugt hat. Es begann für mich damit, dass der Schreibstil viel zu holprig ist. Er wirkt abgehackt, unüberlegt und zu krampfhaft geschrieben.

Dann stehen die privaten Probleme mehr im Mittelpunkt als die Morde, wenn Henley Ärger mit Ehemann und Vater daheim hat.

Zwei Personen welche ich zumindest noch zuordnen konnte, denn dann kamen so viele Familiennamen hinzu. Von Kollegen der Polizei, über Gerichtsmedizin, über Verdächtige, über die Toten. Ich habe die Übersicht verloren. So gerne ich mir Notizen mache, da war ich dann nicht mehr gewollt noch eine Übersicht zu schreiben.

Aber leider fehlte mir auch die Spannungskurve. So dass ich ab 60 % einen größeren Sprung im Buch gemacht habe, und dennoch nichts verpasst habe und die Auflösung gab mir dann alles was dazwischen gewesen ist.

Mir tut es leid, aber so gerne ich das Buch besser bewertet hätte, so war es nicht mein Geschmack.

Veröffentlicht am 10.08.2020

Mulitorganversagen für den zweiten Teil

Vollendet – Der Aufstand
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Selten viel es mir so schwer eine Bewertung zu schreiben wie diese hier. Und selten fällt mir die Entscheidung schwer, eine Buchreihe weiter zu lesen oder nicht.

Vorweg möchte ich das positive erwähnen.

Ich ...

Selten viel es mir so schwer eine Bewertung zu schreiben wie diese hier. Und selten fällt mir die Entscheidung schwer, eine Buchreihe weiter zu lesen oder nicht.

Vorweg möchte ich das positive erwähnen.

Ich mag Neal Shusterman. Seine Themen sind für jüngeres wie für das älteres Publikum interessant und haben einen Tiefgang und sitzen wie ein Splitter der einen nicht loslässt. Die Geschichten haben einen Tiefgang und eine Massage, die vielleicht etwas fantastisch aber nicht immer ganz unwahrscheinlich sind.

Seinen Charakteren versucht er gleichberechtigt Leben und Aufmerksamkeit zu geben, wenn dies auch auf der Masse nicht immer ganz einfach ist.



Leider ist der zweite Band so viel schlechter als der erste Teil gewesen und dies ausfolgenden Gründen:

So ziemlich jeder Charakter, welchen wir aus dem ersten Teil kennen, musst die Geschichte vom ersten Teil nochmals aufleben lassen. So kam es zu unendlich vielen Wiederholungen.

Generell Wiederholungen. Risa ist behindert, mehrmals erwähnt. Conner mag seinen Arm nicht, der Arm der nicht ihm gehört. Nur zwei von mehreren Beispielen.

Die Vielzahl an Charakteren. Für mich war wegen der großen Anzahl gerade so ein Charakter wie Conner einfach untergegangen. Er ist der Anführer und wirkt wie der Hausmeister in der Anlaufstelle. Kein Wunder das selbst ein Unsympath wie Starkey die Macht übernimmt. Risa die sich als Opfer gibt, nachdem man sie gefangen nimmt. Ihr Aufstand zu schwach.

Die einzige Person, deren Geschichte wirklich hätte gut sein können, aber die so blass war, war der Fleckenteppich Cam. Hier hätte die Geschichte so viel mehr rausholen können, aber was passiert hier, nichts. Dieser Mensch mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen, der kam so kurz. Das er Probleme hat bei seinen Gedankengängen kam gut rüber, aber wie es ihm damit geht, dass war ja mal voll für die Katz.

Dann eine Menge Nebencharaktere, die so sinnbefreit wirken.

Die Story an sich mit all ihren roten Fäden, die teilweise verblassen und wie nen zartes Rosa wirken, um gefühlt keinen Beitrag zur Geschichte beizusteuern.

Ja ich zerreiße gerade das Buch. So hat es mich aber leider auch zerrissen. So sehr mich der erste Teil begeistert hat, ist es hier als hätte man dem Buch ein Organ entrissen und ein Multiorganversagen ist eingetreten. Ich hoffe es kommt ein Wandler und rettet den dritten Teil, den ich irgendwann im nächsten Jahr lesen werde. Ansonsten sehe ich für den vierten Teil nur noch nen Klatscher kommen und es ungelesen vom Ebook löschen werde.

Veröffentlicht am 19.07.2020

Vor 20 Jahren schon unrealistisch und heute immer noch

Crazy
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„Crazy“ war das Jugendbuch, welches Ende der 90er Deutschland schockierte. Ein junger Mann, der laut eigener Aussage, eine Geschichte mit autobiografischem Inhalt veröffentlicht. Weil der Autor selbst ...

„Crazy“ war das Jugendbuch, welches Ende der 90er Deutschland schockierte. Ein junger Mann, der laut eigener Aussage, eine Geschichte mit autobiografischem Inhalt veröffentlicht. Weil der Autor selbst noch so jung war, glaubten viele es ihm und wollten verstehen, wie die Jugend zu tickt. Was gibt es noch neben Techno, Schlaghose, Fish-Bone-Klamotten und den gängigen Trends seiner Zeit.

Laut Buch gibt es sehr viele Jugendliche, die nicht wissen wo sie hingehören, die versuchen anders zu sein, die „Crazy“ sein wollen. Daher kam irgendjemand auf die tolle Idee, es als das Buch für die oberen Jahrgänge der Mittelstufe für die allgemeine Pflichtlektüre in Deutsch einzuführen.

Damals waren wir uns, alle im Alter der Protagonisten, schon einig, dass dieses Buch alles aber nicht echt wirkt.

Das Benjamin mit seinen 16 Jahren und einer Halbseitenlähmung es nicht einfach hat, dass glaubt man ihm sofort. Das er deswegen aber bockig durchs Leben gehen muss und von fünf Schulen fliegt um dann nun in der 6. Versucht das 8. Schuljahr zu schaffen ist schon etwas seltsam. Vor allem auf einem Internat, wo gerade hier die Noten gepaart mit Geld der Zugang darstellt.

Das er dort Menschen kennen lernt, die dort ebenfalls keine Lust draufhaben, dass glaubt man ihm gerne. Und wenn man sich dann noch mit einem anderen Jungen das Zimmer teilen muss, dann muss zwangsweise ein Kontakt entstehen.

Dass die Außenseiter Truppe sich zusammentut, erst mit Benjamins erscheinen im Internat, naja auch hier passiert sowas normalerweise schon eher. Aber nun kommt das große ernsthaft? Ein Haufen von 16-jährigen deren größter Wunsch es ist nicht erwachsen zu sein, aber ausbrechen wollen und von Gott und der Welt philosophieren? Ich bitte euch. In diesem Alter hat man Hormone im Blut. Man will Sex, Partys, Zeit mit Freunden verbringen. Klar ist Schule nicht immer toll, aber hier wird es dargestellt als wäre es das Gefängnis.

Sie haben alle negativen Erfahrungen in den Familien gemacht, aber selbst in diesem Alter weiß man doch, dass die Probleme von Menschen gemacht sind und nicht vom Alter abhängig sind. Sie wirken in ihrem Glauben, als ob diese mit 30 unbedingt so kaputt sein müssen wie es nun ihre Eltern sind.

So sind lediglich die verbotenen und anscheinend eher geduldeten Partys und der Alkohol das einzige was damals im Roman als echt rüberkam. Meine Mitschüler waren damals begeistert von der, für mich im Erwachsenenalter mit anderen Augen zu sehen, unrealistische Sexszene. So wird Benjamin ohne Vorwarnung in den Duschräumen von einer total betrunkenen Mitschülerin entjungfert und das Kondom landete einfach in der Dusche. Die Putzfrau würde es weg machen. Genau da weiß man doch, dass die Schulleitung dann nachts Aufsichtspersonen in den Schlafhäusern hat.

Egal wie man es dreht und wendet. Die 200 Seiten waren für uns damals ein zusammengeschusterter ungläubiger Mist und auch heute sehe ich es nicht anders.