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Veröffentlicht am 10.08.2020

Schräger Kriminalroman

Ein abgezockter Sauhund
1

Samson Simek ist ganz unten, da kommt ihm ein Job von Stani, den er schon ewig kennt wie gerufen. Er soll für ihn einen alten Kumpel aufspüren. Doch den hat es erwischt und bald jeder der Halbweltgrößen ...

Samson Simek ist ganz unten, da kommt ihm ein Job von Stani, den er schon ewig kennt wie gerufen. Er soll für ihn einen alten Kumpel aufspüren. Doch den hat es erwischt und bald jeder der Halbweltgrößen ist auf der Jagd nach seiner letzten Diebesbeute. Samson kämpft ohne Regeln – und riskiert dabei nicht nur das eigene Leben.

Der Titel ist Programm, erzählt doch der Münchner Kleinkriminelle Samson seine Geschichte, sein Leben und Überleben. Mit der Arbeit steht er seit jeher auf Kriegsfuß – na und? Es geht auch so. Ja, ein Kriminalroman ist das. Und was für einer. Er nimmt den Leser mit in eine für viele doch fremde Welt. Roland Krause beschreibt mit viel Lokalkolorit und schelmischem Unterton seinen Sauhund. Auf höchst amüsante Weise habe ich die Protagonisten kennen- und einschätzen gelernt. So manches Mal musste ich schmunzeln, konnte mir einen Lacher nicht verkneifen. Trotzdem: Es war schon bitterer Ernst, was da alles an Gaunereien getrieben wurde: Ganovenehrenwort. Es gab Mitläufer und Befehlsempfänger und solche von der harten Sorte a la Thyla.

Ein Schreibstil, an den man sich erst gewöhnen muss. Ich war aber schnell drin und habe diese blutrünstige Geschichte durchaus genossen.

Gerne empfehle ich diesen „abgezockten Sauhund“ weiter. Sollte man unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 09.08.2020

Vom Abschied nehmen - sehr schön erzählt

Das Leben ist ein wilder Garten
1

„Das Leben ist ein wilder Garten“ von Roland Buti erzählt über das Leben in all seinen Schattierungen:

Carlos Leben gerät in Aufruhr, als seine Frau mitsamt der gemeinsamen Tochter ihn verlässt ...

„Das Leben ist ein wilder Garten“ von Roland Buti erzählt über das Leben in all seinen Schattierungen:

Carlos Leben gerät in Aufruhr, als seine Frau mitsamt der gemeinsamen Tochter ihn verlässt und seine Mutter aus heiterem Himmel verschwindet. Agon, sein Hilfsgärtner aus dem Kosovo, eine sensible Seele in einem massigen Körper, wird aus heiterem Himmel zusammengeschlagen. Gemeinsam mit ihm macht er sich auf die Suche und entdeckt nicht nur die Natur und die Menschen um ihn herum neu, sondern kommt in einem Grandhotel am Berg der Vergangenheit seiner Mutter auf die Spur…

Dieses leise, voller Zuversicht erzählte Kapitel aus Carlos Leben blickt zurück, schaut nach vorne und schließt endgültig ab. Die Endgültigkeit des Alleinseins wird ihm bewusst – Ana ist weg, seine Tochter hat in London ihr eigenes Leben und dann ist auch noch seine Mutter aus dem Heim verschwunden. Roland Buti zeichnet einen Lebensabschnitt nach, in dem es um das gegenseitige Verstehen, um loslassen und neu orientieren geht. Es geht um Hoffnung, um wiederentdeckte Zweisamkeit. Es geht um das Leben an sich, die Vergangenheit und Neubeginn.

Was ich vermisst habe, war das Leben von Carlos Mutter, da habe ich mir wesentlich mehr erwartet. Es ist zu sehr im nebulösen geblieben, war für meine Begriffe eher immer am Rande skizziert. Mir kam es eher so vor, dass er sich nicht so sehr für sie interessiert hat, er wollte auch gar nicht viel wissen von ihren Erzählungen, ihren Erinnerungen: „Du hast noch nie einen Fuß auf afrikanischen Boden gesetzt.“

Sehr gut gefallen haben mir diese lose Aneinanderreihungen, diese Abschweifungen, welche aber immer stimmig waren. Er war mit Ana am See und plötzlich kommt gedanklich sein Vater mit seinen Wegemarkierungen daher. Der Autor versteht es meisterhaft, eine längst vergangene Episode in das hier und jetzt erlebte einzuweben. Das Buch sollte man nicht so nebenbei lesen, sollte sich Zeit nehmen und Zeit lassen, denn dann ist man mittendrin und kann diesen Gedankensprüngen gut folgen. Es ist voller Emotionen, spürt Stimmungen nach, lässt den Leser den Zauber des Augenblicks erleben in einer harmonischen, aber dennoch unwiederbringlichen Atmosphäre der Endgültigkeit.

Das Buch hat mich gut unterhalten. Empfehlen kann ich es uneingeschränkt all jenen, die eher die leisen Töne bevorzugen oder diese gerne zwischendurch lesen.

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Veröffentlicht am 06.08.2020

Gelungener Auftakt

Die Wunderfrauen
0

„Die Wunderfrauen. Alles was das Herz begehrt“ ist der erste Band der Wunderfrauen-Trilogie. Stephanie Schuster verwebt vier bewegende Frauenschicksale zu einem Panorama der Wirtschaftswunderjahre ...

„Die Wunderfrauen. Alles was das Herz begehrt“ ist der erste Band der Wunderfrauen-Trilogie. Stephanie Schuster verwebt vier bewegende Frauenschicksale zu einem Panorama der Wirtschaftswunderjahre und des gesellschaftlichen Neubeginns.

Vier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, lernen sich kennen und kommen sich mit der Zeit näher. Louise, die nach dem Tod ihrer Schwiegermutter deren Wohnung in ihren Traum – einen eigenen Laden – verwandelt. Marie, die aus ihrer Heimat vertriebene, die auf dem Hof von Louises Bruder ein neues Zuhause findet. Helga, die Rebellin, flieht förmlich aus ihrem begüterten Elternhaus und Annabel, die Frau Doktor, wie man damals noch ehrfürchtig sagte, obwohl ihr Mann der Arzt war. Diese vier Frauen begleitet der Leser im ersten Teil der Wunderfrauen-Trilogie „Alles, was das Herz begehrt“.

Stephanie Schuster hat diesen ganz und gar unterschiedlichen Frauen viel Leben eingehaucht. Wenn ich da mal die zupackende Louise nehme – wie ein Fels in der Brandung. Sie hadert nicht mit ihrem Schicksal, nimmt es an. Und geht weiter ihren Weg. Ihr Mann unterstützt sie, fängt sie in schlechten Momenten auf. Heile Welt – meint man! Jede der vier hat ihren ganz eigenen Charakter. Die Autorin versteht es, die ganz unterschiedlichen Eigenschaften hervorzuheben, beschreibt sehr anschaulich deren Gefühle, fängt ihre Stimmungen ein und begleitet ihre Figuren ein Stück ihres Weges. Beim Lesen fühlt man sich mittendrin, als ob man direkt dazugehört. Die Wirtschaftswunderjahre, die lieben Mitmenschen – von neugierig, raffsüchtig bis gehässig beschreibt sie sehr treffend diese Starnberger Gemeinschaft.

Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, einfach mal die Nacht zum Tage erklärt, um diese in sich verwobenen Geschichten dieser vier unterschiedlichen, aber starken Frauen möglichst schnell zu kennen. Eine Zeitreise - beginnend in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Ein starker Auftakt in die Trilogie der Wunderfrauen, den ich sehr gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 02.08.2020

Gelungener Auftakt

Die Wunderfrauen
0

„Die Wunderfrauen. Alles was das Herz begehrt“ ist der erste Band der Wunderfrauen-Trilogie. Stephanie Schuster verwebt vier bewegende Frauenschicksale zu einem Panorama der Wirtschaftswunderjahre ...

„Die Wunderfrauen. Alles was das Herz begehrt“ ist der erste Band der Wunderfrauen-Trilogie. Stephanie Schuster verwebt vier bewegende Frauenschicksale zu einem Panorama der Wirtschaftswunderjahre und des gesellschaftlichen Neubeginns.

Vier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, lernen sich kennen und kommen sich mit der Zeit näher. Louise, die nach dem Tod ihrer Schwiegermutter deren Wohnung in ihren Traum – einen eigenen Laden – verwandelt. Marie, die aus ihrer Heimat vertriebene, die auf dem Hof von Louises Bruder ein neues Zuhause findet. Helga, die Rebellin, flieht förmlich aus ihrem begüterten Elternhaus und Annabel, die Frau Doktor, wie man damals noch ehrfürchtig sagte, obwohl ihr Mann der Arzt war. Diese vier Frauen begleitet der Leser im ersten Teil der Wunderfrauen-Trilogie „Alles, was das Herz begehrt“.

Stephanie Schuster hat diesen ganz und gar unterschiedlichen Frauen viel Leben eingehaucht. Wenn ich da mal die zupackende Louise nehme – wie ein Fels in der Brandung. Sie hadert nicht mit ihrem Schicksal, nimmt es an. Und geht weiter ihren Weg. Ihr Mann unterstützt sie, fängt sie in schlechten Momenten auf. Heile Welt – meint man! Jede der vier hat ihren ganz eigenen Charakter. Die Autorin versteht es, die ganz unterschiedlichen Eigenschaften hervorzuheben, beschreibt sehr anschaulich deren Gefühle, fängt ihre Stimmungen ein und begleitet ihre Figuren ein Stück ihres Weges. Beim Lesen fühlt man sich mittendrin, als ob man direkt dazugehört. Die Wirtschaftswunderjahre, die lieben Mitmenschen – von neugierig, raffsüchtig bis gehässig beschreibt sie sehr treffend diese Starnberger Gemeinschaft.

Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, einfach mal die Nacht zum Tage erklärt, um diese in sich verwobenen Geschichten dieser vier unterschiedlichen, aber starken Frauen möglichst schnell zu kennen. Eine Zeitreise - beginnend in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Ein starker Auftakt in die Trilogie der Wunderfrauen, den ich sehr gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 21.07.2020

Gefährliche Liebschaften

Die Julibraut
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Die Julibraut von Monika Feth ist der der 8. Band der Erdbeerpflücker-Reihe, eine Reihe für junge und jung gebliebene Leser.

Vor drei Jahren – ihre Freundin Caro hatte sich so richtig verliebt. In ihren ...

Die Julibraut von Monika Feth ist der der 8. Band der Erdbeerpflücker-Reihe, eine Reihe für junge und jung gebliebene Leser.

Vor drei Jahren – ihre Freundin Caro hatte sich so richtig verliebt. In ihren Mörder. Vor drei Jahren - verliebte sich Jette in den Erdbeerpflücker Gorg. Fast hätte er sie damals auch umgebracht. Dieser Sommer veränderte alles. Georg Taban sitzt im Gefängnis und sinnt er auf Rache. Jetzt erhält Jette sonderbare Botschaften und ihre Freunde Merle und Mike werden in Unfälle verwickelt, die nicht recht erklärbar sind. Kriminalkommissar Magnus Scheuermann nimmt diese Vorkommnisse nicht ernst, ob Bert Melzig mit seinem Spürsinn eher helfen kann?

Die Erdbeerpflücker-Reihe kenne ich nicht, aber ich hatte beim Lesen nicht das Gefühl, etwas zu vermissen. Diese Story ist in sich abgeschlossen, man kommt auch ohne Vorkenntnisse gut zurecht. Schnell war ich in der Geschichte drin, konnte die einzelnen Charaktere gut zuordnen. Ein angenehmer Schreibstil, der das Jugendbuch durchaus erkennen lässt, was aber nicht abwertend gemeint ist. Jettes Sicht auf die Geschehnisse haben teilweise etwas Wirres, sie begibt sich ganz bewusst in Gefahr und behält so manche Information für sich. Natürlich baut sich so Spannung auf, die Dramatik wird erhöht und man fiebert als Leser mit. Georgs Sicht und seine Handlungen, seine Verbindungen sorgten für Nervenkitzel.

Mit diesem Krimi fühlte ich mich gut unterhalten, ich konnte mit ermitteln (was ein Krimi-Leser natürlich tun muss), hatte aber schnell das Ende vor mir. Es war irgendwie vorhersehbar, wie das Ganze letztendlich endet, enden muss. Jedoch war der Weg bis dahin durchaus wendungsreich und kurzweilig erzählt. Der Abschluss war aber dann doch zu schnell da, wurde zu fix abgehandelt. Auch wenn sich das alles abzeichnete, sollte es dann doch nicht so abrupt aufhören.

Was ich als Neueinsteiger so gar nicht nachvollziehen kann, ist die Beziehung zwischen Jette und Georg, diese (noch vorhandene?) Anziehungskraft nach all dem Schrecklichen. Vielleicht hätte ich hierfür diese Buch-Lücke schließen müssen oder noch besser: ein in die Story eingearbeiteter kurzer Rückblick im Buch hätte dem besseren Verstehen gut getan.

Ein gut zu lesender spannungsreicher Krimi für jung und alt. Durchaus kann ich mir vorstellen, dass bei dem einen oder anderen Leser, der diese Reihe nicht kennt, der Wunsch da ist, die ganze Reihe nachzulesen oder zumindest den einen oder anderen Band hiervon. Für Krimi-Liebhaber, die eine nicht ganz so harte Linie bevorzugen, ist dieses Buch durchaus empfehlenswert.

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