Platzhalter für Profilbild

Steffi58

Lesejury Profi
offline

Steffi58 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Steffi58 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.09.2020

schöne Schulgeschichte

Sam Wu – Hat KEINE Angst vor Geistern
0

Sam Wu will beweisen, dass er kein Angsthase ist.
Nicht nur das Cover ist toll von Nathan Reed gezeichnet , aber das Inhaltsverzeichnis ist die Wucht. Insgesamt hat man sich beim außergewöhnlichen Layout ...

Sam Wu will beweisen, dass er kein Angsthase ist.
Nicht nur das Cover ist toll von Nathan Reed gezeichnet , aber das Inhaltsverzeichnis ist die Wucht. Insgesamt hat man sich beim außergewöhnlichen Layout viel Mühe gegeben , um die jungen Leser und die Vorleser zu begeistern.Das gelingt z.B. auch durch die aufgelockerte Typografie.
Dem Autorenpaar Katie und Kevin Tsang ist ein wundervolles, witziges Kinderbuch gelungen. Sam Wu hat keine Angst vor Geistern. Oder aber doch? Wir begleiten Sam und seine Freunde Zoe und Anton auf die Jagd nach einem Geist und einer Schlange und fühlen mit ihm bei seiner Auseinandersetzung mit Ralf Philip Zinkermann dem Dritten – einem Erzfeind.Wir lernen seine kleine Schwester Lilli kennen und erfahren von seiner Lieblingsserie Space Blasters.
Das Buch ist irgendwie skurril – das gefällt mir auch als Erwachsener - und man kommt aus dem lachen nicht mehr raus. dennoch gibt es in dem Buch auch leise und ernste Untertöne. Gut , dass Themen wie Angst und Mobbing in einer kindgerechten Art angeschnitten werden.
Ich bin gespannt , wie mein Enkel darauf anspricht. Nach wie vor bin ich aber der Meinung , dass das Lesealter falsch angegeben ist ; für 5 Jährige gibt es zu viele unbekannte Begriffe.

Veröffentlicht am 16.08.2020

Sehr berührend

Was uns verbindet
0


Das Cover ist sehr schön gestaltet und passt sehr gut zu dem anderen Buch der Autorin : Der goldene Sohn, welches mich sehr beeindruckt hatte. Die LP dieses Buches nun machte mich neugierig und berührte ...


Das Cover ist sehr schön gestaltet und passt sehr gut zu dem anderen Buch der Autorin : Der goldene Sohn, welches mich sehr beeindruckt hatte. Die LP dieses Buches nun machte mich neugierig und berührte mich dann sofort.
Shilpi Somaya Gowda schreibt eine sehr berührende Geschichte über das anscheinend ganz normale Alltagsleben einer Familie , das durch den Tod des jüngsten Familienmitgliedes völlig durcheinandergebracht wird. Plötzlich ist alles anders. Mit empathischem Blick beschreibt Gowda die individuelle Reise von vier Familienmitgliedern auf ihrem Weg von einer schmerzvollen Vergangenheit in eine hoffnungsvolle Zukunft. Ein Weg, der allen Familienmitgliedern einiges abverlangt, nämlich die Bereitschaft, die anderen anzunehmen, wie sie sind oder wie sie werden – ohne Bedingungen.
Der Roman erfreut durch einen sehr flüssigen Schreibstil und ist so gut lesbar. Auch der Wechsel zwischen den verschiedenen Protagonisten und die Zeitsprünge sind gut nachzuverfolgen. Die Charaktere werden logisch entwickelt und nehmen uns mit in die ungewöhnliche Situation, die durch den Tod von Prem und die Schwierigkeiten jedes Familienmitgliedes, mit Verlust , Schuld und Trauer umzugehen.
Interessant fand ich , auch etwas aus Prems Sichtweise zu erfahren.
Mir hat das Buch so gut gefallen, dass ich es gerne weiterempfehle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.07.2020

Urlaubsparadies?

Verschollen in Palma
0

Das Cover zeigt eine Inselansicht Mallorcas am Tage, aber mit aufziehenden dunklen Wolken, die bedrohlich wirken. das scheint ungewöhnlich , denn mit Mallorca verbinden wir ja in der Regel sonnigen Urlaub ...

Das Cover zeigt eine Inselansicht Mallorcas am Tage, aber mit aufziehenden dunklen Wolken, die bedrohlich wirken. das scheint ungewöhnlich , denn mit Mallorca verbinden wir ja in der Regel sonnigen Urlaub im „Paradies“
Doch manchmal enden als Party geplante Mallorcareisen ganz anders …
Es ist jetzt drei Jahre her, dass Tim Blancks sechzehnjährige Tochter Emme während solch einer Reise nach Mallorca verschwand.
Zu lange als das dies für die dortige Polizei noch aktuell wäre. Man weiß nur , dass Emme in den frühen Morgenstunden einen Nachtclub verlässt und dann verliert sich ihre Spur in der Dunkelheit.

Vater Tim, der früher als Polizist gearbeitet hat, ist inzwischen nach Palma de Mallorca gezogen und arbeitet dort als Privatdetektiv.
Er will aber auch die Suche nach seiner vermissten Tochter fortsetzen.
Während er an einem anderen Fall arbeitet, gerät er in die dunklen Machenschaften der High Society - Drogen, Gewalt, Prostitution und Korruption- kennen . Dabei lernt er nicht nur die dunklen Seiten der sonnigen Urlaubsinsel kennen, sondern es ergibt sich ganz plötzlich eine Spur zu seiner Tochter.
Der Krimi von Mons Kallentoft hat viel Atmosphäre und Lokalkolorit – aber eben alles in dunklen Tönen.
Dazu benutzt der Autor einen ganz eigenen Schreibstil , der anfangs etwas gewöhnungsbedürftig scheint.

Veröffentlicht am 11.06.2020

„Segen“

Kostbare Tage
0

Vom schon verstorbenen Autor Kent Haruf habe ich bisher „Lied der Weite“ gelesen. Kent Haruf (1943–2014) ist ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine sechs Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt ...

Vom schon verstorbenen Autor Kent Haruf habe ich bisher „Lied der Weite“ gelesen. Kent Haruf (1943–2014) ist ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine sechs Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado.
Dad Lewis ist 77 , die Kleinstadt Holt hat er nie verlassen. Da erhält er die Diagnose Krebs - dies wird sein letzter Sommer sein.
Die Familie ist gefordert ; seine Frau Mary kümmert sich rührend um ihn , seine Tochter Lorraine kehrt zur Unterstützung zurück. Nur mit Sohn Frank , gibt es keinerlei Kontakt mehr .
Auch die Nachbarn schauen regelmäßig vorbei und stehen helfend zur Seite und erweitern den Kreis der Protagonisten..

Was mir schon bei „Lied der Weite“ gefallen hat: Kent Haruf ist ein brillanter Erzähler, einer der in uns Bilder erzeugt, die wir niemals mehr vergessen.
Aber nicht aufdringlich, nicht dicht gedrängt. Er erzählt kraftvoll und ruhig das Leben wie es ist in einem kleinen Ort, wo einer auf den anderen angewiesen ist, aber alle auch ihre Freiheit brauchen.
Hier scheint die Zeit irgendwie still zu stehen. Die Natur hat ihre eigenen Gesetze gemacht und die Menschen hier sind nicht zimperlich
Haruf beschreibt seine Protagonisten mit einer behutsamen Distanz und gibt uns somit die Chance auf Abstand oder Nähe zu diesen Menschen. Er gibt damit auch Platz für die Reflexion eigener Erfahrungen und dem Unausgesprochenen zwischen den Zeilen.

Etwas aufregendes passiert nicht wirklich; hat ein Leser geschrieben. Das stimmt; Kent Haruf offenbart kaum etwas aus der Gedankenwelt seiner Protagonisten. Er lässt den Leser eher zum Beobachter der äußeren Ereignisse werden . Haruf ist ein wundervoller Betrachter und Erzähler, aber kein Beschöniger der Umstände.

In " Kostbare Tage " – ein treffender Titel -geht es um Umgang mit Schuld und Verzeihen. Deshalb finde ich den Originaltitel „ benediction“ sogar noch treffender.

Veröffentlicht am 11.02.2020

Rätselhafte Familiengeschichte

Goodbye, Bukarest
0

Die Familiengeschichte von Astrid - die Erzählerin- ist unklar; weshalb sie sich nach dem Tod ihrer Mutter auf die Suche nach Bruno, ihrem Onkel. Dieser wurde von seiner Familie einfach für tot erklärt. ...

Die Familiengeschichte von Astrid - die Erzählerin- ist unklar; weshalb sie sich nach dem Tod ihrer Mutter auf die Suche nach Bruno, ihrem Onkel. Dieser wurde von seiner Familie einfach für tot erklärt. Erst nach dem Tod von Astrids Mutter, kommt heraus, dass dies nicht stimmt – Bruno eventuell sogar noch lebt. Sie versucht , seinen Spuren zu folgen , die nach Bukarest führen. Dabei begegnet Astrid verschiedensten Menschen, die Bruno nahestanden .Astrid fragt weiter und dringt immer tiefer in Brunos Lebensgeschichte ein , findet immer weitere Spuren und Informationen über Brunos Weggefährten . Lebensgeschichten voller Farbigkeit und Dramatik, die auf ihn Streiflichter werfen.
In relativ kurzen Kapiteln und mit einer ruhigen, fast neutralen Art beleuchtet sie diese Schicksale .
Und trotzdem ist Goodbye Bukarest auch ein bewegender, bildgewaltiger und poetisch dichter Roman über ein europäisches Schicksal und enthält viele Bezüge zu Kunst und Literatur .
Goodbye Bukarest ist ein starkes und wichtiges Buch, das mir auch deshalb so gut gefallen hat , weil die Autorin nur berichtet , selbst nichts kommentiert . Das überlässt sie uns.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere