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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2021

Außergewöhnlicher Thriller

Homo Lupus
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Wie stoppt man die kriminellen Machenschaften eines gefährlichen Clans? Laut Informationen des Verfassungsschutzes plant der Aziz-Clan einen Anschlag, der unbedingt verhindert werden muss. Im Vorfeld der ...

Wie stoppt man die kriminellen Machenschaften eines gefährlichen Clans? Laut Informationen des Verfassungsschutzes plant der Aziz-Clan einen Anschlag, der unbedingt verhindert werden muss. Im Vorfeld der Wahlen beginnt nun ein Wettlauf gegen die Zeit. Um die Clanstrukturen einschätzen zu können und den Anschlag zu verhindern, ist die Expertise der Wolfsforscherin Lena Bondroit gefragt. Doch sie ahnt nicht, dass sie bald in ein Fadenkreuz aus Intrigen und skrupellosen Machtkämpfen gerät. Kann sie gerettet werden, bevor das Pulverfass explodiert?

Die Mischung aus Thriller/Krimi mit biologischen Aspekten zur Struktur von Wolfsrudeln hat mich sehr neugierig gemacht, da ich mir im Vorfeld nicht vorstellen konnte inwiefern Nutzen daraus gezogen werden kann und die beiden auf den ersten Blick sehr eigenen Themen zueinander finden können. Die Umsetzung finde ich ziemlich gelungen, wenn auch nicht perfekt.

Lena empfand ich von Anfang an als schwierigen Charakter mit dem ich ehrlich gesagt nicht so ganz warm wurde. Oftmals verhält sie sich ablehnend, hat kindische, unreife Gedanken und bringt sich schnell in Lebensgefahr ohne sich ihrer Verantwortung gegenüber Familie bewusst zu sein. Die Ermittler sind mir allerdings auch nicht wirklich sympathisch gewesen, wobei ich gestehen muss, dass ich Ewald insofern gut fand, dass er sich selbst treu geblieben ist und ehrlich war.

Die Konstellation der vier Männer und ihrer Geschichte fand ich mit Abstand am spannendsten. Die ganzen unterschiedlichen Charaktere und ihre Dynamik innerhalb der Gruppe über die ganzen Jahre hinweg. Psychologisch super dargestellt.

Dass sich die Geschichte am Ende so auflöst habe ich so nicht kommen gesehen und war dann mehr als überrascht und erstaunt welche Wendungen da noch kamen, die alles ganz anders dargestellt haben, als es zuerst den Anschein hatte.

Fazit: Ungewöhnlicher Thriller, der einige Überraschungen bereithält und die Gruppendynamik toll und nachvollziehbar darstellt.

Veröffentlicht am 01.02.2021

Dunkle Geheimnisse im dunklen Dorf

Das dunkle Dorf
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Es ist Mitte Januar, im verschneiten Grödental zittert immer wieder die Erde, doch Commissario Grauner hat keine Augen für dieses Naturspektakel. Er hat es mit einem Toten in einer heruntergekommenen Villa ...

Es ist Mitte Januar, im verschneiten Grödental zittert immer wieder die Erde, doch Commissario Grauner hat keine Augen für dieses Naturspektakel. Er hat es mit einem Toten in einer heruntergekommenen Villa zu tun. Doch nicht nur die Ermittlungen machen ihm zu schaffen, auch seine achtzehnjährige Tochter Sara, die spurlos verschwunden ist. Als er erfährt, dass sein neapolitanischer Kollege Saltapepe untertauchen musste, weil der Mafiaboss Giorgio Garebani hinter ihm her ist, glaubt Grauner nicht mehr an einen Zufall. Irgendwie hängt alles zusammen und Grauner muss herausfinden wie...

Anfangs empfand ich den Schreibstil als holprig und die ständigen plötzlichen Perspektivwechsel, bei denen nicht klar war um wen es in den jeweiligen Abschnitten ging, haben mich etwas verwirrt und mich einige Abschnitte wiederholen lassen. Nach und nach kam ich besser in die Geschichte rein.

Das Dorf als Handlungsort ist sehr atmosphärisch und authentisch beschrieben. Dazu passt die etwas mürrische Art des Commissario Grauner, der die Lebenseinstellung eines Dorfbewohners überzeugend darstellt und den Flair gut übermittelt.

Es gibt mehrere Handlungsstränge, die nach und nach ein Gesamtbild ergeben und für mich bisweilen etwas anstrengend zu lesen und zu entschlüsseln waren. Teilweise kommen viele neue Informationen hinzu und diese zu sortieren und ordnen war für mich nicht ganz leicht, was womöglich daran liegt, dass ich die Vorgänger nicht kenne und nicht so vertraut mit den Charakteren und ihrer Vergangenheit bin. Die Spannung baut sich nur sehr langsam und gemächlich auf was gut zur Dorfidylle passt und insgesamt ein stimmiges Bild aufgibt. Am Ende führen alle Stränge zusammen und ergeben ein schlüssiges Gesamtbild der Ermittlungen und Informationen, auch wenn es mir manchmal zu langsam voranging und der Spannungsbogen hätte höher sein können. Trotzdem konnte mich das Buch unterhalten, wenn auch nicht fesseln.

Veröffentlicht am 31.12.2020

Leicht verwirrender Thriller

Hexenjäger
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Ein Mörder treibt in einer finnischen Stadt sein Unwesen, indem er Menschen nach dem Muster einer Besteller-Trilogie umbringt, die als Thematik "Hexen" bzw. "Hexenverfolgung" thematisiert (Stichwort: Malleus ...

Ein Mörder treibt in einer finnischen Stadt sein Unwesen, indem er Menschen nach dem Muster einer Besteller-Trilogie umbringt, die als Thematik "Hexen" bzw. "Hexenverfolgung" thematisiert (Stichwort: Malleus maleficarum). Die Ermittlerin Jessica Niemi befasst sich mit dem Fall und muss bald feststellen, dass der Täter es auf sie abgesehen hat...

Der Anfang ist überaus spannend, da es gleich zu einem Mord kommt und die Umstände mehr als ungewöhnlich sind und viele Fragen aufwerfen. Die Ermittlungen streiten schnell voran und bald häufen sich die Ungereimtheiten. Die Zeitsprünge haben mich anfangs verwirrt und irritiert, bis ich verstanden habe, dass es sich um die Vergangenheit von Jessica handelt. Auch wenn diese Situationen nichts mit dem Mordfall zu tun haben, gibt es eine schwache Verbindung zu einem der anderen Ermittler von Jessica, den ein schweres Schicksal ereilt und darin die Begründung der Erzählung liegt, wie ich vermute. Einige Szenen in denen Jessica alleine ist und etwas sieht und hört, was nicht vorhanden ist, haben mich auch ratlos zurückgelassen und mir erschließt sich immer noch nicht wo da der Sinn ist.

Das Ende ist ebenfalls verwirrend und letztendlich werden die Motive der Morde nur oberflächlich aufgeklärt und auch nur, wenn man sich als Leser diese selber zusammenreimt, denn viele Informationen werden nicht gegeben, was ich etwas unbefriedigend finde.

Fazit. Ein anfänglich aufregender und fesselnder Thriller, der am Ende jedoch nur verwirrend ist und sich in vielen Punkten nicht aufklärt.

Veröffentlicht am 17.08.2020

Ein Cyberpunk-Thriller mit Potenzial

Mars Ultor
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Im Jahre 2079 besteht die Welt aus fünfzehn großen Städten, die von mächtigen Konzernen in vielerlei Hinsicht kontrolliert werden. In einem dieser Konzerne wurde David Dener als Soldat zur Sicherung und ...

Im Jahre 2079 besteht die Welt aus fünfzehn großen Städten, die von mächtigen Konzernen in vielerlei Hinsicht kontrolliert werden. In einem dieser Konzerne wurde David Dener als Soldat zur Sicherung und Ausführung konzerninterner Missionen angeheuert und leitet ein Team. Seine Mission führt ihn auf eine riskante Reise zur Mars, die als "neue" Erde für das Leben der Menschheit auserkoren wurde, die am ökologisches Abgrund steht. Doch die Interessen des Konzerns bleiben weitestgehend verborgen und David beginnt an ihren Zielen zu zweifeln. Möchte er diese um jeden Preis unterstützen, auch wenn er dabei gegen eigene Prinzipien verstößt?

Die Welt wird anfangs in kleinen Häppchen beschrieben, während die Handlung sich entwickelt, sodass nicht zu viel auf einmal preisgegeben wird und die Geschichte sich in seitenlangen Beschreibungen ergießt, die langweilen. Gleichzeitig schreitet die Handlung schnell voran und der Autor bezieht sich auf das Wesentliche. Im Großen und Ganzen befürworte ich eine zügig erzählte Geschichte, nur hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass die einzelnen Situationen zu schnell abgehandelt wurden und sie keinen Platz zum Entfalten hatten, damit ich ganz in die Geschichte abtauchen konnte. Damit hängt zusammen, dass ich mich auf emotionaler Ebene oftmals nicht mit den Charakteren verbunden gefühlt habe und mich einige Geschehnisse nicht mitgenommen haben. Auf rationaler Ebene waren die Handlungen und Gedanken nachvollziehbar, nur konnte ich nicht mit den Charakteren mitfiebern und mich fesseln lassen, was ich auf das zügige Tempo schiebe. So bleiben sie leider größtenteils blass und oberflächlich.

Die Cyberpunk-Elemente waren für mich mit Abstand am interessantesten und ich lechzte geradezu nach weiteren Informationen zu dieser Welt. Da hoffe ich auf mehr Informationen und Erklärungen.

Die Geschichte hat mehrere Gelenkstellen, welche die Handlung in eine unerwartete und spannende Richtung lenken und viel Freiraum für Spekulationen lassen. Die Geheimnistuerei von Seiten des Konzerns bringt viel Spannung und Ungewissheit in die Geschichte und macht es dadurch aufregender. Bis zum Ende wird nicht alles geklärt und einige Geheimnisse bleiben geheim bzw. werden nur in Ansätzen geklärt, weswegen ich gerne erfahren würde wie es weitergeht.

Fazit: Eine interessante Geschichte mit tollen Cyberpunk-Elementen und unerwarteten Wendungen, die allerdings mehr Potenzial gehabt hätte und aus der man mehr hätte machen können. Nichtsdestotrotz kann ich das Buch empfehlen und sehe noch viel Potenzial in der Geschichte.

Veröffentlicht am 09.08.2020

Unterhaltung für zwischendurch

Unser Mathelehrer unterrichtet von draußen - damit er dabei rauchen kann!
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Dieses kleine Büchlein ist in 12 Unterkapitel unterteilt, die von verrückten Aktionen bis zur Typologie von Lehrkräften reichen und dabei nicht nur die Perspektiven der Schüler und Schülerinnen, sondern ...

Dieses kleine Büchlein ist in 12 Unterkapitel unterteilt, die von verrückten Aktionen bis zur Typologie von Lehrkräften reichen und dabei nicht nur die Perspektiven der Schüler und Schülerinnen, sondern auch die von Lehrerkollegen einnehmen und aus ihrer Sichtweise und ihren Erfahrungen berichten. Das Kapitel über Schulrecht war für mich persönlich sehr interessant und hat die ein oder andere Wissenslücke gefüllt.

Einige Situationen und/oder Sprüche sind makaber, etwas verrückt, andere schon ziemlich demütigend und verletzend. Dabei gehen solche Sprüche nicht unbedingt von Lehrkräften aus, sondern durchaus auch von Schülern und Schülerinnen auf Kosten der Lehrkräften. Die meisten sind jedoch sehr komisch und tragen zur Unterhaltung bei beim Lesen.

Die Bandbreite und die Einordnungen in die Unterkapitel sind sehr breit gefächert und decken alle möglichen Bereiche ab und bieten eine Fülle an kuriosen, lustigen oder grenzenüberschreitenden Szenen. Bei manchen fragte ich mich wie man dieses oder jenes nur sagen oder tun könnte und konnte darüber nur den Kopf schütteln.

Fazit: Eine locker-leichte Lektüre voll Humor, spricht allerdings auch ernste Themen an. Nette Unterhaltung für zwischendurch.