Tolle „Einsteiger“-Dystopie mit aktueller Thematik
New Earth ProjectNew York 2125. Die Erde ist aufgrund des Klimawandels und der Umweltverschmutzung stark geschädigt und nur noch eingeschränkt bewohnbar. Während sich die Reichen in die Kuppeln zurückgezogen haben, ...
New York 2125. Die Erde ist aufgrund des Klimawandels und der Umweltverschmutzung stark geschädigt und nur noch eingeschränkt bewohnbar. Während sich die Reichen in die Kuppeln zurückgezogen haben, in denen eine künstliche Sonne scheint und perfekte Lebensbedingungen herrschen und keine Sorgen haben, lebt der arme Teil der Bevölkerung dicht gedrängt in den Water-Zones in den Trümmern New Yorks. So auch die junge Isis zusammen mit ihrer Familie. Isis hat es als eine der Wenigen geschafft, einen Platz an der gemischten Schule zu bekommen, wo Arme und Reiche zusammen lernen. Denn nur so hat sie die Möglichkeit auf ein besseres Leben. Dort trifft sie auch auf Orion Parker, dem Sohn des Gründers des New Earth Projects. Jede Woche werden eine Million Menschen auf eine Reise ins All geschickt. Das Ziel? Ein neuer Planet und die Hoffnung auf ein besseres Leben.
Eines Tages gewinnt Isis‘ Familie ein Ticket für die Reise nach New Earth, doch dann entdeckt Orion, dass das Projekt nicht das zu sein scheint, was es vorgibt.
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Die Idee des Buches fand ich sehr interessant und auch in der Umsetzung sehr gelungen, so wurde besonders die Zwei-Klassen-Gesellschaft toll dargestellt und die Unterschiede waren stets greifbar und die innere Zerrissenheit von Isis und Orion, als die beiden sich näher kamen, wurde sehr deutlich und eindrücklich dargestellt.
Ebenso wurde auch das New York der Zukunft wunderbar bildhaft beschrieben, besonders die Water Zone mit einer großen Bildgewalt beschrieben, so dass sich beim Lesen erschreckende Bilder vor meinem inneren Auge abgezeichnet haben.
Die Protagonisten Isis und Orion waren mir von Anfang sympathisch und wirkten auch sehr authentisch in ihren Handlungen und Gedanken.
Besonders mit Isis, einem klugen und starken jungen Mädchen, konnte ich gut mitfühlen. Ihre Gefühlswelt wurde wunderbar authentisch und detailliert dargestellt, wodurch man ihre Gedankengänge und Handlungen sehr gut nachvollziehen konnte.
Auch Orion fand ich sehr interessant, besonders mit Blick auf seine Charakterentwicklung, die er ihm Laufe der Geschichte durchgemacht hat. Auch seine innere Zerrissenheit, die durch die Nähe zu Isis entstand, wurde wirklich toll dargestellt. Allerdings fehlte es mir bei ihm manchmal etwas an Tiefe, obwohl seine Handlungen und Gedanken nicht minder durchdacht wirkten.
Die Liebesgeschichte, die sich zwischen Isis und Orion anbahnt, hat sich zwar recht schnell aufgebaut, jedoch steht sie nicht im Mittelpunkt der Geschichte, sondern entwickelt sich parallel und auch eher indirekt, was ich wirklich angenehm fand.
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Der Schreibstil war sehr angenehmen und ließ sich flüssig lesen. Dadurch, dass das Buch sich eher an eine jüngere Zielgruppe richtet, war auch die Erzählweise etwas einfacher gehalten, jedoch tat dies der Spannung und Eindrücklichkeit keinen Abbruch.
Toll fand ich auch, dass die Geschichte aus mehreren Perspektiven geschrieben wurde.
Dadurch, dass sich das Buch eher an jüngere Leser richtet, hatte ich schnell eine Vermutung welches Problem sich auftun wird und das Ende kam nicht sehr überraschend, trotzdem war die Entwicklung sehr interessant und spannend.
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Obwohl die Geschichte sehr schnelllebig ist, fühlt man sich als Leser nicht gehetzt und hat auch nicht das Gefühl, dass man etwas verpassen würde oder das irgendetwas fehlen würde, sonder es ergibt sich ein herrlich abgerundetes Bild.
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Moitet schafft es mit „New Earth Project - Tödliche Hoffnung“ einem auf subtile Art den Spiegel vor zu halten und zeichnet ein erschreckendes Zukunftsbild, dass leider auch nicht allzu weit hergeholt wirkt.
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Ingesamt handelt es sich um eine wirklich gelungene Dystopie, die mich von Anfang an in ihren Bann gezogen hat und mich förmlich an die Seiten gefesselt hat.
Zwar war zwar einiges für mich etwas vorhersehbar, aber jüngere Leser werden sicherlich großen Gefallen an der Geschichte finden und hoffentlich auch etwas Wertvolles daraus für sich mitnehmen.