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Veröffentlicht am 05.05.2026

Locker und unterhaltsam geschrieben, was mich leider nicht über die Lücken in der Handlung hinwegtäuschen konnte.

Picking Daisies on Sundays
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"Mein Herz wurde unzählige Male von der selben Hand gebrochen, aber ich würde es noch einmal zulassen, wenn diese Hand dir gehört."
Kapitel 37
Vier Jahre ist es her, seit Dani von einem Tag auf den anderen ...

"Mein Herz wurde unzählige Male von der selben Hand gebrochen, aber ich würde es noch einmal zulassen, wenn diese Hand dir gehört."
Kapitel 37
Vier Jahre ist es her, seit Dani von einem Tag auf den anderen aus Levis Leben verschwand - weil er ihr das Herz gebrochen hat. Als sie sich unvermittelt in einer Bar wiedersehen und er sie ungefragt zu seiner Fake-Freundin macht, kommen all die unterdrückten Gefühle wieder in ihr hoch. Ihre Liebe zu ihm, die Enttäuschung über seinen Verrat, die Trauer. Dani spielt die Rolle mit und willigt schließlich ein, Levi zur Hochzeit seiner Schwester zu begleiten. Dazu gehören einige Verpflichtungen und auch gemeinsame Essen mit seiner Familie. Hier begann es für mich schon zu stocken. Seine jüngeren Zwillingsschwestern sind acht, haben Dani vier Jahre nicht gesehen, scheinen sie aber weder vergessen zu haben, noch sauer zu sein, weil Dani damals nicht nur Levi, sondern auch die 4jährigen Zwillinge hinter sich ließ.
Dani möchte an eine renommierte Modeschule, schließt gerade die letzten Designs ab, aber irgendwie scheint ihr Inspirationsfluss ins Stocken geraten zu sein. Sie kann anscheinend nur richtig kreativ arbeiten, wenn sie verletzt und gekränkt ist. Gut, dass ihr Levi einigen Anlass zu Missverständnissen gibt und sie so wieder neue Ideen hat. Generell wirkt Dani sehr unrund, sie hat massive Selbstwertprobleme, auch durch Levis Verrat damals. Nun scheint ausgerechnet er sie zu heilen, mehr braucht es dafür nicht. Dani ist sprunghaft und wirkt manchmal unreif, fast kindlich, in ihrem Verhalten aber auch in ihren Designs.
Als Dani bedrängt wird, setzt sie sich zwar im ersten Moment zur Wehr, aber es sind Levi und ihre Mutter, die für Konsequenzen sorgen. An diesem Punkt hatte ich das Gefühl, Dani ist maximal 15 und nicht 20.
Levi wirkt insgesamt reifer und überlegter, er möchte sich für eine gut bezahlte Stelle bewerben. Nicht, weil es das ist, was er machen möchte, sondern um finanziell so gut abgesichert zu sein, dass er seine Mutter und die kleinen Schwestern unterstützen kann, wenn das nötig werden sollte. Einerseits wird er von Dani und ihren Freundinnen als Traumtyp, andererseits ist er sehr schüchtern. Anscheinend ganz anders als früher an der Highschool, warum das so ist, wird leider nicht aufgelöst.
In kurzen Einschüben erfahren wir immer wieder von Levis Gefühlen, trotzdem bleiben sie mir zu diffus und bei mir kam wenig Prickeln zwischen den beiden auf. Sie finden zwar anscheinend nahtlos in das vertraute Verhältnis von damals zurück, und obwohl sie sich gegenseitig sehr verletzt haben, scheinen sie sich nicht böse zu sein. Der Humor zwischen ihnen, aber auch zwischen Dani und ihren Freundinnen, kam dafür gut rüber und hat auch mich einige Male zum Schmunzeln gebracht.
Dani und Levi haben beide ihren Vater verloren, ein Element, das sie verbindet. Für mein Gefühl wurde dies zwar als emotionalen Klebstoff zwischen den beiden benutzt, aber nicht in dem Maße aufgegriffen und verarbeitet, wie es nötig gewesen wäre. Eine weitere ungenutzt Chance, dem Roman etwas mehr Tiefe zu verleihen. Generell werden einige schwere Themen angekratzt, aber nicht genügend aufgearbeitet.
"Picking Daisies on Sundays" ist locker und temporeich erzählt, das holt einige Bewertungspunkte. Zwischen Näheinheiten und Aktivitäten rund um die Hochzeit kam mir aber das grundlegende Verhältnis zwischen den beiden und das Aufarbeiten der Vergangenheit zu kurz.
Es ist ein schmaler Grad zwischen romantischen Gesten und übergriffigem Verhalten, gerade zum Ende hin wurde dieser für mich massiv überschritten.
Levi trifft grundlegende Entscheidungen für sie beide, ohne einmal mit Dani darüber zu reden. Obwohl sie sich ohne Worte zu verstehen scheinen, bleibt eine Distanz und Unfähigkeit, die Geschehnisse von damals und Missverständnisse von heute anzusprechen.
Das Hörbuch wird von Sabine Menne und (kurze Teile) von Sebastian Seidel gesprochen. Ich finde, Sabine Menne hat wirklich ganze Arbeit geleistet und die Geschehnisse und Gefühle sehr gut rübergebracht.
Fazit:
Locker und unterhaltsam geschrieben, was mich leider nicht über die Lücken in der Handlung hinwegtäuschen konnte.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Was eine lustige Weihnachtsromanze verspricht, zieht sich.

How My Neighbor Stole Christmas
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"In der Liebe und beim Weihnachts-Tingeltangel ist alles erlaubt, richtig?"
Kapitel 8, Cole
Nach 10 Jahren kehren Storee und ihre Schwester Taran zurück nach Kringletown, um ihre Tante nach einem Sturz ...

"In der Liebe und beim Weihnachts-Tingeltangel ist alles erlaubt, richtig?"
Kapitel 8, Cole
Nach 10 Jahren kehren Storee und ihre Schwester Taran zurück nach Kringletown, um ihre Tante nach einem Sturz zu unterstützen. Doch Tante Cindy hat andere Pläne: Storee soll statt ihr am Kringle-Wettbewerb teilnehmen und ihr endlich den ersten Platz erobern!
Kringletown liebt Weihnachten und zelebriert es wie kein anderer Ort! Der Bewerb ist der Höhepunkt, da werden Zuckerstangen gezogen, Stollen gebacken, Geschenke verpackt und Weihnachtssocken genäht. Und dazu gehören auch Auftritte auf der Bühne, was Storee seit einem schrecklichen Erlebnis vor 10 Jahren Angstschauer über den Rücken jagt.
Als Cole, der Nachbarsjunge, mit dem Storee früher befreundet war, von Storees Teilnahme erfährt, ist klar: Er als Weihnachtsmuffel wird auch an dem Bewerb teilnehmen und ihn gewinnen, denn Storee gönnt er den Sieg sicher nicht!
Hach, was für wunderschöne Elemente! Ein Ort, der sich mit Haut und Haaren den Weihnachtsfeierlichkeiten verschrieben hat, Freunde, die zu Feinden wurden und sich in einem weihnachtlichen Duell messen, heiße Schokolade. Ich habe mich so auf die Geschichte gefreut!
Schon beim Loslesen musste ich schmunzeln, denn wie im Grinch läutet eine Erzählerin die Kapitel ein, verrät in Reimen, was nun passieren wird - und interagiert dabei mit Cole. Diese Teile empfand ich als sehr unterhaltsam und gut gemacht.
Tja, leider hat sie der Rest dann schlimmer gezogen als der Zucker, der am Haken hängt. Kurz nach der Hälfte wurde auch den Protagonisten klar, was der geneigte Leser von Beginn an weiß, dass sie eigentlich zusammengehören. Als ich mir dann dachte, was kommt jetzt noch, kippte der Roman plötzlich in ein ganz anderes Genre. Jetzt bin ich ohnehin kein großer Fan von spicy Szenen, aber von Spemmafäden, die in Münder ... ich erspare euch die Details (und nein, es ist kein Tippfehler, ich will nur nicht, dass die Rezi gesperrt wird). Und selbst Fans von pikanteren Szenen wollen in einem lustigen Weihnachts-Liebesroman wohl kaum von ledernen Rentier-Zaumzeugen lesen, die als Fesseln benutzt werden. Ich empfand es einfach nur als skurril und unnötigen Seitenfüller.
Wie immer sorgen diese Begegnungen auf einmal für große Liebe und tiefe Verbundenheit, was ich noch nie verstanden habe. Dann noch die üblichen und vorhersehbaren Verwicklungen, gähn.
Am Ende tritt der Wettbewerb in den Hintergrund, und Tante Cindy überrascht noch mit einer Offenbarung, mit der ich wirklich nicht gerechnet habe. Für mich war sie weder glaubwürdig noch nötig.
Bei all den vielen Seiten blieben die Protagonisten für mich trotzdem flach. Vor allem Storees Schwester Taran und ihre Beweggründe konnte ich nicht nachvollziehen.
Meins wars leider gar nicht.
Fazit:
Was eine lustige Weihnachtsromanze verspricht, zieht sich, die Protagonisten bleiben flach, dafür wird nicht mit spicy Szenen gespart - meins wars nicht.

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Veröffentlicht am 15.11.2023

Ein Winter(Alb)traum in Kanada. Nicht überzeugend.

Wintertraum in Kanada
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"Es ist wunderschön", sagte Sara ehrfurchtsvoll.
"Wenn du einmal dein Herz an Kanada verloren hast, bekommst du es nie mehr zurück", erwiderte Winnie.

Und so ist es. Nach einem Urlaub in Kanada steht ...

"Es ist wunderschön", sagte Sara ehrfurchtsvoll.
"Wenn du einmal dein Herz an Kanada verloren hast, bekommst du es nie mehr zurück", erwiderte Winnie.

Und so ist es. Nach einem Urlaub in Kanada steht für Sara und Paul fest: Sie wollen auswandern. Doch erst müssen sie das Saras dominanter Mutter beibringen.
Im Internet kaufen sie ein Haus an einem bezaubernden See. Doch bei ihrer Ankunft stellt sich heraus: Es ist eine Bruchbude, eigentlich unbewohnbar. Nichts desto trotz versuchen sie, dort zu bleiben. Und rasch füllen auch Freunde und Familie das Haus, während sich Sara und Paul immer mehr entfremden.
Was habe ich mich auf die Geschichte gefreut! Auswandern nach Kanada, Schnee, gefrorene Seen, Winterwonderland! Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen. Die Protagonisten sind sehr flach, vor allem Saras Eltern konnte ich bis zuletzt nicht greifen.
Vor allem Mutter Jeanette, die über jedes Maß hinaus im Leben ihrer Töchter mitmischt, Sara eine große Hochzeit aufnötigt und ständig alle Grenzen überschreitet, ohne dass ihr jemand wirklich Einhalt gebietet.
Dazu das Haus am See ... jeder Sachverständige, Statiker oder Handwerker würde es sofort wegen Gefahr im Verzug räumen lassen. Die Mängel und wie damit umgegangen wird, ist einfach nicht stimmig oder glaubwürdig, dafür grob fahrlässig.
Im Umkreis gibt es nur einen Handwerker, der zwar ewig nicht erscheint. Als er dann aber kommt, ist er alles: Heizungstechniker, Installateur, Elektriker, bis zur Kaminsanierung scheint er überall der Fachmann zu sein.
Dass immer mehr Menschen die Aufforderung, sie doch zu besuchen, wahrgenommen haben, hat ja eigentlich Potential für unterhaltsame Szenen. Doch irgendwie wirkte es auf mich wie bei einem Bauerntheater, bei dem kurz vor dem Überraschungsende alle Protagonisten die Bühne füllen.
Auch hier kam das Ende überraschend. Die Enfremdung von Sara und Paul scheint schlagartig mit dem Umzug zu beginnen und löst sich nach einigen Geheimnissen quasi über Nacht.
So wurde aus dem Traum vom Auswandern ein Albtraum, der mich leider nicht überzeugt hat.
Schön hingegen waren die Beschreibungen des Landes, die Eigenheiten der Bewohner und ihr Zusammenhalt. Davon hätte ich gerne etwas mehr gehabt, dafür weniger Drama.
Fazit: Ein Winter(Alb)traum in Kanada. Nicht überzeugend.

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Veröffentlicht am 12.08.2022

Etwas langatmig und anstrengend

Zitronensonne
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„Warum ich nicht verzweifle? Wegen Quinto. Er macht mir Mut, er treibt mich an. Irgendwann möchte ich mal so kochen wie er. So raffiniert, so kreativ, so verrückt. Egal ob im Foodtruck oder zu Hause für ...

„Warum ich nicht verzweifle? Wegen Quinto. Er macht mir Mut, er treibt mich an. Irgendwann möchte ich mal so kochen wie er. So raffiniert, so kreativ, so verrückt. Egal ob im Foodtruck oder zu Hause für Freunde. Das ist mein Ziel!“

Und eigentlich ist die Lage gerade wirklich zum Verzweifeln! Romy hat so lange darauf hingearbeitet, in ihrem Foodtruck zu kochen. Liebevoll hat sie ihn umgebaut und gestaltet, ihre „Suppenfee“. Doch das Konzept will nicht so richtig aufgehen, gerade im Sommer hält sich der Umsatz in Grenzen. Als ihr der Stellplatz gekündigt wird, und gleich darauf auch noch ihr Freund sie verlässt, kann es wohl kaum tiefer gehen… Doch Romy gibt nicht auf. Als sich die Chance ergibt, mit ihrer Suppenfee doch noch nach Italien zu fahren, auf den Spuren von Quinto, dem mysteriösen Koch, greift sie zu. Dass dafür Leonard, der Besitzer des Foodtrucks neben ihr, mitfahren muss, nimmt sie in Kauf. Und so jagen die beiden auf den Spuren Quintos quer durchs Land…
Was nach einem Sommer-Liebes-Roadtrip-Roman klingt, war für mich in der Hörbuchfassung eine echte Herausforderung. Ich versuche, objektiv zu bleiben, aber für mein Empfinden schwankte die Stimme der Sprecherin zwischen genervt und gelangweilt. Und genauso kam die Geschichte dann auch bei mir an. Langatmig, mit vorhersehbaren und unnötigen Verwirrungen und einer Protagonistin, mit der ich nicht warm wurde.
Wo fange ich an? Romy weiß, dass Suppen im Sommer schwierig sind, aber warum sollte man dann das Konzept ändern, wenn man doch auch in Schulden rutschen kann? Leonard scheint der Antikoch zu sein, sein aufgesetzter italienischer Akzent kann seine schlechten Gerichte wohl kaum aufwerten, trotzdem macht er mehr Umsatz als sie. Als sie dann auch noch der Freund verlässt, fixiert sich Romy auf Italien – und ihren Blog, in dem sie über Quinto schreibt und versucht, sein Geheimnis zu lüften. Der Blog selbst hat mir Spaß gemacht, das Thema… Ich war nie ein klassisches Fangirl, eine Band ansehen, die ich mag, ja, sofort, aber alles tapezieren etc., nö. Und so tat ich mir mit ihrer Fixiertheit auf Quinto etwas schwer. Dass sie dabei andere dauernd für sich einspannt, fand ich unverschämt und ihre Art kam oft nervig rüber.
Das Buch ist auch durchzogen von WhattsApp-Verläufen. Beim ersten war ich total verwirrt, habe am Hörbuch vor- und zurückgedrückt, weil ich glaubte, etwas versäumt zu haben. Vielleicht hätte hier ein kurzes Wort zu Beginn (zB „Chatverlauf“) für Klarheit gesorgt. Wer da hin und her schreibt, erfährt man erst spät und dabei wird versucht, auch noch etwas Drama in die Geschichte zur bringen.
Die Reise der beiden führt uns quer durch Italien, dabei riechen wir Zitronen, betrachten Sehenswürdigkeiten aus der Ferne, das hat mir gut gefallen.
Ich frage mich, ob mir das Buch gelesen mehr Spaß bereitet hätte, so war es für mich langatmig und anstrengend.

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Veröffentlicht am 21.08.2020

In High Heels auf dem Land

Nur noch ein bisschen Glück
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„Auf der Höhe von Halmstad war sie in Panik geraten, als ihr aufging, dass sie sich tatsächlich mitten auf dem Land befand. Sie kannte niemanden hier und wusste kaum, wo dieses Hier war.“
Seite 23

Die ...

„Auf der Höhe von Halmstad war sie in Panik geraten, als ihr aufging, dass sie sich tatsächlich mitten auf dem Land befand. Sie kannte niemanden hier und wusste kaum, wo dieses Hier war.“
Seite 23

Die Stockholmerin Stella flieht nach einer Trennung planlos nach Laholm. In High Heels auf dem Land versucht sie, in der Hütte ihrer verstorbenen Großeltern wieder zu sich zu kommen – und vielleicht auch Hinweise auf ihren Vater zu finden, den sie nie kennen gelernt hat. Die toughe Halbinderin bekommt unerwartet Hilfe von ihrem Nachbarn Thor. Obwohl er als Witwer mit seiner Landwirtschaft und seinen halbwüchsigen Kindern schon genug um die Ohren hat, greift er ihr immer wieder unter die Arme.
Doch Stella hofft auf eine Ausbildung in New York – und möchte ihren Traum nicht noch einmal für einen Mann aufgeben…

„Nur noch ein bisschen Glück“ beginnt recht unterhaltsam auf dem Bahnhof von Laholm, wo Stella rasch klar wird, dass ihr Geld, ein Plan und vor allem die richtige Kleidung für ihr Abenteuer fehlen. Tapfer stellt sie sich den Herausforderungen, die das unterwartete Landleben an sie stellt, kommt ohne fließend Wasser und Strom gut aus und passt sich unverhofft schnell an.
Ich mag Stella, sie ist mit ihrer Herkunft, ihrer goldbraunen Haut und ihren weiblichen Rundungen eine Protagonistin, die vom Stereotyp abweicht. Obwohl Mode ihr Leben ist, packt sie doch kräftig an und beweist im Umgang mit ihren Mitmenschen viel mehr Gefühl, als man einem klassischen „Modepüppchen“ zutrauen würde. Und regt damit an, die eigenen Vorurteile mal wieder unter die Lupe zu nehmen. Auch die schwedische Landschaft, eine freche Ziege und Thors Kinder tragen zum Charme des Buches bei.
Die Autorin ist Psychologin und Verhaltenstherapeutin, und das spürt man immer wieder, sei es bei Geschwisterrivalitäten, unterschiedlicher Trauerbewältigung oder jugendlichem Fehlverhalten.
Leider geht das alles größtenteils verloren, denn die Geschichte konzentriert sich schnell auf die Anziehungskraft zwischen Stella und Thor. Obwohl ich bis zu Letzt nicht genau weiß, warum die beiden sich so gut verstehen, hangeln sie sich von einer schlecht formulierten/übersetzten Liebesszene zur nächsten.
Themen wie die Vatersuche, Probleme mit anderen Gutsherren, etc. treten so an den Rand bzw. werden gegen Ende rasch abgearbeitet. Das fühlte sich an, als hätte man mit aller Gewalt schnellstmöglich versucht, noch einen Haken hinter jeden Punkt setzen zu müssen.
Und so bleibt am Ende das Gefühl, dass hier tolle Protagonisten mit einer interessanten Vergangenheit auf dem Laken verheizt wurden. Schade…

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