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Veröffentlicht am 30.10.2025

Umfangreicher historischer Roman mit Abstrichen

Sieben Jahre
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In „Sieben Jahre“, dem neuen Roman von Tanja Kinkel, wird die Zeit des Siebenjährigen Krieges geschildert, von dem die meisten von uns vermutlich kaum oder gar nicht gehört haben – bisher.
Im Zentrum ...

In „Sieben Jahre“, dem neuen Roman von Tanja Kinkel, wird die Zeit des Siebenjährigen Krieges geschildert, von dem die meisten von uns vermutlich kaum oder gar nicht gehört haben – bisher.
Im Zentrum steht die preußische Königsfamilie, ihre zwischenmenschlichen Beziehungen sowie die Schlachten mit den feindlichen Allianzen.
Bewusst legt die Autorin einen Schwerpunkt auf Heinrich, einen jüngeren Bruder Friedrichs des Großen, der bisher aus historischer Sicht sehr im Schatten des Älteren stand und wenig Beachtung fand, in vielerlei Weise jedoch sowohl Spiegelbild als auch Antipol des berühmten Herrschers darstellt.

Damit ist eigentlich die Haupthandlung des Buches umfassend beschrieben. Es werden Schlachten und Gefechte chronologisch aneinander gereiht (jedoch kaum im Einzelnen im Verlauf beschrieben, immer nur im Vor- bzw. Nachhinein und zusammenfassend Ergebnisse und Bedeutung), es werden Allianzen geschlossen, tausende Menschen sterben, völlig umsonst. Ein sehr sinnloser Krieg und Symbol für den krankhaften Größenwahn vieler Herrscher durch die gesamte Menschheitsgeschichte hindurch.
Dies alles bildet mehr oder weniger den Hintergrund zu der komplexen konflikthaften Beziehung der beiden Brüder Friedrich und Heinrich, die in einem dysfunktionalen Elternhaus herangewachsen sind und ihrer beider Rollen ausfüllen müssen. Die Machtspiele zwischen den beiden stehen dabei im strategischen Taktieren ihrer politischen und militärischen Vorgehensweise in nichts nach.

Leider blieben für mich die beiden so zentralen Charaktere schwer greifbar und wurden nicht „lebendig“. Man erhält wenig Einblick auf die Gefühlsebene, eher nur auf die Gedanken- und Vernunftebene, bleibt aber als Leser meist doch sehr „ausgesperrt“. Viele Nebencharaktere bleiben sehr flach und blass. Wenige Figuren leuchten tatsächlich heraus, wie Lehnsdorff, Amalie und Hannibal, jedoch sind ihre Anteile an der Geschichte relativ gering.
Das Politische und Militärische, was bei der Schwerpunktsetzung zur Herausarbeitung der Beziehung zwischen Friedrich und Heinrich mehr als Szenenbild dienen sollte, rückt vom Umfang zu sehr in den Vordergrund und macht den Verlauf teilweise recht zäh und langatmig. Spannung kommt wenig auf, allein geschichtliches Interesse ist hier der vorantreibende Motivator, den Roman fertig zu lesen, der zeitweise mehr an ein Geschichtsbuch erinnert.

Was mich auch gestört und erstaunt hat, waren die doch nicht wenigen Tippfehler und auch grammatikalischen Fehler, über die ich immer wieder gestolpert bin. Das sollte bei einem so aufwendig herausgebrachten und teuren Buch eigentlich nicht der Fall sein.

Jedoch möchte ich nicht in Abrede stellen, wie viel minutiöse Recherchearbeit der geschichtlichen Hintergründe in diesem Werk steckt. Sicherlich ist es interessant, gerade für diejenigen, die schon einen gewissen Bezug zu der Zeit oder den Figuren haben. Ich weiß auch nicht, ob man diesen Stoff großartig spannender hätte darstellen können; eventuell etwas geraffter.
An sich ist das Buch stilistisch auch gut und flüssig verfasst, es wird sehr auf die damalige Sprache und Sprechweise eingegangen, was die Authentizität unterstreicht. Das gefällt mir richtig gut.

Alles in allem ein interessanter historischer Roman, der ein komplexes Thema zugänglich aufbereitet, jedoch aus meiner Sicht einige Schwächen mit sich bringt.

Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde erhalten; dies hat keine Auswirkung auf meine Bewertung.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Das Geheimnis der Siegelmeister

Der Siegelmeister
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Ein Großvater erzählt seinem Enkel namens Jonathan zum Einschlafen Geschichten über die sogenannten Siegelmeister. Jahre später, als der Enkel erwachsen ist und sich plötzlich dramatische Ereignisse häufen, ...

Ein Großvater erzählt seinem Enkel namens Jonathan zum Einschlafen Geschichten über die sogenannten Siegelmeister. Jahre später, als der Enkel erwachsen ist und sich plötzlich dramatische Ereignisse häufen, wird sein Weltbild erschüttert und er muss sich der Frage stellen: Was ist Dichtung, was ist Wahrheit? Gibt es die Siegelmeister, Magie und eine Anderswelt doch wirklich?

Das Buch ist in wenige größere Abschnitte mit mehreren kleineren Unterabschnitten unterteilt. Im ersten Teil erfährt der Leser im Rahmen der Gutenachtgeschichten die Entstehungsgeschichte des Siegelmeisterordens. Dieser Teil hat mir besonders gut gefallen, da die Rückblende auf die historischen Ereignisse spannend und unterhaltsam geschildert wurde.

Dann folgt die Handlung, als der Enkel bereits erwachsen ist, und es wird klar, dass der Großvater durchaus Geheimnisse hat. Es folgen einige dramatische Geschehnisse und es gibt einen dunklen unbekannten Gegner, dem sich der Enkel stellen muss, während er versucht, herauszufinden, was es mit den Siegelmeistern wirklich auf sich hat. (Ich möchte an dieser Stelle gar nicht zu viel vom Inhalt spoilern.)

Das Setting ist vielversprechend und die Hinführung auf das eigentliche Thema wird auch verständlich und interessant aufgebaut.

Der Schreibstil ist recht flüssig und unterhaltsam, Spannung und Witz fließen durchaus mit ein.

Gut gefällt mir die dargestellte liebevolle Beziehung zwischen Enkel und Opa; der Großvater ist als vielschichtiger, tiefgründiger Charakter dargestellt und auch Jonathan durchläuft eine Entwicklung, die man als Leser gut verfolgen und nachvollziehen kann. In den Erzählungen werden auch die dortigen beiden Hauptpersonen lebendig geschildert. Die übrigen Figuren bleiben jedoch sehr blass im Hintergrund und mir fiel es schwer, mir diese vorzustellen bzw. mich in diese hineinzufühlen.

Leider gibt es auch ein paar weitere Punkte, die mich etwas gestört haben.

Das Buch tappt meiner Meinung nach leider in eine häufig auftretende Fantasy-Falle: interne Logik. Auch wenn Magie im Spiel ist, müsste diese theoretisch auch logisch eingesetzt werden können; dies ist jedoch teilweise nicht der Fall. An mehreren Stellen habe ich mich gefragt, warum bestimmte Magie nicht, wie man erwarten könnte, wenn die Figuren durchdacht handeln würden, verwendet wurde; was jedoch vermutlich Buch und Handlung extrem verkürzt hätte.

Von der magischen Anderswelt bekommt man leider nur winzige Häppchen präsentiert, sie bleibt einem als Leser sonst jedoch größtenteils verschlossen; das fand ich sehr schade, da ich gerne mehr dort eingetaucht wäre. Allerdings liegt der Fokus sicher auf der Örtlichkeit Frankfurt, was auch von Vorneherein erkennbar ist. Es ist also nur mein persönlicher Geschmack, was das angeht, und daher kein objektiver Kritikgrund für die Bewertung.

Weiterhin wirkten meines Erachtens einige Dialoge, v.a. in der "Gegenwart", etwas unnatürlich, d.h. gestellt und hölzern. Damit meine ich, dass es schwer vorstellbar ist, dass sich jemand tatsächlich so unterhalten würde. Das störte etwas den Lesefluss.

Und was zusätzlich anzumerken ist: Das Korrektorat kam leider deutlich zu kurz oder wurde nicht richtig durchgeführt. Interpunktion ist durchgängig fehlerhaft und auch der ein oder andere grammatikalische Patzer ist durchgerutscht. Da sollte noch einmal nachgebessert werden, um die an sich tolle Geschichte aufzuwerten. Auch beim Layout sollte noch einmal Hand angelegt werden - manches ist verrutscht und Text abgeschnitten oder Leerzeichen zu wenig abgesetzt.

Das Ende mit der Auflösung des Buches ist ein leider schon vorher ein bisschen vorhersehbar und die entscheidenden Ereignisse sind für meinen Geschmack ein wenig zu schnell und auf wenigen Seiten abgehandelt worden. Jedoch ist die Geschichte an sich abgeschlossen, verweist aber auf eine Fortsetzung.

Für mich hat die Geschichte durchaus Potential und sie hat mich auch gut unterhalten. Jedoch wäre meiner Meinung nach mit einer gründlichen Überarbeitung deutlich mehr "herauszuholen".

Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde erhalten. Danke noch einmal dafür an den Verlag und den Autor, besonders für die handschriftliche Widmung, über die ich mich sehr gefreut habe!

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.02.2017

Schachnovelle

Schachnovelle
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Schachnovelle ist eine Novelle von Stefan Zweig.

Dr. B wird von der Gestapo festgesetzt. Das Einzige, wa sihm in einem kahlen Raum zur Beschäftigung verbleibt ist ein Buch über bekannte Schachpartien. ...

Schachnovelle ist eine Novelle von Stefan Zweig.

Dr. B wird von der Gestapo festgesetzt. Das Einzige, wa sihm in einem kahlen Raum zur Beschäftigung verbleibt ist ein Buch über bekannte Schachpartien. Dr. B steigert sich in Partien gegen sich selbst hiein, die nur in seinem Kopf stattfinden, und rutscht damit immer mehr in den psychischen Abgrund...

Auf wenigen Seiten gelingt es Zweig, ein ungewöhnliches Psychogramm zu erstellen, das den Leser mitreißt und verstört zurücklässt. Mit Absicht hält er Distanz zu seiner Figur, der er keinen richtigen Namen gibt. Die Erzählung ist leicht zu lesen, dennoch strengt es an. Schwere Kost.

Veröffentlicht am 03.02.2017

Bahnwärter Thiel

Bahnwärter Thiel. Studienausgabe
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Bahnwärter Thiel ist eine novellistische Studie von Gerhart Hauptmann.

Bahnwärter Thiel sucht sich nach dem Tod seiner gleibeten ersten Frau eine zweite. Diese jedoch unterdrückt ihn und misshandelt seinen ...

Bahnwärter Thiel ist eine novellistische Studie von Gerhart Hauptmann.

Bahnwärter Thiel sucht sich nach dem Tod seiner gleibeten ersten Frau eine zweite. Diese jedoch unterdrückt ihn und misshandelt seinen Sohn aus der ersten Ehe. Thiel ist unfähig, sich ihrer zu erwehren, steigert sich aber immer mehr in den Wahn hinein, und als wegen ihrer Unachtsamkeit sein Sohn stirbt, wird er zum Mörder...

Realitätsnah und schonungslos erzählt Hauptmann die psychische Entwicklung von Bahnwärter Thiel. Seine weiteren Figuren sind nicht sehr individuell, sondern haben ihren bestimmten Platz in der Erzählung. Trotz der recht sachlichen Sprache gelingt ein dramatisches Bild, wie aus Trauer Wahnsinn wird. Der Wahn über seine verstorbene erste Frau hätte aber ein bisschen besser dargestellt werden können.

Veröffentlicht am 03.02.2017

Die Pharaonin

Die Pharaonin
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Die Pharaonin ist ein Einzelroman von Philipp Vandenberg.

Der Roman handelt von Hatschepsut, die nach dem Tod ihres Mannes zur mächtigsten Frau Ägyptens avanciert. Sie liebt den Steinmetz Senenmut, der ...

Die Pharaonin ist ein Einzelroman von Philipp Vandenberg.

Der Roman handelt von Hatschepsut, die nach dem Tod ihres Mannes zur mächtigsten Frau Ägyptens avanciert. Sie liebt den Steinmetz Senenmut, der sein eLiebe zu ihr in Denkmälern ausdrückt.
Von Ehrgeiz zerfressen, versucht Hatschepsut, ihr männlichen Vorgänger in allen Belangen zu übertreffen, gerade nach dem Trauma, selbst keinen männlichen Nachfolger gebären zu können. Dabei zerstört sie rücksichtslos auch die Beziehung zu ihrem Geliebten und macht sich angreifbar für ihre Feinde...

Das Buch ist schwere Kost, da es unbarmherzig Gewalt zeigt, etwas zu übertrieben direkt und häufig. Sprachlich ist der hirstorische Roman gut umgesetzt, dem Genre entsprechend konsequent altertümlich. Das Portrait von Hatschepsut zeigt ihren interessanten Charakter und lässt die Geschichte um sie lebendig werden. Aber leider eben sehr anstrengend zu lesen.