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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.10.2020

Gehaltvoll und unterhaltsam

HERKUNFT
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"Erfinden und übertreiben, heute verdienst du sogar dein Geld damit." sagt die wundervolle Oma Kristina zum Autoren (S. 20). Das gibt schon das Motto vor: so ganz für wahre Münze sollte man diese autobiographische ...

"Erfinden und übertreiben, heute verdienst du sogar dein Geld damit." sagt die wundervolle Oma Kristina zum Autoren (S. 20). Das gibt schon das Motto vor: so ganz für wahre Münze sollte man diese autobiographische Geschichte, die sich keinem Genre wirklich zuordnen lässt, nicht nehmen. Saša Stanišić greift neben seiner Familiengeschichte auch Mythen auf, dichtet wohl auch selbst noch einiges dazu. Die Stimmung, die dadurch entsteht, gefällt mir sehr gut.
Dazu dann eine durch die Umwälzungen des 20. Jahrhundert geprägte Suche nach Heimat und Identität für mehrere Generationen.
Dabei springt der Autor episodenhaft zwischen den Zeiten und Orten hin und her – manch einem Leser mag da der rote Faden fehlen, aber für mich war das ok. Sprachlich ungewöhnlich, anders, gewitzt.
Ich fand es eine sowohl gehaltvolle als auch unterhaltsame Lektüre.

Veröffentlicht am 29.09.2020

Herrliche Ich-Erzählerin

Weit weg von Verona
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Jane Gardams Debüt aus dem Jahre 1971, das 2018 endlich auf Deutsch erschien, ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe – aber bestimmt nicht das letzte. Die 13-jährige Ich-Erzählerin Jessica ...

Jane Gardams Debüt aus dem Jahre 1971, das 2018 endlich auf Deutsch erschien, ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe – aber bestimmt nicht das letzte. Die 13-jährige Ich-Erzählerin Jessica ist wirklich einfach herrlich. Erfrischend ehrlich und gewitzt erzählt sie aus ihrem Alltag in einer chaotisch-liebevollen Familie in einem englischen Küstenstädtchen während des Zweiten Weltkrieges. Sie und ihre Familie habe ich lieb gewonnen und hätte gerne noch weiter von ihrem Leben während und nach dem Krieg erfahren. Das andere Personal des Buches blieb für mich etwas blass, was aber auch ok ist, wenn der Roman "nur" 238 Seiten hat.

Der Krieg ist da, wird aber von Jessica relativ gelassen hingenommen, was man mit ihrem Alter erklären kann. Ich fand das eine interessante Darstellung: weder zu düster noch zu unbeschwert.

Auch wenn der Verlag nicht müde wird, darauf hinzuweisen, dass Jessica immer die Wahrheit sagt, verschweigt sie aber scheinbar manches. Das wird in eher unauffälligen Nebensätzen klar, wo auf einmal auf etwas angespielt wird, von dem vorher nie die Rede war – etwas mysteriös. Der Hintergrund blieb für mich leider unklar, tat dem Lesegenuss aber keinen Abbruch.

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Veröffentlicht am 26.08.2020

Roadtrip zur Trauerbewältigung

Marianengraben
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"Marianengraben" – ein ungewöhnliches Buch, in dem immer wieder der zu frühe Tod geliebter Menschen thematisiert wird. Das könnte beim Lesen traurig machen oder gar deprimierend wirken, aber das ist hier ...

"Marianengraben" – ein ungewöhnliches Buch, in dem immer wieder der zu frühe Tod geliebter Menschen thematisiert wird. Das könnte beim Lesen traurig machen oder gar deprimierend wirken, aber das ist hier nicht der Fall. Der Autorin Jasmin Schreiber gelingt es in ihrem Roman-Debüt über den verrückten Roadtrip, den die Studentin Paula, der Rentner Helmut und die Schäferhündin Judy gemeinsam unternehmen, irgendwie, eine Leichtigkeit zu bewahren – teilweise sogar mit Witz – ohne dass sie das Thema Tod und Verlust ins Lächerliche zieht. Respekt dafür, eine solche Idee zu haben und die auch so gekonnt umzusetzen.
Ein vielversprechendes Debüt – ich werde die Autorin und ihr Werk im Blick behalten.

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Veröffentlicht am 29.07.2020

Gut!

Vom Ende der Einsamkeit
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Ein berührendes, schönes, gut geschriebenes Buch. Der Ich-Erzähler blieb mir dennoch etwas fremd, was aber nicht schlimm ist.

Ein berührendes, schönes, gut geschriebenes Buch. Der Ich-Erzähler blieb mir dennoch etwas fremd, was aber nicht schlimm ist.

Veröffentlicht am 13.07.2020

Zwischen Drama und Humor

Altes Land - Roman
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(Lektüre des Buches ohne vorher Klappentext/Zusammenfassungen/Rezensionen zu lesen)



Ich war (positiv) überrascht von der Mischung zwischen Drama und Humor in diesem Buch. Ich fand es eine sehr gelungene ...

(Lektüre des Buches ohne vorher Klappentext/Zusammenfassungen/Rezensionen zu lesen)



Ich war (positiv) überrascht von der Mischung zwischen Drama und Humor in diesem Buch. Ich fand es eine sehr gelungene Mischung und eine unterhaltsame, intelligente Lektüre.