Profilbild von favole_s

favole_s

Lesejury Star
offline

favole_s ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit favole_s über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.01.2023

Schwieriger Einstieg, aber es lohnt sich

Das neunte Haus
0

Alex Stern kann Graue (Geister) sehen. Als man ihr anbot, mit ihrer Fähigkeit an die Universität Yale zu kommen und in Ausbildung bei Haus Lethe zu gehen, nahm sie dies gern an. Doch dass es auch Magie ...

Alex Stern kann Graue (Geister) sehen. Als man ihr anbot, mit ihrer Fähigkeit an die Universität Yale zu kommen und in Ausbildung bei Haus Lethe zu gehen, nahm sie dies gern an. Doch dass es auch Magie wirklich gibt, ihr Mentor verschwindet und ein brutaler Mord geschieht, damit hatte sie so gar nicht gerechnet.
Alex ist ein spezieller Charakter und versucht in Yale ihr Leben auf die Reihe zu bekommen und ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Ihre einmalige Fähigkeit, Graue sehen zu können, hat es ihr nicht immer leicht gemacht und sie auf einen üblen Weg geführt.
Alex‘ eigensinniger Mentor Darlington lehrt sie ihre Aufgabe, die magischen Rituale der Häuser Yales zu überwachen.
Die Geschichte war für mich zu Beginn erst sehr verwirrend. Sie startet mit einer Situation, auf die die Handlung noch hinarbeitet und erzählt aus Alex- Ich-Perspektive, was jetzt passiert und aus Darlingtons Sicht, was in der Vergangenheit war und wie es zu seinem Verschwinden gekommen ist. Dabei schweift Alex in ihren Parts auch oft in die Vergangenheit ab. Auf diese Art lernt man diese beiden wichtigen Charaktere sehr gut kennen, wobei Darlington im aktuellen Geschehen verschwunden bleibt. Allerdings wird man so auch nur bruchstückhaft in die Welt der Verbindungshäuser und ihrer Magie eingeführt. Es dauert daher, bis man alle Zusammenhänge komplett erfasst und versteht.
Wenn man aber einmal richtig in der Geschichte angekommen ist, entwickelt sie einen wirklich starken Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Hinzu kommt hier noch der Mordfall, bei dem Alex sich natürlich einmischt, denn er steht definitv mit den Häusern in Verbindung. Hat man die Welt erst richtig verstanden, kommen trotzdem noch neue Erkenntnisse hinzu. Der Mordfall bleibt wunderbar undurchsichtig und selbst wenn Alex schon auf einer guten Spur ist, wird man am Ende doch noch ziemlich überrascht.
Alex ist dabei eine wirklich coole Socke und greift zu ungezogenen Maßnahmen, um ihre Ermittlung voranzutreiben.
Dies ist ein wirklich toller Urban-Fantasy-Roman, der einen spannenden Kriminalfall hat und eine Hauptfigur, die so gar nicht nach Yale passt und trotzdem ihren Wert beweist.
Einfach nur top, ich freue mich auf Band zwei und die Dinge, die man dort erleben wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.11.2021

Vampir meets High Fantasy ganz frei von Klischees

Minó - Die Vampir-Trilogie / Die Steine der Erlösung
0

Minó ist nun schon sehr lange ein Vampir und wünscht sich, wieder ein Mensch zu sein. Daher fackelt er auch nicht lange, als ihm der Magier Rondal seine Hilfe anbietet und dafür verlangt, dass Minó ihm ...

Minó ist nun schon sehr lange ein Vampir und wünscht sich, wieder ein Mensch zu sein. Daher fackelt er auch nicht lange, als ihm der Magier Rondal seine Hilfe anbietet und dafür verlangt, dass Minó ihm dafür ein magisches Buch und die drei Steine der Erlösung besorgen soll. Somit beginnt für ihn eine Reise quer durch Fehngau, auf der ihm allerdings leise Zweifel kommen. Welche Absichten hat Rondal wirklich und wieso versucht plötzlich der Dämon Arbaras Fehngau zu erobern?
Direkt am Anfang des Buches stecken wir zusammen mit Minó schon in seiner ersten Mission, dass Buch zu beschaffen. Der Schreibstil ist hier locker und flüssig und entführt uns in die fantastische Welt Fehngau. Ohne viel Drumherumgerede begeben wir uns mit dem Vampir auf seine Reise und lernen ihn schnell mögen. Minó ist schon ein echt cooler Typ. Er geht seinen Weg, trifft seine Entscheidungen schnell und obwohl er nicht so der kumpelige Typ ist, sehnt er sich doch manchmal nach einem Weggefährten für seine Reise. Dabei begegnen ihm auf dieser so einige andere Charaktere, die sich oft mysteriös und geheimnisvoll geben (und einen dabei echt in den Wahnsinn treiben können) oder sich als gute Freunde oder auch sehr nervig erweisen.
Obwohl Minó die Steine für seine Rückverwandlung in einen Menschen suchen will, wird er doch durch seine Mission auch irgendwie zum Helden gemacht, denn die Steine sollen es möglich machen, Arbaras wieder sicher wegzusperren. Somit ist der Vampir der einzige, der Fehngau noch retten kann, auch wenn das zu Beginn so gar nicht seine Absicht war.
Das Erzähltempo ist schon ziemlich schnell. Allerdings kommt so auch keine Langeweile auf und man sollte auch beachten, dass man hier ja quasi einen von drei Buchteilen in Händen hält. Der Autor hat nämlich ein ganz dickes Buch geschrieben und sich dann dazu entschlossen, es in drei Teile aufzuteilen. Dadurch muss man auch nicht lange auf die nächsten Teile warten. Zum Glück, denn das Ende ist hier ziemlich gemein und ich bin sehr gespannt darauf, wie es wohl weitergehen wird und welche Rollen die versteckten Andeutungen haben werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.09.2020

Mystisch und spannend, aber mit ungeklärten Fakten

Castle Rose
0

„Castle Rose“ entführt den Leser in eine Steampunk-Welt, in der der geheimnisvolle Aether zwar ein wundervoller Kraftstoff ist, allerdings auch eine große Gefahr birgt. Denn wer mit diesem grünen Rauch ...

„Castle Rose“ entführt den Leser in eine Steampunk-Welt, in der der geheimnisvolle Aether zwar ein wundervoller Kraftstoff ist, allerdings auch eine große Gefahr birgt. Denn wer mit diesem grünen Rauch in Berührung kommt, fällt in einen Schlaf, aus dem er nie wieder aufwacht.
Julianna Moore schlägt sich als Diebin und Fabrikarbeiterin durchs Leben. Ihr Vater ist ein Sleeper, ihre Mutter verschwunden und so lebt sie mit ihrem Bruder Jake in einer Wohnung, die sie kaum noch bezahlen kann. Als ihr Bruder schwer krank wird und die Behandlung unbezahlbar scheint, trifft sie auf Phoebe. Diese erzählt ihr, dass man im alten Schloss, Castle Rose, viel gute Beute machen könnte und so lässt sie sich darauf ein, dort zusammen mit Phoebe einzubrechen. Eine Entscheidung, die Überraschungen bereithält.
Die Geschichte wird aus Juliannas Sicht erzählt und man erhält zu Beginn direkt einen guten Einblick in diese Welt und die Stadt Tales End. Diese Welt nimmt einen sofort für sich ein und der Schreibstil ist wunderbar flüssig zu lesen. Die Seiten fliegen nur so dahin und man begleitet Julianna in allen Lebenslagen. Sie ist ein sympathisches Mädchen, das trotz ihres Wandels zur Diebin ein gutes Herz behalten hat. Sie liebt ihren Bruder über alles und würde alles für ihn tun.
Der Aether ist in vielen Steampunkwelten das wichtigste Stilmittel und auch hier kann niemand mehr ohne ihn leben. Dabei sollte eigentlich Kohle die Maschinen dieser Welt betreiben, doch beim Abbau ebendieser unter dem Königsschloss wurde der Aether freigesetzt und alle Arbeiter und die Menschen, die sich im Schloss aufhielten, wurden zu Sleepern. Doch da der Aether ein hervorragender Kraftstoff ist, wird nun dieser genutzt und Maschinenlecks stellen eine große Gefahr dar.
Das Schloss selbst ist ein verwunschener Ort geworden, den niemand seitdem mehr betreten hat. Einerseits aus Furcht vor dem freien Aether, einerseits aufgrund einer seltsamen Rosenhecke, die den Eingang zum Schloss versperrt. Das Buch hat daher eine gewisse Ähnlichkeit zum Märchen „Dornröschen“, doch ist es nicht der Prinz, der die Prinzessin weckt, sondern die Diebin die den Prinzen weckt, dabei kommt die Geschichte ohne großartige Liebesgeschichte aus. Die Handlung selbst bleibt durchweg spannend, man selbst stellt viele Vermutungen an, allerdings bleiben am Ende leider Fragen offen, die ich gerne beantwortet gehabt hätte.
Normalerweise lese ich Steampunk-Geschichten nicht so gerne, aber die Märchenthematik hat mich hier stark angesprochen. Der Steampunk rückt hier aber auch nicht sehr in den Vordergrund, es ist eher der Aether, der hier vordergründig thematisiert wird. Wenn Julianna durch die Stadt läuft, vergisst man auch manchmal, welche Besonderheit diese Welt hat. Der Steampunk wird hier eher in Gestalt von Aufzügen, verschiedenen Stadtebenen und den vielen Fabriken dargestellt. Und natürlich durch Anubis, das mechanische Gürteltier von Julianna. Von daher können hier auch Leser zugreifen, die sonst dem Steampunk gegenüber eher abgeneigt sind.
Alles in einem ist dies ein spannendes Buch mit einem Hauch von Märchenthematik, welches eine mehr als interessante Welt mit sehr sympathischen Charakteren bereithält. Die Idee, dem Aether einen neuen Charakter zu geben, finde ich sehr gut gelungen. Nur die offenen Fragen sorgen hier für einen Stern Abzug.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2026

Für Liebhaber queerer Geschichten

Prince of Blood and Roses
0

Dieses Buch klang für mich nach einer spannenden Vampirgeschichte, doch leider konnte mich die Handlung nicht vollends packen und ich wurde nicht so richtig mit den Charakteren warm. Während Leo für mich ...

Dieses Buch klang für mich nach einer spannenden Vampirgeschichte, doch leider konnte mich die Handlung nicht vollends packen und ich wurde nicht so richtig mit den Charakteren warm. Während Leo für mich noch recht nachvollziehbar in seinen Handlungen war und sich erst einmal an seinen neuen Lebensumstand gewöhnen musste, war Laurent für mich viel zu sprunghaft. Ich hab bei hm einfach nicht so richtig durchgeblickt und konnte nicht wirklich verstehen, warum er sich mal sanfter und liebevoll zeigt, nur im nächsten Moment wieder auf Abstand zu gehen.
Verständlich war für mich schon, dass er Leo mit seinem strengen Verhalten schützen wollte, aber ich fand es seltsam, dass er anscheinend dachte, Leo würde einfach so sein altes Leben hinter sich lassen und auch seinen menschlichen Liebhaber und besten Freund Francois mal eben so aufgeben. Da Leo hier mal eben in einer Nacht seine ganze Familie verlor, war für mich schon klar, dass er seinen besten Freund nicht auch direkt aufgibt.
Ansonsten fand ich das Setting sehr interessant, die Zeit der französischen Revolution gibt ein gefährliches Flair her und lässt viel Raum für zahlreiche Verschwörungen und Fädenzieher.
An sich gefiel ist dies eine recht interessante Geschichte, nur konnte ich eben nicht so viel mit den Hauptfiguren anfangen.
Für queere Vampirgeschichten-Liebhaber ist dieses Buch aber trotzdem eine Empfehlung.
Die anderen sehr positiven Rezensionen zeigen ja, dass nicht jeder mein Problem teilt. 😉

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2026

Ruhig und nicht ganz so spannend wie erwartet

A Dowry of Blood: Begehren. Obsession. Macht.
0

Von diesem Buch hatte ich mir irgendwie mehr erwartet, kann aber auch nicht so genau sagen was. Wir lesen hier über das Leben von Draculas erster vermeintlicher Braut Constanta. Dabei ist der Text aber ...

Von diesem Buch hatte ich mir irgendwie mehr erwartet, kann aber auch nicht so genau sagen was. Wir lesen hier über das Leben von Draculas erster vermeintlicher Braut Constanta. Dabei ist der Text aber aus ihrer Sicht eher in Form eines Geständnisses geschrieben und richtet sich an Dracula selbst. Damit ist dann auch direkt klar, dass es für Dracula schlussendlich nicht gut ausgehen wird.
Die Handlung verläuft hier sehr ruhig und erst zum Ende hin ergibt sich etwas Spannung. Die Intention des Buches ist eher die Darstellung von Constantas Entwicklung vom ängstlichen Geschöpf bis hin zur aufopfernden Beschützerin. Denn während der Zeit nimmt Dracula noch zwei weitere Personen nach und nach bei sich auf. Constanta durchlebt dadurch Phasen der Eifersucht und schlussendlich großer Liebe zu den neuen Familienmitgliedern. Zuerst kommt Magdalena, eine quirlige junge Frau und der junge Alexi, dem das Leben unter Draculas Dach schwerer fällt als den Frauen.
Das Zusammenleben mit Dracula ist eine wilde Mischung aus Liebe, Kontrolle, Leidenschaft und Eifersucht. Dracula hält seine Lieblinge klein, kontrolliert sie, versucht sie wenn nötig gegeneinander auszuspielen. Er nimmt ihnen ihr Selbstvertrauen und hält alle Geheimnisse des Vampirismus für sich. Doch Constanta entwickelt sich hier super weiter und wir begleiten sie auf ihrem Weg, wie sie versucht, sich und ihre Liebgewonnen zu befreien.
Gerade durch diesen Fokus auf Constantas Entwicklung bleibt es ein sehr ruhiger Roman, der Schreibstil in Form eines Geständnisses tut sein Übriges.
Bekannte Figuren und Ereignisse aus der Dracula-Erzählung von Bram Stoker kommen hier nur kurz zur Rede oder werden als übertriebene Erzählung eines Autors abgetan. Wer also darauf hofft, Verknüpfungen zum bekannten Roman herzustellen, wird hier enttäuscht.
Für mich war dieses Buch eine seichte Unterhaltung und schnell gelesen. Umgehauen hat es mich aber nicht.
Wer gerne ruhigere Geschichten liest und es mag, wenn persönliche Entwicklungen im Vordergrund stehen, kann hier beherzt zugreifen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere