Profilbild von kaeferchen

kaeferchen

Lesejury Star
offline

kaeferchen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit kaeferchen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2020

spannend, aber auch extrem brutal und grausam

Raum der Angst
0

Eigentlich sollte es ein geheimes, wissenschaftliches Experiment sein: sieben Personen mit bestimmten Charakterzügen und knifflige Escape-Room-Aufgaben. Doch relativ schnell müssen die Teilnehmer feststellen, ...

Eigentlich sollte es ein geheimes, wissenschaftliches Experiment sein: sieben Personen mit bestimmten Charakterzügen und knifflige Escape-Room-Aufgaben. Doch relativ schnell müssen die Teilnehmer feststellen, dass das Experiment viel extremer abläuft, als sie erwartet haben. Als der erste stirbt, wird aus Spaß Ernst…

Die Idee eines Escape-Room-Thrillers fand ich sehr spannend und der Einstieg in die Geschichte konnte mich durchaus begeistern. Sieben Personen, die für das geheime Experiment in die versteckten Räumlichkeiten geführt werden und beginnen, die ersten Lösungen zu finden. Ein entführtes Mädchen, dass plötzlich zu dieser Gruppe dazustößt. Und ein Professor, der vergeblich auf die Teilnehmer seines Experimentes wartet. Diese sind nämlich nie am Zielort angekommen. Doch in welchen Räumen stecken sie stattdessen und wer hat sie dorthin gebracht?

Die Geschichte wechselt zwischen den Erlebnissen der vermeintlichen Versuchsteilnehmer und den Ermittlungen der Polizei. Beide Handlungsstränge fand ich insgesamt spannend. Die Ermittlungen bringen immer neue Fragen ans Licht und machen es möglich, über die Zusammenhänge mitzurätseln.
Die Teilnehmer hingegen stecken bereits in Lebensgefahr und müssen schwierige Aufgaben bewältigen. Je weiter das „Experiment“ voranschreitet, desto brutaler, blutiger und grausamer werden die Ereignisse – und auch die Beschreibungen. Nichts für schwache Nerven.

Die Charaktere bleiben teilweise recht blass. Einige überleben auch einfach nicht lange genug, um mehr über sie zu erfahren. Gestört haben mich die Klischees, die bedient werden: So verhalten sich beispielsweise einige der Männer extrem sexistisch, während die Frauen sich mehr oder weniger bereitwillig in die Rolle des „schwächeren Geschlechts“ einfügen.

Die Ermittlungsarbeit konnte mich immer wieder überraschen, viele Zusammenhänge habe ich nicht kommen sehen. Teilweise empfand ich sie aber auch als etwas wirr und weit hergeholt. Hier und da bleiben Fragen offen.
Die Ereignisse im „Escape-Room“ kommen auch mit einigen Überraschungen daher, je länger die Geschichte dauert, desto vorhersehbarer werden allerdings einige Begebenheiten. Bis zum sehr dramatischen, wendungsreichen Finale.

Allerdings wirkt das Ende, als wäre hier Platz für eine Fortsetzung gelassen. Ganz abgeschlossen ist die Geschichte zumindest nicht.

Probleme bereitet hat mir teilweise der Schreibstil. Diesen empfand ich nicht immer ganz flüssig. Die Beschreibungen der Räume waren sehr anschaulich und bildhaft. In den ekligen Sequenzen fast schon zu bildhaft…

Fazit

Extrem brutal, blutig und grausam. Das Buch entwickelt sich zu einem Gemetzel wie in einem blutigen Horror-Film. Da ich die Zusammenhänge aber nicht habe kommen sehen, konnte mich die Story, trotz teils unsympathischer Figuren und einiger wirrer Verstrickungen, durchaus fesseln und mehrfach überraschen.

Veröffentlicht am 10.09.2020

Vorsicht mit der Altersempfehlung

Adresse unbekannt - Nominiert zum Deutschen Jugendliteraturpreis
0

Der fast 13-jährige Felix wohnt mit seiner Mutter in einem kleinen Bus. Vorrübergehend. Bis es im Job wieder besser läuft. Natürlich sollte möglichst niemand von Felix’ Wohnsituation erfahren. Das ist ...

Der fast 13-jährige Felix wohnt mit seiner Mutter in einem kleinen Bus. Vorrübergehend. Bis es im Job wieder besser läuft. Natürlich sollte möglichst niemand von Felix’ Wohnsituation erfahren. Das ist aber gar nicht so einfach, weil Felix nie Freunde zu sich nach Hause einladen kann. Letztlich sucht Felix nach einem Plan, wie er Geld verdienen kann, damit sie sich wieder eine Wohnung leisten können…

Ich habe das Buch über Vorablesen erhalten, wo als Altersempfehlung „ab 10 Jahre“ angegeben ist. Auf der Verlagsseite ist es ab 11 Jahren eingruppiert.
Beides halte ich für zu früh. Natürlich sind Kinder unterschiedlich reif, aber pauschal finde ich diese Einstufung wirklich schwierig. Die Gründe folgen:

Mit „spannend und voller Situationskomik“ wird das Buch beworben, die Geschichte als „abenteuerliches Versteckspiel“ bezeichnet. Dies weckt bei mir völlig andere Erwartungen.
Nun, spannend ist ein dehnbarer Begriff. Ein paar witzige Szenen gibt es durchaus, meist sind es eher skurrile Situationen, die für die Beteiligten eher unangenehm oder peinlich sind.
Ich fand das Buch vor allem sehr bedrückend. Und auch streckenweise hoffnungslos.
Felix kommt im Großen und Ganzen mit seiner Situation zurecht. Er liebt seine Mutter. Er will ihr glauben, dass die Situation bald besser wird. Und dann wird wieder alles „normal“. Doch die Monate ziehen ins Land, und es wird eben nicht besser. Stattdessen gerät Felix in allerlei komische, für ihn in der Regel aber wenig witzige, Situationen.

Astrid, Felix’ Mutter, lügt. Sie stiehlt. Sie betrügt. Felix will nicht lügen. Aber was bleibt ihm anderes übrig, wenn seine Freunde ihn besuchen wollen. Er will nicht stehlen. Aber er hat dauerhaft Hunger. Und er traut sich nicht, sich jemandem anzuvertrauen, da er Angst hat, von seiner Mutter getrennt und in eine Pflegefamilie gesteckt zu werden. Diese Sorge wird von seiner Mutter stetig geschürt, sodass Felix jedes Mal der Mut verlässt, wenn er sich eigentlich Hilfe suchen möchte.

Das ganze Thema der Wohnungslosigkeit – dafür zu sensibilisieren, dass Obdachlosigkeit nicht immer sofort ersichtlich ist – finde ich als Thema für ein Kinderbuch total interessant.
Eindrucksvoll und anschaulich wird dargestellt, mit welchen Tricks Felix arbeitet, um morgens frisch und sauber in der Schule zu erscheinen, aber auch welche Schwierigkeiten die Abwesenheit von Wasser oder einer Toilette ihm bereiten können. Und wie problematisch es ist, aus diesem Kreislauf wieder herauszukommen, da Vermieter einen Jobnachweis wollen, während Arbeitgeber eine Adresse benötigen.

Als wäre dieser Aspekt aber nicht schon genug schwere Kost, schwingen noch ganz viele andere ernste Themen in der Geschichte mit:
Depressionen, Prostitution, Trauer und Verlust… nicht alles wird explizit angesprochen, aber hier werden extrem viele Themen angedeutet, die dann kaum weiter bearbeitet werden.
[Ab hier einige Spoiler]
So erinnert sich Felix, wie er einst einen Anwalt zuhause angetroffen hat, während seine Mutter für diesen Geschäftstermin nur mit einem Bademantel bekleidet war. Diesen Anwalt erpresst Astrid später.
Felix schläft in der Bibliothek. Als er aufwacht, wird er von einem Mann beobachtet, der „sein Teil rausgeholt“ hatte.
Astrids Bruder wird mit 16 zuhause rausgeworfen, nachdem er sich geoutet hat. Um Geld zu verdienen, muss er Dinge tun, die er nicht möchte. Letztlich stirbt er an einer Überdosis.
Eines nachts rütteln betrunkene Männer am Bus, weil sie mit Astrid eine Party feiern wollen, um … ja was wollen sie wohl…

Als wäre die Situation der Wohnungslosigkeit und Astrids psychischer Zustand, der es ihr so schwer macht, wieder auf die Füße zu kommen, nicht schon genug, werden hier unglaublich viele kleine andere Themen am Rande angeschnitten und machen Felix’ ganze Lebenssituation umso brenzliger. Sicher mag hier auch ein Stück weit die Realität abgebildet werden. Astrid scheint in ihrem Umfeld und ihrer Vergangenheit allerdings ausnahmslos jedes Übel mitgenommen zu haben, das nur geht. Viele der Themen werden nur in kurzen Absätzen oder Nebensätzen erwähnt und finden dann keinerlei Beachtung mehr. Und die kleinen Leser/innen müssen dann mit diesen Infos, Andeutungen und Schrecken allein zurechtkommen.

Aber natürlich – oder zum Glück – ist in der Geschichte nicht alles negativ. Es geht auch um Freundschaft und Zusammenhalt. Um Nächstenliebe und Hoffnung. Und so hat die Geschichte, in der es einige Wendungen und noch andere kleine Dramen gibt, ein schönes Ende, das einen positiven Abschluss schafft.

Ich sehe das Buch eher als Jugendbuch ab 13/14 statt als Kinderbuch. Dafür spricht auch die regelmäßige Verwendung von Fremdwörtern (Antrophologie, Pseudojournalismus, investigativ…) sowie die teils komplexen Satzstrukturen. Hinzu kommen durch Felix’ schwedische Abstammung ein paar schwedische Ausdrücke, die zwar erklärt werden, sich aber dann auch durch die Geschichte ziehen, sodass das Buch nicht schwierig, aber eben auch nicht so ganz leicht zu lesen ist.
Zudem sind die 280 Seiten für ein Kinderbuch auch vergleichsweise klein bedruckt.

Fazit

Falls das bis hierhin nicht so geklungen haben mag: ich fand das Buch gut.
Das Thema der Wohnungslosigkeit ist interessant umgesetzt. Das Buch sensibilisiert für die verschiedenen Formen der Obdachlosigkeit und zeigt die kleinen Hinweise, die nicht sofort ins Auge springen, sowie die zahlreichen Schwierigkeiten und Notlügen, die die Situation für die Betroffenen mit sich bringt.
Ich habe oft mit Felix mitgelitten und mitgehofft, dass seine Situation sich bessert. Diesen Aspekt finde ich auch halbwegs kindgerecht, auch wenn ich Felix’ Lebensumstände insgesamt als recht bedrückend empfunden habe und auch in den vermeintlich witzigen Momenten Mitleid mit ihm hatte. Weil die Situationen auch für ihn eben in den wenigsten Momenten tatsächlich spaßig ist.
Meine Hauptkritik gilt vor allem der Altersempfehlung, die ich aufgrund zu vieler ernster Themen, die zwar teilweise nur angedeutet werden, aber dennoch mitschwingen, zu niedrig angesetzt finde.
Dafür ist das Buch allerdings auch für Erwachsene definitiv lesenswert.

Veröffentlicht am 09.08.2020

zu abrupte Ereignisse am Ende

Wild Kingdom 3: Erbe der Löwen
0

3. Band der Reihe.
Die Geschichte an sich ist eigenständig, baut allerdings ein Stück weit auf den Ereignissen der anderen Königreiche auf.

Die 16-jährige Annabella stammt aus einer wohlhabenden Familie, ...

3. Band der Reihe.
Die Geschichte an sich ist eigenständig, baut allerdings ein Stück weit auf den Ereignissen der anderen Königreiche auf.

Die 16-jährige Annabella stammt aus einer wohlhabenden Familie, was auch der Grund ist, dass der König sie als seine Braut ausgesucht hat. Sie gibt sich alle Mühe, ihm zu gefallen und gibt die Hoffnung auf eine liebevolle Ehe nicht auf. Doch Karim ist nicht der, den sie gern in ihm sehen würde…

Die andern zwei Teile der Gestaltwandlerreihe haben mir – mit kleinen Kritikpunkten – gut gefallen. Auch dieser Band lässt sich insgesamt gut lesen. Interessant ist, dass es nochmal ein paar neue Einblicke in das Wandlertum gibt, das mir aber über die Reihe insgesamt mehr hätte ausgestaltet werden dürfen.

Geschildert wird die Geschichte diesmal aus der Sicht drei verschiedener Figuren, die alle am Hof leben.

Annabella ist noch sehr jung, oft schüchtern und naiv. Sie hofft, dass in ihrer Zwangsehe Gefühle entstehen werden und versucht daher, Karim nicht zu sehr zu verärgern. So traut sie sich auch nicht, sich offen gegen ihn zu stellen, obwohl sie als Königin mehr Einfluss nehmen könnte, beispielweise um die dramatischen Umstände im Volk zu verbessern.
Sie macht im Verlauf durchaus eine Wendung durch, wird etwas mutiger und sagt ihre Meinung.

Mit der Handlungsentwicklung hatte ich meine Probleme. Am Anfang plätschert die Geschichte eher gemächlich – wenn auch nicht uninteressant – vor sich hin. Es geht um Annabellas neuen Alltag und den Versuch verschiedener Personen, auf sie Einfluss zu nehmen. Doch alles entwickelt sich nur sehr, sehr langsam. Bis sich kurz vor Schluss die Ereignisse überschlagen. Plötzlich geht alles sehr schnell, es wird super dramatisch und actionreich. Und dann ist das Buch auch schon vorbei.

Fazit

Am Anfang passiert zu wenig, am Ende zu viel auf einmal. Nach einem gemächlichen Start werden die Konflikte viel zu einfach und plötzlich aufgelöst.

Veröffentlicht am 09.08.2020

anschaulich und einfühlsam erzählt

Geheime Tochter
0


Somer und ihr Mann Krishnan, beide Ärzte, wünschen sich ein Kind, können aber auf natürlichem Weg keins bekommen. Daher wollen sie ein Kind aus Indien, Krishnans Heimat, adoptieren.
Dort ist zur selben ...


Somer und ihr Mann Krishnan, beide Ärzte, wünschen sich ein Kind, können aber auf natürlichem Weg keins bekommen. Daher wollen sie ein Kind aus Indien, Krishnans Heimat, adoptieren.
Dort ist zur selben Zeit Kavita gezwungen, ihr Baby in ein Waisenhaus zu geben.

„Die geheime Tochter“ gehört zu den Büchern, die mir vor Jahren mal in die Hände gefallen waren, die ich dann aber nie gelesen habe. Als ich nun auf der Suche nach einem Hörbuch war, bin ich wieder über die Geschichte gestolpert.

Ich habe die Geschichte in der gekürzten Version gehört, die 4 Stunden kürzer ist als die ungekürzte Ausgabe. Gefehlt hat mir dabei eigentlich nichts – nur das Ende fand ich etwas unbefriedigend.

Die Schicksale beider Familien sind sehr berührend.
Kavita zerbricht es das Herz, ihr Mädchen weggeben zu müssen. Obwohl sie weiß, dass sie in ihrer Situation die einzig richtige Entscheidung trifft, fehlt ihr in ihrem Leben etwas. Die Einblicke in die indische Kultur und das Leben in einem Dorf fand ich genauso spannend wie die Eindrücke aus den Metropolen, die mit zahlreichen bedrückenden Kontrasten zwischen arm und reich daherkommen. Eingebaute indische Begriffe für Verwandte oder Kleidungsstücke machen die Geschichte sehr atmosphärisch.

Die Handlung steckt voller kleiner und großer Dramen. Auch das Ärztepaar erlebt nicht nur positive Momente. Immer wieder wünscht sich ihre Tochter, mehr über ihre Herkunft und ihre leiblichen Eltern zu erfahren, was zu Konflikten innerhalb der Familie führt. Teilweise empfand ich die Reaktionen einzelner Familienmitglieder hier etwas überdramatisierend.

Es ist ein Wechselbad der Emotionen. Glückliche Erlebnisse, bedrückende Momente, tieftraurige Ereignisse. Manches unrealistisch anmutend, aber das meiste doch sehr authentisch wirkend, gleichermaßen bedrückend wie bewegend. Und das ganze sehr anschaulich und einfühlsam erzählt.

Nur das Ende fand ich nach dem langen Weg ernüchternd (und unrealistisch?!). Nun bräuchte ich wohl doch noch einen Blick in das Buch, ob in der Kürzung etwas verloren gegangen ist.

Veröffentlicht am 09.08.2020

der Titel ist Programm

Die Liebe kommt auf Zehenspitzen
0

Autorin Lucy und Arzt Ben kennen sich kaum, als sie gemeinsam auf einen alten Bauernhof ziehen. Aber beide brauchen eine Auszeit von ihrem Leben und beschließen, das Experiment „gemeinsames Dorfleben“ ...

Autorin Lucy und Arzt Ben kennen sich kaum, als sie gemeinsam auf einen alten Bauernhof ziehen. Aber beide brauchen eine Auszeit von ihrem Leben und beschließen, das Experiment „gemeinsames Dorfleben“ zu starten.

In der Geschichte ist der Titel Programm, was die Lektüre besonders macht. Es gibt keinen großen Knall, mit dem die Gefühle plötzlich da sind. Es gibt keine großen Liebesdramen. Kein endloses Hin und Her. Allerdings auch keine großen Überraschungen.
Und trotzdem ist das Buch keinesfalls langweilig. Ganz allmählich lernen Ben und Lucy einander besser kennen und entwickeln einen gemeinsamen Alltag. Dabei kommen auch gut gehütete Geheimnisse und Probleme ans Licht, die es zu bewältigen gilt.

Während Lucy an ihrem Roman schreibt, der sich einfach nicht so entwickelt, wie sie es gern hätte, kämpft Arzt Ben mit Panikattacken, die ihm seinen Job erschweren und der Geschichte eine gewisse Tiefe verleihen.
Im letzten Jahr hatte ich „Glück ist meine Lieblingsfarbe“ gelesen, das mich mit dem vermittelten kanarischen Lebensgefühl begeistert hat. Diesmal ist es das eigentümliche Dorfleben, das dem Buch eine besondere Atmosphäre verleiht. Lucy und Ben stammen beide aus der Großstadt und haben keine Ahnung davon, einen Hof zu führen. Auf ganz unterschiedliche Art erhalten sie Hilfe und Vorschläge von der Dorfgemeinschaft. Sie werden ebenso mit dem Dorfklatsch konfrontiert, wie auch mit einem ganz besonderen Gemeinschaftsgefühl und uneingeschränkter Hilfsbereitschaft in Notsituationen. Und schon bald sind sie ein Teil dieser Gemeinschaft, die sie nicht mehr missen möchten.

Und ganz leise, auf Zehenspitzen quasi, entwickelt sich auch die Liebesgeschichte, die mir am Ende aber fast etwas zu kurz kommt. Dabei hätte ich mir zusätzlich zur Ich-Erzählerin Lucy, die Einblicke in ihre sich entwickelnden Gefühle gibt, einen Perspektivwechsel und Einblick in Ben gewünscht.

Fazit

Lockerleichter Schreibstil, sympathische Figuren und eine Story, die ohne große Dramen – aber auch ohne allzu große Überraschungen – auskommt. Liebe kommt auf Zehenspitzen überzeugt mit einer nachvollziehbaren, stetigen Gefühlsentwicklung und dem Wohlfühl-Setting – das dörfliche Lebensgefühl mit den sehr unterschiedlichen, teils schrägen Nachbarn. Neben berührenden Szenen gibt es auch ernstere Momente. Insgesamt kommt die Liebesgeschichte aber villeicht sogar zu kurz.