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Veröffentlicht am 10.10.2020

Dante in Berlin

Der Todesbruder
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"Der Todesbruder" von Thomas Elbel ist der dritte Teil einer Trilogie rund um den Ermittler Viktor von Puppe, war hier aber das erste Buch des Autors, dass ich gelesen habe. Es war kein Problem in das ...

"Der Todesbruder" von Thomas Elbel ist der dritte Teil einer Trilogie rund um den Ermittler Viktor von Puppe, war hier aber das erste Buch des Autors, dass ich gelesen habe. Es war kein Problem in das Buch zu finden, Vorkenntnisse sind also nicht unbedingt erforderlich. Die ersten beiden Teile werde ich jetzt aber nachholen, um mehr über die handelnden Personen lesen zu können.
Tatort ist hier Berlin und die Ermittler sind wirklich eine tolle Truppe. Puppe stammt aus altem Adel, hat ein Lexikon im Kopf und gute Manieren, Ken ist ein Halbjapaner mit einer absolut vorlauten großen Klappe und die beiden ergänzen sich hervorragend. Die Chefin, Begüm muß sich erstmal in ihre neue Position einarbeiten und Stella, die Rechtsmedizinerin hat eine Liebschaft mit Puppe.
Das erste Opfer ist mit Feuer zu Tode gefoltert worden, für zartbesaitete ist dieser Thriller also nicht geeignet. Weiter geht es mit einem Mord durch Insektenstiche. Verbunden ist alles mit römischen Ziffern an Tatwaffe oder Tatort. Der Zusammenhang zeigt sich dann in die "Göttliche Komödie" von Dante Alighieri Hier wird dem Leser der Text und auch die Bilder dazu nahegebracht. Im Laufe der Ermittlungen gibt es noch mehrere Opfer und auch noch weitere Handlungsstränge.
Mir hat der Erzählstil mit allen den individuellen, auffälligen Persönlichkeiten sehr gut gefallen. Das Buch war von Anfang bis Ende spannend und hatte einige unerwartete Wendungen. Trotz aller Grausamkeiten punktet der Thriller auch mit Humor und viel Abwechslung. Ich hätte auch gerne noch einen Folgeband gelesen.

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Veröffentlicht am 08.10.2020

Wie lebt es sich in der Zukunft?

2084
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"2084" von James Lawrence Powell ist ein Buch, dass aufrütteln soll und das auch macht. Wie der Titel schon sagt, sind wir hier im Jahre 2084, was erschreckend nah an uns dran ist und lesen hier Interviews, ...

"2084" von James Lawrence Powell ist ein Buch, dass aufrütteln soll und das auch macht. Wie der Titel schon sagt, sind wir hier im Jahre 2084, was erschreckend nah an uns dran ist und lesen hier Interviews, die mit verschiedensten Menschen, auch Wissenschaftlern, Autoren und Politikern geführt wurden.
In diesen Interviews geht es um die Erderwärmung und den Klimawandel, von denen alle grade betroffen waren und sind, was in den meisten Teilen der Welt zum Anstieg des Meeresspiegels, zu Hitze und Dürre, zu Hunger und Wassermangel, zu Völkerwanderungen und Krieg, zum sterben kompletter Bevölkerungsgruppen.
Das Buch ist in verschiedene Szenarien gegliedert, wie Dürre und Feuer, überschwemmung, Eis und Artensterben. Jedes der Kapitel ist sehr eindringlich ung geht wirklich tief unter die Haut.
"Wir behaupten immer, die einzige Spezies zu sein, die weiß, dass es eine Zukunft gibt und die auf der Grundlage dieses Wissens handeln kann, doch das tun wir normalerweise nicht."
Das schlimme an den ganzen Szenarien hier ist, dass sie wirklich so vorstellbar sind, wenn nicht endlich ernsthaft was unternommen wird und nicht nur geredet und das nicht in zwanzig Jahren, sondern wirklich jetzt! Die Bilder in diesem Buch fühlen sich sehr echt und sehr furchtbar an, in dieser Welt, die hier gezeichnet wird, möchte ich nicht leben müssen.
Was mir in diesem Buch ein wenig gefehlt hat, sind Zahlen und Werte, die noch eindrücklicher Zeugnis ablegen würden. Ein Lösungsansatz wird auch aufgezeigt, auch da hätte ich mir ein wenig mehr gewünscht, ein wenig mehr Hoffnung, für die Menschheit.
"Wenn Wissenschaftler wie ich also zurückblicken, stufen wir das Jahr 2020 als den Punkt ohne Wiederkehr ein."
Ich empfehle dieses Buch wirklich jedem zu lesen, es ist das wichtigste Thema überhaupt und es soll uns die Folgen unseres Tuns vor Augen führen, was es sehr bildgewaltig schafft.

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Veröffentlicht am 13.09.2020

Feuerball

Incendium
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"Incendium" von Thorsten Frank und Stefan Zörner ist nicht so wirklich in eine Schublade zu stecken, es ist ein megaspannender Thriller, hat was von einem Krimi, eine gute Prise Fantasy und nicht zuletzt ...

"Incendium" von Thorsten Frank und Stefan Zörner ist nicht so wirklich in eine Schublade zu stecken, es ist ein megaspannender Thriller, hat was von einem Krimi, eine gute Prise Fantasy und nicht zuletzt Science Fiction. Und alles das paßt hier hervorragend zusammen.
Das Buch beginnt schon mit einem Megaknall, einem Feuerball, der Menschen regelrecht zerpulvert, aber einen Überlebenden zurücklässt. Dieser beauftragt Thomas Pabst, einen Journalisten mit der Recherche dazu. Erste Spuren zeigen Richtung Russland und er holt sich einen Freund, Andreas, der sich mit dem Land auskennt, dazu und die beiden fliegen nach Moskau. Mit ihren Ermittlungen machen sie einige mächtige Gruppierungen auf sich aufmerksam und es wird sehr gefährlich.
Der Erzählstil springt hier in recht kurzen Kapiteln von einer Szene zur anderen und wir bekommen es Schlag auf Schlag mit immer neuen Personen und Situationen zu tun. Nach kurzem einlesen findet man sich aber recht gut zurecht und wird mit einer absolut spannenden Lektüre belohnt.
Es sind hier sehr viele verschiedene Ideen vereint, man ermittelt um das Tunguskaereignis von 1908, zieht mit den Ewenken durch Sibirien und taucht in die Strukturen einer russischen Geheimorganisation ein.
Sehr gut gefallen haben mir die Beschreibung der russischen Städte und auch des Lebens des sibirischen Nomadenvolkes. Auch die Hauptfiguren waren hier sehr gut aufgebaut und man hatte im Verlaufe der Handlung wirklich das Gefühl sie zu kennen und ihre Entwicklung zu beobachten.
Die Spannung blieb fast durchweg erhalten und auch das Ende war für mich so nicht vorhersehbar. Hier kann ich eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen und wünsche mir von den Autoren noch viele solcher einfallsreichen Bücher.

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Veröffentlicht am 13.09.2020

Propaganda? Nicht mit uns!

Propaganda. 100 Seiten
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Propaganda trifft uns alle. Aber was ist Propaganda? Gut oder böse? Von wem und gegen wen? Wie erkenne ich sie? Wer hat es erfunden? Kann ich was dagegen tun? Wem nützt sie und wem schadet sie?
Also bei ...

Propaganda trifft uns alle. Aber was ist Propaganda? Gut oder böse? Von wem und gegen wen? Wie erkenne ich sie? Wer hat es erfunden? Kann ich was dagegen tun? Wem nützt sie und wem schadet sie?
Also bei dem Begriff Propaganda gehen mir sehr viele solcher Fragen durch den Kopf und mit dem Buch "Propaganda. 100 Seiten" von Alexandra Bleyer aus dem Reclamverlag kann ich sehr viele davon beantworten.
Das Buch ist handlich und leicht zu lesen, alle Begriffe sind gut verständlich erklärt und mit vielen Beispielen belegt. Gut gefällt mir hier der gewählte Umfang mit den 100 Seiten, die in sieben kurze Kapitel aufgeteilt sind. Um alles noch aufzulockern gibt es hier auch Fotos, Diagramme und Grafiken und weiterführende Zitate.
Angesprochen werden hier so wichtige Themen wie "Fake-News", "Alternative Fakten", Meinungsmanipulation in den neuen Medien und auch Kriegspropaganda. Die Rolle der Presse und der Medien zwischen Information und Desinformation wird genau unter die Lupe genommen und der Unterschied zwischen Propaganda und PR geklärt.
Sehr schön wird hier im Verlauf des Buches demonstriert wie und wo manipuliert und fehlinformiert wird und wie man sich selber da sensibilisieren kann, um solches zu erkennen. Mir persönlich wird hier mit diesem Buch eine große Hilfe an die Hand gegeben mit den täglichen Informationen, die auf mich einstürzen, sehr bewußt und aufmerksam umzugehen und manche Dinge noch viel gründlicher zu hinterfragen. Für mich hat das Buch sein Ziel voll erreicht.

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Veröffentlicht am 11.09.2020

Auf dem Meer

Zugvögel
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Mit "Zugvögel" hat die Autorin Charlotte McConaghy ihren Debütroman geschrieben, den ich so schnell nicht aus dem Kopf bekommen werde.
Die Geschichte spielt in der Zukunft, ist dystopisch, aber so dicht ...

Mit "Zugvögel" hat die Autorin Charlotte McConaghy ihren Debütroman geschrieben, den ich so schnell nicht aus dem Kopf bekommen werde.
Die Geschichte spielt in der Zukunft, ist dystopisch, aber so dicht dran an unserem Leben, dass man es oftmals als ziemlich echt empindet.
Franny will den Küstenseeschwalben auf ihrem weiten Weg in die Antarktis folgen und überzeugt den Kapitän eines Fischkutters, der Saghani, sie mit an Bord zu nehmen.
In verschiedenen Rückblenden wird dann von ihren irischen und australischen Wurzeln und der Suche nach Heimat und Familie erzählt und auch wie sie heiratete, einen Mann, den sie noch gar nicht kennt. Von ihrer großen Liebe zum Meer wird berichtet und auch von ihren "Wanderfüßen", einem Drang, dem sie sich nicht entziehen kann.
Beim lesen bekommt man eine Ahnung von schlimmen Geschehnissen in ihrer Vergangenheit, auf die die Geschichte genauso zusteuert wie in der Gegenwart auf eine Katastrophe auf dem Schiff. Alle Fäden werden am Ende des Buches zusammengeführt und alle Fragen geklärt.
Besonders gut hat mir hier gefallen mit welchen poetischen, ruhigen Worten die Autorin hier ganz eindrückliche Bilder zu zeichnen vermag, von einem Krähenschwarm, der einem Mädchen folgt, von einem Menschen am Grunde eines Fjords sitzend, von einem gruselig leeren und ruhigem Himmel ohne Vögel, von einem Planeten Erde ohne Wildtiere. Es sind Bilder, die noch lange in mir nachwirken, ein Buch, dass mich tief berührt hat und dass einen die Natur noch mehr lieben und ehren lässt.
"Man kann die Wirkung eines Lebens an dem messen, was es gibt und was es hinterlässt, aber man kann sie auch an dem messen, was es der Welt wegnimmt."

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