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Veröffentlicht am 15.09.2020

Ein Verwirrspiel der Extraklasse

Die Nanny
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Die 7jähruge Jo lebt im Luxus einer Adelsfamilie. Sie bekommt alles, doch Herzenswärme erfährt sie nur durch ihre Nanny Hannah. Für Jo bricht die Welt zusammen, als Hannah eines Nachts spurlos verschwindet. ...

Die 7jähruge Jo lebt im Luxus einer Adelsfamilie. Sie bekommt alles, doch Herzenswärme erfährt sie nur durch ihre Nanny Hannah. Für Jo bricht die Welt zusammen, als Hannah eines Nachts spurlos verschwindet. Als Jo 30 Jahre später zurück auf das Anwesen ihrer Kindertage kommt, taucht eine ältere Frau auf, die behauptet Hannah zu sein. Jo ist überglücklich, doch ihre Mutter weiß, daß Hannah vor 30 Jahren starb...

"Die Nanny" von Gilly Macmillan beginnt sehr ruhig. Fast schon zu ruhig, nimmt dann aber rasant an Fahrt auf. Dieses Buch nimmt nach und nach gefangen. Die Perspektiven aus Sicht von Mutter und Tochter wechseln sich gekonnt ab und erzeugen durch ihren Wechsel Spannung und Neugierde darauf, wie sich die Handlung fortsetzt. Dabei erlebt man immer wieder eine Überraschung, denn immer wieder ist nichts so, wie es scheint. Diese Überraschung erlebt man auch bei den Charakteren, die sich mit fortlaufender Handlung wandeln. Von sympathisch zu unsympathisch und umgekehrt. Einen großen Spannungseffekt bringt die Nanny Hannah mit sich, denn die Mutter weiß ganz genau, daß sie es nicht sein kann und man fragt sich, welches Geheimnis hinter dieser Frau steckt und was sie bezweckt. Ebenso mysteriös ist das Geheimnis der Adelsfamilie. Hinter der vornehmen Fassade versteckt sich so manche Wahrheit, die besser versteckt bliebe. Vom Stil her ist das Buch gut zu lesen, die Kapitel tragen immer den Namen der Person oder die Jahreszahl als Titel, die jeweils thematisiert sind. Dadurch behält man gut den Überblick.

Mir hat das Buch richtig gut gefallen und ich empfehle es gern weiter!

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Veröffentlicht am 15.09.2020

Überragend spannend

Der Fahrer
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Rebecca Oswald organisiert für Jens Kerner eine Überraschungsparty zum Geburtstag. Dies geht gründlich schief, als Karsten, der Bruder von Jens, dort erscheint. Die Party ist für Jens beendet. Kurz darauf ...

Rebecca Oswald organisiert für Jens Kerner eine Überraschungsparty zum Geburtstag. Dies geht gründlich schief, als Karsten, der Bruder von Jens, dort erscheint. Die Party ist für Jens beendet. Kurz darauf wird eine junge Frau entführt, die Polizei hat 24 Stunden Zeit, sie zu finden. Der Entführer veröffentlicht Fotos auf dem Instagram-Account des Opfers. Nach Ablauf der Zeit wird das Opfer tot, mit leuchtendem Gesicht, auf einer Parkbank gefunden. Als kurz darauf ein zweites Opfer entführt wird, deuten die Spuren zum Fahrdienst MyDriver - und in das private Umfeld von Jens....

Andreas Winkelmann führt die Serie um Kerner und Oswald mit "Der Fahrer" nun im dritten Teil fort. Kenntnisse über die Vorgänger sind nicht erforderlich, man bekommt wichtige Details gut vermittelt, so daß man nicht das Gefühl hat, etwas zu vermissen. Natürlich geht das Privatleben von Kerner und Oswald wie im richtigen Leben weiter, jedoch nimmt dies dem Krimi nicht den Platz weg und ist eher nebensächlich. Dadurch bemerkt man gar nicht, daß es hier schon eine Vorgeschichte gibt. Beide Charaktere sind absolut sympathisch und glaubhaft. Mir fällt immer wieder positiv auf, daß Rebecca trotz ihrer Behinderung allein zurecht kommt. Hier wird nicht auf Mitleid gemacht, sondern eine Frau gezeigt, die ihr Leben nach dem Unfall in den Griff bekommen hat. Der Fall ist spannend von Beginn an. Man ist sofort im Entführungsfall und zittert mit dem Opfer - denn eines kann der Autor perfekt: Die Gefühle und Regungen beschreiben. So wie er auch einen für mich perfekt lockeren und leicht lesbaren Stil besitzt. Seine Bücher fesseln und bereiten Lesespaß - was will man mehr?

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Veröffentlicht am 10.09.2020

Gelungene Fortsetzung

Ein Gefühl von Hoffnung
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Im Jahr 1959 erholen sich die Menschen in Essen langsam von den Schrecken des Krieges. Auch für Johannes geht das Leben nach Katharinas Tod weiter. Die Schwestern Inge und Bärbel wohnen weiterhin bei Oma ...

Im Jahr 1959 erholen sich die Menschen in Essen langsam von den Schrecken des Krieges. Auch für Johannes geht das Leben nach Katharinas Tod weiter. Die Schwestern Inge und Bärbel wohnen weiterhin bei Oma Mine in dem kleinen Zechenhaus. Bärbel ist zu einem Teenager herangewachsen und will sich ihr eigenes Leben erobern. Dabei kommt sie oft mit den alten Meinungen in Konflikt. Für Inge scheint der Weg vorgezeichnet zu sein. Sie arbeitet als Buchhändlerin und wird bald ihren Jugendfreund heiraten. Doch dann geschehen Dinge, die das Leben der gesamten Familie auf den Kopf stellen werden.

"Ein Gefühl von Hoffnung" von Eva Völler hat mir großen Spaß bereitet. Ich bin im Geiste mit Inge durch die Stadt gegangen und habe die alten Geschäfte genau vor Augen gehabt. Zum Schluß ging es dann nach guter alter Essener Tradition ins Café Overbeck. Das war für mich wie eine Reise in die Vergangenheit. Da gab es noch keine Kitas oder Ganztagsschulen und auch keine Pflegeheime. Deshalb waren die Sorgen der Menschen teilweise ganz andere als heute. Es ist angenehm, daß die Sprache des Ruhrgebietes zwar mit in die Geschichte einfließt, aber nicht zu überspitzt dargestellt wird. Ganz deutlich spürt man den Willen der jungen Leute, ihr Leben freier zu gestalten. Sie lassen sich nicht mehr in die Zwänge der alten Zeiten drängen. Für die Freiheiten, die wir heute als selbstverständlich ansehen, haben sie hart gekämpft. Eva Völler hat mit diesem Buch einen Spiegel der 1950er Jahre geschrieben, der die Geschichte der Bundesrepublik anschaulich erzählt.

Ich habe mich in beide Bücher der "Ruhrpott-Saga" total verliebt und kann sie nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 09.09.2020

Ein ganz tolles Leseerlebnis

Der erste König
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Im Jahr 747 wird der 17-jährige Krieger Offa durch den Tod seines Vaters Aldermann von Averdun, bevor er im Jahr 757 zum König Mercias gekrönt wird.

Im Jahr 768 lebt die 16jährige Drida am fränkischen ...

Im Jahr 747 wird der 17-jährige Krieger Offa durch den Tod seines Vaters Aldermann von Averdun, bevor er im Jahr 757 zum König Mercias gekrönt wird.

Im Jahr 768 lebt die 16jährige Drida am fränkischen Hofe von König Pippin auf. Ihre Gefährten sind dessen Söhne, die zukünftigen Könige Karl und Karlmann. Eines Tages widersetzt sich Drida dem Bischof und wird von Karl zum Tode verurteilt. Ausgesetzt auf dem offenen Meer überlebt sie und strandet mit ihrem kleinen Boot in Britannien. Händler bringen sie zum Fürsten von Powys, dort wird sie gebeten, eine Botschaft an den König von Mercia zu überbringen. Drida macht sich auf den Weg diese Bitte zu erfüllen.

"Der erste König" von Sabrina Qunaj hat mich wirklich fasziniert. Sie erschafft ein klares Bild, man erlebt die Abenteuer von Offa und Drida wirklich hautnah mit. Auch die Skepsis von Drida gegenüber Offa ist sehr anschaulich dargestellt und man versteht ihre Gründe dafür - aber auch ihren Beweggrund, sich an ihn zu halten. Erstaunlich gut verstrickt sie hier fiktive Charaktere mit wahren. Allesamt sind sie sehr gut dargestellt und werden durch dieses Buch lebendig. Aber auch die Handlungsorte werden hier so beschrieben, daß man sie reell vor Augen hat und man zum Teil der Geschichte wird. Das Buch liest sich sehr, sehr gut und flüssig. Es verliert nie die Spannung und man wird hier durch die zahlreichen Geschehnisse förmlich gefesselt. Langeweile kommt hier garantiert nicht auf.
Ein grandioses Buch für alle Fans historischer Romane!

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Veröffentlicht am 08.09.2020

Erstaunliche Pflanzenwelt

Pflanzenrekorde
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Mit "Pflanzenrekorde" entführen die Diplom-Biologin Karin Greiner und die Hörfunkjournalistin Edith Schowalter den Leser zu den außergewöhnlichsten Pflanzen. Man begegnet den Zwergen wie der Wasserlinse, ...

Mit "Pflanzenrekorde" entführen die Diplom-Biologin Karin Greiner und die Hörfunkjournalistin Edith Schowalter den Leser zu den außergewöhnlichsten Pflanzen. Man begegnet den Zwergen wie der Wasserlinse, im Volksmund "Entengrütze" genannt, und den Riesen wie den Mammutbäumen. Hier ist Platz für jeden. Man lernt, wie schwer der schwerste Pflanzensamen ist und wie leicht der leichteste. Man lernt erstaunliches über vermeintlich bekannte Arten wie den Apfel oder eher unbekannte Arten wie z. B. die Badewannenorchidee.

Das vielfältige Wissen der beiden Autorinnen wird in diesem Buch auf sehr angenehme Art vermittelt. Hier wird nicht mit Fachwörtern um sich geworfen, die kein Laie versteht. Im Gegenteil. Dieses Buch ist für jedermann geschrieben. Egal ob Zimmerpflanzenfreund oder Naturkenner - jeder wird dieses Buch lieben. Denn eines ist klar: Was hier vermittelt wird, gehört nicht zum Allgemeinwissen und ist sehr interessant. Hier wird jeder einige Dinge lernen, die er vorher nicht wußte. Das Buch hat mir auch gestalterisch sehr gut gefallen. Das Format ist handlich gehalten und stellt den Leser nicht vor das Problem vieler Sachbücher, nämlich: Wie halte ich es während des Lesens fest? Dieses Problem ist hier richtig gut gelöst. Auch der Innenteil ist einfach gut gestaltet. Jeder Pflanze ist eine Doppelseite gewidmet, gespickt mit Text und wunderbaren Farbfotos, die schon beim bloßen Durchblättern bei der jeweiligen Pflanze verweilen lassen.

Dies Buch ist eine Perle unter den Pflanzenbüchern und ich empfehle es jedem Natur- und Pflanzenfreund!

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