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Veröffentlicht am 13.02.2017

Vier Wochen bis zur Hinrichtung: düsterer Krimi um ein wahres Schicksal Anfang des 19. Jahrhunderts in Island

Das Seelenhaus
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Agnes Magnúsdottir, von der Mutter als Kind verstoßen, fühlt sich Zeit ihres Lebens unerwünscht und ungeliebt. Als Magd arbeitet sie Anfang des 19. Jahrhunderts in Island bei dem als Wunderheiler bzw. ...

Agnes Magnúsdottir, von der Mutter als Kind verstoßen, fühlt sich Zeit ihres Lebens unerwünscht und ungeliebt. Als Magd arbeitet sie Anfang des 19. Jahrhunderts in Island bei dem als Wunderheiler bzw. Hexenmeister verschrienen Natan Ketilsson auf dem Hof von Illugastadir.
Als dieser 1828 tot auf seinem Hof aufgefunden wird, wird u.a. Agnes beschuldigt, ihn mittels eines Messers getötet und anschließend den Hof angezündet zu haben. Vom Landrat Björn Blöndal wird sie zum Tod durch Enthauptung verurteilt. Die vier Wochen bis zu ihrer Hinrichtung soll sie auf dem Bauernhof Kornsáhof bei einer Beamtenfamilie verbringen.

Das Ehepaar Jónsson hat zwei Töchter und ist entsetzt, dass sie eine Mörderin bei sich aufnehmen müssen. Zunächst haben sie Angst vor der verschlossenen jungen Frau, nehmen sie aber dennoch fast schon selbstverständlich in ihr Haus auf. Agnes ist überraschend intelligent und erledigt die Arbeiten im Haushalt und Hof trotz ihrer Perspektivlosigkeit sehr engagiert.

Zur Läuterung und Buße sowie zur Vorbereitung auf ihre Begegnung mit Gott soll Agnes Gespräche mit einem Priester führen. Der junge Pfarrvikar Tóti ist sichtlich berührt vom Schicksal der jungen Frau, Agnes vertraut sich jedoch als erster der Hausherrin Magrèt an, der sie ihre Lebensgeschichte erzählt und was sich am Tag des vermeintlichen Mordes zugetragen hat.

Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten. Agnes Magnúsdottir war die letzte Person, die in Island im Jahr 1829 hingerichtet wurde. Zur damaligen Zeit gab es auf Island keine Gefängnisse, weshalb Verurteilte entweder in Dänemark inhaftiert wurden oder als Arbeitskräfte auf Höfe von so genannten Dienstmännern verteilt wurden.

"Das Seelenhaus" versetzt den Leser in eine düstere Stimmung nach Island, eine Insel, die vom rauen, kalten Klima geprägt ist. 1828/ 1829 sind die Unterschiede zwischen Arm und Reich deutlich: Armut, Elend, Krankheiten und Tod sowie die Ausweglosigkeit aller Protagonisten auf den Bauernhöfen, deren Leben so beschränkt ist, sind in dem Buch allgegenwärtig.
Es ist ein leicht deprimierender historischer Roman, der nicht nur durch den Bezug auf ein wahres Verbrechen sehr authentisch wirkt. Es ist kein spannender Krimi, da das Schicksal von Agnes Magnúsdottir besiegelt und das Ende vorgegeben ist.

"Das Seelenhaus" ist die fiktionale Nacherzählung des tragischen Schicksals einer jungen Frau, der im Leben weder Liebe noch Glück vergönnt war. Der Mord und seine Aufklärung treten in den Hintergrund, während das Innenleben der vermeintlichen Mörderin einfühlsam von allen Facetten beleuchtet wird.

Veröffentlicht am 08.02.2017

Zutiefst berührende Geschichte über zwei ungleiche Schwestern, die Fernweh weckt

Die Landkarte der Liebe
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Ein Jahr nach dem Krebstod der Mutter erfährt die 27-jährige Katie, dass ihre drei Jahre jüngere Schwester Mia auf Bali gestorben ist. Katie kann nicht glauben, dass sich Mia von den Klippen gestürzt haben ...

Ein Jahr nach dem Krebstod der Mutter erfährt die 27-jährige Katie, dass ihre drei Jahre jüngere Schwester Mia auf Bali gestorben ist. Katie kann nicht glauben, dass sich Mia von den Klippen gestürzt haben soll, um Selbstmord zu begehen. Was ihr von Mia geblieben ist, ist ihr Rucksack mit ihrem Reisetagebuch, anhand dessen sie Mias Reise nachvollziehen möchte, um ihren Tod zu begreifen und die ungleiche Schwester zumindest nach ihrem Tod besser zu verstehen. Bei ihrem letzten telefonischen Kontakt, als Katie Mia von ihrer Verlobung mit ihrem langjährigen Freund Ed erzählte, hatten sich die beiden gestritten.

Der Roman ist abwechselnd aus der Perspektive von Mia in der Vergangenheit und Katie in der Gegenwart geschrieben, wobei die Handlungen durch die gleichen Orte der Reise eng miteinander verknüpft sind. Mia, die immer ein wenig rastlos war und noch keine wirkliche Perspektive für ihr Leben hat, begibt sich zusammen mit ihrem besten Freund Finn bei der Reise in die USA, Hawaii, Neuseeland und Bali auf die Suche nach ihrer Identität, weshalb eine ihrer ersten Etappe der Besuch ihres Vaters in Maui ist, der die Familie vor über 20 Jahren abrupt verlassen hatte und sich nie wieder gemeldet hat. Da sie kaum Gemeinsamkeiten mit ihrer Mutter und ihrer großen Schwester hatte, hoffte sie, in ihrem Vater ihr Abbild zu finden, wird jedoch bitter enttäuscht.

Sie reist weiter und lernt in Neuseeland den Surfer Noah kennen, der stets auf der Suche nach dem nächsten Adrenalinkick zu sein scheint. Die beiden verleben verliebte Tage miteinander, wobei Noah unnahbar bleibt und dann sang- und klanglos nach Bali verschwindet. Nach einem Streit mit Finn, der mehr für Mia empfindet als nur Freundschaft, reist Mia Noah alleine hinterher.

Der Titel "Die Landkarte der Liebe" suggeriert einen leichten Liebesroman. Das Debüt von Lucy Clarke ist allerdings vielmehr als das. Es ist eine zutiefst berührende Geschichte über zwei ungleiche Schwestern. Es geht um Liebe und Tod, Vergangenheitsbewältigung und Verzeihen sowie um die Aufdeckung von wohl gehüteten Familiengeheimnissen.

Durch die anschauliche Beschreibung der Reiseroute wird der Leser an all die exotischen Orte versetzt, die Mia und Katie auf ihrer Reise besuchen. Den Duft von Frangipani in der Nase kommt spätestens auf Bali ein Gefühl von Fernweh auf. Zudem fühlt man mit beiden Schwestern während ihrer traurigen Begegnungen auf der Suche nach sich selbst bzw. der Wahrheit mit. Überraschende Wendungen machen den atmosphärischen Roman bis zum Schluss zu einem spannenden Drama.

Veröffentlicht am 08.02.2017

Zutiefst berührende Geschichte über zwei ungleiche Schwestern, die Fernweh weckt

Die Landkarte der Liebe
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Ein Jahr nach dem Krebstod der Mutter erfährt die 27-jährige Katie, dass ihre drei Jahre jüngere Schwester Mia auf Bali gestorben ist. Katie kann nicht glauben, dass sich Mia von den Klippen gestürzt haben ...

Ein Jahr nach dem Krebstod der Mutter erfährt die 27-jährige Katie, dass ihre drei Jahre jüngere Schwester Mia auf Bali gestorben ist. Katie kann nicht glauben, dass sich Mia von den Klippen gestürzt haben soll, um Selbstmord zu begehen. Was ihr von Mia geblieben ist, ist ihr Rucksack mit ihrem Reisetagebuch, anhand dessen sie Mias Reise nachvollziehen möchte, um ihren Tod zu begreifen und die ungleiche Schwester zumindest nach ihrem Tod besser zu verstehen. Bei ihrem letzten telefonischen Kontakt, als Katie Mia von ihrer Verlobung mit ihrem langjährigen Freund Ed erzählte, hatten sich die beiden gestritten.

Der Roman ist abwechselnd aus der Perspektive von Mia in der Vergangenheit und Katie in der Gegenwart geschrieben, wobei die Handlungen durch die gleichen Orte der Reise eng miteinander verknüpft sind. Mia, die immer ein wenig rastlos war und noch keine wirkliche Perspektive für ihr Leben hat, begibt sich zusammen mit ihrem besten Freund Finn bei der Reise in die USA, Hawaii, Neuseeland und Bali auf die Suche nach ihrer Identität, weshalb eine ihrer ersten Etappe der Besuch ihres Vaters in Maui ist, der die Familie vor über 20 Jahren abrupt verlassen hatte und sich nie wieder gemeldet hat. Da sie kaum Gemeinsamkeiten mit ihrer Mutter und ihrer großen Schwester hatte, hoffte sie, in ihrem Vater ihr Abbild zu finden, wird jedoch bitter enttäuscht.

Sie reist weiter und lernt in Neuseeland den Surfer Noah kennen, der stets auf der Suche nach dem nächsten Adrenalinkick zu sein scheint. Die beiden verleben verliebte Tage miteinander, wobei Noah unnahbar bleibt und dann sang- und klanglos nach Bali verschwindet. Nach einem Streit mit Finn, der mehr für Mia empfindet als nur Freundschaft, reist Mia Noah alleine hinterher.

Der Titel "Die Landkarte der Liebe" suggeriert einen leichten Liebesroman. Das Debüt von Lucy Clarke ist allerdings vielmehr als das. Es ist eine zutiefst berührende Geschichte über zwei ungleiche Schwestern. Es geht um Liebe und Tod, Vergangenheitsbewältigung und Verzeihen sowie um die Aufdeckung von wohl gehüteten Familiengeheimnissen.

Durch die anschauliche Beschreibung der Reiseroute wird der Leser an all die exotischen Orte versetzt, die Mia und Katie auf ihrer Reise besuchen. Den Duft von Frangipani in der Nase kommt spätestens auf Bali ein Gefühl von Fernweh auf. Zudem fühlt man mit beiden Schwestern während ihrer traurigen Begegnungen auf der Suche nach sich selbst bzw. der Wahrheit mit. Überraschende Wendungen machen den atmosphärischen Roman bis zum Schluss zu einem spannenden Drama.

Veröffentlicht am 06.02.2017

Unkonventionelle und amüsante Liebesgeschichte eines emotional eingeschränkten Protagonisten

Das Rosie-Projekt
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Don Tillman ist 39 Jahre alt, Professor der Genetik an der Universität in Melbourne und Single. Aufgrund seiner eingeschränkten sozialen Kompetenz hat er nur zwei Freunde und war noch nie mit einer Frau ...

Don Tillman ist 39 Jahre alt, Professor der Genetik an der Universität in Melbourne und Single. Aufgrund seiner eingeschränkten sozialen Kompetenz hat er nur zwei Freunde und war noch nie mit einer Frau fest zusammen.

Nach einem Vortrag über das Asperger-Syndrom, den er in Vertretung für seinen Freund Gene hält, beschließt Don, sich auf die Suche nach einer Ehefrau für sich zu machen. Dazu entwickelt er - ganz der Wissenschaftler - einen umfangreichen, 32-seitigen Fragebogen, um potenzielle Heiratskandidatinnen nach den für ihn relevanten Kriterien wie Pünktlichkeit, Intelligenz, Nichtraucherin, Alkohol-Abstinenzlerin, ... zu finden bzw. ungeeignete Kandidatinnen direkt herauszufiltern, um sich ein fruchtloses Treffen zu ersparen.

Da begegnet er Rosie, die Gene auf ihn angesetzt hat, die aber aufgrund ihrer Eigenschaften als rauchende Barkeeperin, die kein Fleisch und nur Fisch aus nachhaltigem Fang isst, ganz offensichtlich durch Dons Ehefrauen-Raster fällt.
Rosie ist Anfang 30 und leidet noch immer unter dem Verlust ihrer Mutter und der Tatsache, dass sie nie erfahren hat, wer ihr leiblicher Vater ist. Don bietet ihr daraufhin als Genetiker seine Unterstützung bei der Suche nach ihrem Vater an. Mit Hilfe von Gentests an ehemaligen Mitstudierenden der Mutter soll dieser identifiziert werden.

Rosie und Don verbringen viel gemeinsame Zeit bei dem Vaterprojekt, so dass Don immer öfter gezwungen ist, von seinen streng organisierten (Tages-)abläufen abzuweichen. Schon bald ist er irritiert darüber, dass er gerne mit Rosie zusammen ist, obwohl sie doch gar nicht seinen Kriterien einer perfekten Ehefrau entspricht.

Der Bestseller "Das Rosie-Projekt" ist eine Liebeskomödie, die aus der Perspektive on Don geschrieben ist, der eine zwanghafte Persönlichkeit mit autistischen Zügen ist, dem es an Empathie fehlt. Don lehnt Körperkontakt ab und hat aufgrund seiner eingeschränkten sozialen Fähigkeiten Probleme mit anderen Menschen zu interagieren. Offensichtlich ist ihm selbst trotz seiner Intelligenz und Eigenschaft als Wissenschaftler nicht bewusst, dass er vermutlich selbst unter dem Asperger-Syndrom leidet. Durch Rosie beginnt seine Fassade allerdings zu bröckeln und er schafft es langsam, von seinen festgeschriebenen Gewohnheiten abzurücken und anderen Menschen gegenüber aufgeschlossener zu werden.

Der trockene Erzählstil von Graeme Simion passt ideal, um sich in die Lage von Don hineinzuversetzen. Durch seine eingeschränkten emotionalen Fähigkeiten ist "Das Rosie-Projekt" eine unkonventionelle, sehr unterhaltsame Liebesgeschichte, die die Persönlichkeitsentwicklung von Don, der trotz seiner Erkrankung fürsorglich und leibenswürdig sein kann, aufzeigt und das Herz des Lesers erwärmt.

Veröffentlicht am 18.01.2017

Roman um Familie, Freundschaft, Liebe und Vergangenheitsbewältigung - gelungene Mischung aus Emotionen, Humor und Spannung

Wo dein Herz zu Hause ist
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Harri Ryan wollte an ihrem 30. Geburtstag vor den Traualtar treten, um ihren Verlobten James zu ehelichen, aber wie schon beim ersten Versuch vor wenige Monaten kommt auch Harri erneut kurz vor dem Termin ...

Harri Ryan wollte an ihrem 30. Geburtstag vor den Traualtar treten, um ihren Verlobten James zu ehelichen, aber wie schon beim ersten Versuch vor wenige Monaten kommt auch Harri erneut kurz vor dem Termin eine Panikattacke und muss ins Krankenhaus.
James ist verletzt und fühlt sich vor Freunden und Verwandten gedemütigt, weshalb er Abstand von Harri braucht und aus der gemeinsamen Wohnung auszieht. Harri zweifelt an sich, aber nicht an ihrer Liebe zu James, weiß aber nicht, was mit ihr los ist.
Als sich ihr Zwillingsbruder George daran erinnert, dass Harri bereits als Kind mit Panikattacken zu kämpfen hatte und sich wundert, dass ihre Eltern gegenüber den Ärzten darüber schweigen, erhöht sich der Druck auf Gloria und Duncan, endlich die Wahrheit zu sagen.

"Wo dein Herz zu Hause ist" ist keine Liebeskomödie über eine "Braut, die sich nicht traut", sondern schildert das tragische Schicksal einer jungen Frau, das auch noch Auswirkungen auf die nächste Generation haben soll.
Der Roman ist zu einem Großteil in der Gegenwart aus Sicht von Harri verfasst. In Form von Tagebucheinträgen wird der Leser nach jedem Kapitel in die Jahre 1975/76 versetzt. Die 16-jährige Liv schildert ihren Alltag, der geprägt ist von der Brutalität ihres Stiefvaters, der ständigen Angst um sich und ihre Mutter. Schöne Momente erlebt sie jedoch mit ihrer großen Liebe Matthew.
Im Verlauf des Romans fügen sich nach und nach die beiden Erzählstränge zusammen, bis der Leser erkennt, welche Verbindung es zwischen Harri und Liv gibt.

Nachdem ich bereits den Bestseller "Die letzten Tage der Rabbit Hayes" von Anna McPartlin gelesen habe und ich die positiven Rezensionen nicht unbedingt nachvollziehen konnte, hat mich die Autorin dagegen mit "Wo dein Herz zu Hause ist" von ihrem Schreibtalent überzeugt. Anna McPartlin erzählt eine Familientragödie, die emotional bewegt und gleichzeitig mit Spannung um ein wohlgehütetes Familiengeheimnis aufwartet. Harri muss erst ihre Vergangenheit aufklären, um sich selbst zu finden, um bindungsfähig zu werden.

Die Geschichte ist zudem abwechslungsreich und unterhaltsam, da sie sich nicht nur um Harris Schicksal dreht, sondern auch um das Leben ihres Bruders und das ihrer Freunde, die jeder in anderen Beziehungskrisen stecken.
Eine gelungene Mischung aus Emotionen, Humor und Spannung machen "Wo dein Herz zu Hause ist", einem Roman um Familie, Freundschaft, Liebe und Vergangenheitsbewältigung zu einem kurzweiligen Lesevergnügen.