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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2017

Echte Freundschaft

Leonie: Die rätselhafte Höhle
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Leonie lebt seit drei Monaten im Green Valley. Ihre Lehrerin hat ihnen verkündet, dass sie einen Klassenritt mit den Pferden unternehmen werden und drei Tage zelten. Leonie und ihre Freundinnen freuen ...

Leonie lebt seit drei Monaten im Green Valley. Ihre Lehrerin hat ihnen verkündet, dass sie einen Klassenritt mit den Pferden unternehmen werden und drei Tage zelten. Leonie und ihre Freundinnen freuen sich darauf. Doch dann stellt sich heraus, dass Tiffys Vater finanzielle Schwierigkeiten hat.
Der Autor hat ein abwechslungsreiches und spannendes Kinderbuch geschrieben. Obwohl ich die Vorgängerbände nicht kannte, hatte ich kein Problem, mich in der Geschichte zurecht zu finden.
Gemeinsam überlegen die Mädchen, wie sie Tiffy helfen können. Dabei geht es mehr um Hilfe zur Selbsthilfe. Gut werden auch die Verhältnisse in Leonies Familie wiedergegeben. Leonie wird ernst genommen und kann sich mit ihren Problemen an die Eltern wenden.
Natürlich sorgt der Klassenritt für zusätzliche Überraschungen.
Der Schriftstil ist der Zielgruppe angemessen. Gekonnt herausgearbeitete Dialoge bringen die Handlung voran. Nebenbei werden aktuelle Fragen angesprochen. So haben in Leonies Klasse die meisten Kindern vermögende Eltern. Markengarderobe ist die Regel, nicht die Ausnahme.
Nicht jede Entwicklung im Buch allerdings war logisch nachvollziehbar. Das trifft insbesondere auf Joshs Handeln zu. Außerdem sind die amerikanischen Regeln etwas anders als in Deutschland gewohnt. Eine Klassenfahrt ohne einen zweiten Begleiter würde kaum genehmigt.
Schöne ganzseitige Schwarz-Weiß-Bilder veranschaulichen die Geschichte.
Das Cover mit den Blick in die Höhle verrät leider einen Teil der Handlung.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Im Mittelpunkt stehen Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt.

Veröffentlicht am 12.11.2016

Casellis neuer Fall

Römische Verdächtigungen
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„...Die Teutonen haben noch auf den Bäumen gehockt, als Rom längst ein Weltreich war!...“

Simona ist Kunststudentin in Rom. Sie will ihren Vater besuchen, wird ihn aber nie erreichen. Man findet sie mit ...

„...Die Teutonen haben noch auf den Bäumen gehockt, als Rom längst ein Weltreich war!...“

Simona ist Kunststudentin in Rom. Sie will ihren Vater besuchen, wird ihn aber nie erreichen. Man findet sie mit zerschlagenem Gesicht in einer Straßenecke. Der Fall landet bei Commissario Caselli.
Anhand ihrer wertvollen Ohrringe konnte Simona identifiziert werden. Zwei Tage später meldet sich Philipp Mortan, ihr englischer Cousin, der sich gerade in Rom aufhält, ihr Bild in der Zeitung gesehen und sie erkannt hat.
Die Autorin hat einen spannenden Krimi geschrieben. Das Buch lässt sich zügig lesen. Es ist der dritte Fall mit Caselli. Auf die Vorgängerbände gibt es kaum Hinweise. Die habe ich auch nicht vermisst. Dafür aber gibt es Andeutungen, warum Caselli seine Heimat Sizilien verlassen musste.
Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Caselli nimmt seine Arbeit ernst. Er mag Ordnung und Ruhe. Beides wird in dem Fall empfindlich gestört. Allerdings hat er damit zu kämpfen, dass seine langjährige Freundin Dora in Sizilien zurückgeblieben ist. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sie ihn nach Rom folgt.
Sein Kollege Scurzi hat ebenfalls private Probleme. Der jüngste Sohn ist kränklich. Das belastet die Ehe.
Der Fall führt die Kriminalisten in die Kunstszene. Geschickt hat die Autorin dabei zwei völlig unterschiedliche Männer kreiert. Roland Krogmann hat in Deutschland alles verloren und das nie verkraftet. Er versucht nun, sich ein neues Leben aufzubauen. Simona hat ihn aufgebaut und Lebensmut gegeben.
Der Kunstproffessor Alfiero Attardi dagegen ist von sich eingenommen. Er leidet an Selbstüberschätzung und Selbstbeweihräucherung. Mit den Kommissaren spielt er Katz und Maus. Simona hat ihm Modell gesessen.
Der Schriftstil ist dem Genre angemessen. Dazu gehören aussagekräftige Dialoge. Sehr schöne Sprachbilder findet die Autorin für die Beschreibung von Sizilien. Daran ist Casellis Sehnsucht nach der Heimat spürbar. Auch die Örtlichkeiten in Rom werden ausführlich dargestellt. Neben der Ermittlungsarbeit vermittelt die Autorin Informationen über verschiedene Kunstformen. Das ergibt sich einfach im Handlungsverlauf und passt ins Gefüge des Geschehens. Ich mag es, wenn ich bei einem Krimi nicht nur mit raten darf, sondern auch Wissen über die anliegenden Themen erhalte. Attardis Begeisterung für Edelsteine und ihre Wirkungen gehören genauso dazu wie die Ausführungen zu verschiedenen Geheimbünden. Ab und an blitzt ein feiner Humor auf. Obiges Zitat stammt von Scurzi nach der telefonischen Vernehmung von Simonas ehemaligen Freund Michael von Weilershausen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Handlung war geschickt aufgebaut und wurde konsequent zu Ende geführt.

Veröffentlicht am 28.02.2026

Keine einfache Lektüre

Alma
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„...Alma blickt zum Kirchturm empor und sieht eine Möwe, die ihre Flügel reckt. Heute Morgen hat sie im Hotel auf der Insel angerufen, gefragt, ob es möglich sei, ein Zimmer zu reservieren…“

Alma hatte ...

„...Alma blickt zum Kirchturm empor und sieht eine Möwe, die ihre Flügel reckt. Heute Morgen hat sie im Hotel auf der Insel angerufen, gefragt, ob es möglich sei, ein Zimmer zu reservieren…“

Alma hatte nicht vor, in die Stadt ihrer Kindheit zurückzukehren. Doch die Erbschaft das Vaters sorgt dafür, dass sie wieder in Triest ist.
Die Autorin hat einen vielschichtigen Roman geschrieben. Hier werden persönliche Lebensverhältnisse mit politischen Entwicklungen verwoben. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet, zwingt aber zur Konzentration, da Orte, Zeiten und Geschehnisse schnell wechseln.
Bei ihren Gang durch die Stadt kommen Erinnerungen an die Vergangenheit hoch. Als Kind der 70er Jahre war Alma mit drei Situationen konfrontiert. Ihre Mutter pflegte einen sehr chaotischen Lebensstil. Ihre gutbürgerlichen Großeltern hielten an den Gepflogenheiten der Vergangenheit fest. Ihr Vater stammte aus Jugoslawien und hat die Tochter ab und an dorthin mitgenommen. Meist verschwand er aber für längere Zeit allein. Alma erinnert sich an die Begegnung mit Tito.

„...Er war kräftig, unerschütterlich, braungebrannt. Sie hatte ihn groß in Erinnerung, doch vielleicht war er es nicht. Er hatte grünliche, energischen und ruhige Augen...“

Eines Tages bringt ihr Vater einen Jungen mit. Vili wird ab jetzt bei ihnen leben. Ihr Verhältnis ist lange Zeit gespannt. Dazu trägt bei, dass der Vater sie nicht mehr mitnimmt, wenn er verschwindet. Auch verbringt er viel Zeit mit Vili.

„...Und es ist jedes Mal das Gleiche, er verduftet wie ein Schmetterling, von dem man nicht weiß, ob er gestorben oder zu einer anderen Blüte geflattert ist…“

Einen weiten Raum im Buch nehmen die Geschehnisse nach dem Tode Titos in Jugoslawien ein. Während Almas Vater von dort flieht und in Triest bleibt, geht Vili als Fotograf in sein Land zurück. Die Beschreibungen der Lage gehen unter die Haut. Alma bringt es auf den Punkt, als sie aufgefordert wird, über den Krieg in der Ukraine zu berichten.

„...Ein anderer Krieg hatte ihr gezeigt, dass es schwer ist, eine klare Linie zwischen Freunden und Feinden zu ziehen, besser man bleibt auf Abstand…“

Die Vergangenheit, die Alma geprägt hat, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.
Das Buch hat mir gut gefallen. Es ist keine einfache Lektüre. Hier wird eine Stück europäischer Geschichte auf ganz besondere Art erzählt.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Spannend, aber anders als erwartet

Der Krieger und die Königin
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„...Er nennt sich Garibald, und ich fürchte, wir werden bald mehr von ihm hören. Gerüchten zufolge soll seine Mutter eine Tochter Agilofs sein, des Anführers der Bajuwaren. Mit diesen will Chlothar sich ...

„...Er nennt sich Garibald, und ich fürchte, wir werden bald mehr von ihm hören. Gerüchten zufolge soll seine Mutter eine Tochter Agilofs sein, des Anführers der Bajuwaren. Mit diesen will Chlothar sich ebenfalls verbünden…“

Zu Beginn der Geschichte ahnt Regimer noch nichts von den schnellen Aufstieg Garibalds, eines illegitimen Sohns von Chlothar, einem Frankenkönig..
Das Autorenpaar hat einen spannenden historischen Roman geschrieben. Er zeugt von der exakten und umfangreichen Recherche. Der Schriftstil passt zu den Zeitverhältnissen.
Wir schreiben das Jahr 549. Die Machtverhältnisse in Europa sind sehr fragil. Deshalb schickt Chlothar Garibald nach Italien.

„...Jetzt sind Agilofs Söhne und Enkel als Verbündete der Ostgoten in Italien eingefallen. Daher hat dein Großvater außer dir keinen direkten Erben mehr. Mach dir in Italien einen Namen und tritt dann vor Agilof…“

Auf den Weg dorthin begegnet er das erste Mal Waltrada, eine Prinzessin der Langobarden, die als Geißel nach Franken gebracht wird. Die ist von seinem Eingreifen alles andere als begeistert.
Der größte Teil des Romans spielt in Italien. Dort kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen den Goten unter Totila und dem oströmischen Reich. Garibald ist ein geschickter Stratege. Er plant seine Feldzüge akribisch und ist Neuem gegenüber aufgeschlossen.
Gut beschrieben werden die Handlungsorte. Auch die Kleidung der damaligen Zeit und die Rüstung der Heere wird bildhaft dargestellt.
Wer einen Liebesroman zwischen Garibald und Waltrada erwartet, wie es der Klappentext suggeriert, ist hier allerdings falsch. Im Wesentlichen geht es um den Aufstieg von Garibald zum zukünftigen Herzog der Bajuwaren. Zwar spielt Liebe auch in den Wirren des Krieges eine Rolle, doch ist sie da mehr Mittel zu Zweck. Wie heißt es an einer Stelle des Buches sinngemäß? Männer vergessen gern ihr Schweigen, wenn sie in Bett einer schönen Frau liegen.
Es sollte Jahre dauern, bis sich Garibald und Waltrada wiedersehen. Und dann geht alles ganz schnell.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es erzählt ein Stück Geschichte auf ganz eigene Weise.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Wenn die Natur zurückschlägt ...

Smarter Breitwegerich
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„...Die Menschheit begeht Selbstmord. Er ist dabei, die Grundlage seiner Existenz zu zerstören...“

Diese Worte stammen im Buch von keinem Mensch, sondern von einer Pflanze.
Der Autor hat einen ungewöhnlichen ...

„...Die Menschheit begeht Selbstmord. Er ist dabei, die Grundlage seiner Existenz zu zerstören...“

Diese Worte stammen im Buch von keinem Mensch, sondern von einer Pflanze.
Der Autor hat einen ungewöhnlichen Öko-Thriller geschrieben. Ungewöhnlich ist zum einen die Idee, zum anderen die Tatsache, dass die Handlung immer wieder durch wissenschaftliche oder pseudowissenschaftliche Fakten unterbrochen wird. Wobei ich bei letzter Bemerkung vorsichtig sein sollte. Was heute noch nicht bekannt ist, könnte trotzdem existieren.
Zu Beginn des Buches befindet sich ein Gemälde von Albrecht Dürer. Im Rasenstück ist auch der Breitwegerich zu sehen. Und genau diese Pflanze erzählt die Geschichte.

„...Ich weiß, dass ich der Breitwegerich bin. Beziehungsweise dass die Spezis, die auf diesem Planeten das Sagen hat, mich so genannt hat..“

Der Schriftstil ist zum Teil sachlich, zeichnet sich aber an anderen Stellen durch einen feinen Humor oder eine inneren Spannungsaufbau aus.
Professor Peter Schrötke, Biologe und Ökologe hatte im Salzburger Land einen besonders schönen Breitwegerich entdeckt. Er nahm den Samen mit und streute ihn im eigenen Garten aus. Dort kam es zu einer unerwarteten Mutation.

„...Plötzlich war es da, das Ahnen. Die Ahnung kam, dass ich bin, dass wir sind. Wir wurden uns unserer Existenz bewusst...“

Der Autor lässt mich nicht im Unklaren darüber, wie die Pflanze zu einem intelligenten Wesen wurde. Er hat eine neue Art von Bosonen kreiert. Wer sich in der Physik auskennt, weiß um die Bedeutung der Bosonen.
Die Fähigkeiten der neuen Spezis sind erstaunlich. Vor allem läuft ihre Entwicklung so ab, dass kaum ein Mensch das mitbekommt. Nur Professor Schrötke hat eine Vermutung, als er eine Pflanze genauer untersucht. Aber logischerweise glaubt ihm niemand.
Gut gefällt mir, wie die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischen beiden Gruppen von Lebewesen herausgearbeitet werden. Am Anfang bekommt man nämlich den Eindruck, dass die Pflanzen den Menschen in allen Belangen überlegen sind und dass es für sie keine Grenzen gibt.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Auf Grund der vermittelten Fakten, und nicht alle entstammen der Phantasie des Autors, habe ich auch eine Menge dazugelernt.

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