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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.05.2022

Konnte gar nicht aufhören zu lesen...

Rise and Fall (Faith-Reihe 1)
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Ehrlich gesagt, konnten mich die ersten beiden Bücher, die ich von Sarah Stankewitz gelesen habe, leider so gar nicht überzeugen. Doch nachdem ich die Leseprobe von "Rise an Fall" praktisch verschlungen ...

Ehrlich gesagt, konnten mich die ersten beiden Bücher, die ich von Sarah Stankewitz gelesen habe, leider so gar nicht überzeugen. Doch nachdem ich die Leseprobe von "Rise an Fall" praktisch verschlungen habe, musste ich es einfach doch nochmal probieren.

Inhalt:
Carter und Skylar sind schon befreundet, seit sie Kinder sind - nachdem Carter die Freude nach einem Schicksalsschlag zurück in ihr Leben gebracht hat. Als die beiden miteinander schlafen, haben sie keine wirkliche Möglichkeit mehr darüber zu sprechen, denn Carter reist am nächsten Tag nach Europa für sein Buchprojekt. Und dann kommt auch noch ein schrecklicher Unfall dazu...Sky sitzt nun im Rollstuhl, kann sich aber nicht überwinden ihrem besten Freund davon zu erzählen. Was, wenn sich die Dinge zwischen ihnen dann noch mehr verändern würden? Doch schließlich sind die sechs Monate vorbei...

Meine Meinung:
Von der ersten Seite an hat mich der Roman gefesselt. Ich habe mich augenblicklich in die Dynamik zwischen Carter und Skylar verliebt, die beiden kommunizieren einfach ohne Worte, haben so ein riesiges Vertrauen und eine Nähe, über die man immer mehr Lesen möchte. Besonders gut hat mir zu Beginn der Geschichte auch, wie die beiden trotz dem One-Night-Stand, dem Grenze überschreiten weiter miteinander kommunizieren und offenbleiben.

Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in welchem eine Protagonistin im Rollstuhl sitzt und bin wirklich froh, dass wir langsam aber sicher für alle Menschen, für alle Farben und Facetten der Welt auch in Büchern Repräsentation schaffen. Sie ist eine sehr liebe, freundliche, mutige und selbstbewusste Frau, die tapfer darüber hinweg lächelt, wie schwer ihr die ganze Sache am Anfang fällt. Soweit ich das beurteilen kann, hat die Autorin sehr gut recherchiert und die verschiedenen Aspekte des Lebens im Rollstuhl realistisch und berührend dargestellt. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass Sky auf diesen einen Teil von ihr reduziert wurde und trotzdem ganz viele andere Schwäche, Stärken und Lebensinhalte hatte.
Ihre Freundschaft mit Hazel hat sie zudem gestärkt und mich neugierig auf den zweiten Band gemacht ;)

Carter ist mal wieder ein Typ, den sich wohl jeder so in seinem Leben wünscht. Ihm liegt so unglaublich viel an Sky, er ist meist sehr aufmerksam, hat Humor und eine sarkarkastische, taffe Mauer, aber natürlich auch eine weiche Seite gegenüber "seiner Person". (Also ja, hier finden wir auch ein paar Klischees...Aber lieben wir sie nicht alle manchmal?) Er hat seine Fehler, gibt sich aber die größte Mühe immer sein Bestes zu geben und kann dabei selbst nicht sehen, wie viel er doch täglich leistet. Auch wenn er interessante Charakterzüge hat, war er mir letztendlich teilweise doch etwas zu glatt und perfekt.

Die Beziehung der beiden muss durch ganz schön viele Ups und Downs und Drama gehen, welches mir gegen Ende leider teilweise fast schon etwas viel war. Das Buch thematisiert wahnsinnig viele, verschiedene wichtige und spannende Themen(z.B. Adoption, Krebs, Krieg, Behinderung, Aggressionsprobleme, Vorurteile...), aber manchmal wäre eine leichte Reduktion vielleicht besser gewesen. Trotz allem habe ich den Roman in maximal 2 Tagen beendet und wollte gar nicht aufhören zu lesen.

FAZIT:
"Rise and Fall" macht durch die ganz besondere Bindung zwischen Carter und Skylar und der recht dynamischen Handlung sofort süchtig macht. Allerdings war es mir manchmal etwas zu viel Drama, etwas weniger Themen wären an manchen Stellen vielleicht sinnvoller gewesen.

4 von 5 Sternen

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.10.2021

Ruhig und eher langsam erzählt - aber sehr berührend!

Right Here (Stay With Me)
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INHALT:
Lucy liebt das Eislaufen, schon immer. Sie braucht es wie die Luft zum Atmen, aber ihre Eltern erwarten, dass sie in deren Firma einsteigt. Der Deal ist: Lucy darf ein jahr ihr Studium unterbrechen ...

INHALT:
Lucy liebt das Eislaufen, schon immer. Sie braucht es wie die Luft zum Atmen, aber ihre Eltern erwarten, dass sie in deren Firma einsteigt. Der Deal ist: Lucy darf ein jahr ihr Studium unterbrechen um für einen großen Wettkampf zu trainieren - dann kann sie sich beweisen oder muss entgültig ins Unternehmen gehen. Sie gibt alles und doch fühlt es sich an, als würde sie keinen Zentimeter vorankommen. Und dann trifft sie Jules...Zum ersten Mal spürt sie, wie ihre inneren Mauern etwas sinken und merkt, was es heißt jemanden in seinem Leben zu haben, der einem unglaublich viel bedeutet. Aber Jules hat ebenfalls kein leichtes Leben? Haben sie überhaupt eine Zukunft? Und was wird aus dem Eislaufen?

MEINE MEINUNG:
Die "Love-NXT"- Reihe von Anne Pätzold habe ich so, so geliebt, sodass ich sie inzwischen bereits mehrmals gelesen habe. Auf das neue Buch habe ich mich also schon seit Monaten gefreut, aber konnte es mich überzeugen?

Zuerst einmal muss man einfach sagen, dass dieser Roman so ganz anders war, als das, was ich erwartet hatte, als das, was ich von Anne Pätzold gewohnt war. Wir starten wesentlich langsamer in die Handlung, befinden uns in einem ganz alltäglichen Umfeld und es gab immer wieder Phasen, in denen ich gewartet habe, dass "etwas krasseres passiert."

Auch Lucy unterscheidet sich stark von dem warmen Bücherwurm Ella, sie ist eher kühl, hat ihre Gefühle hinter ihren Schutzmauern vergraben und tut sich schwer sich jemanden zu öffnen. Das Eislaufen ist ihr Leben, dort fühlt sie sich frei und wohl. Doch gleichzetig macht sie sich unglaublich viel Druck, ist verkopft und ihr Ehrgeiz steht ihr manchmal etwas im Weg. Lucy ist eine Protagonistin, mit der ich mich in vielen Momenten gut identifizieren konnte und vielleicht genau das es am Anfang manchmal schwer gemacht, es zuzlassen und mich komplett in sie hineinzuversetzen. Sie ist eine sehr starke, kluge und interessante Protagonistin, die ich zum Ende immer mehr liebgeworden habe. Besonders gut gefallen, hat mir ihre stetige Weiterentwicklung im Laufe des Buches, ich bin fast ein bisschen "stolz".

Jules ist ein super süßer, aufmerksamer, liebevoller und toller Junge. Mir hat gut gefallen, dass die Autorin die Rollenbilder etwas getauscht hat - es gibt einen eher schüchteren männlichen Part und dafür einen eher offensiven weiblichen (wirklich traurig, dass man das so sagen muss). Es war einfach wunderschön mitzuerleben, wie liebevoll er mit seinem kleinen Bruder umgeht, ein Aspekt, der der Geschichte später gleichzeitig Spannung und einen ziemlichen traurigen Touch gibt. Genauso respektvoll geht er auch mit Lucy um.

Die beiden Nähern sich wirklich eher langsam (oder eher normal schnell?) an und lernen sich erstmal richtig kennen. Es geht meiner Meinung nach vorallem um Lucys innere Entwicklung, sowas braucht eben einfach auch etwas Zeit. Die beiden hatten teifgründige Gespräche, humorvolle und ganz ehrliche. Man hat richtig gemerkt, wie sie für den anderen jeweils eine absolute Vertrauensperson gewordenen und wie wichtig sie einander sind. Das war wunderschön und mal etwas ganz anders. Irgendwie eine andere Ebene.

Und plötzlich habe ich gemerkt, dass ich dieses Buch gar nicht mit "Love-NXT" vergleichen möchte. "Right here " ist ein komplett anders Buch und das ist genau richtig so. Es geht um Lucy und Jules, darum, wie sie herausfindet, was es heißt sich zu öffnen, darum, dass sie in sich hineinspürt, darum, dass sich Lucys ganzes Leben verschiebt. Diese ganze Thematik ist mit ganz viel Feingefühl dargestellt und ja - man kann sagen, dass die Geschichte sehr langsam erzählt ist und ja - man kann sagen, dass sich auch die Beziehung eher ruhig entwickelt, aber ich bleibe dabei: Dieses Buch hat mich ganz anders berührt und mit Annes wunderschönes Schreibstil habe ich mir ein Zitat nach dem anderen Angestrichen.
Das ganze Buch hat ganz anders geendet, als ich erwartet hatte, es gab ein paar überraschende Wendungen und ich kann nur sagen: Wo bleibt der zweite Band?

FAZIT:
Ein sehr ruhig erzählter Roman mit einer eher langsamen Handlung. Allerdings haben sowohl Schreibstil, als auch die Protagonisten, so wie die komplette Entwicklung des Buches eine solche Tiefe, dass mich "Right here" sehr berühren konnte.

4 von 5 Sternen

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  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 12.10.2021

Eine Liebe zwischen den Jahreszeiten?

Die Hüter der fünf Jahreszeiten, Band 1: The Lie in Your Kiss (Romantische Fantasy - So aufwühlend wie der Herbstwind, so unvergesslich wie ein Sommerabend.)
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INHALT:
Schon immer sind die 4 Familien der Jahreszeiten Höfe dafür zuständig, dass die Welt im Gleichgewicht bleibt - auch wenn niemand außer ihnen davon weiß. Bloom gehört zum Winterhof, bisher spielte ...

INHALT:
Schon immer sind die 4 Familien der Jahreszeiten Höfe dafür zuständig, dass die Welt im Gleichgewicht bleibt - auch wenn niemand außer ihnen davon weiß. Bloom gehört zum Winterhof, bisher spielte sie jedoch keine besonders große Rolle im Geschehen, denn ihre Kräfte haben sich nie gezeigt. Doch dann stirbt plötzlich ihr Cousin Sander und sie muss seine Rolle beim großen Ball übernehmen - sie ist nun die Hüterin, sie hilft also beim Wechsel der Jahreszeiten. Als sich dann auch noch ihre Kräfte zeigen und der Hüter des Frühlingshofes so ganz anders ist, als erwartet, kommt ein Stein ins rollen, von dessen Auswirkungen Bloom nicht einmal zu träumen gewagt hätte...

MEINE MEINUNG:
Inzwischen gibt es wirklich endlos Fantasybücher, zu allen möglichen Themen. Deshalb habe ich mich umso mehr gefreut, als ich auf diesen Roman gestoßen bin. Die Grundidee fand ich einfach super spannend - doch konnte mich das Buch wirklich überzeugen?

Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen. Die Handlung beginnt praktisch auf der ersten Seite, etwas, was ich wirklich liebe. Weiterhin hat mir die Thematik der Jahreszeitenfamilien ausgesprochen gut gefallen und das hat sich auch die ganze Geschichte hinweg fortgesetzt. Die Autorin hat sich da wirklich eine wunderschöne Welt mit einigen Geheimnissen überlegt. Das Spannungslevel ist dann leider relativ schnell wieder etwas gesunken, aber so hat man als Leser dafür viel Zeit Bloom kennen zu lernen.

Mir persönlich hat sie als Protagonistin gut gefallen, ich konnte mich mit ihrer natürlichen, anfangs manchmal etwas verlorenen, aber gleichzeitig zielstrebigen und klugen Art gut identifizieren und mir hat es Spaß gemacht sie auf ihrem Weg zu begleiten und vorallem miterleben zu können, wie sie sich weiterentwickelt. Kevo ist ebenfalls ein interessanter Charakter - nicht zuletzt wegen seinen vielen Geheimnissen von denen ich mir am Ende jedoch gewünscht hätte, dass ein paar mehr aufgelöst werden. Obwohl er sich einen Teil seiner Undurchschaubarkeit wahrt, hat man doch sein weiches Herz durchblitzen sehen, sodass ich es kaum erwarten kann ihn noch etwas besser kennen zu lernen
Auch zusammen mochte ich die beiden, während ich gleichzeitig gut finde, wie die Liebesgeschichte nicht im Mittelpunkt der Handlung stand.

Nach dem Sog der ersten Kapitel ist der Spannungsbogen etwas abgeflacht, weshalb ich einen Moment gebraucht habe, bis ich wirklich wieder in die Geschichte eingetaucht bin. Dann sind die Seiten aber nur so verflogen und besonders einige Wendungen am Ende konnten mich überraschen und mitreißen. Das zweite Buch muss ich jetzt wohl auch lesen :)

FAZIT:
Die Thematik der Jahreszeitenfamilien ist einfach spannend umgesetzt und auch die Protagonistin mochte ich in ihrer klugen, zielstrebigen, aber natürlich Art sehr. An einigen Stellen im Buch hat mir etwas die Spannung gefehlt, doch diese kam am Ende defintiv wieder auf, sodass ich wohl auch den zweiten Band lesen werde!

4 von 5 Sternen

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.10.2020

Eine liebevoll geschriebener Agentenroman

Secret Academy - Verborgene Gefühle (Band 1)
7

Zuerst einmal ein großes Dankeschön an die Lesewurm und den Lübbe-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Inhalt:
Die 19-Jährige Alexis besucht eine Londoner Spezialschule, in der Agenten für die Krone ausgebildet ...

Zuerst einmal ein großes Dankeschön an die Lesewurm und den Lübbe-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Inhalt:
Die 19-Jährige Alexis besucht eine Londoner Spezialschule, in der Agenten für die Krone ausgebildet werden sollen. Eigentlich möchte sie einfach nur ihre Abschlussprüfung bestehen, doch dann wird ihre kleine Schwester Cassie entführt und Alexis muss sich entscheiden wem sie überhaupt noch vertrauen kann. Gar nicht so leicht, denn ihr Herz macht ihr manche Entscheidungen gar nicht so leicht...

Meine Meinung:

Ganz ehrlich: Normalerweise bin ich kein so großer Fan von „Agentenromanen“, doch die Leseprobe hat mich damals so sehr angesprochen, dass ich das „Secret Academy“ unbedingt lesen wollte.
Es geht nämlich umso viel mehr, als um „nur“ dramatische Agentenmanöver, Waffen und Co, nein, es geht auch um Freundschaft, Liebe und Gefühle.

Trotzdem habe ich dann einen kleinen Moment gebraucht um in das Buch wirklich reinzukommen. Der Schreibstil der Autorin hat am Anfang auf mich teils abgehackt gewirkt, jetzt kann ich das nicht mehr so wirklich nachvollziehen. Auch braucht das Buch meiner Meinung nach einen kleinen Moment bis die Handlung so richtig anläuft und Alexis Schwester auch wirklich entführt wird.

Von dem Zeitpunkt an habe ich allerdings eine Seite nach der anderen verschlungen. Wir bekommen nach und nach immer mehr Hinweise, aber so richtig eine Ahnung, worauf die Geschichte hinauslaufen könnte, hatte ich nicht. Der Autorin gelingt es die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Das Ende ist dann ein wirklich sehr, sehr gemeiner Cliffhanger und viele offene Fragen. Valentina, wie kannst du uns das nur antun?

Alexis ist eine sehr starke, ehrliche Protagonistin mit viel Mut und einem großen Herzen. Ich konnte mich gut mit ihr identifizieren.
Die beiden Jungs des Buches, Dean und Adam haben beide ihre Eigenheiten, die sie ebenfalls zu interessanten und liebenswerten Charakteren gemacht haben.

FAZIT:
Auch wenn ich mich am Anfang teilweise schwer getan habe, konnte mich „Secret Academy“ am Ende vollständig überzeugen und ich kann den zweiten Band kaum erwarten

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Veröffentlicht am 01.06.2020

Entwicklung der Protagonisten steht im Vordergrund

Truly
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Zuerst einmal ein großes Dankeschön an die Lesejury, den Lyx-Verlag und Ava Reed für das Buch, welches ich in einer spannenden Leserunde lesen durfte!

Inhalt:
Andies Leben ist gerade alles andere als ...

Zuerst einmal ein großes Dankeschön an die Lesejury, den Lyx-Verlag und Ava Reed für das Buch, welches ich in einer spannenden Leserunde lesen durfte!

Inhalt:
Andies Leben ist gerade alles andere als einfach: Nach dem Tod ihrer Mutter beginnt sie verspätet ihr Studium in Seattle – ohne Wohnung, Geld oder einen Job, nur mit ihrer besten Freundin June an ihrer Seite. Diese nimmt sie gleich nach ihrer Ankunft mit in den angesagten Club der Stadt und per Zufall fängt Andie wenig später dort als Barkeeperin an zu arbeiten. Dabei lernt sie den ruhigen, irgendwie unnahbaren Cooper kennen, zudem sie sich sofort hingezogen fühlt. Ihm geht es eigentlich ganz genauso, aber trotzdem stößt er sie immer wieder von sich. Kann er seine inneren Grenzen überwinden und Andie von seiner Vergangenheit erzählen? Haben die Beiden überhaupt eine Chance?

Meine Meinung:
Ich bin ein großer Fan von Ava Reeds Büchern und habe schon seit Monaten auf „Truly“ hin gefiebert! Doch konnte es mich dann wirklich überzeugen?

Es hat eine Weile gedauert, bis ich mit Andie warm geworden bin. Sie ist schon irgendwie süß, aber am Anfang hat sie auf mich vor allem naiv, planlos und ziemlich schüchtern gewirkt. Dazu kommt ein mysteriöser Ordnungsfummel, der leider bis zum Schluss nicht ganz erklärt wurde. Ihre Freundin June dagegen ist direkt, lebensfroh und selbstbewusst, sodass ich in einigen Szenen den Eindruck hatte es würde ihre Geschichte erzählt werden – nur eben aus Andies Perspektive. Auch Cooper ist eher der ruhige, nachdenkliche Typ, der ganz schön lange undurchschaubar bleibt.

Die Handlung des Romans ist ebenfalls eher ruhig, hauptsächlich begleiten wir die beiden Protagonisten in ihrem Alltag im Club. Zwar ist durch einen in der Zukunft spielenden Prolog von Beginn an etwas Spannung da, aber um ehrlich zu sein hätte ich mir manchmal etwas mehr gewünscht. Zwischen Andie und Cooper stimmt von Anfang an die Chemie, aber so richtige Liebesszenen gibt es kaum, denn dazu sind Coopers innere Grenzen einfach zu stark und er hält sie immer wieder auf Abstand. Erst zum Ende hin kommen sie sich etwas näher, sodass „Truly“ für mich mehr den Weg zu ihrer Beziehung als diese selbst beschrieben hat.

Meiner Meinung nach steht die Romantik also nicht im Vordergrund – stattdessen geht es um Andie und Cooper als Personen: Wovor haben sie Angst? Was haben sie erlebt? Was wünschen sie sich? Wo sind ihre Grenzen? Man begleitet sie auf einer wirklich eindrucksvollen Entwicklung, die sehr realistisch und berührend beschrieben wurde. So wird Andie langsam aber sicher eine selbstbewusstere, mutige und starke Frau, die trotzdem ihre sympathische und sensible Art behält. Auch Cooper ist alles andere, als der typische Bad-Boy mit achso-schlimmen Problemen, die sich durch die Protagonistin natürlich in Luft auflösen – nein, er kämpft wirklich mit den Folgen eines schlimmen Ereignisses, stößt immer wieder an seine Grenzen und muss erst wieder Mut sammeln um es noch einmal zu probieren. Diese Verletzlichkeit macht die Beiden zu unglaublich echten Charakteren, die man so schnell nicht mehr vergisst.

An sich hat mir „Truly“ also durchaus gut gefallen – ich habe es geliebt Andie und Cooper auf ihrem Weg zu begleiten, auch wenn man als Leser oft nicht mehr als ein Kribbeln zwischen den Beiden bekommt. Bereichert wird der Roman durch die Nebencharaktere, besonders Mason und June, welche etwas Abwechslung und Humor in den Roman bringen. Das Setting des Clubs ist außerdem mal etwas Neues und spannend gewählt!

FAZIT:
„Truly“ ist keine typische Liebesgeschichte. Beide Charaktere sind eher ruhig und müssen sich erst einmal entwickeln um sich aufeinander einlassen zu können. Dieser Prozess wird sehr echt und berührend beschrieben, sodass ich Andie und Cooper jetzt schon vermisse.
4 von 5 Sternen

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