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Veröffentlicht am 03.06.2023

Lose Familienbande ohne Berührung

Schau mich an, wenn ich mit dir rede!
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Das Buch war nicht so mein Fall. Ein Blick in eine Patchworkfamilie, deren Angehörige wie Planeten um einander kreisen ohne sich tatsächlich zu berühren, doch mir fehlte eine Erzählfaden.

Es werden die ...

Das Buch war nicht so mein Fall. Ein Blick in eine Patchworkfamilie, deren Angehörige wie Planeten um einander kreisen ohne sich tatsächlich zu berühren, doch mir fehlte eine Erzählfaden.

Es werden die Gedanken und Hoffnungen jedes einzelnen ausgebreitet und es ist fatal, wie weit ihre Ziele auseinander driften. Jeder versucht den anderen in seinem Sinne zu bewegen, Mitgefühl fehlt.

Ich hatte Mühe mich in die Figuren einzufühlen, jede für sich hatte unangenehme Eigenheiten und selbst die Kinder waren wenig sympathisch.

Die Erzählweise fühlte sich fremd an und die Sprache etwas gestelzt. Einzelne Ausdrucke aus dem Österreichischen musste ich nachschlagen.

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Veröffentlicht am 20.08.2022

Fruchtlos

Brüten
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Ich bin mit dem Buch nicht warm geworden und mir darüber unklar, wie ich es bewerten soll. Letztendlich habe ich nach der Erfüllung meines Lesebedürfnissses entschieden, daher 2,5 Sterne/5 Sternen.

Eine ...

Ich bin mit dem Buch nicht warm geworden und mir darüber unklar, wie ich es bewerten soll. Letztendlich habe ich nach der Erfüllung meines Lesebedürfnissses entschieden, daher 2,5 Sterne/5 Sternen.

Eine Frau berichtet seltsam teilnahmslos über ihre Hühner und die Menschen in ihrem Leben.

Ganz langsam kristallisiert sich dabei ihr Verlust heraus und die Übertragung ihrer Bedürfnisse auf die Hühner sowie die Kargheit ihres Lebens.

Für mich zu wenig emotional greifbar, wenn auch sprachlich sehr ausgefallen und anregend. Vielleicht war es für mich zu anspruchsvoll. Vielleicht war meine Erwartung aber auch zu groß oder ich zu wenig empfänglich für die subtilen Anspielungen auf das Leben.

Am Ende hat mir die Entwicklung des Charakters gefehlt und der Hoffnungsschimmer. Aber vielleicht wollte die Autorin dies alles nicht und ich will mich einfach nicht mit dem Leben dieser Frau arrangieren.

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Veröffentlicht am 04.10.2020

Der Autor bricht sein Versprechen

Der Junge aus dem Wald
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Es ist mein erstes Coben Buch und hätte ich vorher gewusst, dass er sich gerne kritisch mit der amerikanischen Justiz, Medienmacht und politischen Manipulationen auseinandersetzt, hätte ich wohl nicht ...

Es ist mein erstes Coben Buch und hätte ich vorher gewusst, dass er sich gerne kritisch mit der amerikanischen Justiz, Medienmacht und politischen Manipulationen auseinandersetzt, hätte ich wohl nicht zugegriffen.

Coben beginnt das Buch mit einem Highschooldrama – dem Verschwinden von Naomi – und bauscht es – für mich künstlich - zu einem politischen Ringkampf der Großen und Mächtigen auf.

Leider erfüllt sich auch nicht die Ankündigung eines menschenscheuen Ermittlers, der mit ungewöhnlichen Methoden an den Fall herangeht. Wilde hat keinerlei Probleme sich im Haifischbecken der Mächtigen zu bewegen und sich in den manipulativen Dialogen durchzusetzen. Auch seine Ermittlungsmethoden sind allenfalls technisch ausgefeilt, als ungewöhnlich.

Die Erzählung wird von Dialogen dominiert, oftmals von Personen, die gar nicht oder nur unzureichend eingeführt sind. Ja, es bietet damit ein offenes Feld für Spekulationen, doch die Protagonisten sind so klischeehaft und das Terrain mir unbekannt, dass es mir keinen Spaß macht sich daran zu beteiligen. Langezeit hoffe ich auf ein Vorankommen der Ermittlungen um Naomis Verschwinden, doch ich werde Seite um Seite hingehalten.


Ungewöhnliches Stilmittel: Der Autor kündigt auf Seite 135 ein Verbrechen an. Es geschieht aber erst auf Seite 397. Was soll ich sagen: Diese Ankündigung war dringend nötig, ich hätte das Buch sonst vorher abgebrochen und mir die 262 Seiten unzusammenhängender Perspektiven und Dialoge gespart.

Immerhin nutzt er die verbleibenden 67 Seiten bis zum Ende, um alles schlüssig aufzulösen und selbst das Highschooldrama im Kiss-off noch mit einem Ende zu versehen.

Alles in allem lässt mich das Buch enttäuscht zurück. Titel und Klappentext haben etwas völlig anderes versprochen und das Geboteten konnte dies Enttäuschung nicht wettmachen. Schade.

2,5 Sterne gibt es, weil ich die Rahmengeschichte mochte, es durchaus spannende Passagen gab und die Parallelen zur aktuellen politischen Lage der USA angekommen sind.

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Veröffentlicht am 10.12.2023

Ziellos durch die Erzählung getrieben

Zuhause ist ein großes Wort
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Ich trieb ziellos durch einige Wochen von Skips Leben, spürte ihre Untiefen, in denen sich Ängste vor Bindung und Verantwortung tummeln, trieb gegen ein Bollwerk aus Verdrängung, hinter dem sich das Trauma ...

Ich trieb ziellos durch einige Wochen von Skips Leben, spürte ihre Untiefen, in denen sich Ängste vor Bindung und Verantwortung tummeln, trieb gegen ein Bollwerk aus Verdrängung, hinter dem sich das Trauma verbarrikadiert hatte, um doch immer wieder abzurutschen. Bis zum Ende sehnte ich mich nach Skips rettendem Ufer, doch sie zeigt keinen Durchhaltewillen und lässt sich immer wieder von der Strömung abtreiben.

Schriftstellerisch eine gelungene Darstellung dieser widersprüchlichen Sehnsüchte von Fernweh und Heimweh, aber mir fehlte die Hoffnung und die emotionale Ansprache.

Die Erzählung bleibt mir zu vage, die Personen zu stilisiert und es ist schwer erträglich, einen Menschen zu begleiten, der von der Sehnsucht nach einem Zuhause zerrissen wird und gleichzeitig immer wieder vor dem Ankommen fortläuft.

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Veröffentlicht am 01.09.2023

Künstlich und brachial

12 Grad unter Null
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Trotz meiner Liebe zu Dystopien kam ich mit dem Buch gar nicht zurecht. Es lag weit außerhalb meiner Komfortzone und so sehr ich mühte und streckte bekam ich die Geschichte nicht zu fassen.

Eine schwer ...

Trotz meiner Liebe zu Dystopien kam ich mit dem Buch gar nicht zurecht. Es lag weit außerhalb meiner Komfortzone und so sehr ich mühte und streckte bekam ich die Geschichte nicht zu fassen.

Eine schwer zu ertragende Erzählung voller Gewalt, in der patriarchale Macht und misogynes Verhalten auf die Spitze getrieben werden. Die Sprache teils übertrieben bildhaft, sezierend, lässt kein Luftholen zu und dann wieder so verschleiernd, dass ich oftmals nach dem Sinn suchen musste.

Für mich zu brachial und künstlich.

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