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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.10.2020

Clara's Schicksal

Die Pianistin
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Meiner Meinung nach ist Beate Rygiert wie beabsichtigt hervorragend gelungen, Clara’s Schicksal „…fühl- und erlebbar zu machen.“ (Nachwort, Seite 363)
Als Leipzigerin kam ich bereits sehr früh mit Clara ...

Meiner Meinung nach ist Beate Rygiert wie beabsichtigt hervorragend gelungen, Clara’s Schicksal „…fühl- und erlebbar zu machen.“ (Nachwort, Seite 363)
Als Leipzigerin kam ich bereits sehr früh mit Clara und Robert Schumann in Verbindung. Von ihrem strengen Vater sowie Robert’s Leiden wusste ich, umso beeindruckender ist diese Geschichte, die teils biografisch, teils mit Fiktion verknüpft ein Bild dieser starken und kämpferischen Frau aufzeigt.
Nach dem langen und harten Streit mit dem Vater um ihr Liebesglück versucht sie desillusioniert den Spagat zwischen Ehefrau, Mutter und Künstlerin zu meistern, was zu Lasten ihrer Karriere und auch Gesundheit geht. So ist es eine Erlösung als sich dieses Kapitel mit einer Versöhnung mit sich selbst an Robert’s Sterbebett schließt und sie diese Chance nutzt an ihre Karriere als Pianistin anzuknüpfen.
Es ist somit nicht nur die Geschichte einer romantischen Liebe, sondern auch die, einer Liebe in schwierigen Zeiten als auch einer großartigen Künstlerin, die die Autorin sehr sensibel zeichnet.
Dieses Buch ist eine geglückte Hommage an eine starke Frau, das ich sehr gern weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 05.10.2020

Wer nur ein einziges Leben rettet...

Wer ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt
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Nachdem das Deutsche Reich große Teile Mitteleuropas besetzt hatte, sahen die Flüchtlinge nur noch Zuflucht in Portugal. Jedoch wurde dazu ein portugiesisches Visum benötigt, um von Frankreich via Spanien ...

Nachdem das Deutsche Reich große Teile Mitteleuropas besetzt hatte, sahen die Flüchtlinge nur noch Zuflucht in Portugal. Jedoch wurde dazu ein portugiesisches Visum benötigt, um von Frankreich via Spanien nach Portugal ausreisen zu können. Aristides de Sousa Mendes ist zur Zeit dieser Flüchtlingswelle Generalkonsul in Bordeaux. Er widersetzt sich allen Anweisen des portugiesischen Ministerpräsidenten Salazar und stellt trotz anderslautender Anordnungen die dringend benötigten Visa aus. Darüber hinaus wies er ihm untergeordneten Beamten an, ebenfalls diese Visa auszustellen. Als Salazar davon erfuhr, enthob er Mendes seines Amtes. In dem darauffolgenden Disziplinarverfahren gelang es Mendes nicht sich zu rehabilitieren, was den sozialen Abstieg seiner Familie zur Folge hatte. Nach mehreren Schlaganfällen verstarb er verarmt 1954 in Portugal.
Dagmar Fohl gelingt es hervorragend, Mendes Beweggründe sowie die sich damit drastisch veränderten Lebensumstände darzulegen. Dabei bedient sie sich der Ich-Form, wodurch der Leser Mendes sehr nah kommt. So hervorzuheben wie Mendes Engagement bei der Unterstützung der Flüchtlinge war, umso leichtsinniger erscheint dies jedoch für ihn und vor allem seine große Familie. Manchmal hatte man den Eindruck, ein großes Kind tut nur das, was es will. Dies wird auch besonders in der Beziehung zu Andree deutlich. Das Angenehme mitnehmen, aber sich der Verantwortung nicht stellen. Für unzählige Flüchtlinge war jedoch aber genau dieses Nicht-Nachdenken über die Verantwortung der Rettungsanker.
Ein sehr lesenswertes Buch!

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Veröffentlicht am 03.10.2020

Interessante Einblicke in ein eher unbekanntes Thema

Das Buch Alice
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Dieses Buch behandelt neben Ausführungen zu der spannenden Lebensgeschichte der Familie Urbach auch die bisher eher unbeachtete Thematik des geistigen Diebstahls Werke jüdischer Autoren und gibt gleichzeitig ...

Dieses Buch behandelt neben Ausführungen zu der spannenden Lebensgeschichte der Familie Urbach auch die bisher eher unbeachtete Thematik des geistigen Diebstahls Werke jüdischer Autoren und gibt gleichzeitig tiefe Einblicke in das Schicksal jüdischer Menschen in Österreich.
Der Autorin Dr. Karina Urbach ist es wunderbar gelungen Erinnerungen und Zitate wie „aus einem Guss“ in einem flüssig zu lesenden Text zusammenzufassen. Dabei wird die Quelle der Zitate durch kleine Kopfnoten markiert und am Ende des Buches zusammengefasst.
Vieles im Buch war für mich sehr informativ und ergänzt damit unvollständige Kenntnisse.
Beeindruckend sind auch der unbeugsame Mut sowie die niedergeschrieben gestochen scharfen Beobachtungen. Eben diese Berichte ergänzen die Handlung und machen die Schilderungen sehr authentisch.
Abgerundet durch Übersicht zu den Quellen der Zitate, sowie Fotos und Karten ist es ein
lesenswertes Buch, welches ich sehr gern weiterempfehle!

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Veröffentlicht am 21.09.2020

Mit Mut zu neuen Aufschwung

Fräulein Paula und die Schönheit der Frauen
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Paula Rolle besitzt genug Mut und Selbstsicherheit um sich (als Frau!) nach dem Krieg auf die Stellenanzeige eines Strumpffabrikanten zu bewerben, der seine Fabrik in Hamburg neu aufbauen will. Rasch überzeugt ...

Paula Rolle besitzt genug Mut und Selbstsicherheit um sich (als Frau!) nach dem Krieg auf die Stellenanzeige eines Strumpffabrikanten zu bewerben, der seine Fabrik in Hamburg neu aufbauen will. Rasch überzeugt sie den Fabrikanten mit ihrer zielstrebigen und ideenreichen Art und erarbeitet sich dadurch sowie ihrer gerechten Art einen Stand im Unternehmen. Das Unvorstellbare gelingt und „Alba-Strümpfe“ beliefert die Frauen des Nachkriegsdeutschlands.
Neben der Rolle der starken Frau fasziniert dieses Buch durch die anschauliche Darstellung des Lebens in dieser Zeit. Denn Mangel, die Beschränkung sowie der Wunsch nach kleinen Dingen Normalität und Luxus. Und natürlich darf eine Liebesgeschichte nicht fehlen, in der auch die Schwierigkeiten der politischen Einstellungen deutlich werden.
Etwas sperrig ist der Titel, jedoch ergibt sich im Zusammenhang mit anderen Titeln der Autorin ein System.
Abzüge muss ich für die Sprecherin Svenja Pages machen, deren Stimme zwar angenehm anzuhören, jedoch bei der Umsetzung der Dialekte total ungeeignet ist. Dies ist mir auch schon in anderen ihrer gesprochenen Bücher aufgefallen.
Alles in allem trotzdem ein Buch, das man sich anhören kann. Dafür solide vier Sterne!

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Veröffentlicht am 21.09.2020

Vom Jäger zum Gejagten

Der Tod des Henkers
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Das Attentat auf Heydrich in Prag und die daraus resultierenden Folgen für die einheimische Bevölkerung stehen im Fokus dieses Romans. Trotz der sehr interessanten Thematik habe ich mich anfänglich beim ...

Das Attentat auf Heydrich in Prag und die daraus resultierenden Folgen für die einheimische Bevölkerung stehen im Fokus dieses Romans. Trotz der sehr interessanten Thematik habe ich mich anfänglich beim Lesen recht schwer getan. Dies ändert sich etwa nach dem ersten Drittel, in dem dann die den herrschenden Zwängen unterworfene Ermittlung des Gestapo-Kommissars Heinz Pannwitz im Vordergrund steht, beeinflusst von Kompetenz- und Machtstreitigkeiten führender Obrigkeiten.
Wie die Autorin selbst bemerkt ist es recht schwierig einen Angehörigen der SS als Verfechter für die Gerechtigkeit zu formen. Trotzdem bin ich der Meinung dies ist ihr, unter Hilfe von (Tagebuch) Aufzeichnungen sowie fiktiver Annahmen, sehr gut gelungen. Herausgekommen ist ein sehr berührendes sowie nachdenklich stimmendes Buch, welches ich gern weiter empfehle.

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