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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2017

Unbedingt lesen

Der Teufelsfürst
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Im Jahre 1447 sind Vlad und sein jüngerer Bruder Radu als Geiseln beim osmanischen Sultan. Vlad kämpft im Gegensatz zu seinem Bruder gegen die Bedingungen dort an und wird für jede Kleinigkeit bestraft, ...

Im Jahre 1447 sind Vlad und sein jüngerer Bruder Radu als Geiseln beim osmanischen Sultan. Vlad kämpft im Gegensatz zu seinem Bruder gegen die Bedingungen dort an und wird für jede Kleinigkeit bestraft, sein Haß wächst. Als er mit seinen Kräften am Ende ist, tut er so, als ob er den Kampf aufgegeben hat. Daraufhin bekommt er eine Kriegsausbildung und zieht in seine erste Schlacht.

Zur gleichen Zeit in Ulm: Karl von Katzenstein wird in seinem Bett ermordet aufgefunden. Die angeblich Schuldige, seine Tochter Zehra, wird als Hexe verleumdet und muß Ulm verlassen. Doch ihr Bruder Utz glaubt nicht an ihre Schuld und will dies beweisen. Er begibt sich auf die erfolglose Suche nach ihr. Bei seiner Rückkehr nach Ulm erfährt er zu allem Unglück auch noch, daß er nichts mehr besitzt, irgendjemand hat Anspruch auf seine finanziellen Mittel.

Zehra selbst wird nach einer Flucht, bei der sie verunglückt, von Zigeunern gesund gepflegt. Doch nicht ohne Eigennutz: sie erwarten von ihr, daß sie ihre Schulden bezahlt. Doch Zehra besitzt nichts.

In diesem Buch wird Vlad, oder auch Graf Dracula, mit einem ganz neuen, noch nie dagewesenen Gesicht gezeigt. Er ist nicht der blutrünstige Pfähler, der seelenlos seine Feinde brutal gefoltert hat. Hier erfährt der Leser eine ganz neue Geschichte über ihn. Denn wer weiß schon, daß er diese Foltermethode erst von den Türken gelernt hat? Das Buch ist wunderbar anschaulich geschrieben, leicht und flüssig zu lesen. Silvia Stolzenburg
hat auch für dieses Buch wieder sehr gut recherchiert, man merkt, daß sie wirklich mit Herzblut bei der Sache ist und nicht einfach um des Schreibens willen irgendetwas zu Papier bringt. Nein, bei ihr ist stets alles gut durchdacht und recherchiert. Die Charaktere sind sehr liebevoll ausgewählt und beschrieben, man erlebt sie als gute Freunde, mit denen man mitzittert, -fiebert und -leidet.

Dies Buch ist wirklich sehr aufschlußreich. Wer Vlad nur aus den typischen Hollywoodfilmen kennt, wird sich wundern, was für ein Mensch er in Wirklichkeit war.

Ich kann es jetzt schon kaum erwarte, bis endlich die Fortsetzung dieses grandiosen Buches erscheint!

Veröffentlicht am 11.02.2017

Wunderschön

Das Wesen der Dinge und der Liebe
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Als Alma Whittaker im Jahre 1800 geboren wird, ist ihr Vater durch mehr oder weniger ehrliche Geschäfte zu einem sehr reichen Mann geworden. Ihre Eltern fördern ihre hohe Intelligenz und aus Alma wird ...

Als Alma Whittaker im Jahre 1800 geboren wird, ist ihr Vater durch mehr oder weniger ehrliche Geschäfte zu einem sehr reichen Mann geworden. Ihre Eltern fördern ihre hohe Intelligenz und aus Alma wird eine hervorragende Botanikerin. Erst als sie die Liebe sucht, muß sie sich eingestehen, daß nicht alles wissenschaftlich zu erklären ist. Ihre Reisen führen Alma von Philadelphia nach Tahiti und nach Amsterdam. Unabhängig von Charles Darwin macht sie die gleichen Entdeckungen, nur hat sie nicht den Mut, diese zu veröffentlichen. Trotzdem stirbt sie als eine glückliche und zufriedene Frau, die ein erfülltes Leben hatte.

Das Buch zeigt einem mal wieder, daß enormer Reichtum nicht unbedingt glücklich machen muß. Es gibt Einblicke in die Gesellschaft Philadelphias im 19. Jahrhundert und als Kontrast dazu das Leben auf Tahiti. Wenn man sich nicht so sehr für Botanik interessiert, sollte man die seitenweise langen Abhandlungen über Moose einfach überlesen, auf keinen Fall aber das Buch weglegen. Sonst verpasst man nämlich einen spannenden Lebenslauf und Reisebericht.

Veröffentlicht am 11.02.2017

Genial

Ich heirate Frau Antje ihre Familie
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Gabriel, bekennender Misanthrop, rettet während einer Floßfahrt auf der Isar die ins Wasser gefallenen Holländerin Anouk. Es kommt, wie es kommen muß, sie verlieben sich ineinander. Ihr zuliebe zieht Gab ...

Gabriel, bekennender Misanthrop, rettet während einer Floßfahrt auf der Isar die ins Wasser gefallenen Holländerin Anouk. Es kommt, wie es kommen muß, sie verlieben sich ineinander. Ihr zuliebe zieht Gab sogar nach Holland. Und schon ist es vorbei mit dem ruhigen Leben. Die neue Familie will ihn mit aller Gewalt zum Holländer erziehen. Das heißt: es muß immer schön gezellig sein! Und gewohnt wird standesgemäß auf einem Hausboot! Gab wird auch ganz schön auf seine Leidensfähigkeit getestet. Zum einen muß er an Nikolaus den Zwarte Piet mimen, dabei wird er aus Jux mal eben durch den Kamin geschickt, das nächste Mal muß er am Elfstedentocht 200 km Schlittschuhlaufen. Und immer alles schön mit der Familie, die ihn mächtig aufs Korn nimmt. Und natürlich geht auch alles schief, was nur irgendwie schief gehen kann, egal ob Berufseinstieg oder Ideen für die Hochzeit...

Das Buch ist ein Feuerwerk an gutem Humor! Es vergeht keine Seite, auf der dem Leser nicht die Lachtränen in die Augen schießen. Ben Bergner versteht es, die Klischees über Holländer gut und witzig darzustellen. Das Buch liest sich einfach wunderbar. Es ist locker-flockig geschrieben, liest sich flott durch und macht riesig Spaß, wobei man selbst dabei noch einiges über die Holländer,ihr Leben und ihre Lebensweise erfährt. Die einzelnen Charaktere sind einfach durchweg sympathisch. Vor allem Anouk mit ihrem Hartz-4-Deutsch muß man einfach lieben!

Ein Buch, das nur einen Fehler hat: Man hat es zu schnell gelesen, weil es einfach viel zu viel Spaß macht!

Veröffentlicht am 11.02.2017

Unbedingt lesen

Alles Mythos! 20 populäre Irrtümer über den Wilden Westen
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In diesem Buch werden 20 bekannte und weniger bekannte Mythen über den Wilden Westen behandelt. Die Palette erfaßt wirklich alles. Es geht um Cowboys und Indianer, Nationalparks, Trecks, Karl May und seinen ...

In diesem Buch werden 20 bekannte und weniger bekannte Mythen über den Wilden Westen behandelt. Die Palette erfaßt wirklich alles. Es geht um Cowboys und Indianer, Nationalparks, Trecks, Karl May und seinen Winnetou, Revolverhelden und Duelle.

Das Buch ist durchweg interessant und mit viel Sachkenntnis geschrieben. Trotzdem es sehr lehrreich ist, ist es auf keinen Fall nur belehrend langweilig geschrieben, nein, es ist Spannung da. Dies wird auch durch den flüssigen und verständlichen Schreibstil des Autors erreicht. Man merkt Alexander Emmerich an, daß er sich in der Materie sehr gut auskennt. Dies Buch beinhaltet wirklich für jeden etwas, denn auch derjenige Leser, der meint, sich im Wilden Westen gut auszukennen, wird auf neues stoßen! Und wer die Zeit nur aus den Hollywoodfilmen kennt, wird sich wundern, was alles falsch dargestellt wird!

Veröffentlicht am 11.02.2017

Lustig

Keine Sau hat mich lieb
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Burgi Schweinsteiger lebt mit ihrem Vater und ihrem Bruder im tiefsten Bayern - genauer gesagt in Untermarktlbrunn und ist die hiesige Metzgerin. Außer ihrer Freundin Anni und dem Schulfreund Snake, der ...

Burgi Schweinsteiger lebt mit ihrem Vater und ihrem Bruder im tiefsten Bayern - genauer gesagt in Untermarktlbrunn und ist die hiesige Metzgerin. Außer ihrer Freundin Anni und dem Schulfreund Snake, der jetzt eine Wirtschaft betreibt, hat sie niemanden. Doch dann taucht ein toller Typ im Dorf auf - ein Zimmermann auf der Walz. Doch der entscheidet sich für die verheiratete Anni. Dies wird jedoch nicht Burgis größtes Problem, nein, es kommt noch toller. Ihr Vater fährt nach einem ausgiebigen Gelage in der örtlichen Wirtschaft ausgerechnet Rocky, den 30.000 € teuren Dorfstier um. Burgi und ihr Vater wissen sich nicht anders aus der Affäre zu ziehen, als ihn zu verwursten....

Das Buch ist der absolute Wahnsinn! Es liest sich so toll, man mag gar nicht mehr aufhören und die Enttäuschung ist groß, wenn man es zu klappt. Denn man möchte einfach mehr davon! Der Schreibstil ist bombastisch - leicht, locker und eine tolle Prise bayrische Mundart. Die braucht aber niemanden abschrecken, denn man versteht es leicht - und wenn mal nicht, ist hinten im Buch ein tolles Glossar (nicht zu vergessen die leckeren Rezepte...). Was mir persönlich gut gefällt, ist die Ausgewogenheit des Buches. Es gibt Stellen, da kann man sich vor Lachen fast nicht mehr halten, um dann auch wieder auf sehr nachdenkliche Stellen zu treffen. Ein absoluter Hingucker ist jawohl auch das niedliche Cover.

Auch wenn Burgi laut Titel meint "Keine Sau hat mich lieb" - da täuscht sie sich gewaltig. Ich mag sie wirklich sehr und hoffe auf weitere Unterhaltung mit ihr!