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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2017

Macht Spaß

Elmsühne
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Hauptkommissar Giovanni Beck hat sich gerade erst in Braunschweig eingelebt, als sein Nachbar Augustus von Düren tot in seiner Wohnung aufgefunden wird. Alles deutet auf einen Mord während eines Einbruches ...

Hauptkommissar Giovanni Beck hat sich gerade erst in Braunschweig eingelebt, als sein Nachbar Augustus von Düren tot in seiner Wohnung aufgefunden wird. Alles deutet auf einen Mord während eines Einbruches hin. Und was hat es damit auf sich, daß drei frühere Schüler von von Düren ihn noch immer oft besuchen? Ist der Täter dort zu suchen? Beck stößt bei seinen Ermittlungen auf eine sehr dunkle Vergangenheit der Familie von Dürens.... Und es bleibt nicht bei diesem einen Mord. Beck hat alle Hände voll zu tun, noch dazu hat er sich in Sarah, einer Lehrerin verliebt und muß sich über seine Gefühle klar werden.

Sarah selbst ist neben ihrer Liebe zu Beck auch noch in Sorge um den halbiranischen Schüler Farid, der von einigen anderen Schülern gemobbt wird. Auch in seiner Mutter hat Farid keine große Hilfe.

"Elmsühne" ist ein wunderschöner Krimi, der ganz ohne blutiges Gemetzel auskommt. Er wirkt alleine durch die Schreibweise und Handlung spannend, hat die typischen Schockermomente gar nicht nötig. Das Buch liest sich leicht und locker, hat von Anfang bis Ende einen durchgängigen Spannungsbogen und brilliert durch durchweg sympathische Charaktere, die dem Leser sofort ans Herz wachsen. Die Autorin hat eine wunderbare Schreibweise, leicht und mit fröhlichen Kommentaren der Charaktere, die so sind, wie man sie überall auf der Straße wohl hören kann. Dadurch wirkt nichts gestelzt, sondern realistisch.

Es macht einfach Spaß, dieses Buch zu lesen!

Veröffentlicht am 11.02.2017

Sehr zu empfehlen

Die Frau des Täuferkönigs
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Osnabrück, 1534. Der Gaukler Emanuel handelt auf dem Markt mit gefälschten Reliquien. Doch der Gutsherr Everhard Clunsevoet, dessen Stall Emanuel und seine Gruppe angezündet haben, deckt diesen Handel ...

Osnabrück, 1534. Der Gaukler Emanuel handelt auf dem Markt mit gefälschten Reliquien. Doch der Gutsherr Everhard Clunsevoet, dessen Stall Emanuel und seine Gruppe angezündet haben, deckt diesen Handel auf. Er nimmt die Gaukler gefangen, schlägt ihnen jedoch den Handel vor, seine Tochter Amalia in Münster aus den Händen der Wiedertäufer zu befreien. Als Gegenleistung bekäme Emanuel seine Tochter Mieke zurück. Die Gruppe macht sich unter der Aufsicht eines Söldners von Clunsevoet auf den Weg nach Münster. Ihnen gelingt es, ins belagerte Münster zu gelangen und Amalia, die jedoch nicht gewillt ist, ihnen zu folgen, zu finden. Die Gruppe wird entdeckt...

"Die Frau des Täuferkönigs" ist ein historischer Roman, wie man ihn selten findet. Der Leser liest sich schnell in die Geschichte, findet Zugang zu den einzelnen Charakteren und fängt sehr schnell an, die einzelnen zu mögen. Aber es ist nicht alles so, wie es zunächst scheint, so daß der Leser auch gerne auf eine falsche Fährte gesetzt wird! Auch der Humor kommt hier nicht zu kurz, was in einem historischen Roman ja eher selten ist. Die Beschreibungen der Charaktere, der Begebenheiten und Lebensumstände sind wundervoll und gut recherchiert. Zudem schafft es der Autor, durch seinen sehr schönen Schreibstil, dies alles gut zu vermitteln.

Ein sehr zu empfehlendes Buch!

Veröffentlicht am 11.02.2017

Aufschlußreich

Unter dem Südseemond
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Köln 1899: Die blutjunge Alma wird von ihrem Vater gegen ihren Willen verheiratet. Mit ihrem Mann verschlägt es Alma auf die Südseeinsel Samoa. Nach anfänglichen Schwierigkeiten findet sie sich mit ihrem ...

Köln 1899: Die blutjunge Alma wird von ihrem Vater gegen ihren Willen verheiratet. Mit ihrem Mann verschlägt es Alma auf die Südseeinsel Samoa. Nach anfänglichen Schwierigkeiten findet sie sich mit ihrem Leben ab und schließt neue Freundschaften. In ihrer Ehe bekommt sie keine Liebe. Erst als sie dem Seemann Joshua begegnet, erfährt sie, was Liebe ist. Immer wieder gelingt es aber ihrer Schwester Käthe durch Intrigen Almas Glück zu zerstören. Nach und nach spürt Alma, daß auf ihrer Familie ein Geheimnis lastet, daß auch ihr Leben auf den Kopf stellen wird.

Das Buch führt einem vor Augen, wie rechtlos Frauen um 1900 waren. Gleichzeitig zaubert es das Bild einer Trauminsel in der Südsee hervor. Schnell merkt man aber, daß auch Trauminseln ihre Makel haben. Mittlerweile gibt es viele Bücher zu diesen Themen. Schon nach wenigen Seiten kann der Leser aber merken, ob das Buch Masse oder Klasse ist. Dieses Buch hier gehört zweifellos zur Kategorie Klasse! Es ist flüssig geschrieben und nie langweilig. Man leidet mit den Guten, ärgert sich über die Schurken und wundert sich über die Kolonialherren. Man taucht ganz tief in das Buch ein und das ist eben klasse daran. So muß ein gutes Buch für mich sein.

Veröffentlicht am 11.02.2017

Einfach herrlich

Radieschen von unten
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Loretta Luchs hat es nicht leicht. Die Arbeit bei einer Sex-Hotline verlangt schon einiges von ihr und zu Hause sitzt ihr Freund Tom, der nichts anderes im Sinn hat als seine Computerspiele und die dortigen ...

Loretta Luchs hat es nicht leicht. Die Arbeit bei einer Sex-Hotline verlangt schon einiges von ihr und zu Hause sitzt ihr Freund Tom, der nichts anderes im Sinn hat als seine Computerspiele und die dortigen "Freunde und Spielgefährten". Dies ist ihm sogar wichtiger als ein gemeinsames Leben mit Loretta. Loretta reicht es - sie zieht in den Schrebergarten ihrer Freundin. Doch auch dort ist nichts mit Ruhe und Beschaulichkeit. Ein Nachbar fällt vom Dach und landet kopfüber in der Regentonne und wird tot aufgefunden. Und es soll nicht die letzte Leiche sein... Gemeinsam mit ein paar neuen und alten Freunden macht sich Loretta auf die Suche nach dem Mörder.

"Radieschen von unten" macht einfach Spaß. Ein Krimi, gespickt mit viel rabenschwarzem Humor und einer Menge Spannung, die bis zum Schluß durchgängig ist. Loretta und ihre Freunde sind wunderbar charakterisiert, man muß sie einfach mögen und wünscht sich an so mancher Stelle, auch solche Freunde zu haben. Hier wird wirklich jeder Charakter beschrieben, von der Hausfrau bis zum Ruhrgebietsproll a la Atze Schröder. Sehr gelungen ist der typische Ruhrgebietsdialekt, der aber auch für "Auswärtige" gut zu verstehen sein wird (manches ergibt sich schon aus der Situation heraus).

Lotte Minck mal ohne Coautorin - einfach gelungen!

Veröffentlicht am 11.02.2017

Tolle Fortsetzung

Der Fluch des Sündenbuchs
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Jana und ihr Verlobter Conrad machen sich im Jahre 1618 auf die Reise, den sagenumwobenen Schatz von El Dorado zu finden. Sie treten ihre Reise auf einem Sklavenschiff an, was besonders für Conrad als ...

Jana und ihr Verlobter Conrad machen sich im Jahre 1618 auf die Reise, den sagenumwobenen Schatz von El Dorado zu finden. Sie treten ihre Reise auf einem Sklavenschiff an, was besonders für Conrad als Arzt und Verfechter der Menschenrechte ein Hindernislauf wird. Er gerät mit dem Kapitän und dem Schiffsarzt in Streit und muß den Rest seiner Reise unter Deck bei den Sklaven verbringen. Kurz vor Ende der Reise wird das Schiff überfallen, Jana und Conrad werden getrennt. Conrad kann mit einem Sklaven fliehen, Jana wird von den Piraten entführt, kann aber kurz danach mit zwei Engländern fliehen. Beide sind davon überzeugt, der Partner wäre tot und machen sich alleine weiter auf die Suche nach dem Schatz.

Auch die Fortsetzung von "Das Sündenbuch" überzeugt. Beide Bücher sind in sich geschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden, ohne das "Der Fluch des Sündenbuchs" dadurch beeinträchtigt wäre. Die Spannung zieht sich auch hier wieder durch das gesamte Buch. Dazu kommen wunderbar detailreiche Beschreibungen des Lebens an Bord eines Sklavenschiffes. Die Ängste der Besatzung sowie das Elend der Sklaven wird so gut beschrieben, daß der Leser mitleidet. Die Charaktere sind sehr gut dargestellt, diejenigen, die bereits im ersten Band eine Rolle spielten, haben hier ihren direkten Anschluß und entwickeln sich immer weiter. Ein unbedingt zu lesendes Buch für alle Freunde historischer Romane