"Kopfjagd" spielt in Berlin und konfrontiert den Leser mit Tötungsdelikten durch Enthauptung. Zuständig für die Ermittlungen ist das Sonderdezernat "Fremdkultur", bestehend aus Hauptkommissar Heiko Brandt ...
"Kopfjagd" spielt in Berlin und konfrontiert den Leser mit Tötungsdelikten durch Enthauptung. Zuständig für die Ermittlungen ist das Sonderdezernat "Fremdkultur", bestehend aus Hauptkommissar Heiko Brandt und seiner ihm neu zugeteilten Kollegin Zehra Erbay. Das Sonderdezernat scheint aus politischen Gründen vom Oberstaatsanwalt ins Leben gerufen und Brandt ein Ermittler wie ein einsamer Wolf. In Kollegenkreisen nicht beliebt ist er anfangs auch noch wütend über die Zuteilung der engagierten jungen Kollegin. Doch im Laufe der Ermittlungen wachsen die beiden zusammen und bilden eine Einheit. Brandt wirkt anfangs auf den Leser eher wie ein "Kotzbrocken", doch im Laufe der Geschichte wurde er mir immer sympathischer. Manchmal konnte ich mir richtig vorstellen, wie er sich freundlich mitteilen wollte, dann aber doch schwieg. Ebenso Zehra, die nach und nach die harte Schale von Brandt knackt. Die Morde durch Enthauptung lassen die beiden erst auf die Spur des IS und internationalen Waffenhandel kommen. Immer wieder geraten die beiden dabei an verschlossene Türen, auch der Oberstaatsanwalt ist nicht wirklich eine Unterstützung für sie. Die Politik hindert die beiden sichtlich. Doch dann ergeben sich neue Hinweise und die Nachforschungen konzentrieren sich auf ein neues Tatmotiv. Aber da wird Brandt der Fall entzogen und Zehra der neuen Ermittlungseinheit zugeordnet. Hier aber wird sie aber nur als bessere Schreibkraft missbraucht und so kommt es, dass die beiden unabhängig weiter ermitteln. Letztendlich aber sind dem Grenzen gesetzt, da die Politik schützend die Hand über einzelne hebt und Täter eigentlich auch Opfer sind. "Kopfjagd" ist ein spannender Kriminalroman, bei dem ich anfangs nicht mit einer solchen Entwicklung gerechnet hätte. Geschickt werden Themengebiete miteinander vermischt und schlüssig kombiniert. Dabei baute sich bei mir schnell eine Spannung auf, die bis zum letztendlichen Showdown erhalten blieb. Am Ende bekommt das Sonderdezernat "Fremdkultur" durch einen geschickten Schachzug Brandt eine weitere Chance. Doch für den Leser wird noch ein großes Fragezeichen um Heiko Brandt eingebaut, ein ungelöster dreifacher Mord auf den Philippinen. Ist das der Cliffhanger für einen Folgeband? Man darf als Leser gespannt sein!