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Veröffentlicht am 22.10.2020

Tiefe, Action, ein bisschen Grey^^ und ein paar Längen

Gentleman Sinner
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Der Schreibstil:
Also ich muss sagen, dass er nicht ganz meinen Erwartungen entsprach. Aber das ist meine eigene Schuld. Ohne Erwartungen kann ich sagen, dass es sich super flüssig lesen ließ und es auch ...

Der Schreibstil:
Also ich muss sagen, dass er nicht ganz meinen Erwartungen entsprach. Aber das ist meine eigene Schuld. Ohne Erwartungen kann ich sagen, dass es sich super flüssig lesen ließ und es auch echt schöne Passagen gab, in denen man das Gewicht der Worte förmlich spürte. Mit Erwartungen sage ich, dass er mich nicht so in seinen Bann ziehen konnte, wie ich es erwartet hatte und das ich mir manchmal einfach ein wenig mehr Zugkraft gewünscht hätte. Manchmal ist das ja so, dass wenn es schön klingt, die Geschichte aber leider hinter ihren Worten zurückbleibt. Diesen Eindruck hatte ich hier auch ein wenig. Aber nur ein wenig. Ohne Erwartungen war er super:)

Meine Meinung:
Zuerst einmal zu den Protagonisten. Ich muss schon sagen, dass ich hier auf verhältnismäßig bekannte Figuren getroffen bin. Izzy ist toll. Eine mutige Frau, die ihre Kraft unter anderem daraus schöpft, dass sie schon einiges überlebt hat und jetzt einfach nur auf ihren eigenen Beinen stehen will. Gleichzeitig sehnt sie sich aber auch nach einer Brust zum Anlehnen. Innerhalb der Geschichte schwankt es so bei ihr immer mal zwischen Selbstständigkeit und dem Wunsch, die Verantwortung über sich einfach einmal abzugeben. Das fand ich ganz schön gemacht, weil sie dabei nie vergaß, wer sie war und sich und den Leser immer wieder auf das Geschehen und die Bewertung dieses um sie herum aufmerksam macht. So steckt sie gegenüber Theo die komplette Handlung hinweg in einem Widerstreit mit sich selbst. Teilweise konnte ich das ganz gut nachvollziehen, teilweise habe ich aber auch gedacht, dass sie irgendwann die Grenze schon übertreten hat, es aber lange Zeit nicht versteht. Das dehnt die Geschichte an dieser Stelle etwas. Es hätte mich normalerweise nicht gestört. Da der Handlungsverlauf sich aber hauptsächlich mit diesem Thema befasst, kommt es dort schon zu einer kleinen Länge.

Theo war ein durchaus interessanter Protagonist. Interessant deshalb, weil er irgendwie etwas von Christian Grey hat mit seiner Verletzlichkeit, seinem Trauma und seiner Macht. Gleichzeitig ist er aber viel weichherziger. Manchmal kam er mir vor wie ein kleiner, einsamer Junge. Diesen Eindruck verstärkt die Autorin sehr fein und dreht ihre Geschichte daraus. Izzy geht darauf ein, versucht ihn zu verstehen und sieht seine Stärken wie auch Schwächen, was Theo zu einem sehr starken, weil tiefgreifend beschrieben, Protagonisten macht. Anfangs kommt dies noch nicht ganz so durch. Da ging mir das mit seiner Verliebtheit und so weiter fast schon zu schnell, weil er sich dadurch sehr schwach im Geiste macht. Nach und nach wird er aber einfach immer greifbarer und zum Ende hin, lernt man ihn in seinem ganzen Wesen schätzen. Das war eine schöne Entwicklung, die sich auch in seinen Handlungen abzeichnet und ihn von den Klischees befreit. (Zudem verliert er immer mehr die Ähnlichkeit zu Christian Grey^^). Er ist dann einfach ein Kerl, den man sich herbeiwünscht, wann immer man jemanden braucht, der zu einem steht. Ein übergroßer, kräftiger, grobschlächtiger Teddybär mit super weichem Innenfutter:)

Die Nebenprotagonisten fand ich sehr schön dargestellt. Ich wäre sehr davon angetan, wenn die Geschichte der beiden besten Freunde auch erscheinen würde. Sie waren einfach immer präsent, ohne zu viel Raum einzunehmen und konnten ihre Persönlichkeiten zeigen. Zudem knisterte es zwischen ihnen gewaltig.

Den Handlungsverlauf explizit auf die Geschichte fokussiert würde ich als nicht ganz einfach bezeichnen. Für mich war es kein Buch, dass man in einem Rutsch durchliest. Eher eins, dass man zwischendurch weglegt, weil die Längen dann manchmal doch über den Punkt hinausgehen, den man ihnen gibt, sich wieder einzukriegen. Die Grundidee fand ich dabei super und interessant. Es geht gleich aufregend los und Theo sorgt immer wieder dafür, dass Izzy nicht so leicht davonkommt und sich mit ihm auseinandersetzt. Ziemlich bald werden wir Leser dann mit den Geheimnissen der beiden auf die Folter gespannt. Ich fand es hier vor allem interessant, dass die Gründe, warum die Geheimnisse nicht erzählt wurden, endlich mal wirklich eindrucksvoll waren. Man konnte verstehen, warum die beiden sie nicht gleich offen ausgesprochen haben. Bei dieser Geschichte muss man sich einfach darauf gefasst machen, dass einiges doch einen Tick ernster und folgenreicher ist, als das in anderen Liebesromanen der Fall ist.
Zu erwähnen ist außerdem, dass es explizite Sexszenen gab. Meiner Meinung nach waren die von der Häufigkeit her noch im Rahmen, dadurch aber, dass die Story selbst öfters Längen hatte, geraten sie mehr in den Fokus und nehmen dann vielleicht doch Überhand.

Also kommen wir zu den Längen: das Buch hat definitiv welche. U.a. weil die Geheimnisse eben sehr lange nicht ausgesprochen wurden und die beiden eigentlich ohne ehrliche Worte in ihrer Beziehung nicht wirklich weiterkommen. Getröstet hat mich hier aber wirklich das Ende des Buches, bzw. schon der Teil, an dem es darauf zu geht. Erst einmal überrascht die Story hier mit einer unerwarteten Wendung und dann fügt sich alles so dramatisch und gut zusammen, dass es tatsächlich richtig cool wird und die Spannung sich bis in zuvor nicht erlebte Höhen hebt. Da könnt ihr euch wirklich noch auf etwas gefasst machen, dass Theo auch nochmal ganz anders definieren und verfeinern wird. Mir hat es sehr gefallen:)

Fazit:
Ein Buch, dass durchaus mit Klischees aufräumen will (sieht man mal von der Figurenkonstellation allgemein ab) und dies teilweise auch schafft. Die Story bietet viele schöne Worte, Action und Dramatik. Öfters aber auch Längen, sodass es sich vom Schreibstil her zwar recht gut lesen lässt, die Story einen aber doch dazu verleitet, das Buch kurz wegzulegen. Das Ende konnte mich hier überzeugen. Ebenso wie die Tiefe und Entwicklung des Charakters von Theo.

Es gibt 4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 15.10.2020

Ein Wohlfühlbuch, dass gleich auf der ersten Seite Fahrt aufnimmt:)

Kisses from the Guy next Door (Baileys-Serie 2)
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Zur Info: Dies ist der zweite Band der Baileys-Reihe von Piper Rayne. Die Bücher hängen in ihrer Situierung und ihrem Figurenstand zusammen, sind ansonsten aber in sich abgeschlossene Geschichten.

Klappentext:
Was ...

Zur Info: Dies ist der zweite Band der Baileys-Reihe von Piper Rayne. Die Bücher hängen in ihrer Situierung und ihrem Figurenstand zusammen, sind ansonsten aber in sich abgeschlossene Geschichten.

Klappentext:
Was tun, wenn man per Textnachricht vor dem Altar abserviert wird? Brooklyn Bailey träumt seit dem Tod ihrer Eltern nur von einem: einer eigenen Familie. Doch ihr Traum zerplatzt, als sie von ihrem Verlobten Jeff verlassen wird, mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen wollte. Wyatt Whithmore ist eigentlich nur vorübergehend in Lake Starlight. Niemals hätte er damit gerechnet, in Alaska jemandem wie Brooklyn zu begegnen. Wyatt ist der Typ Mann, der sich auf nichts Festes einlässt. Brooklyn ist die Art Frau, die sich für immer bindet. Und doch fühlen sie sich unwiderruflich zueinander hingezogen. Das kann nicht gut gehen …

Der Schreibstil:
Ich bin wie immer durch die Seiten geflogen! Piper Rayne schreiben sehr spritzig frisch, voller aufregender und emotionaler Elemente, sodass es immer wahnsinnig Spaß macht, ihre Bücher zu lesen. Vielleicht war dieser Band diesmal ein ganz kleines bisschen weniger

Meine Meinung:
Ich bin richtig gut in die Geschichte reingekommen, weil man einfach ins Geschehen reingeworfen wird und so schon ganz zu Anfang einen Supercrash erfährt. Der Rest des Buches baut auf diesem Ereignis auf, sodass hier keine Zeit mit einer langsamen Annäherung verschwendet wird.

Brook war von Anfang an in Action und mir damit sehr sympathisch. Dies änderte sich auch im Verlauf der Geschichte nicht. Sie ist einfach eine total liebe Seele, die aber dennoch nicht verweichlicht ist. Es gibt viele Bereiche, neue Bereiche für sie, in denen sie unsicher ist. Genauso oft weiß sie aber genau, was sie will und setzt das durch. Das hat mir sehr gefallen, weil sie so sehr authentisch wirkte und ich als Leser ein gutes Gefühl hinsichtlich der Einschätzung für sie bekam.

Wunderschön ist auch ihre Entwicklung. Ihr Leben ist so durchflutet von Liebe und gleichzeitig Trauer, dass sie das eine verstärkt sucht, um das andere verdrängen zu können. Das geht leider nicht immer gut, wie man anfangs gleich merkt. Im Laufe der Geschichte entdeckt Brook immer mehr, wie Liebe sich anfühlen sollte, welchen Trugschlüssen sie sich über Jahre hingegeben hat und was man bei der wahren Liebe vielleicht auch bereit ist, auf sich zu nehmen.

Ebenso sympathisch war mir Wyatt. Ich hatte bei ihm die ganzen Zeit einen süßen Sunnyboy im Kopf, dabei ist er eigentlich eher ein Geschäftsmann. Während er jedoch bei Brook ist, passt er sich einfach so wundervoll an den Ort und die Menschen an, dass man ihm das gar nicht mehr anmerkt. Ausnahmsweise mal ein richtiger Kerl zum Wohlfühlen und nicht immer nur der Ort:) Schön ist an dieser Stelle außerdem, dass es nicht einfach von den Autorinnen vernachlässigt wird, dass Wyatt in dem kleinen Örtchen so anders ist, sondern dass es später sogar noch problematisiert wird. So war es für mich schön rund:)

Die Nebenprotagonisten fand ich ebenfalls alle sehr sympathisch und liebenswert. Man bekam richtig Lust darauf auch ihre Geschichten zu erfahren und hat zudem die beiden Protagonisten des ersten Bandes indirekt bei ihrem weiteren Weg begleiten können.

Was den Handlungsverlauf angeht, kann ich sagen, dass es nie langweilig wurde. Es ist dabei nicht unbedingt eine durchgehende Spannung, die einen an das Buch fesselt, sondern oft auch die Protagonisten in liebenswerten Szenen oder die Hoffnung darauf, dass es jetzt ein wenig anders abläuft als gewohnt. Und das tut es auch auf gewisse Weise.
Was ihr dazu wissen müsst, ist, dass Wyatt ein Geheimnis hat, dass er erst einmal durch die Geschichte trägt. Es sollte auf jeden Fall den Leser neugierig darauf machen, wie es damit nun weitergeht, denn der Leser selbst kennt dieses Geheimnis. Allerdings muss ich sagen, dass man es definitiv unter die Kategorie „viel Drama um nichts“ einordnen könnte. Ich habe ehrlich gesagt beim Lesen des Teils, in denen es noch ein Geheimnis ist, nicht verstanden, was daran so schlimm ist. Und lustigeres zeigt sich das dann später auch bei Brook. Ist so die Frage, ob man sich da als Leser einfach freut, dass es nicht überdramatisiert oder künstlich gepusht wurde, oder ob man lieber etwas gehabt hätte, was den ganzen Wind wert gewesen wäre.

Schön fand ich dagegen, wie Wyatt mit diesem Geheimnis umgeht. Er weicht den Klischees nämlich schön aus und löst es sehr bald auf. Da habe ich mich richtig gefreut:)

Die Lovestory zwischen den beiden war ebenfalls sehr gelungen. Erst annähern, dann Freundschaft, dann mehr. Das Ganze ging dabei nicht zu schnell vonstatten. Man muss sich schon ein wenig darauf einstellen, dass das Buch sich sehr auf die Gefühle der Protagonisten konzentriert und ihnen da viel Zeit gibt. Ich persönlich finde sowas toll. Gerade bei Geschichten, in denen die Protagonisten schon alt genug sind, um an Heirat und Familie zu denken. Wäre es vornehmlich sexuelle Lust, würde ich doch arg bezweifeln, dass die beiden so lange zusammenbleiben.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass es ganz im Sinne eines Wohlfühlbuches in solch einem kleinen Ort alles sehr harmonisch ablief, es auch die ein oder andere „aufregendere“ Szene gab und man immer wieder den Zusammenhalt der Familie spürte sowie dass diese Familie Wyatt als zu ihnen gehörig zählt, was es für den Leser und auch Wyatt einfacher macht, sich zu entscheiden.

Fazit:
Ein super schönes Buch zum Wohlfühlen. Tolle Protagonisten, Gefühle zum Miterleben, eine tolle Atmosphäre und Witz in Sprache und Handlungsverlauf. Es läuft nicht alles a-typisch ab, sodass es noch keine Überraschungen bereit hält. Mich hat einzig der Kernpunkt des Dramas nicht ganz überzeugen können. Es hat in der Story nicht ganz gepasst und wurde auch nicht vom Schreibstil unterstützt.

4 von 5 Sterne vorn mir.

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Veröffentlicht am 01.10.2020

Solider Urban-Fantasy-Roman mit süßer Liebesgeschichte

Das Flüstern der Magie
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Klappentext:
Die 19-jährige Fallon besitzt das Talent die Magie zu spüren. Daher betreut sie in der schottischen Hauptstadt ein Archiv für magische Gegenstände, die für Unwissende zum Risiko werden können. ...

Klappentext:
Die 19-jährige Fallon besitzt das Talent die Magie zu spüren. Daher betreut sie in der schottischen Hauptstadt ein Archiv für magische Gegenstände, die für Unwissende zum Risiko werden können. Eines Nachts trifft Fallon auf den geheimnisvollen Reed, mit dem sie sofort etwas zu verbinden scheint. Doch Reed hintergeht sie und entwendet einen magischen Gegenstand aus ihrem Archiv. Damit bringt er nicht nur Fallon in Bedrängnis, sondern auch die Einwohner Edinburghs in große Gefahr … Laura Kneidl wird mit diesem Roman alle Fans spannender und romantischer Fantasy begeistern.

Schreibstil:
Ich habe tatsächlich noch nicht viel von Laura Kneidl gelesen und das hier war mein erstes Buch abseits des New Adults. Allerdings ist es ja so, dass es sich hierbei um Urban Fantasy und dann auch noch mit Liebesgeschichte handelt. So fand ich, dass der Schreibstil da sehr gut passte. Ich finde immer, sie schreibt recht unkompliziert, sehr flüssig und sehr locker leicht. Zu diesem Genre passt das, bei einem High Fantasy-Roman wäre ich da kritisch, aber ich habe ja noch „Die Krone der Dunkelheit“ zu Hause, weshalb es sich theoretisch nachprüfen lässt. Ich bin auf jeden Fall gespannt.

Meine Meinung:
Die Protagonistin Fallon war mir von Anfang an sehr sympathisch. Sie ist ein klein wenig chaotisch und lebt in den Tag hinein, dennoch ist sie sich sehr bewusst über ihre Pflichten und nimmt diese sehr ernst. Ihren Eltern zu beweisen, dass sie es schaffen kann, ist quasi ihre Lebensaufgabe.

Ich wusste anfangs überhaupt nichts über die Regeln dieser erzählten Welt. Ich hatte keine Ahnung, was möglich ist und was nicht, die Idee, dass Fallon das Flüstern der Magie hört, war super um die Brücke zwischen gewöhnlichem und eigenen zu schlagen. Schön fand ich, dass einem durch Fallon bewusst wird, dass dieses Flüstern keineswegs nervig wie etwas ein Tinitus ist. Stattdessen ist es für Fallon etwas wundervolles und diese Begeisterung für die Magie zieht sich durch das ganze Buch und charakterisiert Fallon zu einem großen Teil. Sonst würde man wohl nicht verstehen, warum sie für die Magie soviel bereit ist zu opfern.

Reed fand ich ebenfalls klasse. Er hat Geheimnisse, diese bleiben jedoch zum Glück nicht nervig lange erhalten und einige entpuppen sich als etwas völlig Unerwartetes. Er bringt Fallon dazu, alles aus einer anderen Sicht heraus zu betrachten, sodass letztlich die Geschichte in ihrer Perspektive recht vielfältig wird. Zudem war Reed ein Faktor in der Geschichte, der auch das Reale, das nicht mit Magie versehene gegenwärtig bleiben lässt. Dadurch kann Fallon nicht einfach in ihre Welt abtauchen und das war es dann.

Was ich wirklich schön fand und was bei mir dem Buch einen großen Pluspunkt verleiht, ist, wie die Liebesgeschichte der beiden verläuft. Da ist kein kindliches Zögern, was ich so oft bei diesem Genre finde, dabei ist es doch kein Jugendbuch. Da wird nichts totgequatscht oder geschwiegen. Die beiden reden vernünftig miteinander, sind sich ihrer Gefühle füreinander bewusst und geben sich ihnen in einem Rahmen hin, der für mich perfekt zur Geschichte gepasst hat. Es ging nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam und gleichzeitig war es immer gegenwärtig, sodass man die Gefühle bei seiner Lektüre stets spürte und genießen konnte.

Nun zur Handlung und damit vielleicht erst einmal zur Welt und ihren Ideen: ich kann sagen, dass ich alles durchweg spannend fand, allerdings nicht, weil die Welt nun die größte Spannung vermittelte. Vielmehr ist das, was Laura Kneidl sich da für ihre Welt in Bezug auf Magie ausgedacht hat originell und gut angewandt. Es werden verschiedene Magische Gegenstände erwähnt, die wirklich cool sind und ihren Teil zur Geschichte beitragen. Viel spannender fand ich aber immer das Drumherum. Fallons beinahe oder ja, auf jeden Fall kriminelle Aktivitäten, um an diese Gegenstände heranzukommen (und das findet immer in unserer ganz normalen Welt statt), die Auswirkungen und Nachwirkungen, die die Gegenstände für ihre Besitzer oder andere Personen haben und die Aktion drumherum. Denn natürlich geht nicht immer alles glatt und es gibt tatsächlich ein größeres Handlungselement in der Story, dass von einer ziemlich actionreichen und gefährlichen, ich würde sagen „Mission“ erzählt.

In Bezug auf die Handlungsstränge, gibt es teilweise echt schöne Verwebungen, die letztlich auch zu einem Ergebnis führen, dass man zwar hätte erahnen können, dass aber durch die restliche Handlung soweit verdrängt wurde, dass es dennoch überraschend ist. Auch für Fallon. Ich will jetzt nicht Spoilern, aber es hat schön krimimäßige Züge.

Zudem wird auch auf Ebene der Emotionen und Beziehungen fein alles aufgearbeitet, sodass die Geschichte am Ende für den Leser zufriedenstellend abgeschlossen ist.

Letztlich hat mir nur das gewisse Etwas gefehlt, um dem Buch fünf Sterne geben zu können. Es hätte einfach noch etwas eindrücklicher, etwas verzwickter und nicht planmäßig funktionieren können. Irgendetwas, was beim Lesen einen Wow-Moment ausgelöst hätte.

Fazit:
Ein solides Urban-Fantasy-Buch mit einer richtig süßen, gut inszenierten Liebesgeschichte und interessanten Ideen auf Ebene der Fantasy. Ich habe es super schnell und gut lesen können, weil der Schreibstil das einfach unterstützt und die Protagonisten luden dazu ein, mit ihnen mitzufiebern. Erstaunlich viel Action und kriminelle Energie verleihen der Geschichte zudem eine besondere Spannung, die sie immer wieder zusätzlich interessant gestaltet. Mir hat einzig und allein noch ein etwas Mehr gefehlt. Das, was es zu einem Buch macht, dass ich nicht mehr vergessen kann.
Oh und Edinburgh wird einem auf jeden Fall schmackhaft gemacht!

Deshalb gibt es 4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 17.08.2020

Authentische Geschichte über eine Lebensfreundschaft

Die Mädchen aus der Firefly Lane
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Klappentext:
Im Sommer 1974, zum Sound von Fleetwood Mac und Abba, lernt die Außenseiterin Kate die schöne, aufregende Tully kennen, die alles zu haben scheint, was ihr fehlt. Aus den sehr unterschiedlichen ...

Klappentext:
Im Sommer 1974, zum Sound von Fleetwood Mac und Abba, lernt die Außenseiterin Kate die schöne, aufregende Tully kennen, die alles zu haben scheint, was ihr fehlt. Aus den sehr unterschiedlichen Mädchen werden Freundinnen, die weder Tullys Karrierestreben noch Kates Entscheidung für Kinder und Familie trennen kann. Jahrelang umschiffen Tully und Kate die Klippen jeder engen Freundschaft – Eifersucht, enttäuschte Liebe – und halten zueinander. Bis zu jenem Tag, als ein Verrat ihr Vertrauen auf die Probe stellt …

Zum Inhalt: „Gegensätze ziehen sich an.“, diesen Satz kennt wohl jeder. Das aus diesen Gegensätzen eine beste Freundschaft werden kann, die über 30 Jahre währt, davon erzählt das vorliegende Buch.

Zum Schreibstil: Die Geschichte beginnt in der Gegenwart mit dem Zerwürfnis der beiden Freundinnen und blickt dann zurück zu den Anfängen. Schnell ist der Leser in der Handlung drin, wird mitgerissen und erkennt sich wieder in einer der zwei Protagonistinnen.
Der Schreibstil ist schnell und flüssig. Er gliedert sich in vier einzelne Lebensabschnitte, die sehr schön durch bekannte Musikstücke dieser Zeit eingeführt werden und damit eine gewisse Grundstimmung heraufbeschwören.
Es war wieder sehr schön, sich einfach von Kristin Hannah mitnehmen zu lassen. Sie hat eine Art zu schreiben, die einen sehr nah an das Geschehen heranbringt, was mir sehr gefällt.

Zu den Charakteren:
Beliebt oder graue Maus, zielstrebig und selbstbewusst oder nett und unscheinbar? Tulli und Kate können unterschiedlicher nicht sein, zwei junge Teenager, die nur die Einsamkeit verbindet.
Doch dieses Band schafft es, dass die zwei sich gegenseitig durchs Leben helfen. Aus Tulli wird die Karrierefrau, die von ihrer Mutter unbedingt gesehen werden möchte, dies aber bei aller Berühmtheit nicht schafft. Sie beneidet Kate um ihre Familie und die familiäre Geborgenheit. Wie unglücklich und einsam sie ist, das weiß nur sie allein.

Aus Kate wird die Mutter, das Organisationstalent, die für alle immer aufopferungsvoll da ist und die Wogen wieder glättet, wenn es gefordert ist. Sie bewundert Kate für die Selbstverständlichkeit mit der sie alles erreicht. Nur sie weiß, dass hinter Kates Perfektion eine verletzliche Seele steckt. Wie verletzlich sie selbst ist, ihre Ängste, als Frau nur die zweite Wahl zu sein, erkennt niemand.

Beide Protagonistinnen sind Extreme, leicht überzogen. So bieten sie viele Identifikationsangebote. Mit wem man sich nun identifiziert, ist natürlich von einem selbst abhängig. Durch die Überzogenheit gibt es aber viele Situationen und Gefühle, mit denen ich mich identifizieren konnte. Das macht die Geschichte sehr wirklich und wirkte einnehmend.
Kate war aber letztlich etwas stärker, denn bei Tulli hatte ich das Gefühl, dass sie irgendwo im Mittelteil immer schwächer wurde. Während Kate sich weiterentwickelt und stärker wird, auch wenn es langsam geschieht, so bleibt Tulli schlicht wie sie von Anfang an war. Das war etwas enttäuschend, weil sie sowieso schon nicht ganz so sympathisch für mich war und Kate immer wieder eingrenzt.

Ansonsten kann ich über die Charaktere sagen, dass Kristin Hannah hier zwei Frauen geschaffen hat, die eine sehr eindrückliche Freundschaft beschließen. Gerade, weil sie so unterschiedlich sind, gab es natürlich mehrere Reibungspunkte und die Geschichte war so sehr weit in ihren Themen und Problematiken im Lebensverlauf gefasst.


Zur Handlung:
So eine Freundschaft – gerade in der Zeit als Teenager – kennt jeder von uns und so ist auch die Handlung nach einiger Zeit vorhersehbar und wirkt manchmal etwas langatmig erzählt. Der Leser verfolgt die Reise durch die eng miteinander verknüpften Lebensphasen der beiden Mädchen. Mit Spannung wird die Wendung erwartet, die Rückkehr in die Gegenwart und die Beantwortung der Frage: Was hat 30 Jahre Freundschaft beendet?

Gefallen hat mir auch die Problematik der Teenie-Phase bei den eigenen Kindern und wie Tully und Kate damit umgehen. „Man kann tun, was man will, die Kinder machen einem doch alles nach.“ Aber erkennen wir das? Es ist interessant, dies in seiner Ausführlichkeit an diesen Figuren zu sehen, deren Leben wir ja komplett mitverfolgen.
Besonders schön war es dabei, dass alle Situationen so nah am Alltag waren, an dem, was Mütter tagtäglich erleben. Also keine aus der Luft gegriffenen Situationen, sondern Situationen, die sich durch ihre Authentizität auszeichnen.
Das ist für mich eine Stärke der Autorin. Ihre Geschichte sind meist so aus dem Leben gegriffen, dass sie real wirken. Als könnten sie so passiert sein. Das machen unter anderem auch die vielen Details in ihren, und auch in dieser Geschichte.

Das Ende: Die Beantwortung der Frage hat mir Tränen in die Augen getrieben. Auf einmal war es so emotional. Egal, was ihr anfangs erwartet habt, es kommt ganz anders. Es hat die Geschichte für mich perfekt abgerundet, denn die Tragik des Endes hat die Ereignisse auf den Punkt gebracht. Noch einmal wird einem bewusst, was Freundschaft bedeutet und vor allem, was Freundschaft zwischen diesen beiden Frauen bedeutet.

P.S. Mit dem Nachwort gibt uns Kristin Hannah noch eine nicht unwesentliche Botschaft, scheinbar aus einem persönliches Bedürfnis heraus, mit auf den Weg und bestärkt so ihre Moral der Geschicht‘.

Fazit:
Der Schreibstil von Kristin Hannah war wieder wunderbar, sodass es sich super lesen ließ und mich voll mitgenommen hat. Die beiden Protagonistinnen sind etwas überdramatisiert. Es ist wohl ein Merkmal der Autorin, dass sich Drama an Drama hängt während des Handlungsverlaufs. Es ist aber auch etwas, was ihre Geschichten immer sehr besonders und einnehmend macht und mir durchaus gefällt. Hier war es interessant, das Leben der beiden zu verfolgen und dabei immer wieder an den Alltag erinnert zu werden.
Zwischendurch fand ich es immer mal wieder etwas langatmig und auch von Grund her etwas vorhersehbar, aber das haben die Emotionen zum Ende hin wieder wett gemacht.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 24.07.2020

Spannend, super verstrickt, aufregend und mega erzählt

Four Dead Queens
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Klappentext:
»Sei schnell und noch schneller wieder weg«, das ist das Motto von Keralie Corrington, Taschendiebin aus Quadara. Im Regierungsbezirk von Quadara stiehlt sie dem Boten Varin Erinnerungschips ...

Klappentext:
»Sei schnell und noch schneller wieder weg«, das ist das Motto von Keralie Corrington, Taschendiebin aus Quadara. Im Regierungsbezirk von Quadara stiehlt sie dem Boten Varin Erinnerungschips – ein begehrtes Gut auf dem Schwarzmarkt. Allerdings muss sie feststellen, dass es sich keinesfalls um leere Chips handelt: Unfreiwillig wird sie Zeugin, wie Quadaras vier regierende Königinnen ermordet werden. Keralie und Varin werden unfreiwillig zu Spielbällen einer weitreichenden Verschwörung. Zusammen versuchen sie, den Strippenziehern zu entkommen und deren Pläne zu vereiteln.

Der Schreibstil:
Die Autorin schreibt sehr schön flüssig und interessant. Ich war sofort voll in der Geschichte drin. Besonders gefallen hat mir, wie eindrücklich sie Erinnerungen mit der Gegenwart verwob und so auch den Clue der Geschichte gut einbinden konnte. Es war wirklich sehr angenehm zu lesen.

Meine Meinung:
Aus dem Klappentext weiß man: Keralie wird Zeugin der Morde an den vier Königinnen. Für mich schonmal ein totaler Antrieb ganz zu Anfang des Buches, weiter und weiter zu lesen. Dazu kommt, dass Keralie total cool wirkt. Und damit meine ich „cool“ in dem Sinne, wie man es eigentlich verwendete: gelassen, gefasst und einfach sie selbst. Ich mochte sie sofort. Sie weiß um ihre Stärken und hat einen eigenen Kopf, der sie mir sehr sympathisch gemacht hat.
Die Spannung wird nun erhöht, indem nicht nur aus der Perspektive von Keralie, sondern auch aus der der vier! Königinnen erzählt wird. Die erste Königin wird erst dann ermordet. Wo befinden wir uns also in der Geschichte? Was ist Vergangenheit und was Gegenwart? Was vielleicht Zukunft? Mit diesen Gedanken, die beim Leser entstehen, spielt die Autorin wunderbar. So ist die ganze Geschichte in vier Teile aufgeteilt. Jeweils mit noch mehr Perspektiven, die die Geschichte weitreichender und umfassender werden ließen.

Alle Teile waren dabei verschieden gut gelungen wie ich finde. Im ersten Teil zum Beispiel verläuft die Geschichte noch etwas schleppend. Man weiß nicht ganz wohin es führt, während andere Szenen wiederum unerträglich spannend und actionreich waren. Sie dient wohl erst einmal dazu, die Protagonisten und auch die erzählte Welt kennenzulernen. Denn obwohl es ganz fantasylike irgendwo in einer Parallelwelt zur Frühen Neuzeit angesiedelt zu sein scheint, gibt es auch Technologien, die diesen Eindruck stören (vielleicht ähnlich wie bei Panem). Daraus wiederum entstehen Menschen und Dinge, die wir uns heute noch nicht einmal vorstellen können. Ich fand diese Kombination sehr interessant und innerhalb der Geschichte logisch, nachvollziehbar und gut ineinandergefügt.

Keralie und Varin sind ein tolles Gespann. Ich in sehr froh, dass die Autorin sich bei ihrem Begleiter für einen aus Eonia (das sind die aus dem unemotionalen Landteil) entschieden hat. Es ist einfach wunderbar zu sehen, wie Keralie ihn mehr und mehr mit ihrer Art ansteckt und verzaubert und er immer mehr auftaut. Er beschwört zudem auch bei Keralie eine andere Seite herauf. Ich fand es wirklich schön, sie so in ihrer ganzen Vielschichtigkeit kennenzulernen. Das hat mir Keralie einfach noch greifbarer gemacht und dabei war sie das schon von Anfang an.
Mit Keralie lernt man einfach die perfekte Heldin für solch eine Geschichte kennen. Und perfekt meine ich hier nicht im Sinne, dass sie keine Ecken und Kanten hat, sondern dass sie einfach super passt. Mir hat es gefallen, dass sie ihre festen Prinzipien hat, die sie stets befolgt. Sie hat aber auch schon einiges durchgemacht und sich eine harte Schale zugelegt. Dazu ist sie eine Diebin und hat gelernt, so zu leben und so zu sein. Während des Handlungsverlaufs entwickelt sie sich toll. Ich mochte es sehr, wie sie sich entwickelt hat. Sie hat gelernt, ihren eigenen Wert zu erkennen und konnte alle ihre Fähigkeiten in einem ganz anderen Kontext verwenden. So ist es für sie wohl das schönste Happy End, dass ihr voriges Leben nicht „umsonst“ war.

Die nächsten Teile werden nun immer spannender, obwohl ich gestehen muss, dass es zwischendurch immer mal Phasen gab, in denen ich mich fragte, was für eine Handlung ich eigentlich gerade lese. Ich konnte mich durch die Geschichte tragen lassen, aber es passiert dann einfach manchmal nichts Großes. Die Autorin arbeitet zu einem Großteil auf der Spannungsebene einfach mit ihren Perspektivwechseln. Gerade zwischen den einzelnen Teilen gibt es große Umschwünge. Jedes Mal wieder muss man sich das Bild, das man sich von der Geschichte gemacht hat (also mit dem, was schon passiert ist, passiert und passieren wird) neu zusammenstecken. Das hat es total interessant gemacht. Immer wieder habe ich mich gefragt, wie es am Ende zusammenpassen wird. Wie funktioniert es, obwohl doch Vergangenheit und Zukunft ineinander übergegangen zu sein scheinen? Tja, macht euch auf einen ziemlich genialen vierten Teil gefasst, denn der hat alles übertroffen. Zwar hatte ich zwischendurch eine leichte Ahnung wie es ausgehen könnte (oder eher was als nächstes passieren würde), diese wurde aber immer wieder von neuen Ereignissen begraben. Letztlich ist es dann doch so gekommen und auch wieder nicht. Die Autorin hat einfach noch einen drauf gesetzt und noch ganz zum Schluss einen Clue eingebaut, der mich wirklich überrascht hat. Er hat die Geschichte rein von der Logik und Interessantheit der Story perfekt abgerundet. Wenn ich meckern müsste, dann nur daran, dass es mir ganz zuletzt vielleicht ein ganz klein wenig zu schnell ging.

Fazit:
Also, ich will erst einmal allgemein sagen, dass mich die Idee dieses Buches total geflasht hat, denn es ist interessant, spannend und innovativ. Die Geschichte ist hier fast zweitrangig, obwohl man das so auch nicht sagen kann. Aber die Erzählperspektive hat sie einfach zu etwas Besonderem gemacht und sehr viel Spannung erzeugt. Die Aufteilung in vier Teile hat mich als Leser immer wieder zum Nachdenken gebracht. Es war fast wie ein Rätselspiel. Großes Lob an die Autorin für die Nachvollziehbarkeit und die schönen Verstrickungen. Ich liebe es, wenn Fantasybücher komplex und gut durchdacht sind. Meine einzige Kritik ist, dass mir zwischendurch immer mal wieder etwas Handlung gefehlt hat. Da hat die Autorin sich wohl ein wenig zu viel auf die Beschäftigung durch die Denkprozesse des Lesers gestützt. Zum Ende hin kam es einem dann zu schnell vor, weil vorher alles so langsam passierte.
Aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt. Als begeisterte Fantasyromanleserin kann ich es total empfehlen!

Es gibt 4 von 5 Sterne von mir.

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