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Veröffentlicht am 19.12.2020

Buntglasfenster

Erinnerungen aus Glas
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Niederlande 1942:
Zwei Frauen, beste Freundinnen, stehen sich nach langer Zeit wieder gegenüber.
Die Jüdin Eliese arbeitet im Auftrag des Judenrates als Registrierungskraft
in der Hollandschen Schouwburg, ...

Niederlande 1942:
Zwei Frauen, beste Freundinnen, stehen sich nach langer Zeit wieder gegenüber.
Die Jüdin Eliese arbeitet im Auftrag des Judenrates als Registrierungskraft
in der Hollandschen Schouwburg, einem Amsterdamer Theater,
das zur Sammelstelle für Juden umfunktioniert wurde.
Josie im gegenüberliegenden Kinderheim. Die Zustände sind für sie unerträglich und sie
schmieden einen nicht ungefährlichen Plan.

75 Jahre später reist Ava Drake als Direktorin der Kingston-Stiftung nach Uganda.
Sie will einen Förderantrag prüfen. Sie lernt Landon West kennen.
Unerwartet tut sich eine Verbindung zwischen ihren Familien auf. Ava fängt an zu
recherchieren. Sie stößt auf Widerstand und sticht in ein Wespennest aus Lügen,
Betrug und Habgier.....

Mit einer sehr ausdrucksstarken Schreibweise nimmt uns die Autorin mit in eine
schlimme Zeit. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und springt immer wieder
in die Vergangenheit zurück. Eine sehr gut recherchierte Geschichte.
Hier werden historische Fakten mit dem Schicksal zweier Familie verwoben.
Es ist ein sehr berührender Roman. Unprätentiös und lebensnah erzählt,
so das es nie rührselig oder kitschig wird.
Die Charaktere und Ihre Entwicklungen sind wunderbar beschrieben und man kann sich sehr gut mit ihnen Identifizieren.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen.
Hier wird Zeitgeschichte authentisch vermittelt. Sie macht deutlich was die Menschen damals alles auf sich genommen haben,
um Leben zu retten. Dieses Netzwerk aus Männern und Frauen, die ihr Leben dafür riskiert haben.

Melanie Dobsen hat einen wunderbaren Roman geschaffen. Ein Denkmal für die vielen mutigen Helfer und Helferinnen.
Richtig gut recherchiert und spannend umgesetzt.
Eine unbedingte Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.12.2020

Ein wunderbarer Roman

Wo du nicht bist
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Die Autorin erzählt eine Liebesgeschichte und damit ein Stück Deutsche Geschichte.
Irma, eine einfache Verkäuferin verliebt sich in Erich einem Arzt.
Erich lebt in einer sehr großen Altbauwohnung am Kurfürstendamm, ...

Die Autorin erzählt eine Liebesgeschichte und damit ein Stück Deutsche Geschichte.
Irma, eine einfache Verkäuferin verliebt sich in Erich einem Arzt.
Erich lebt in einer sehr großen Altbauwohnung am Kurfürstendamm, in der er auch seine Praxis hat. Dort gibt es große Abendessen, er spielt Klavier und hat sogar ein Auto. Für Irma ist das eine ganz andere Welt.
Aber sie fasst langsam Vertrauen und ist glücklich. Die beiden verloben sich.
Doch bald ist das kurze Glück vorbei.
Denn Erich ist Jude und die Nationalsozialisten haben immer mehr Einfluss.
Für den Arzt Erich wendet sich das Blatt und sein Leben wird immer eingeschränkter.
Erst verliert er seine Praxis und die Wohnung und letztendlich auch seine Approbation.
Erich wird deportiert und überlebt nicht.
Irma hat mit ihrem Herzen ein Eheversprechen gegeben, das sie bis an ihr
Lebensende bindet.
Von nun an setzt sie alles daran, auch rechtlich als Frau Bragenheim anerkannt zu werden. Es geht ihr nicht um ein eventuelles Erbe oder eine Rente. Sie möchte schlicht eine Tatsache offiziell bestätigt haben.

Viel Lokalkolorit und ein sehr gutes Hintergrundwissen machen diesen Roman zu einem Leseerlebnis.
Charaktere und Aufbau sind sehr überzeugend und mitreißend.
Das Leiden der Menschen wird schonungslos wiedergegeben.
Die Geschehnisse sind sehr echt und packend beschrieben.
Alles wird sehr anschaulich und bildhaft dargestellt.
Sehr sachlich und nüchtern wird so das Grauen greifbar.
Ein sehr tiefer Einblick in eine dunkle Zeit.
Die Schreibweise ist wunderbar fließend und macht das Lesen zu einem Erlebnis.
Ein wunderschöner Roman über eine ganz besondere Frau.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.11.2020

Mitreißend und hoffnungsvoll

Wenn du mich heute wieder fragen würdest
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In einer kleinen Vorstadt wohnen zwei Familien. Lena Gleesons freut sich sehr
als die Stanhopes ins Nachbarhaus einziehen. Sie fühlt sich tagsüber alleine
mit ihrem Baby und hätte sehr gerne eine Freundin.
Anne ...

In einer kleinen Vorstadt wohnen zwei Familien. Lena Gleesons freut sich sehr
als die Stanhopes ins Nachbarhaus einziehen. Sie fühlt sich tagsüber alleine
mit ihrem Baby und hätte sehr gerne eine Freundin.
Anne Stanhope aber bleibt sehr kühl und distanziert. Verweigert jeden Kontakt.
Erste ihre Kinder, Kate und Peter, beginnen eine Freundschaft.
Als eine Katastrophe passiert wird die allerdings auf die Probe gestellt.
Peter plagen sein Leben lang Schuldgefühle. Eine Geschichte über eine lebenslange
Freundschaft und Liebe.
Ein wunderbar geschriebener Roman. Sehr flüssig in der Schreibweise, die im Laufe der
Geschichte an Tempo zulegt. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen.
Ein Roman mit großen Themen. Praktisch alles kommt vor.
Vernachlässigung, Gewalt, Krankheit, Untreue, Schuldgefühle aber am Ende auch Vergebung.
Das alles hält diese Geschichte mühelos aus, weil die Charaktere so vielschichtig sind
und spielend ineinander greifen. Sie lassen es zu, das man immer tiefer eintaucht bis
es zu einer Katastrophe kommt.
Ein kleiner Moment der für beide Familien einfach alles ändert.
Das auch nach so einem schlimmen, traumatischen Erlebnis das Leben weiter gehen muss
und wie sich alle so nach und nach daraus befreien können wird hier wunderbar erzählt.
Man kann der Vergangenheit nicht entliehen aber man kann versuchen mit ihr zu leben
und das beste daraus machen.
Die Autorin hat hier ein fesselndes und auch ungewöhnliches Buch geschrieben.
Es ist zeitweilig sehr brutal und dann wieder fast lieblich mit ganz viel Hoffnung.
Die Geschichte entwickelt eine Explosivkraft und verlangt dem Leser einiges ab.
Sensibel und bewegend erzählt.

  • Einzelne Kategorien
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.11.2020

Ein kleines Dorf namens Elwenfels

Winzerfluch
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Der zweite Band dieser Reihe stellt die Einwohner des Dörfchens Elwenfels vor schwierige Aufgaben. Ausgerechnet als Carlo Herb wieder zurückkehrt, geschieht ein brutaler Mord. Dann das schlimmste überhaupt. ...

Der zweite Band dieser Reihe stellt die Einwohner des Dörfchens Elwenfels vor schwierige Aufgaben. Ausgerechnet als Carlo Herb wieder zurückkehrt, geschieht ein brutaler Mord. Dann das schlimmste überhaupt. Eine einheimische Winzerin wird inhaftiert. Zudem hat sich ein Camp mit Soldaten im Wald breitgemacht. Haben die was mit dem Mord zu tun? Als dann auch noch eine völlig verstörte Fremde auftaucht, eskaliert die Lage.

Nach -Rebenopfer- ist dies der zweite Band der Reihe. Jeder Band kann unabhängig von dem anderen gelesen werden.

Auch dieser Band überzeugt wieder durch Sprachwitz und Situationskomik. Das Cover ist wunderschön und sehr passend. Es hat einen hohen Wiedererkennungswert. Der Schreibstil ist wunderbar und macht dieses Buch zu einem richtigen Leseerlebnis. Der Pfälzer Dialekt gibt dem ganzen eine besondere Dynamik. Diese so authentischen Charaktere ziehen einen so richtig in den Bann. Lebensfroh, bodenständig und gewitzt gehen sie auf Mördersuche. Alles wird sehr bildhaft in Szene gesetzt. Die Mischung zwischen Spannung und etwas Fantasie/Mystik ist gelungen. Das Kopfkino läuft auf Hochtouren. Man kann einfach nicht genug bekommen von diesen schrulligen und schrägen Typen. Auch, wenn die Spannung dieses Mal ein wenig zu kurz kommt, ist es ein Krimi, der süchtig macht.

Bitte mehr davon!

Erwähnenswert ist auch wieder eine schöne Skizze von Elwenfels vorne im Buch. Hinten im Buch gibt es ein Glossar für ethnolinguistisch interessierte Leser/innen.

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Veröffentlicht am 22.10.2020

Ein gelungenes Debüt

Bierbrauerblues
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Bierbrauerblues ist der erste Band um den Polizisten Raphael Aigner.
Aus seiner Sicht wird erzählt.
Die Schreibweise ist fließend und sehr mitreißend.
Mit viel Witz, Augenzwinkern und Situationskomik ermittelt ...

Bierbrauerblues ist der erste Band um den Polizisten Raphael Aigner.
Aus seiner Sicht wird erzählt.
Die Schreibweise ist fließend und sehr mitreißend.
Mit viel Witz, Augenzwinkern und Situationskomik ermittelt Aigner
und bringt sich immer wieder in brenzlige Lagen.
Es macht großen Spaß mit ihm auf Mördersuche zu gehen.
Diese originellen und sehr authentischen Charaktere ziehen einen richtig in den Bann.
Lebensfroh, bodenständig und gewitzt. Die österreichische Lebensart wird wunderbar
wiedergegeben. Der Wortwitz und die Situationskomik ist einfach toll.
Skurril, Temporeich und gespickt mit köstlich witzigen Dialogen.
Es menschelt auch so schön zwischen den Geschlechtern.
Man hat das Gefühl dabei zu sein. Das Kopfkino läuft auf Hochtouren.
Die Spannung kommt auch nicht zu kurz. Kurzum, ein richtig guter
Krimi mit ganz viel Humor und Lokalkolorit, der sich unheimlich gut liest,
spannend ist und Spaß macht.
Die Story, die Charaktere, die Ausdruckskraft alles pointiert und scharfsinnig.
Dieses Buch hat mir wunderbare Lesestunden bereitet.
Sehr schön das am Ende des Buches die Mundartbegriffe kurz erklärt werden.
Ein mehr als gelungenes Debüt.

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