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Veröffentlicht am 05.12.2020

gefühlvolle Familiengeschichte

Das Geheimnis von Seynford Hall
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Samantha führt kein besonders leichtes Leben. Sie hat zwei Jobs um sich über Wasser zu halten und doch reicht das Geld nur gerade so, um nicht auf der Straße zu sitzen. Ihr Wohnviertel ist alles andere ...

Samantha führt kein besonders leichtes Leben. Sie hat zwei Jobs um sich über Wasser zu halten und doch reicht das Geld nur gerade so, um nicht auf der Straße zu sitzen. Ihr Wohnviertel ist alles andere als ansehnlich, auch die Nachbarn sind nicht immer so friedlich, wie man es sich wünschen würde. Als sie einen Brief erhält, der sie nach Seynford Hall zitiert, hat sie keine Ahnung, was sie dort wohl erwarten wird. Und doch ist sie neugierig, zu neugierig als dass sie es auf sich beruhen lassen könnte. Und so reist sie mit ihrer besten Freundin nach Rockdove, um dem Geheimnis hinter dem Schreiben auf die Spur zu kommen. Was Samantha dann erlebt, damit hätte sie allerdings niemals gerechnet. Ihr Leben wird erneut auf den Kopf gestellt, aber dieses Mal nicht unbedingt auf eine negative Weise.

Der Schreibstil von Tanja Bern ist sehr angenehm, flüssig und mitnehmend. Ich habe mich sofort wohlgefühlt in der Geschichte und wurde immer intensiver hineingezogen. Man kann mit den Figuren mitfühlen, sich mit ihnen freuen, mit ihnen Angst haben, um sie bangen und sich fragen, was wohl als nächstes auf sie zukommen wird. Einige Passagen waren sehr bewegend und gingen mir richtig unter die Haut. Neben den emotionalen Momenten gibt es auch immer wieder bildhafte Beschreibungen von den Schauplätzen und der Umgebung, so dass die Orte gut vorstellbar werden. Oft unterstützen die Handlungsorte auch die Atmosphäre innerhalb der Geschichte sehr gut.
Protagonistin Samantha und ihre Freundin Lisa, mit der sie sich auf den Weg zu ihrem Abenteuer macht, waren mir sofort sympathisch. Die beiden ergänzen sich und sind einfach ein tolles Team, das ich sehr gern begleitet habe. Sam hat einiges durchgemacht, so dass sie nicht sofort Vertrauen schenkt und gelernt hat, sich durchzuschlagen und über Wasser zu halten. Im Job hat sie sich zum Beispiel in einer absoluten Männerdomäne durchgesetzt und in einer Autowerkstatt gezeigt, was sie drauf hat. Sie ist taff aber keinesfalls unnahbar oder gefühlskalt. Sie lässt eben nur nicht gleich jeden hinter ihre Mauern schauen. Im Verlauf des Buches lernt man die junge Frau aber gut kennen und kann daher auch einordnen, wieso sie sich verhält, wie sie es tut, was ihr so zu denken gibt und warum ihr manche Entscheidungen alles andere als leicht fallen.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Anfang und Abschluss des Buches spielen in der Gegenwart und ein personaler Erzähler berichtet darüber, was Samantha erlebt, wohin sie reist, welchen Geheimnissen sie auf die Spur geht und was das mit ihr selbst macht. Die junge Frau, die ohne große Erwartungen nach Rockdove aufgebrochen ist, hätte niemals für möglich gehalten, was sie dort erfahren würde. Der Handlungsstrang der Gegenwart ist eng verknüpft mit der Vergangenheit, die man im zweiten Erzählstrang präsentiert bekommt. Dieser entführt den Leser und einen Teil der Figuren in die 70er Jahre. Dort erfährt man sehr intensiv, wie es Adalind ergangen ist, wie sie aufgewachsen ist und was ihr Leben für immer verändert hat. Da dieser Abschnitt aus der Ich-Perspektive geschildert wird, ist das Geschehen dort sehr persönlich und emotional. Was die damals junge Adalind durchgemacht hat, zeigt, unter welchem Druck sie gestanden hat und welche gesellschaftlichen Normen sie erfüllen musste. Das macht es aber nicht weniger schrecklich, furchtbar und aufwühlend. Die heutige Adalind Seynford scheint im ziemlichen Kontrast zu der jungen Frau zu stehen, die man in der Vergangenheit kennenlernt, sobald man ihre Geschichte jedoch kennt, wird vieles nachvollziehbarer. Den Schmerz, der sie seit damals begleitet, den kann ihr niemand nehmen, auch wenn die positiveren Entwicklungen der Gegenwart für eine etwas versöhnlichere Stimmung sorgen.
Der Wechsel zwischen den Perspektiven ist mir problemlos gelungen, es war ein sehr fließender Übergang, so dass es leicht war, wieder in der Gegenwart anzukommen. Besonders schön fand ich die Parallelen, die man bei einigen der Figuren und den Erlebnissen aus der Vergangenheit und Gegenwart entdecken konnte. Es war so passend und gleichzeitig auch melancholisch. Auch wenn die Entwicklungen im Verlauf der Geschichte positiver werden, ist es auch nicht zu gradlinig. Immer wieder gibt es Stolpersteine und Hürden, die überwunden werden müssen. Das Durchhalten und mutig sein, wird manchmal aber auch belohnt. So gab es für Samantha und ihr einsames Herz eine schöne Wendung, die gut eingeflochten war, ohne zu viel Raum einzunehmen und von der Familiengeschichte abzulenken.
Liebe, Freundschaft, Vertrauen, Verrat, Hoffnung, Lügen – all diese Dinge spielen im Laufe des Buches auf unterschiedliche Weise eine Rolle. Einige Aspekte sind eher in den 70er Jahren verankert, andere Sachen betreffen beide Zeitebenen, manches bezieht sich auch nur auf die aktuellen Entwicklungen. Über die eine oder andere Figur hätte ich gern noch mehr erfahren, besonders Lisa scheint eine sehr interessante Figur zu sein, die sicher auch ein eigenes Buch füllen könnte. Insgesamt hatte ich allerdings das Gefühl, man erfährt genug von den Protagonisten und den wichtigsten Nebenfiguren, um der Handlung gut zu folgen, ihre Entscheidungen zu verstehen und einschätzen zu können, wieso sie das eine oder andere tun bzw. sagen.

Der Abschluss der Geschichte war aus meiner Sicht super gelungen, es ist viel passiert in der Zwischenzeit, einiges hat sich sortiert, neue Hoffnungen sind aufgekeimt, alles scheint in die richtige Richtung zu gehen, ohne dass es zu perfekt ist, obwohl es eben doch ziemlich perfekt sein könnte. Schwer zu erklären, man muss das erleben. Für mich passte das auf jeden Fall alles gut zusammen und rundete die Handlung toll ab.
Fazit

Eine gefühlvolle, toll geschriebene Geschichte, in der ich mich nie gelangweilt habe. Durch die zwei Zeitebenen sind die Themen vielseitig, jede Protagonistin hat ihre ganz eigenen Sorgen und Herausforderungen zu meistern gehabt. Auch wenn die Verknüpfung der zwei Perspektiven sehr früh klar ist, war es spannend zu erleben, wie es zu all dem gekommen ist und was die Charaktere durchgemacht haben. Die Parallelen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart haben der Handlung aus meiner Sicht eine besondere Note verliehen, weil es die Atmosphäre unterstützt und den Zusammenhang noch deutlicher werden lässt.

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Veröffentlicht am 23.10.2020

tolle, abwechslungsreiche Zusammenstellung

Alea Aquarius. Die Songs
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Auf dieser wundervollen CD befinden sich 14 Songs, die in der Alea Aquarius- Reihe eine Rolle spielen. Darüber hinaus gibt es von vier Liedern auch instrumentale Versionen, die mir ebenfalls gut gefallen ...

Auf dieser wundervollen CD befinden sich 14 Songs, die in der Alea Aquarius- Reihe eine Rolle spielen. Darüber hinaus gibt es von vier Liedern auch instrumentale Versionen, die mir ebenfalls gut gefallen haben.
Die Mischung auf dem Album ist richtig gelungen. Die Lieder sind alle sehr abwechslungsreich und transportieren auf ihre ganz eigene Weise den Inhalt der Texte. Einige sind etwas ruhiger und ernster, andere eher laut und fröhlich, manche sind schneller, so dass man sofort mittanzen möchte, andere sind etwas reduzierter im Tempo aber nicht weniger schön. Viele Texte sind berührend, bewegend oder nachdenklich stimmend, selbst wenn sie von einem temporeichen und peppigen Rhythmus begleitet werden. Die CD ist wie eine kleine Wundertüte, man weiß vor dem ersten Hören nicht was einen beim nächsten Song erwarten wird. Jedes Lied ist einzigartig und auf seine Weise besonders. Es fällt mir schwer mich auf ein Lieblingslied festzulegen. Alle haben ihre Wichtigkeit, für die Buchreihe, aber viele auch darüber hinaus.

Besonders gut gefallen hat mir die Verbindung zu der Handlung. Ich hatte bei vielen Liedern sofort vor Augen in welcher Situation sie geschrieben oder vorgetragen wurden, beziehungsweise auf was oder wen im Buch sich bezogen wird. Dadurch wird auf der einen Seite die Handlung der Bücher noch mal lebendiger, auf der anderen Seite bekommen auch die Lieder noch mal eine ganz andere Tiefe, als sie vielleicht hätten, wenn man die Bücher nicht kennt. Aber selbst wenn einem die Alea Aquarius Geschichten unbekannt sind, kann einem diese tolle Song-Zusammenstellung viel mit auf den Weg geben. Denn auch wenn sich die Inhalte der Songs natürlich auf die Figuren und die Entwicklungen im Buch beziehen, schließlich schreibt die Cru ja eigene Songs, die sie bei ihren Straßenauftritten performen, so kann man viel davon auch auf andere Situationen oder einen selbst übertragen. Die Texte können einem zum Beispiel Mut machen nicht aufzugeben und an seine Ziele und Träume zu glauben und es wird auch immer wieder deutlich, dass es okay ist anders zu sein, dass man nicht normal, sondern einfach man selbst sein kann und trotzdem toll ist, eben weil man ist, wie man ist. Immer wieder spielt auch Sehnsucht eine Rolle – Sehnsucht nach einer Person oder auch nach dem Meer. Manche Stellen laden richtig zum Träumen ein und man kann sich gut vorstellen, wie wichtig das Meer und die Meereswelt für Alea und ihre Freunde ist.

Ich mochte die Lieder von beim Lesen in den Büchern, sie jetzt aber zu hören, macht es noch mal viel schöner, lebendiger und intensiver. Die Songs in der Reihe sind einfach etwas besonders, nicht nur weil jeder so einzigartig und anders ist, sondern weil einfach auch so viel transportiert wird mit den Texten und trotzdem viele der Stücke heiter wirken und zum mitsingen und mittanzen einladen, ohne zu sehr vom Ernst der Inhalte abzulenken.

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Veröffentlicht am 23.10.2020

klasse Fortsetzung, wieder sehr abwechslungsreich und spannend

Alea Aquarius 6. Der Fluss des Vergessens
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Da es sich um den 6. Band handelt, kann meine Rezension kleine Spoiler in Bezug auf die vorherigen Bände enthalten. Es gibt in diesem Buch zwar mehr Rückblicke, als in den bisherigen, ich würde Vorwissen ...

Da es sich um den 6. Band handelt, kann meine Rezension kleine Spoiler in Bezug auf die vorherigen Bände enthalten. Es gibt in diesem Buch zwar mehr Rückblicke, als in den bisherigen, ich würde Vorwissen aber trotzdem empfehlen, damit man die Entwicklung der Figuren wirklich nachempfinden kann und alle Zusammenhänge der tollen, teils magischen Welt versteht.

Die Cru befindet sich in einer schwierigen Situation und auch wenn sie schon vorher viele Abenteuer zu bestehen hatten, so ist es dieses Mal doch ganz anders. Ohne die Erinnerungen an die Dinge, die sie zuletzt erlebt haben, fällt es ihnen schwer, ihre aktuelle Lage einzuordnen und zu verstehen. Nur mühsam können sie sich erarbeiten, was mit ihnen los ist, denn dass ihr Gedächtnis manipuliert wurde, wissen sie natürlich ebenfalls nicht. Was haben sie alles vergessen und was war ihre eigentliche Mission? Fragen über Fragen, die es für Alea und die anderen zu beantworten gilt…

Der Abschluss von Band fünf war richtig gemein, aufregend und alles verändernd. Dementsprechend war ich enorm gespannt, wie es nun mit Alea Aquarius weitergehen würde und in welche Richtung sich alles entwickelt. Im Sommer habe ich die ersten fünf Bände noch mal als Hörbuch-Version genossen und mochte die Geschichten auch beim zweiten Erleben wieder sehr. Dabei ist mir auch aufgefallen, wie viel einem so über die Jahre entfällt.
Im Laufe des sechsten Bandes gibt es aber auch einige Rückblenden, die dabei helfen können, die Erinnerungen wieder aufzufrischen. Aufgrund der besonderen Ausgangssituation weiß man als Leser in diesem Buch mehr als die Figuren, dennoch wird es nie langweilig, eher im Gegenteil, es ist sehr interessant zu verfolgen, wie die Charaktere mit ihrem Wissensverlust umgehen und was sie dagegen tun. Am meisten mochte ich dabei die Momente, in denen sie genau spüren, dass da etwas ist, was an was sie sich erinnern könnten müssten, was für sie aber nicht greifbar ist. Es war so anschaulich beschrieben, dass der Frust, der dabei entsteht, ebenso spürbar war, wie die Neugier, die es jedes Mal in ihnen weckt.

Der Schreibstil von Tanya Stewner ist wieder angenehm, bildhaft, flüssig und leicht zu lesen. Auch für jüngere Leser sollte es kein Problem sein der Handlung zu folgen. Die Inhalte sind verständlich formuliert und wenn es doch mal ein komplizierteres Wort gibt, dann wird dieses erläutert. Es gibt wieder einige witzige Szenen, aber auch berührende Momente, in denen ernstere Emotionen im Vordergrund stehen. Sammy ist nach wie vor ein Garant für Stimmungsaufhellung, er ist einfach so goldig und toll, aber auch für ihn ist nicht immer als spaßig und leicht. Die Mischung der Protagonisten ist einfach toll. Sie sind alle sehr verschieden und können ihre Stärken und Schwächen mit einbringen, sie sind füreinander da und geben niemals auf, auch wenn sie manchmal mutlose Momente haben. Neben den Hauptfiguren, von denen man schon richtig viel weiß, rücken nun auch noch ein paar weitere in den Fokus der Geschichte. Damit wird es noch abwechslungsreicher und bunter, denn jeder Charakter bringt seine Eigenheiten, Ideen und Talente mit. Die Welt der Magischen spielte eine kleinere Rolle, was auf der einen Seite verständlich, auf der anderen aber auch schade war, weil ich diese Elemente immer richtig faszinierend finde und es so viel zu entdecken gibt.
Immer wieder werden umweltbezogene Themen mit in die Handlung eingebaut, was ich sehr mag. Das war bereits in den anderen Büchern so und wird auch jetzt beibehalten. Umso weiter die Geschichte voranschreitet, umso spannender, turbulenter und ereignisreicher wird es. Die Entwicklungen fand ich total super gemacht. Auch wenn man sich so einige Dinge wünscht und erhofft, so weiß man ja doch nie, was man dann wirklich bekommt. Mit einigen Sachen hätte ich in der Form auch nicht gerechnet und war positiv überrascht, was alles in diesem Buch untergebracht wurde und wie harmonisch es insgesamt wirkte, obwohl natürlich längst nicht alles glatt läuft. Es war wieder richtig viel los in diesem Band und trotzdem sind wir noch lange nicht am Ende der Reise. Ich bin schon jetzt sehr neugierig und gespannt auf das nächste Buch. Einige Entwicklungen wurden angedeutet, einige Türen wurden geöffnet, aber wie man ja aus den bisherigen Bänden schon weiß, ist es auch durchaus möglich, dass es noch mal anders kommt.
Fazit

Ein toller, abwechslungsreicher und ereignisreicher sechster Band, der mich wieder begeistert hat. Aufgrund der Ausgangslage war das Buch anders, als die bisherigen Teile der Reihe und doch gab es viele Parallelen. Die Kombination aus Umweltthemen, Magie, der wundervollen Freundschaft der Cru und den Abenteuern, die sie zu bestehen haben, hat mir richtig gut gefallen und mich von Anfang bis Ende unterhalten. Es war spannend zu verfolgen, was die Protagonisten herausfinden und welche Neuerungen sich ergeben. In einigen Dingen sind sie ein großes Stück voran gekommen, andere Sachen scheinen noch ähnlich kompliziert zu sein, wie zuvor. Damit bleiben noch viele Aspekte übrig, die in den nächsten Büchern behandelt und besprochen werden können und müssen. Ich freu mich schon sehr darauf.

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Veröffentlicht am 19.10.2020

gelungener, abwechslungsreicher Auftakt

Hexenkinder
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Layk hat nach seiner Lehre nur noch einen Wunsch: nach
Hause zu seinem Vater zu kommen. Doch als er in seinem Heimatdorf Kingshohen
ankommt, ist nichts mehr, wie es war. Alle Häuser stehen in Flammen, ...

Layk hat nach seiner Lehre nur noch einen Wunsch: nach
Hause zu seinem Vater zu kommen. Doch als er in seinem Heimatdorf Kingshohen
ankommt, ist nichts mehr, wie es war. Alle Häuser stehen in Flammen, kein
Mensch ist mehr vor Ort. Was das alles zu bedeuten hat und wie es dazu kommen
konnte, ist für Layk ein riesiges Rätsel. Allein und voller Sorge macht er sich
auf den Weg, dem einzigen Hinweis nachzugehen, den er gefunden hat. Doch was
ihn unterwegs erwarten wird, verändert noch einmal alles.

Autor Alexej Winter schmeißt seine Leser sofort mitten
ins Geschehen, es gibt keine große Vorgeschichte, kein vorsichtiges Herantasten.
Mir hat das sehr gut gefallen, da es so gleich spannend beginnt und der
Heftroman aufgrund der eingeschränkten Seitenzahl nicht so viel Raum für
ausladende Einführungen bietet.
Layk steht in dem
brennenden Heimatdorf und nichts ist mehr, wie er es kannte. Trotz der
schlimmen Situation bekommt man einen Eindruck von seinem zu Hause, von den
Verhältnissen, in denen er gelebt hat und der Bindung zu seinem Vater. Im
Verlauf der Geschichte wird immer mehr deutlich, wie wenig Layk von der Welt,
die ihn umgibt, wirklich weiß. Seth, den er unterwegs trifft, kennt viele der
Geheimnisse und andersartigen Wesen, doch er hält sich weite Strecken noch
recht bedeckt. So erfahren auch wir nur Stück für Stück was Tardiriôn alles zu
bieten hat.
Layk und Seth sind zwei sehr verschiedene Charaktere, die
zwischendurch aneinander geraten, sich necken und aufziehen, sich irgendwie
hassen und doch anziehen. Das Spiel der Emotionen zwischen den beiden ist schön
zu verfolgen. Einige Szenen werden dadurch aufgelockert, in anderen sorgt es
für zusätzliche Anspannung oder ein Knistern in der Luft. Eines ist auf jeden
Fall klar: langweilig wird es mit den beiden nicht. Bereits in dem ersten Heft
erleben sie viel, es wird spannend und actionreich.
Das Ende des ersten Heftes ist wahrlich mehr als fies
gewählt. Hundert Fragen geistern mir im Kopf herum und alle hoffen auf eine
Antwort. Wie es nun weiter gehen wird, was wir noch alles erfahren werden,
welche Gefahren noch drohen und was es mit dem Geheimnis, das kurz vorm Ende
gelüftet wurde, noch auf sich hat,
werden wir wohl erst in den Fortsetzungen erfahren.
Ein schöner, gelungener Einstieg in die Reihe. Ich freu
mich schon jetzt darauf den kühlen, distanzierten Seth und den eher lieben,
behütet aufgewachsenen Layk wieder zu sehen.

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Veröffentlicht am 11.10.2020

gelungener Auftakt, spannend und abwechslungsreich

Secret Academy - Verborgene Gefühle (Band 1)
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Alexis ist im Abschlussjahr an der Secret Academy – einer Schule für Menschen mit besonderen Begabungen aufgrund von geeigneten genetischen Voraussetzungen. Alle Konzentrieren sich auf die anstehenden ...

Alexis ist im Abschlussjahr an der Secret Academy – einer Schule für Menschen mit besonderen Begabungen aufgrund von geeigneten genetischen Voraussetzungen. Alle Konzentrieren sich auf die anstehenden Prüfungen und die Aufträge, die damit im Zusammenhang stehen. Jeder möchte sein Bestes zeigen und sich als Agent würdig erweisen. Besonders Dean und Alexis gehen ehrgeizig an die Aufgaben heran, denn die beiden kämpfen um den Platz als Jahrgangsbeste/r.
Völlig unvorbereitet wird Alexis dann jedoch aus ihrer Konzentration gerissen, ihr Abschluss gerät in Gefahr und sie kann niemandem mehr trauen. Auch wenn sie durch die Geheimorganisation keinen direkten Kontakt mehr haben darf, steht ihre Familie an erster Stelle. Die 19 Jährige würde alles dafür tun, um die zu schützen, die sie liebt. Kein Wunder also dass Alexis fortan alles daran setzt ihre Schwester zu befreien. Dafür vergisst sie auch einige Regeln, die ihr in den letzten Jahren eingetrichtert wurden und bringt damit nicht nur sich selbst in Gefahr…

Das Buch beginnt mit einem Einblick in das Leben von Alexis und ihrer Schwester einige Jahre bevor die Haupthandlung dann losgeht. So hat man die Möglichkeit die Schwestern ein wenig kennen zu lernen und etwas über ihre Situation zu erfahren, die für beide nicht einfach ist. Alexis fällt die Entscheidung nicht leicht, sich in der Secret Academy aufnehmen zu lassen. Die Chance, die sich ihr und ihrer Schwester damit jedoch bieten könnte, möchte sie nicht verstreichen lassen und so durchläuft die Jugendliche eine straffe Ausbildung um eine Geheimagentin mit besonderen Fähigkeiten zu werden.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Protagonistin Alexis geschildert. So ist man immer hautnah dabei und kann intensiv an ihren Gedankengängen und ihrem Gefühlschaos teilhaben. Auch wenn mich interessiert hätte, was die anderen so machen und denken, wenn Alexis nicht dabei ist, hat die Wahl der Perspektive an vielen Stellen auch die Spannung erhöht, da man genau diese Einblicke eben nicht hatte. Es wird einem nichts vorweg genommen und man weiß immer nur das, was Alexis herausgefunden hat. Ich mochte die Protagonistin sehr gern und durch die detaillierten Einblicke in ihr Innerstes konnte man viele ihre Entscheidungen auch besser verstehen, als es für die anderen Charaktere im Buch vielleicht manchmal möglich war. Sie ist ehrgeizig und kämpft verbissen für einen guten Abschluss, der ihr aber nicht nur deswegen wichtig ist, um ihr Können zu beweisen, sondern auch wegen ihrer Familie. Dieser Punkt wird immer wieder deutlich und zeigt, dass sie eben nicht nur erfolgsorientiert und unnahbar ist, sondern das Herz nach wie vor am rechten Fleck hat, auch wenn ihre Aufträge manchmal Dinge erfordern, die moralisch verwerflich sind. Auch ihre Unordentlichkeit empfand ich als erfrischend. Alexis ist eben nicht perfekt und es ist auch okay so. Ihr sind andere Sachen wichtiger, als ein aufgeräumtes Zimmer zu haben. Ihre Spezialfähigkeit fand ich auch richtig klasse. Ich möchte hier nicht verraten, was sie kann, aber es ist Fluch und Segen zugleich und nimmt in der Handlung immer wieder einen wichtigen Stellenwert ein.
Die anderen Schüler aus dem Abschlussjahrgang sind alle sehr verschieden und spielen mal eine größere, mal eine kleinere Rolle. Dean und Alexis duellieren sich an der Spitze der Rangliste und kabbeln sich schon allein deswegen häufig. Im Verlauf des Buches hat sich das Verhältnis zwischen den beiden gewandelt und es beruhte nicht mehr nur auf den Bemühungen den anderen zu übertrumpfen oder das letzte Wort zu haben. Vivien ist extrem regeltreu und damit manchmal schon fast eine kleine Nervensäge. Sie bleibt sich selbst jedoch bis zum Schluss ebenfalls treu und wirkt damit auf jeden Fall authentisch. Adam ist besonders geheimnisvoll und gibt nicht viel von sich preis. Obwohl er sich sehr zurückzieht und den anderen kaum einen Blick hinter seine Mauern gewährt, wird seine Rolle in der Geschichte immer wichtiger… Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Abschlussjahrgangs und den Lehrern ergibt sich eine abwechslungsreiche Figurenkonstellation.

Die Secret Academy ist eine interessante Einrichtung mit sehr vielfältigen Möglichkeiten und unterschiedlichen Einsatzgebieten. Durch das Serum, das die künftigen Agenten verabreicht bekommen, erhalten diese unterschiedliche Spezialfähigkeiten und allgemein eine gesteigerte Stärke. Besonders faszinierend fand ich die technischen Möglichkeiten und Hilfsmittel, die ihnen zur Verfügung stehen. Lippenstifte mit besonderen Inhaltsstoffen, Kontaktlinsen über die Informationen abgerufen werden können und noch einige andere Dinge erleichtern den Agenten die Erfüllung ihrer Aufträge. Auf der einen Seite wirkt es vielleicht zunächst utopisch, was die Geheimagenten alles leisten können und was für Sachen ihnen zur Verfügung stehen, andererseits sind einige dieser Aspekte vermutlich gar nicht so unmöglich, wie es auf den ersten Blick scheint. Zumindest was die Geheimwaffen und aufgemotzten Kosmetika angeht, die körperlichen Veränderungen bleiben hoffentlich Fantasie.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Ich bin gut und schnell in die Geschichte reingekommen und war zunehmend gespannt, was da noch alles passieren wird. Die Einblicke, die man von der Secret Academy bekommt, waren sehr interessant und durch die sehr unterschiedlichen Figuren wurde es nie langweilig. Im Verlauf der Handlung steigert sich dann das Tempo, es wird turbulenter, dramatischer und besonders für die Protagonistin ziemlich schwer zu entscheiden, was richtig ist, wem sie vertrauen kann und wie sie überhaupt weitermachen soll. Alexis Gefühle fahren Achterbahn, sie ist hin und her gerissen und ihre Verzweiflung ist verständlich und deutlich spürbar. Auch wenn der eine oder andere ihr Misstrauen nicht verstehen kann, war es für mich absolut nachvollziehbar, dass sie niemandem mehr traut, solange sie nicht weiß, was los ist. An jeder Ecke wittert sie Verrat und eine weitere Intrige. Sie legt die Worte ihrer Mitmenschen auf die Goldwaage und hofft auf irgendeinen Hinweis, der ihr helfen könnte. Und auch wenn ich vielleicht nicht jede von Alexis Entscheidungen komplett gut fand, so passten ihre Handlungen auf jeden Fall zu ihr und dem, was man von ihr kennengelernt hat. Immer wieder hadert sie mit sich und dem, was sie als nächstes tun soll, was sie erzählen soll.
Am Ende des Buches bleiben zahlreiche Fragen offen und ich bin sehr gespannt, wie es weitergehen wird. Es sind noch längst nicht alle Karten auf den Tisch gelegt worden und ich könnte mir auch vorstellen, dass die eine oder andere Entscheidung bereut werden könnte.
Fazit

Ein toller Auftakt der Dilogie, der mich dem Finale gespannt entgegenfiebern lässt. Mir war im Buch niemals langweilig. Die Handlung war abwechslungs- und facettenreich, genauso wie die Figuren, die ihren Teil zu den Turbulenzen, Intrigen und Entwicklungen beitragen. Auch Protagonistin Alexis mochte ich, besonders weil sie nicht immer nur regeltreu und perfekt ist. Sie wirkte auf mich sehr stimmig ausgearbeitet und authentisch in ihren Entscheidungen und Entwicklungen, auch wenn die nicht immer nur positives nach sich ziehen…

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