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Veröffentlicht am 09.09.2021

Eine außergewöhnliche, punkige Protagonistin und eine sehr interessante Story

Tote schweigen nie
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Cassie Raven arbeitet als Sektionsassistentin in der Leichenhalle, schon immer hat sie eine besondere Bindung zu den Toten. Dies zusammen mit ihrer punkigen Gothik-Optik lässt sie auf andere oftmals bizarr ...

Cassie Raven arbeitet als Sektionsassistentin in der Leichenhalle, schon immer hat sie eine besondere Bindung zu den Toten. Dies zusammen mit ihrer punkigen Gothik-Optik lässt sie auf andere oftmals bizarr wirken, dabei hat Cassie ein großes Herz und behandelt die ihr anvertrauten Toten mit größter Sorgfalt und Respekt. Als rechte Hand der Pathologen hat sie bereits viele Sektionen hinter sich, doch dann landet jemand auf ihrem Tisch, der ihr etwas bedeutet hat: Ihre frühere Lehrerin und Mentorin Miss Edwards, die maßgeblich dazu beigetragen hat, dass Cassie als Jugendliche nicht abgerutscht ist. Angeblich ist sie eines natürlichen Todes gestorben, indem sie in der Badewanne ertrunken ist. Doch Cassie glaubt nicht an die Theorie, die so gar nicht zu dem Menschen passt, den sie kennengelernt hat. Und der Körper der Toten sagt ihr ebenfalls etwas anderes…
„Tote schweigen nie“ ist A.K. erstes Buch mit der Sektionsassistentin Cassie Raven in der Hauptrolle – und ich hoffe sehr, nicht ihr letztes! Bereits die Optik des Buches überzeugt, der Einband ist perforiert und wirkt hochwertig. Die gelb-grüne Farbgebung auf schwarzem Grund gefällt mir sehr gut und auch die dezent abgebildeten Blumen sind hübsch. Passend zum Buch gibt es nur wenige Indizien in Form von Blutflecken, die dezent auf das Genre des Buches hinweisen – ein absolut passendes und wie ich finde ansprechendes Äußeres!
Der Großteil des Buches wird aus Sicht von Cassie geschrieben. Diese Kapitel verfügen sowohl über anschauliche Beschreibungen, als auch tiefe Gedankengänge, kombinierte Schlussfolgerungen und Emotionen – ein unheimlich abwechslungsreicher Schreibstil. Das Buch lässt sich somit sehr flüssig lesen und ich bin schier durch die Seiten geflogen. Eingeschobene Kapitel über DS Flyte haben mich zunächst überrascht, im Laufe des Buches erschienen sie aber in immer kürzeren Abständen und haben somit die Perspektive des Lesers gut gelenkt – ich fand sie an jeder Stelle absolut passend eingebaut und haben mir nicht nur die Ermittlerin näher gebracht, sondern auch interessante Einblicke aus der Polizeiarbeit. Somit hatte das Buch eine perfekte Mischung aus eher objektivem Faktenwissen und der sehr persönlichen Perspektive von Cassie.
Ich hatte zudem das Gefühl, dass für das Buch sehr intensiv recherchiert und viele Gespräche mit Sektionsassistenten, Pathologen, Kriminalisten und Juristen geführt wurden, um nachvollziehbare und plausible Schlussfolgerungen zuzulassen und möglichst nah an der Realität zu bleiben. Gerade die medizinischen Aspekte waren somit auch für mich als Laien verständlich und erschienen mir authentisch.
Mit Cassie Raven als punkiger Protagonistin ist A.K. Turner ein absolutes Meisterstück gelungen! Selten habe ich in einem Buch so eine schillernde, kontroverse aber dabei absolut liebenswürdige Figur vorgefunden! Sie mag etwas skurril sein und sich teilweise seltsam verhalten, aber ihre Beweggründe und Gedanken werden so nachvollziehbar geschildert, dass sie einen trotz ihrer Ecken und Kanten ans Herz wachsen muss. Insbesondere ihre emotionale Seite und vor allem ihre hohen moralischen Werte dem menschlichen Leben gegenüber haben mir wahnsinnig imponiert. Ich möchte unbedingt mehr von ihr lesen! Aber auch die Nebenfiguren wie Babcia, Miss E, Carl, aber auch die Antagonisten konnten überzeugen. Authentisch geschildert war hier insbesondere die Entwicklung von DS Flyte – eine Figur, die polarisiert und auch mich als Leser ständig schwanken lässt, ob ich sie nun mag oder nicht.
Insgesamt fand ich sowohl den Fall mit seinen unvorhergesehenen Wendungen, den Einblick in die pathologische Arbeit, die Figuren insgesamt und Cassie im Besonderen absolut großartig. Sehr gerne möchte ich noch mehr von dieser besonderen Protagonistin lesen.

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Veröffentlicht am 29.08.2021

Herausragendes Thriller-Debüt!

Ausweglos
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Der „Ringfinger-Mörder“ ist zurück! Diese erschreckende Erkenntnis überkommt Kommissar Elias Blom sofort, als er an einen Tatort gerufen wird, an dem er das Vorgehen des Serienkillers sofort wiedererkennt. ...

Der „Ringfinger-Mörder“ ist zurück! Diese erschreckende Erkenntnis überkommt Kommissar Elias Blom sofort, als er an einen Tatort gerufen wird, an dem er das Vorgehen des Serienkillers sofort wiedererkennt. Dieser hat vor Jahren bereits zwei Frauen in Hamburg auf entsetzliche Art und Weise getötet und entstellt, danach war jahrelang Ruhe. Der fehlende Fahndungserfolg hat Elias und seinen damaligen Partner die Karriere in der Mordmission gekostet und lässt Elias auch heute noch nicht ruhig schlafen. Umso entschlossener ist er, dem Mörder diesmal das Handwerk zu legen, vor allem, weil sich dieser Mord stark von den vorherigen unterscheidet: Es gibt einen Zeugen! Noah ist der Nachbar der Getöteten und wurde gezwungen, den Mörder zu seinem Opfer zu bringen. Doch je tiefer Elias in den Fall eintaucht, umso mehr Ungereimtheiten fallen ihm auf. Was verbergen Noah und seine Frau Linda vor der Polizei? Und vor allem: Warum?

„Ausweglos“ ist das Thriller-Debüt des jungen Autors Henri Faber. Das Cover ist schlicht in Schwarz-weiß gehalten und besticht durch den eingeprägten Fingerabdruck, der gemeinsam mit dem Titel die gesamte Vorderseite des Buches einnimmt. In der hinteren Klappe erzählt der Autor kurz, wie es zur Grund-Idee seines Buches kam und sofort stellen sich dem Leser ob so viel Alltags-Realität die Nackenhaare auf. Ein tolles optisches Setting für einen Thriller!
Und auch das Buch selbst ist absolut überzeugend! Henri Fabers Schreibstil ist genial, er schafft es trotz des Umfangs von fast 500 Seiten die Spannung permanent hoch zu halten und mich immer neugieriger auf die Auflösung zu machen. Gut gefallen haben mir die zahlreichen, sich abwechselnden Erzählperspektiven. Als Leser ist man somit sehr nah an den Personen und Ereignissen dran und kann vieles gut nachvollziehen. Besonders spannend empfand ich die Kapitel aus Sicht des Mörders. All diese Perspektiven aus „Ich-Form“ sind intelligent und geschickt miteinander verwoben, manchmal hat sich erst nach den ersten Sätzen ergeben, aus wessen Sicht gerade berichtet wird – ich musste somit permanent mitdenken und blieb voll im Geschehen. Ein tolles Stilmittel war die Kombination bis Vermengung dreier Perspektiven an einer Stelle des Buches – so hat der Autor auf kunstvolle Art und Weise verdeutlicht, dass es drei Personen gerade sehr ähnlich ergeht – das war klasse umgesetzt! Insgesamt war das Tempo hoch und die eher kurzen Kapitel haben noch dazu beigetragen, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte.
Des Weiteren ist dem Autor meisterhaft gelungen, zu Beginn für viel Verwirrung zu stiften und erst nach und nach alle offenen Handlungsstränge schlüssig zusammenzuführen. Es gab so viele überraschende Wendungen, dunkle Geheimnisse und schockierenden Enthüllungen, dass ich einige Seiten doppelt lesen musste. Auch wird der Leser selbst an der ein oder anderen Stelle dazu angeregt, darüber nachzudenken, wie er oder sie wohl in einer ähnlichen Situation reagiert hätte – die eigenen moralischen Einstellungen werden in Frage gestellt. Am Ende dann haben sämtliche Handlungsstränge und Ereignisse einen Sinn ergeben, da die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite extrem clever durchkonzipiert war. Insbesondere die Auflösung der Sicht des Täters und den großen Showdown fand ich genial!

Insgesamt hat das Buch einen großen Eindruck auf mich gemacht, ich musste permanent mitdenken und konnte mich gut in die Emotionen der Protagonisten hineinfühlen. Die zahlreichen unvorhergesehenen Überraschungen haben für Hochspannung pur gesorgt. Ein Pageturner, an den ich mich sicher noch lange erinnern werde – für mich ein Thriller-Highlight dieses Jahres! Was für ein herausragendes Debüt, ich hoffe bald noch mehr von diesem begabten jungen Autoren lesen zu dürfen!

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Veröffentlicht am 19.12.2020

Ein hochwertiges Kochbuch voller Inspiration

Studentenfutter
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Was für ein tolles Buch! Bereits die optische Aufmachung gefällt mir außerordentlich gut, das Buch ist größer als erwartet und kommt als sehr hochwertiges Hardcover. Des Weiteren gefällt mir die Farbgebung ...

Was für ein tolles Buch! Bereits die optische Aufmachung gefällt mir außerordentlich gut, das Buch ist größer als erwartet und kommt als sehr hochwertiges Hardcover. Des Weiteren gefällt mir die Farbgebung und prinzipielle Aufmachung, auch die Fotos der Gerichte sind sorgfältig aufgenommen und ausgewählt und erzielen somit zu einhundert Prozent ihren Zweck: Sie machen Appetit und Lust aufs Nachkochen. Ich empfinde „Studentenfutter“ optisch als wahnsinnig ansprechend!

Aber nicht nur das Äußere überzeugt, auch der Inhalt ist sehr ansprechend. Da ist zum einen die sehr strukturierte und gut übersichtliche Gliederung von Frühstück über Lunch und Abendessen bis hin zu Desserts und Partyfood. Ein Register am Ende bietet die Möglichkeit, Rezepte schnell nachschlagen zu können. Besonders gut und passend für die Zielgruppe war das erste große Kapitel: Der „Ratgeber“. Dieser wird sicherlich gerade Kocheinsteigern eine große Hilfestellung sein, gibt es hier doch ausführliche Erklärungen zum Einkauf, Handwerkszeug und Lebensmittellagerung. Perfekt für jeden, der sich zum ersten Mal eine eigene Küche einrichtet! Auch Hinweise zu verschiedenen Ernährungsformen wie vegetarisch und vegan sorgen für Aufklärung und die „Pannenhilfe“ wird sicherlich dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden. Absolut gelungener Aufbau und Zusatzinhalt!

Und nun zum eigentlichen Hauptteil des Kochbuches: Den Rezepten! Diese klingen nicht nur lecker, sondern lassen sich auch problemlos und mit einfachen Mitteln nachkochen. Es ist eine gelungene Mischung zwischen altbewährten Klassikern wie Pizza Margherita und modernen internationalen Gerichten wie Schaschuka oder Poké Bowl, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Die Vielfältigkeit und Kreativität der Rezepte hat mich beeindruckt und es hat mir großen Spaß bereitet, die leckeren Gerichte nachzukochen. Die ist aufgrund der guten Beschreibungen und Zutatenliste gut gelungen. Ich habe viel zusätzliche Inspiration für eine ausgewogene Ernährung erhalten und bin rundum begeistert von „Studentenfutter“, das nicht nur für Studenten das Potenzial zum Lieblingskochbuch hat.

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Veröffentlicht am 15.11.2020

Tolles Leseabenteuer auf Münchner Volksfest im Jahr 1900

Oktoberfest 1900 - Träume und Wagnis
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Colina glaubt fest daran, dass das Leben mehr für sie bereithält, als Bier auszuschenken. Doch als einfache Schankmagd 1990 im München ist das Leben hart: Sie lebt lediglich vom Trinkgeld der Gäste, hat ...

Colina glaubt fest daran, dass das Leben mehr für sie bereithält, als Bier auszuschenken. Doch als einfache Schankmagd 1990 im München ist das Leben hart: Sie lebt lediglich vom Trinkgeld der Gäste, hat noch einen kleinen Sohn zu versorgen und ist permanent auf der Flucht vor dem gewalttätigen Ehemann. Selbstbewusst beschließt Colina, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und bewirbt sich bei einem reichen Bierbrauer aus Nürnberg als Gouvernante für dessen Tochter Clara. Diese hat jedoch ihren eigenen Kopf und agiert ganz und gar nicht so, wie Colina und ihr Vater es sich wünschen…

„Oktoberfest 1990 – Träume und Wagnis“ ist das Erstlingswerk der bayrischen Autorin Petra Grill und wurde als begleitender Roman zur gleichnamigen ARD-Serie anhand der Drehbücher verfasst. Trotz dieser Vorlage steht das Buch als eigenständiges Werk da, welches sich vor der Serie keinesfalls verstehecken muss, meiner Meinung nach diese sogar übertrifft. Es lassen sich aber problemlos Buch und Serie genießen, da es sich zwar um dasselbe Geschehen handelt, dieses aber aus anderen Blickwinkeln und aus Perspektive unterschiedlicher Figuren beleuchtet wird.

Petra Grill ist es ganz wunderbar gelungen, die Stimmung und das Flair der 1990 mit allen Licht- und Schattenseiten einzufangen. Auch der typisch Münchnerische Lokalkolorit inklusive Dialekt zieht sich durch das gesamte Buch, als Leser hat man wirklich sofort das Gefühl, in die bayrische Landeshauptstadt zur damaligen Zeit katapultiert worden zu sein. Sehr gut gefallen hat mir insbesondere der Einbezug tatsächlich existierender Personen oder historischer Ereignisse, es ist spürbar, dass sich die Autorin intensiv und mit viel Herzblut befasst und jede Menge recherchiert hat. Chapeau vor dieser wunderbaren Leistung!

Dies hängt insbesondere mit dem lebendigen und anschaulichen Schreibstil Petra Grills zusammen. Sie beschreibt Menschen, Gebäude und Gegebenheiten sehr detailliert und authentisch, so dass man sich als Leser ein genaues Bild machen kann. Noch dazu lässt sich das Buch flüssig und angenehm lesen, die Kapitel haben eine angenehme Länge. Emotionen sind nachvollziehbar beschrieben und greifen auf den Leser über, ich habe eine regelrechte Achterbahn der Gefühle erlebt.

Inhaltlich gibt es in „Oktoberfest 1990“ mehrere Handlungsstränge, die parallel laufen, sich miteinander verflechten, wieder auseinanderdriften und letztendlich aber doch alle Bestandteile eines großen und ganzen sind. Dabei gibt es einen permanent hohen Spannungsbogen, der verschiedene Höhepunkte erlebt, auch durch teilweise wirklich überraschende Wendungen. Am Ende sind mir noch einige Fragen offen geblieben, aber diese werden sich im Verlauf der Serie noch klären – insofern hat das dem positiven Gesamteindruck keinerlei Abbruch getan. Verschiedene Figuren erfahren in den einzelnen Phasen des Buches mal mehr, mal weniger Beachtung, so dass sie nach und nach dem Leser immer vertrauter werden, er sie aber dennoch gut auseinanderhalten kann. Einige davon wachsen einem richtig ans Herz, andere benötigen etwas Zeit, bis man sie einschätzen kann, wieder andere sind von Beginn an unsympathisch. Jede für sich ist aber facettenreich und durchgängig konzipiert und somit absolut glaubwürdig. Eine tolle Mischung!

Insgesamt haben mich das Buch und das Münchner Oktoberfest mich sehr schnell in seinen Bann gezogen und ich war wirklich traurig, als ich mich von Colina, Clara und Co. Verabschieden musste. Die toll recherchierten Hintergrundinformationen und die dadurch treffend vermittelte Atmosphäre haben dem Buch eine Authentizität gegeben, die man oft in historischen Romanen vermisst. Auch die Figuren waren lebensnah und sind mir ans Herz gewachsen. Ein Buch, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann!

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Veröffentlicht am 23.10.2020

Sympathische Protagonistin ermittelt im dänischen Sektenumfeld

Helle und der falsche Prophet
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Kommissarin Helle Jespers wird jäh aus ihrem Frankreich-Urlaub gerissen, als sie die Nachricht eines toten Mädchens im Zuständigkeitsbereich ihres Polizeibezirks Skagen erhält. Viel schlimmer noch, bei ...

Kommissarin Helle Jespers wird jäh aus ihrem Frankreich-Urlaub gerissen, als sie die Nachricht eines toten Mädchens im Zuständigkeitsbereich ihres Polizeibezirks Skagen erhält. Viel schlimmer noch, bei der jungen Frau handelt es sich nicht nur Merle, eine Jugendfreundin ihres eigenen Sohnes, sondern ihr Leichnam weist zudem Hinweise auf ein Fremdverschulden auf. Bei der Rekonstruktion von Merles letzten Stunden stößt Helle auf eine Begegnung mit einem jungen Paar, das sich seltsam verhält. Dieses taucht wenige Zeit später in Kopenhagen auf – und kurz darauf gibt es einen weiteren Toten. Helle und ihre Kollegen machen sich auf die Jagd nach dem mysteriösen Paar, um die Zusammenhänge der beiden Todesfälle zu klären. Doch sie sind nicht die einzigen, die die beiden suchen. Ungewollt wirbelt Helle Staub der Vergangenheit auf, der plötzlich ihre eigene Familie in Gefahr bringt.

„Helle und der falsche Prophet“ ist der dritte Band der Autorin Judith Arendt rund um die dänische Ermittlerin Helle Jespers. Auch ohne die Vorgängerbände gelesen zu haben ist ein Einstieg problemlos möglich, alle relevanten Informationen aus den ersten Bände werden geschickt eingestreut, so dass ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, nicht durchzublicken. Zur Orientierung ist vorne im Buchdeckel die Karte des nördlichen Dänemarks abgedruckt, die dem Leser hilft, die im Buch genannten Schauplätze mitzuverfolgen. Auch sehr passend und ansprechend ist das Cover mit dem geheimnisvollen alten Auto am Nordseestrand.

Das skandinavische Setting und Lebensgefühl wurde durchgehend sehr gut transportiert und hat mir gut gefallen. Auch die wechselnden Perspektiven, aus denen die Kapitel geschrieben sind, haben Spannung und Story temporeich vorangetrieben und mir verschiedene Gedanken und Beweggründe näher gebracht. Ein toller Schreibstil, der mal heimelige, mal gruselige Atmosphäre hervorzurufen vermag. Das Buch liest sich flüssig, nimmt schnell an Tempo zu und lässt sich kaum aus der Hand legen. Mir hat gut gefallen, dass auch aktuelle Themen wie die „Fridays for future“-Bewegung oder die Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher aufgegriffen wurden. Auch das Thema der – leider heute noch immer existierenden – Sekten hat mich fasziniert und wirkte auf mich sehr gut recherchiert und durchdacht. Auch wie am Ende nach einigen überraschenden Wendungen alle Handlungsstränge geschickt ineinander gelaufen sind, war nachvollziehbar und sehr geschickt geschrieben.

Auch die facettenreich konzipierten Figuren wirkten auf mich authentisch und haben überzeugt. Helle ist eine sehr sympathische Ermittlerin mit Ecken und Kanten, sie ist bodenständig, geht oftmals ihren eigenen (weniger regelkonformen) Weg und ist dennoch ein herzensguter Mensch, der alles für die Menschen die sie liebt tun würde. Ich kann mich sehr gut mit ihr identifizieren und mit ihr mitfühlen. Auch die Nebenfiguren wie Willem oder Niklas konnte ich mir aufgrund der detaillierten Beschreibungen gut vorstellen.

Mein Fazit: Das war definitiv nicht mein letztes Buch der Autorin! Eine sympathische, authentische Protagonistin, die optimale Mischung aus Spannung und Emotion und ganz viel Herz haben mir wunderbare Lesestunden bereitet, die ich nicht missen möchte.

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