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Veröffentlicht am 15.02.2021

Kommissar Grauner gegen die Mafia

Das dunkle Dorf
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Im idyllischen Skiort St. Christina in Südtirol wird Kommissar Grauner zu einem Mordfall gerufen, der schon bald vermuten lässt, dass die Mafia ihre Finger im Spiel hat. Doch trotz der Brisanz des Falles ...

Im idyllischen Skiort St. Christina in Südtirol wird Kommissar Grauner zu einem Mordfall gerufen, der schon bald vermuten lässt, dass die Mafia ihre Finger im Spiel hat. Doch trotz der Brisanz des Falles liegt Kommissar Grauners Fokus bei seiner seit ein paar Tagen spurlos verschwundenen Tochter Sara. Zu allem Übel taucht auch noch Kommissar Grauners Kollege Saltapepe unter, der mit Mafiaboss Garebani noch eine offene Rechnung hat und nun scheinbar von dessen Tochter gejagt wird. Kommissar Grauner bricht daher alle Vorschriften und ermittelt gemeinsam mit seiner Ehefrau Alba im Verborgenen. Doch kann man zu zweit gegen die Mafia gewinnen?

„Das dunkle Dorf“ ist Band 6 der Reihe um Kommissar Grauner. Ich kannte die Krimireihe vorab noch nicht und hatte zu keinem Zeitpunkt Schwierigkeiten, der Handlung oder den Figuren zu folgen, da der Autor den Leser stets sehr gut führt. Die Handlung ist unglaublich spannend und fesselnd. Sobald ich das Buch in den Händen hatte, konnte ich es kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht.

Die Seiten fliegen nur so dahin und die Figuren sind einwandfrei ausgearbeitet. Sie sind alle sehr verschieden, sodass einem die einzelnen Charaktere nicht nur gut in Erinnerung bleiben, sondern auch direkt ans Herz wachsen. Ausschließlich die Handlungen von Kommissar Grauners naiver Tochter Sara konnte ich nicht immer vollends nachvollziehen. Saltapepe und Tappeiner hingegen sind meine Favoriten und es war spannend die Entwicklung der beiden mitzuverfolgen. Als Leser wünscht man sich daher direkt eine Fortsetzung.

Das Mafia-Thema, das einem sonst schon überholt vorkommt, wurde vom Autor interessant und packend aufgearbeitet z.B. mittels eindrücklicher Darstellung der Kommunikation des Mafiabosses Garebani und seiner stummen Tochter. Die Geschichte enthält viele Details, zudem erhält der Leser einen Einblick in die Strukturen und Begebenheiten der italienischen Polizei(-arbeit), die für Außenstehende sonst nicht immer klar nachvollziehbar ist. Nichtsdestotrotz bleibt die Geschichte leichtfüßig und flüssig, da der Leser nicht mit Informationen überfordert wird. Allerdings war ich vom Ende des Romans etwas enttäuscht, da es mir zum Teil etwas realitätsfern erschien und ich es im Vergleich zur bis dahin extrem spannenden Geschichte etwas gemächlich und harmlos empfand. So kann ich – ohne zu viel zu verraten - mir nicht vorstellen, dass einzelne Figuren von der Mafia „in real life“ tatsächlich am Leben gelassen werden würden. Nichtsdestotrotz habe ich die Geschichte insgesamt als sehr gelungen und abwechslungsreich empfunden – nicht zuletzt bin ich doch sehr froh, dass eine meiner Lieblingsfiguren überlebt hat!

Der Sprachstil hat mir grundsätzlich sehr gut gefallen. Dank der bildhaften Beschreibungen habe ich direkt Bergluft geatmet und die Szenerie vor Augen gehabt. Die Beschreibung des Alltags und der fade Beigeschmack der Touristen in einem Sehnsuchtsort werden wie auch das Dorfleben und das Verhältnis und die Dynamik unter den Dörflen von Beginn an einprägend dargestellt. Die Geschichte wirkt dadurch von Seite eins an atmosphärisch. Allein die Neigung zum Telegrammstil am Ende von Absätzen, der die rasante Entwicklung darstellt, ist nicht immer mein Fall gewesen. Auch wenn sie das Tempo der Abschnitte erhöht, was den Kriminalcharakter des Romans unterstreicht. Besonders gut hat mir zudem der sich durch den Krimi ziehende Perspektivenwechsel gefallen – so wurde der Krimi nicht nur extrem schnell rasant und fesselnd, sondern man konnte von jeder Hauptfigur Stimmungslage und Gedanken erfassen.

Insgesamt handelt es sich bei „Das dunkle Dorf“ um einen unterhaltsamen, ideenreichen und mitreißenden Krimi, den ich gerne weiterempfehle. Als Leser wollte man im Laufe der Geschichte nicht nur den Ausgang/die Auflösung der Kriminalgeschichte erfahren, sondern auch wie es mit den einzelnen Figuren weitergeht. Dies ist für mich ein Hauptkriterium für eine gelungene Kriminalreihe, die man gerne weiterverfolgt. Ich freue mich daher schon jetzt auf eine Fortsetzung. Bis dahin habe ich nun Zeit, die Kriminalreihe um Kommissar Grauner und insbesondere die verschiedenen Figuren von Beginn an zu verfolgen.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.10.2020

Hobbydetektivin Bea von Maarstein fühlt der vermeintlichen Dorfidylle auf den Zahn

Hummelstich - Folge 01
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Die exzentrische Bea von Maarstein reist mit ihrem Bücherbus nach Hummelstich, einem kleinen, beschaulichen Dorf in Deutschland, um der Beerdigung ihrer kürzlich verstorbenen Freundin Hetty beizuwohnen. ...

Die exzentrische Bea von Maarstein reist mit ihrem Bücherbus nach Hummelstich, einem kleinen, beschaulichen Dorf in Deutschland, um der Beerdigung ihrer kürzlich verstorbenen Freundin Hetty beizuwohnen. Mit im Schlepptau dabei hat sie ihren Papagei Dr. Jekyll und eckt mit ihrer ungewöhnlichen und schonungslos offenen Art bereits zu Beginn bei den Dorfbewohnern an, die im Geheimen schon auf ihre baldige Abreise hoffen. Doch kurz nach der Beerdigung erfährt Bea, dass sie nicht nur das in Hummelstich angesiedelte wunderschöne Haus ihrer Freundin, sondern ihr gesamtes Hab und Gut erben wird.
Bei der Durchsicht des Hauses stößt Bea schon bald auf Ungereimtheiten rund um das Ableben der Verstorbenen, die nur einen Schluss zulassen: ihre Freundin muss ermordet worden sein. Steckt hinter der heimeligen Fassade des Dorfes doch ein tiefschwarzer Abgrund? Um dies herauszufinden, macht sich Bea kurzum mit ihrem Papagei und dem etwas unbedarften Teilzeit-Dorf-Polizisten Sven auf die Suche nach weiteren Hinweisen für einen Mord an ihrer Freundin und bringt unwillkommene Unruhe in das sonst so gesittete und geordnete Dorfleben der Hummelstichler. Dabei deckt sie nicht nur Lügen und Intrigen auf, sondern kommt einem kaltblütigen Mörder immer näher …

Bei diesem Hörbuch handelt es sich um einen charmanten, humorvollen und unterhaltsamen Kriminalroman, der vor allem von einem wunderbaren Sprachstil lebt. Außergewöhnlich detailreich, mitreißend und bunt werden die Personen und Handlungen beschrieben, dass es eine reinste Freude ist. Die Figuren, insbesondere Bea mit ihrer etwas schrulligen, aber freundlichen Art, sind liebevoll ausgearbeitet und wachsen einem sehr schnell ans Herz. Es hat mich begeistert, wie einem Dank des umfassenden Sprachstils ununterbrochen lebhafte Bilder im Kopf entstehen. Das ist unter den unterhaltsamen, nicht zu blutrünstigen Kriminalromanen keine Selbstverständlichkeit! Darüber hinaus gibt es immer wieder ulkige Situationen, in die Bea und Sven geraten, die einen zum Schmunzeln bringen.

Gesprochen wird das Hörbuch von Gabriele Blum und ich kann jedem nur zur Version dieser Geschichte als Hörbuch raten, da sie den Figuren Leben einhaucht und facettenreich alle Emotionen vermittelt. Ich muss allerdings gestehen, dass ich schon vorab Fan von Frau Blum war und bereits einige Hörbücher mit ihr als Sprecherin gehört habe.

In die Handlung der Geschichte rund um den Kriminalfall möchte ich an dieser Stelle nicht zu tief eintauchen, um nicht zu viel zu verraten – allerdings habe ich die Mordermittlungen selbst als etwas simpel gestrickt und zu offensichtlich empfunden, sodass der Krimi für mich weniger Spannung als erhofft und zuletzt kein allzu überraschendes Ende genommen hat. Auch die Überzeugung der Protagonistin Bea, dass es sich überhaupt um einen Mordfall handele, entwickelte sich mir zu schnell. Nichtsdestotrotz hat mich der bilderhafte, mitreißende Sprachstil von Anfang an in seinen Bann gezogen, sodass der vielleicht etwas einfach konstruierte Krimi für mich in den Hintergrund rückte.

Zusammenfassend handelt es sich um einen witzigen, warmherzigen Wohlfühl-Krimi für gemütliche Stunden auf der Couch, den ich trotz verhaltener Spannung gerne weiterempfehle. Seitdem ich entdeckt habe, dass es sich hierbei um eine (Hör-)Buchreihe handelt, freue ich mich schon auf die weiteren Folgen – denn ich möchte nun unbedingt wissen, wie es mit den lieb gewonnen Charakteren weiter geht.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 14.04.2026

Gefühle jenseits der Abmachung

Terms of Attraction 1. The Knockout Contract
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Mit "The Knockout Contract" legt Autorin Stefanie Santer den ersten Teil der neuen Terms of Attraction-Reihe vor. Im Mittelpunkt stehen dabei Medizinstudentin Lainey und Boxer Parker, die sich in der Notaufnahme, ...

Mit "The Knockout Contract" legt Autorin Stefanie Santer den ersten Teil der neuen Terms of Attraction-Reihe vor. Im Mittelpunkt stehen dabei Medizinstudentin Lainey und Boxer Parker, die sich in der Notaufnahme, in der Lainey arbeitet, kennen lernen. Obwohl Lainey Parker zwar süß findet, aus diversen Gründen aber meiden möchte, bittet sie ihn, für die Hochzeit ihrer verhassten Stiefschwester ihr Fake-Date zu sein. Insbesondere, weil sie den unliebsamen Verkupplungen ihrer Mutter mit Typen in Bootsschuhen entgehen möchte. Doch aus einem lockeren Arrangement entstehen schnell echte Gefühle...

Mir hat die Geschichte rund um Lainey und Parker wirklich gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, sodass ich schnell in einen Lesefluss gekommen bin. Besonders gelungen fand ich dabei die wechselnden Perspektiven zwischen den beiden Hauptfiguren, die zusätzliche Einblicke in beide Figuren ermöglichten.

Lainey ist eine Protagonistin, mit der ich leicht mitfühlen konnte. Ihre familiäre Situation empfand ich als herausfordernd-belastend und auch, wenn ich, insbesondere zu Beginn, nicht jede ihrer Entscheidungen nachvollziehen konnte, wirkte sie auf mich insgesamt authentisch und vielschichtig. Parker blieb für meinen Geschmack zu Beginn noch etwas distanziert, gewann im Verlauf jedoch zunehmend an Kontur und entpuppte sich als wandelnde Green Flag. Seine humorvolle, lockere Art brachte Leichtigkeit in die Handlung, während nach und nach auch tiefere Facetten seiner Persönlichkeit sichtbar wurden.

Die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren wurde wirklich unterhaltsam gestaltet. Die Dialoge waren pointiert und trugen wesentlich zum Lesespaß bei. Besonders die Szenen rund um die Hochzeit stachen dabei hervor – sie verbanden Humor mit emotionalen Momenten und sorgten für eine gelungene Balance innerhalb der Geschichte. Zu gerne wäre ich noch länger mit Parker und Lainey auf der Hochzeit verweilt, der Grat zwischen Humor und knisternder Anziehung hat richtig süchtig gemacht!

Das Buch bediente sich klassischer Elemente des Rom-Com-Genres, schaffte es jedoch, diese stellenweise leicht zu variieren. Dadurch blieb die Handlung trotz bekannter Motive interessant. Ich dachte (oder befürchtete) oft, ich weiß, was kommt, und dann kam es doch ein bisschen anders. Das hat mir wirklich gut gefallen. Positiv hervorzuheben ist zudem, dass die Figuren differenziert mit ihrer Vergangenheit umgingen und nicht ausschließlich in einfachen Gegensätzen dargestellt wurden. Zudem blieben unnötig aufgebauschte "Aneinander vorbei reden"-Situationen aus, was mich sehr erleichterte.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich war das Setting. Denn obwohl die Geschichte in den USA spielt, wirkte die Darstellung stellenweise eher wie ein touristisch-oberflächlicher Blick als wirklich authentisch. Außerdem hätte ich mir im letzten Abschnitt mehr „Show“ statt „Tell“ gewünscht – einige Entwicklungen wurden mir doch zu schnell abgehandelt und komprimiert, da wäre emotional noch mehr drin gewesen. Auch Laineys Schwierigkeiten mit Familienmitgliedern wurden zwar angesprochen und bearbeitet, ich hätte mir dennoch (mehr) direkte Konfrontationen gewünscht, um besser erkennen zu können, dass Lainey zukünftig tatsächlich mehr für sich einsteht. So spricht Lainey immer wieder über das Verhältnis zu ihrem Vater, dieser taucht jedoch kein einziges Mal auf.

Fazit: Insgesamt ist "The Knockout Contract" trotz kleiner Kritikpunkte eine unterhaltsame, kurzweilige und humorvolle Geschichte mit liebenswerten Figuren und einer schönen Entwicklung. Besonders rund um die Hochzeit konnte ich das Buch wirklich kaum aus der Hand legen. ich freue mich schon auf den nächsten Teil, in dem es um Laineys schlagfertige beste Freundin Jemma gehen wird!

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Rätselhaft und magisch

Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter
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Mit „Aftermyth“ startet Tracy Wolff eine neue Fantasy-Reihe rund um griechische Mythologie – und das mit einer Jugendlichen Protagonistin, die mich schnell überrascht hat.

Penelope ist ein Mädchen, das ...

Mit „Aftermyth“ startet Tracy Wolff eine neue Fantasy-Reihe rund um griechische Mythologie – und das mit einer Jugendlichen Protagonistin, die mich schnell überrascht hat.

Penelope ist ein Mädchen, das Kontrolle liebt: strukturiert, diszipliniert und absolut regelkonform. Fehler oder Pausen? Für sie eigentlich undenkbar. Umso spannender ist es, ihre Entwicklung an der Anaximander-Akademie mitzuerleben. Denn obwohl sie fest davon überzeugt ist, ins Haus der Athene zu gehören, landet sie ausgerechnet im Aphrodite-Haus – ein Ort voller Emotionen, Leichtigkeit und Chaos. Genau dort beginnt sie nach und nach, sich selbst neu kennenzulernen und auch mal Gefühle zuzulassen.

Besonders gut gefallen hat mir die Atmosphäre im Aphrodite-Haus. Es ist lebendig, humorvoll und steckt voller Charme. Die vielen kreativen Ideen, Rätsel und der Unterricht haben richtig Spaß gemacht – genauso wie die zahlreichen Anspielungen auf die griechische Mythologie, die liebevoll eingebaut sind.

Penelope selbst ist nicht immer leicht nachzuvollziehen. Oft hätte ich anders gehandelt als sie, aber genau das hat sie für mich interessant gemacht. Ihre Entwicklung steht klar im Mittelpunkt und ist nachvollziehbar und schön umgesetzt.

Ein kleiner Kritikpunkt ist allerdings das Erzähltempo: Es dauert recht lange, bis man mehr über die mysteriösen Ereignisse erfährt – etwa warum Penelope plötzlich an anderen Orten auftaucht, Dinge sieht, die andere nicht sehen, oder immer wieder von Schlangen umgeben ist. Auch, wenn es verständlich ist, dass zum Ende noch Dinge offen bleiben, weil es ein Reihenauftakt ist, hat mich diese Unklarheit zwischenzeitlich etwas ungeduldig gemacht.

Auch die Nebenfiguren sind gelungen: Fifi, Penelopes Mitbewohnerin, ist einfach liebenswert und wuchs mir sofort ans Herz. Im Kontrast dazu ist Penelopes Zwillingsbruder Paris im Athene-Haus, der mit seiner überheblichen Art eher unsympathisch auf mich wirkte – was aber gut zur Dynamik der Geschichte passte.

Obwohl Penelope erst 13 Jahre alt ist, wirkt sie durch ihr Verhalten oft deutlich älter, was die Geschichte auch für mich als Erwachsene gut zugänglich macht.

Insgesamt ist Aftermyth ein fantasievoller, atmosphärischer Reihenauftakt mit tollen Ideen und einer spannenden Charakterentwicklung, auch wenn man an manchen Stellen etwas Geduld braucht. Ich freue mich auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Miträtseln garantiert!

Missing Page - Tödliche Worte
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Die angehende Schriftstellerin Toni möchte am Workshop eines bekannten Autors teilnehmen und endlich ihre Schreibblockade überwinden. Hierfür reist sie in dessen Herrenhaus nach Schottland. Als der Schriftsteller ...

Die angehende Schriftstellerin Toni möchte am Workshop eines bekannten Autors teilnehmen und endlich ihre Schreibblockade überwinden. Hierfür reist sie in dessen Herrenhaus nach Schottland. Als der Schriftsteller ihr und den 5 weiteren Kandidaten dort offenbart, dass sie nicht nur um seine Gunst miteinander konkurrieren, sondern auch um dessen Vermächtnis, sind alle gleichermaßen verwundert wie begierig. Doch schon bald kommt es zu merkwürdigen Ereignissen, Diebstählen und auch das misstrauische Personal des Schriftstellers verhält sich äußerst ungewöhnlich. Als nachfolgend auch noch jemand zu Tode kommt, wird Toni schnell klar, dass sie ermitteln muss - denn sie selbst steht als Verursacherin im Verdacht...

Der Roman "Missing Page" von Katie Kento hat mich vor allem durch seinen Schreibstil und die vielen Anspielungen auf klassische Krimis begeistert. Fans von Cluedo, Inspector Barnaby oder Agatha Christie kommen hier definitiv auf ihre Kosten!

Besonders gut gefallen haben mir auch die Figuren: Sie sind klar voneinander abgegrenzt und ließen sich sehr gut auseinanderhalten, was bei der Vielzahl an Charakteren wirklich wichtig ist. Neben der Hauptfigur Toni war mein persönlicher Favorit definitiv George. Er ist einfach eine Figur, die ich wider besseren Wissens (, denn es war ja schließlich jeder verdächtig, ) sofort ins Herz geschlossen habe. Andere Charaktere wiederum sind bewusst unsympathisch gezeichnet, was die Dynamik wirklich spannend machte. Zugleich konnte ich beim Lesen gefühlt niemandem wirklich vertrauen, was den Rätselfaktor in die Höhe trieb. Als Agatha Christie Fan liebe ich ja den "Jede/r könnte es gewesen sein"-Aspekt.

Das Setting empfand ich als atmosphärisch dicht und sie sorgte für genau die richtige Spannung. Auch die kleinen gestalterischen Elemente im Buch, wie z.B. eingestreute Grundrisse oder auch Schreibwettbewerbs-Beiträge, fand ich richtig gelungen und passend zur Geschichte.

Was mir ebenfalls sehr gefallen hat: Man wurde als LeserIn ständig zum Miträtseln angeregt. Es gab viele offene Fragen und unterschiedliche Spuren, sodass man immer wieder eigene Theorien entwickeln konnte. Genau das macht für mich den Reiz eines solchen Buches aus!

Allerdings hatte die Geschichte für mich auch kleinere Schwächen. Einige Elemente hätten für meinen Geschmack etwas straffer erzählt werden können. So hat mich zum Beispiel das Schlafwandeln der Protagonistin Toni auf Dauer eher genervt als begeistert. Außerdem wirkte die Handlung stellenweise etwas überladen, da sehr viele Entwicklungen und Enthüllungen gleichzeitig passierten. Das hat es mir manchmal schwer gemacht, komplett dranzubleiben und mir fehlte bei den vielen Ideen und Richtungen manchmal etwas Klarheit und ein roter Faden.

Das Ende fand ich sehr stimmig und rund, obwohl mir die Auflösung zuvor insgesamt zu konstruiert vorkam.

Fazit: Ein spannender YA-Thriller mit tollen Figuren, vielen cleveren Ideen und großem Miträtsel-Faktor. Auch wenn die Handlung zwischendurch für meinen Geschmack etwas zu viel auf einmal wollte, konnte mich das Buch insgesamt wirklich gut unterhalten. Die Autorin hat wahnsinnig viel Fantasie und Ideen und ich freue mich schon jetzt auf weitere Bücher von Katie Kento!

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