Profilbild von Clara

Clara

Lesejury Star
offline

Clara ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Clara über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2020

Sophia lädt zum Finale

Die Farben der Schönheit – Sophias Triumph (Sophia 3)
0

Voller Vorfreude habe ich das Finale um Corina Bomanns Heldin Sophia erwartet. Kaum hatte ich das Buch aufgeklappt war es, als hätte ich das Lesen nie unterbrochen. Ich war sofort wieder mitten drin. Auch ...

Voller Vorfreude habe ich das Finale um Corina Bomanns Heldin Sophia erwartet. Kaum hatte ich das Buch aufgeklappt war es, als hätte ich das Lesen nie unterbrochen. Ich war sofort wieder mitten drin. Auch diesmal fand ich, dass die 500 Seiten nur so verfolgen sind. Die bildhafte Erzählweise zieht den Leser völlig in den Bann.
Jeder der drei Sophia Bände hat mich sehr gut unterhalten. An das erste Buch kamen die beiden Fortsetzungen allerdings nicht mehr heran. Dieses Mal hatte ich leider einige Probleme mit Sophia. Wir haben sie als sympathische junge Frau kennengelernt. Im Laufe der Jahre hat sie sich zu einer Person entwickelt, die sich häufig anderen überlegen fühlt und auf ihre Mitmenschen herabsieht. Mir hat insbesondere nicht gefallen, mit welcher Skepsis sie jede Entscheidung ihrer Freundin Henny beäugt und kommentiert hat. Oft wäre etwas mehr Unterstützung wichtig gewesen.
Sophias Liebster Darren war mir ja schon seit Teil 1 suspekt und nun entpuppt er sich einmal mehr als selbstgerechter Idiot. Warum sich Sophia so sehr an dieser Beziehung klammert kann ich schlecht nachvollziehen. Beruflich führt ihr Weg sie zurück zu ihren Anfängen und sie arbeitet erneut für Helena Rubinstein. Die Einblicke in die damalige Kosmetikbranche haben mittlerweile ein Stück weit ihren Reiz verloren und liefern der Handlung wenig neuen Input. Puderkrieg mit Elisabeth Arden, Intrigen gegen neue Konkurrenten, neue Produkte, viel Arbeit im Büro für Sophia, obwohl sie lieber im Labor tätig wäre... das hat man alles schon gelesen.
Deswegen ist der Roman allerdings nicht langweilig. Corina Bomann weiß auf jeden Fall, wie man fesselnd schreibt. Ich habe mir nur einfach an manchen Stellen gewünscht, die Geschichte würde sich mehr weiterentwickeln.
Sehr gefallen hat mir der Schluss, da wirklich alle Themen nochmal aufgegriffen wurden und einen runden Abschluss bekommen haben. Es endet so, dass theoretisch sogar noch Stoff für einen vierten Band vorhanden wäre.
Diese Reihe hat mir einige schöne Lesestunden beschwert. Ich könnte mir die Sophia Trilogie übrigens sehr gut als ARD oder ZDF Mehrteiler vorstellen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.10.2020

Nicht ihr bestes Buch

Das letzte Licht des Tages
0

Der Klappentext von Kristin Harmels neuem Roman „Das letzte Licht des Tages“ klingt nicht besonders innovativ. Trotzdem war mir klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss, da mich die bisherigen vier ...

Der Klappentext von Kristin Harmels neuem Roman „Das letzte Licht des Tages“ klingt nicht besonders innovativ. Trotzdem war mir klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss, da mich die bisherigen vier deutschen Veröffentlichungen der Autorin völlig begeisterten und ich jedes Mal eine 5 Sterne Bewertung vergeben habe.
Der Schreibstil ist in gewohnter Weise sehr bildhaft und so angenehm zu lesen, dass man sich gerne eine längere Zeit am Stück mit dieser Lektüre beschäftigt. Dennoch ist es so, dass meine Skepsis, die ich nach dem Klappentext empfand, sich als begründet erwiesen hat. „Das letzte Licht des Tages“ ist für mich leider das bisher schwächste Buch der Autorin und erhält nur vier Sterne von mir. Der Grund hierfür liegt an den Charakteren. Weder in der Gegenwartshandlung noch in der Vergangenheit konnte ich jemanden finden, der mir wirklich sympathisch war. Am ehesten mochte ich noch Celine.
1940 heiratet Ines den Weinbauer Michel. Ines ist ein versnobtes Püppchen, das sich nur schwer an das Leben auf dem Land gewöhnen kann. Es ist klar, dass körperliche Arbeit nicht jedem liegt und dass nicht jeder Geduld für die Sisyphos Arbeit bei der Champagner Herstellung hat, aber Ines stellt sich wirklich selten doof an. Auch scheinen ihr Oberflächlichkeiten wie Kleidung, Lippenstift und Vergnügungen wichtiger, als der Krieg, was ich als sehr ignorant empfand. Deswegen wunderte es mich nicht, dass sich ihr Ehemann und die beiden Mitarbeiter Theo und Celine von ihr abwenden. Trotzdem mochte ich Michel auch überhaupt nicht. Er hat sich bewusst für eine naive Frau entschieden und straft diese dann für genau diese Eigenschaft. Theo bleibt das Buch über blass und eine überflüssige Randfigur. Celine mochte ich wie gesagt am ehesten, auch wenn mir ihr Verrat gegen den Strich ging.
Michel schließt sich dem Widerstand an, aber seine Motivation konnte ich nie so richtig nachempfinden, da er nie wirklich über seine Gefühle sprach.
Parallel gibt es noch einen Erzählstrang in der Gegenwart. Die frisch geschiedene Liv wird von ihrer 99-jährigen Großmutter nach Frankreich entführt. Scheinbar will sie ein Geheimnis lüften, druckst dann aber ewig nur herum. Dieses Verhalten hat mich extrem genervt und erschien mir sinnlos. Entweder, ich will über meine Vergangenheit sprechen oder nicht. Aber dann fliege ich niemanden von Amerika nach Frankreich. Die gesamte Gegenwartshandlung kam mir wie ein Seitenfüller vor, insbesondere, da Liv natürlich auch noch auf die Schnelle ihren Traummann kennenlernt.
Zum Finale gibt es einen Plottwist, den ich mir bereits seit der Hälfte genauso zusammen gereimt hatte.
„Das letzte Licht des Tages“ ist kein schlechtes Buch. Ich hatte nur einfach erwartet, dass mich Kristin Harmel ein weiteres Mal zum weinen bringt und das war nicht der Fall. Es passieren schlimme Dinge, die Autorin spart nicht mit Tod. Aber all die tragischen Entwicklungen, die den Charakteren widerfahren, lagen weniger am Krieg, sondern an egoistischem Verhalten, Eifersucht und Ehebruch. Es fiel mir schwer, die Handlung nachzuvollziehen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.10.2020

Toll geschrieben aber schwierige Hauptfigur

Die Mädchen aus der Firefly Lane
0

„Die Mädchen aus der Firefly Lane“ wollte ich unbedingt noch lesen, bevor die Netflix Serie veröffentlicht wird.
Schon nach wenigen Seiten war ich von Kristin Hannahs Schreibstil völlig begeistert. Wozu ...

„Die Mädchen aus der Firefly Lane“ wollte ich unbedingt noch lesen, bevor die Netflix Serie veröffentlicht wird.
Schon nach wenigen Seiten war ich von Kristin Hannahs Schreibstil völlig begeistert. Wozu braucht man eine Verfilmung, wenn es einem Buch gelingt, so lebendige Bilder entstehen zu lassen, fragte ich mich.
Die über 500 Seiten vergingen wie im Flug und ich war völlig in die Geschichte vertieft.
Trotz dem wirklich exzellenten Schreibstil vergebe ich dennoch nicht die Höchstpunktezahl sondern „nur“ 4 Sterne.
Der Grund hierfür liegt an den Charakteren. Der Klappentext beschreibt „Die Mädchen aus der Firefly Lane“ als eine große Frauenfreundschaft.
Diese Freundschaft war für mich allerdings nicht so perfekt.
Während Kate aus behüteten Verhältnissen kommt, hat Tully bereits in jungen Jahren einiges mitmachen müssen. Es ist nachvollziehbar, woher ihre emotionale Kälte kommt, es macht es allerdings schwer, sie gerne zu haben. Tully ist sehr Ich-bezogen. Sie ist übertrieben ehrgeizig und zielstrebig und interessiert sich für die Gefühle ihrer Mitmenschen nur bedingt. Kate traut sich lange nicht, ihr zu sagen, dass sie andere Pläne für ihre Zukunft hat. Was für ein Freundschaft soll das bitte sein, wenn man sich nicht die Wahrheit sagen kann?
Ich mag es nicht, wenn in Büchern Krankheiten ausführlich thematisiert werden, da ich mich unwohl fühle, darüber zu lesen. Phasenweise hatte ich den Wunsch, schneller vorwärts zu blättern um der Situation zu entkommen. Kristin Hannahs hochemotionaler Schreibstil hat mich dann doch dazu überredet, mich auf die Handlung einzulassen und ich musste ein paar Tränen verdrücken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.09.2020

Konnte ich kaum weglegen

Der Fremde am Strand
0

Von der Autorin Lisa Jewell habe ich bisher nur Gutes gehört. Auf „Der Fremde am Strand“ bin ich durch eine positive Buchvorstellung im Radio aufmerksam geworden, so dass ich beschlossen habe, dass dies ...

Von der Autorin Lisa Jewell habe ich bisher nur Gutes gehört. Auf „Der Fremde am Strand“ bin ich durch eine positive Buchvorstellung im Radio aufmerksam geworden, so dass ich beschlossen habe, dass dies mein erster Roman von ihr werden soll.
Der Klappentext hat definitiv gehalten, was er versprochen hat, denn ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Kapitel sind kurz und jedes endet an einer spannenden Stelle. Die Geschichte spielt auf drei Ebenen. 1993 lernt eine Familie im Sommerurlaub einen zwielichtigen jungen Mann kennen. In der Gegenwart verliert ein Mann sein Gedächtnis während eine Frau auf die Rückkehr ihres Ehemanns wartet.
„Der Fremde am Strand ist eine Mischung aus Roman und Psychothriller. Es gibt nicht nur einen Charakter, der eindeutig böse ist, es gibt mehrere andere, die suspekt scheinen. Die Geschichte beginnt undurchsichtig. Ich habe eine Weile gerätselt, wer dieser Mann ohne Gedächtnis ist. Stück für Stück setzt sich ein schauriges Bild zusammen, dem bis zum Schluss immer weitere Details hinzugefügt werden.
Die Handlung ist ein wenig unrealistisch aber ich fand das Buch wirklich sehr gelungen und empfehle es gerne weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.08.2020

Jack, der Retter

Die Nacht schreibt uns neu
0

Und wieder ist es Dani Atkins gelungen, mich mit ihrem wunderbaren Schreibstil von der ersten bis zur letzten Seite mitfiebern zu lassen.
„Die Nacht schreibt uns neu“ dreht sich um Emma, die kurz vor ...

Und wieder ist es Dani Atkins gelungen, mich mit ihrem wunderbaren Schreibstil von der ersten bis zur letzten Seite mitfiebern zu lassen.
„Die Nacht schreibt uns neu“ dreht sich um Emma, die kurz vor der Hochzeit mit ihrer Jugendliebe Richard steht. Ein tragischer Autounfall, bei dem ihre beste Freundin Amy stirbt, stellt ihr Leben auf den Kopf. Auch wenn Emma versucht, sich gegen die unpassenden Gefühle gegenüber ihrem Lebensretter Jack zu wehren, kann sie ab einem bestimmten Punkt doch nicht mehr leugnen, dass sie sich Hals über Kopf in den sympathischen Amerikaner verliebt hat.
Damit steht Emma nicht alleine da, denn auch bei mir war es Liebe auf den ersten Blick. Jack ist ein absoluter Traummann, den glaube ich jede Leserin gerne kennenlernen möchte.
Auch Emma ist eine Protagonistin die ich wahnsinnig gerne mochte und so waren meine Daumen fest gedrückt für diese beiden.
„Die Nacht schreibt uns neu“ ist an vielen Stellen vorhersehbar und bleibt dabei trotzdem jederzeit mitreißend, das Ende traf mich dann mit voller Wucht. Dani Atkins legt so viel Tragik, so viele Emotionen in ihre Geschichten. Ihre Bücher sind für mich einfach etwas ganz besonderes. Dies war mein vierter Roman von ihr und mit jedem einzelnen ist es ihr gelungen, dass ich die letzten Seiten mit feuchten Augen gelesen habe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere