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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2020

Mutige und authentische Frauen

Schwestern fürs Leben
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Inhalt und meine Meinung:
Für die Familie Danneberg ist Weihnachten 1919 ein trauriges, betrübtes Fest. Albert, der einzige Sohn und somit männliche Erbe ist im Krieg gefallen. Für den Familienpatriarchen ...

Inhalt und meine Meinung:
Für die Familie Danneberg ist Weihnachten 1919 ein trauriges, betrübtes Fest. Albert, der einzige Sohn und somit männliche Erbe ist im Krieg gefallen. Für den Familienpatriarchen Ole F. Danneberg kommt es nicht infrage, die Geschäfte rund um das alterwürdige und mächtige Flensburger Rumhaus einer seiner vier Töchter zu übertragen. Wie soll es nur weitergehen?
Dabei träumt Lene, seit ihrer Kindheit, einst eine wichtige Rolle im Rumhaus zu spielen. Um ihre Ziele zu erreichen, muss sie einen hohen Preis zahlen. Auch ihre Schwestern haben ihre Träume und Zukunftspläne. Sie möchten sich nicht mehr fügen und gehorsam sein. Vier Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein können. Jede beginnt ihren eigenen Kampf, um eigene Wege zu gehen.

Der historische Familienroman "Schwestern fürs Leben" ist eine sehr kompakte und lange Geschichte. Die Haupthandlung beginnt 1919 und endet mit dem Kriegsende 1945. Der Schreibstil von Sybille Schrödter ist flüssig, sehr ausdrucksstark und unheimlich fesseld. Ich bin flott durch die Seiten geflogen und habe mit jeder Schwester mitgefiebert. Die Erzählpersektve wechselt zwischen den Protagonisten. Jede Schwester bekommt ihre eigene Stimme. Ich liebe und schätze diese Erzählweise. Sie erzeugt einen großartigen Spannungsbogen. Die Autorin spiegelt und schildert intensiv, die Stellung der Frau zur damaligen Zeit wieder. Das gelingt ihr so großartig, dass ich als Unsichtbare, direkt bei den Geschehnissen dabei war und oftmals eingegriffen hätte. Viele historische Details und Ereignisse, wie zum Beispiel 1920 die Volksabstimmung in Schleswig, oder 1933 die Ernennung von Hitler zum Reichskanzler haben die Geschichte sehr besonders und authentisch gemacht.
Ich kann den Roman wärmstens empfehlen und wünsche dem Buch noch viele Leser.
Fazit:
4,5/5 🌟
Eine emotionale, mutige und authentische Geschichte mit großartigen Charaktern ❤

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Ein stiller und berührender Roman!

Elbland
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Darum geht es:
Ninas Mutter Irma ist tot. Zurück bleibt Leere. Und eine Freiheit, die sich falsch anfühlt. Jahrelang hat Nina funktioniert und ausgehalten. Nun weiß sie nicht, wohin mit sich. Sie reist ...

Darum geht es:
Ninas Mutter Irma ist tot. Zurück bleibt Leere. Und eine Freiheit, die sich falsch anfühlt. Jahrelang hat Nina funktioniert und ausgehalten. Nun weiß sie nicht, wohin mit sich. Sie reist ins Riesengebirge nach Tschechien, an den Ort, an dem ihre Familie zuletzt noch unbeschwert war. Dort stellt sie sich den Fragen, die lange im Raum standen. Was ist damals zerbrochen? Was wurde nie ausgesprochen? In Böhmen beginnt für Nina eine leise, aber eindringliche Suche nach Antworten, nach ihrer Mutter und nach sich selbst.

Mein Leseeindruck:
Die Autorin Claudia Rikl hat mit diesem Roman eine wunderbare und tiefgründige Geschichte geschaffen.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem Irma und ihre Tochter Nina. Irmas Kindheit ist von Erlebnissen geprägt, über die sie ihr Leben lang schweigt. Dieses Schweigen zieht sich durch ihr ganzes Leben bis zu ihrem Tod. Erst danach beginnt Nina, sich auf die Suche nach Antworten zu machen. Schritt für Schritt versucht sie zu verstehen, was ihre Mutter geprägt hat und warum so vieles unausgesprochen blieb.

Ich habe Nina auf diesem Weg begleitet. Ein Weg, der mich sehr berührt hat. Immer wieder musste ich beim Lesen innehalten, weil das Gelesene nachgewirkt hat. Es gab Momente, in denen ich bewusst eine Pause brauchte, um alles zu verarbeiten.

Der Roman zeigt eindrucksvoll, was Schweigen in Familien auslösen kann. Wie es eine Generation prägt und sich auf die nächste überträgt. Wie sehr unausgesprochene Wahrheiten das Leben beeinflussen können.

All das hat die Autorin sensibel und stimmig in diese Geschichte eingebettet. Ich habe das Buch sehr sehr gerne gelesen.

Fazit:
4/5 ⭐️ Ein stiller, berührender Roman über das, was unausgesprochen bleibt und dennoch wirkt.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Charmant, genussvoll, emotional!

A Taste of Cornwall: Ein Löffel Glück
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Darum geht es:
Nach dem plötzlichen Ende ihrer Modelkarriere steckt Annabelle Scott in einer schwierigen Phase ihres Lebens. Unerwartet bietet sich ihr jedoch eine neue Chance: Eine Kochsendung sucht eine ...

Darum geht es:
Nach dem plötzlichen Ende ihrer Modelkarriere steckt Annabelle Scott in einer schwierigen Phase ihres Lebens. Unerwartet bietet sich ihr jedoch eine neue Chance: Eine Kochsendung sucht eine Co Moderatorin, und der Dreh soll in einem idyllischen Küstenort in Cornwall stattfinden.

Doch die Sache hat gleich mehrere Haken. Annabelle hat keinerlei Erfahrung in der Küche und müsste zudem an den Ort zurückkehren, den sie vor zwanzig Jahren bewusst verlassen hat. Dort warten nicht nur alte Konflikte mit ihrer Mutter auf sie, sondern auch Flynn, ein eher wortkarger Fischer mit einer besonderen Ausstrahlung, der sie seit ihrer ersten Begegnung nicht mehr loslässt.

Mein Leseeindruck:
Eine kleine Vorwarnung vorweg: Diesen zweiten Band der Reihe sollte man besser nicht hungrig lesen, denn die vielen beschriebenen Gerichte sind einfach zum Anbeißen. Selbst ohne Appetit läuft einem hier regelmäßig das Wasser im Mund zusammen.

Katharina Herzog überzeugt mit einem angenehm flüssigen, sehr zugänglichen Schreibstil, der sich wunderbar lesen lässt. Besonders die kurzen Kapitel haben mir gut gefallen, da sie der Geschichte ein schönes Tempo verleihen.

Der Einstieg fiel mir allerdings nicht ganz leicht. Anfangs hat mich die Geschichte noch nicht vollständig gepackt, und ich hatte weniger Motivation weiterzulesen. Im Verlauf hat sich das jedoch geändert, und die Geschichte konnte mich immer mehr für sich gewinnen. Man kann diesen zweiten Band der Cornwall-Reihe übrigens auch gut lesen, ohne den ersten Band zu kennen.

Die Figuren sind der Autorin sehr gelungen, allen voran Annabelle Scott, die ich schnell ins Herz geschlossen habe. Neben der unterhaltsamen Handlung greift das Buch auch wichtige Themen auf, wie den Druck rund um Schönheitsideale und Ernährung, ohne dabei die Leichtigkeit zu verlieren.
Die Liebesgeschichte ist dabei einfach sehr süß und hat das Gesamtbild wunderbar abgerundet.
Fazit:
4/5 ⭐️ Charmant, genussvoll, emotional!

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Bemerkenswertes Debüt!

Ein verlassenes Haus
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Darum geht es:
Im Zentrum des Romans steht Sonja, eine Frau, deren Leben von stiller Erschöpfung und zunehmender Unsichtbarkeit geprägt ist. Während politische Debatten im Fernsehen von angeblich arbeitsscheuen ...

Darum geht es:
Im Zentrum des Romans steht Sonja, eine Frau, deren Leben von stiller Erschöpfung und zunehmender Unsichtbarkeit geprägt ist. Während politische Debatten im Fernsehen von angeblich arbeitsscheuen Menschen handeln, besteht ihr Alltag aus harter, schlecht bezahlter Arbeit und der ständigen Verantwortung für Familie und Haushalt. Ihr Mann arbeitet unter prekären Bedingungen auf dem Bau, sie selbst verdient ihr Geld im Verkauf. Trotz aller Anstrengung bleibt jedoch das Gefühl, im eigenen Leben nur noch zu funktionieren. Schritt für Schritt verliert Sonja den Kontakt zu sich selbst, bis schließlich auch ihr Arbeitsplatz wegbricht und die fragile Ordnung ihres Alltags ins Wanken gerät.
Aus dieser Krise heraus eröffnet sich ihr eine unerwartete Möglichkeit. Sie findet eine Tätigkeit, die sie von zu Hause aus ausüben kann. Unter der erfundenen Identität einer jungen Studentin beginnt sie auf einer Datingplattform mit fremden Männern zu chatten. Hinter diesem digitalen Maskenspiel entdeckt Sonja eine Seite von sich, die im realen Leben längst verschüttet schien. Sie erlebt Aufmerksamkeit und spürt langsam wieder Selbstvertrauen. Doch je intensiver sie in diese neue Rolle eintaucht, desto stärker entfernt sie sich von der Wirklichkeit ihres eigenen Lebens. Die Distanz zu ihrem Mann und ihren Kindern wächst, während die Verbindung zu einem der Nutzer immer persönlicher wird.

Mein Leseeindruck:
Der Schreibstil von Lisa Wölfl hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin gibt der Ich Erzählerin Sonja eine starke und sehr glaubwürdige Stimme. Viele Sätze sind kurz und prägnant. Dadurch entsteht ein gutes Tempo und man möchte immer wissen, wie es weitergeht. Ich habe Sonja sehr gern durch die Geschichte begleitet. Nach und nach gerät ihr gewohntes Leben aus dem Gleichgewicht. Sie versucht, den Spagat zwischen schlecht bezahlter Erwerbsarbeit und ihrer Carearbeit zu schaffen. Gleichzeitig wächst in ihr der Wunsch nach Anerkennung und nach mehr Selbstbestimmung.

Der Roman erzählt von Pflichten und Entbehrungen, die Sonja immer weiter an den Rand ihrer eigenen Existenz drängen. Besonders eindrücklich fand ich, wie deutlich das Thema weibliche Unsichtbarkeit in der Geschichte wird. Trotz der ernsten Themen gibt es immer wieder humorvolle Momente, die die Handlung auflockern. Der Roman beginnt sehr stark und hat mich sofort in die Geschichte hineingezogen. Im Mittelteil hat die Spannung für meinen Geschmack etwas nachgelassen. Der Schluss ist dagegen sehr mutig gewählt. Mir persönlich hat dieses Ende gut gefallen.

Fazit:
4/5 ⭐️ Insgesamt ist es ein bemerkenswertes Debüt, das mit einem klaren Stil, einer starken Erzählerinnenstimme und einem wichtigen Thema überzeugt.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Ein düsterer, atmosphärischer und raffiniert konstruierter Thriller!

Der Kuckucksjunge
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Darun geht es:

Als in Kopenhagen eine Frau spurlos verschwindet, sorgt eine rätselhafte Nachricht auf ihrem Handy bei Kommissarin Naia Thulin sofort für Alarm. Dieselben Worte tauchten bereits im Zusammenhang ...

Darun geht es:

Als in Kopenhagen eine Frau spurlos verschwindet, sorgt eine rätselhafte Nachricht auf ihrem Handy bei Kommissarin Naia Thulin sofort für Alarm. Dieselben Worte tauchten bereits im Zusammenhang mit einem früheren Gewaltverbrechen auf.

Gemeinsam mit Mark Hess beginnt sie zu ermitteln. Schnell zeigt sich, dass der aktuelle Fall kein Einzelfall ist. Neue Spuren und weitere Opfer deuten auf ein beunruhigendes Muster hin – und auf einen Täter, der seine Opfer gezielt auswählt und lange im Voraus beobachtet.

Während sich immer mehr Verbindungen zwischen den Fällen offenbaren, wächst der Druck auf die Ermittler, den Täter zu stoppen, bevor erneut jemand verschwindet.

Mein Leseeindruck:

Obwohl ich den Vorgängerband „Der Kastanienmann“ von Søren Sveistrup nicht gelesen habe, hatte ich keinerlei Probleme, in diesen Thriller einzusteigen. Der zweite Fall für Naia Thulin und Mark Hess funktioniert auch ohne Vorkenntnisse hervorragend, sodass ich mich schnell in der Geschichte und den Ermittlungen zurechtgefunden habe.

Für mich war dieser Thriller von Anfang an äußerst spannend konstruiert. Die düstere, teilweise beklemmende Atmosphäre hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Besonders gut gefallen hat mir, wie der Autor immer wieder falsche Fährten legt und überraschende Wendungen einbaut. Dadurch hatte ich ständig das Gefühl, selbst miträtseln zu können und habe mir immer wieder den Kopf darüber zerbrochen, wer hinter den Taten steckt.

Der Täter spielt ein perfides Versteckspiel, das beim Lesen immer wieder für Gänsehautmomente gesorgt hat. Einige Szenen waren so intensiv, dass mir die bedrohliche Stimmung richtig unter die Haut gegangen ist.

Im Verlauf der Handlung entfalten sich mehrere Erzählstränge, die sich nach und nach miteinander verweben und schließlich in ein packendes und sehr starkes Finale münden. Gerade dieser Moment, in dem sich alles zusammenfügt, hat mir besonders gut gefallen. Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist die Länge des Buches. Mit über 660 Seiten hätte der Thriller an manchen Stellen etwas straffer erzählt werden können. Dennoch hat mich die Geschichte insgesamt mit ihrer dichten Atmosphäre, den vielen Wendungen und der konstant hohen Spannung absolut überzeugt.

Fazit:
4/5 ⭐️ Ein düsterer, atmosphärischer und raffiniert konstruierter Thriller voller Spannung, falscher Fährten und Gänsehautmomente.

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