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Veröffentlicht am 08.11.2020

ein empfehlenswertes Sachbuch für jung und alt mit wunderbaren Illustrationen

Tierleben – Auf der Wiese, im Wald und am Wasser
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Mit Tierleben – Auf der Wiese, im Wald und am Wasser hat die Autorin und zugleich Illustratorin Hannah Dale erneut ein ganz zauberhaftes Sachbuch für große und kleine Tierfreunde geschaffen, das zwar schnell, ...

Mit Tierleben – Auf der Wiese, im Wald und am Wasser hat die Autorin und zugleich Illustratorin Hannah Dale erneut ein ganz zauberhaftes Sachbuch für große und kleine Tierfreunde geschaffen, das zwar schnell, dafür aber voller Begeisterung ausgelesen ist. Infolgedessen freut man sich nach der letzten Seite bereits auf weitere Bücher dieser Art.
Im Unterschied zum Vorgänger, Flügge – Die ersten Tage kleiner Tierkinder, sind nun meist ausgewachsene Tiere abgebildet, die dank der hinreißenden Illustrationen allerdings nicht weniger wundervoll anzusehen sind. Der zarte Stil von Hannah Dale ist wahrlich einzigartig und man könnte die einzelnen Bilder stundenlang anschauen.

Die unterschiedlichen Tierarten sind wieder in verschiedene Kategorien entsprechend ihres Lebensraums eingeordnet und am Schluss in alphabetischer Reihenfolge in einem Register mit den dazugehörigen Seitenzahlen aufgeführt. Die Doppelseiten sind ein weiteres Mal nach dem gleichen Schema aufgebaut: Rechts ist stets eine Zeichnung des Tieres abgebildet, während sich links der Name der Tierart, die lateinische Bezeichnung sowie etwa eine halbe Seite mit aufschlussreichen Informationen über die jeweilige Art befinden. Auf den wenigen Zeilen ist natürlich nur Platz für einige ausgewählte, sowohl wissenswerte als auch überraschende Fakten, doch diese sind alle sehr interessant und waren einem zuvor oft noch nicht bekannt. Man lernt beim Lesen also abermals etwas dazu. Besonders faszinierend ist es zum Beispiel, dass es offenbar Tiere gibt, die bereits nach gerade einmal fünf Stunden ohne Nahrung tatsächlich schon drohen zu verhungern.

Die Vorliebe der Autorin für Vögel ist auch in Tierleben – Auf der Wiese, im Wald und am Wasser unschwer erkennbar, denn in dem Buch sind erneut zahlreiche fliegende Arten enthalten. Dadurch erfährt man unter anderem, dass es ziemlich intelligente Vögel mit bemerkenswerten Fähigkeiten gibt. Eine Art kann sogar zählen, wohingegen erstaunlich viele Vögel Werkzeuge benutzen, um an Nahrung zu gelangen. Außerdem bleiben Paare nicht nur bei Schwänen ein Leben lang zusammen. Beim nächsten Blick zum Futterhäuschen wird man sich daher ganz genau ansehen, welche Vögel sich da gerade bedienen und wenigstens versuchen sie richtig einzuordnen. Die Autorin liefert dafür schon erste entscheidende Hinweise, beispielsweise die Farbe des jeweiligen Gefieders.

Neben den verschiedenen Vögeln sind aber mindestens ebenso viele Säugetiere vertreten, von der winzigen Zwergmaus bis zum majestätischen Rothirsch, von denen einige ebenfalls über ungeahnte Talente verfügen. Nahezu alle Arten kennt man zumindest dem Namen nach, doch sonst weiß man zum Teil nur sehr wenig über diese heimischen Tiere. Über ein paar dieser Arten möchte man anschließend gern noch mehr erfahren und wird sich zu diesem Zweck womöglich weitere Sachbücher besorgen.

FAZIT
Tierleben – Auf der Wiese, im Wald und am Wasser ist ein empfehlenswertes Sachbuch für jung und alt mit wunderbaren Illustrationen, das einen kurzen und knappen, jedoch sehr gelungenen und niemals langweiligen Überblick über die in Europa heimischen Wildtiere bietet, die man mancherorts in freier Wildbahn antreffen kann, wenn man nur aufmerksam genug ist.

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Veröffentlicht am 08.11.2020

eine sehr gelungene Fortsetzung, die unglaublich neugierig auf den weiteren Verlauf dieser außergewöhnlichen und komplexen Geschichte macht

Monstress 2
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Monstress – Das Blut ist eine sehr gelungene Fortsetzung, die unglaublich neugierig auf den weiteren Verlauf dieser außergewöhnlichen und komplexen Geschichte macht.
Nicht nur die mutige Protagonistin ...

Monstress – Das Blut ist eine sehr gelungene Fortsetzung, die unglaublich neugierig auf den weiteren Verlauf dieser außergewöhnlichen und komplexen Geschichte macht.
Nicht nur die mutige Protagonistin Maika, sondern auch das Monster, das in ihr schlummert, aber inzwischen immer häufiger erwacht, ist nach wie vor auf der Suche nach Antworten, vor allem hinsichtlich ihrer jeweiligen Vergangenheit. Maika hofft diese Antworten zu finden, indem sie Nachforschungen über die Expeditionen ihrer Mutter anstellt, in Erfahrung bringt, wo sie gewesen ist, und sich schließlich auf dieselben Reisen begibt. Doch nicht alles, was sie dadurch über ihre Mutter erfährt, gefällt ihr. Am Ende bringt sie das sogar dazu ihre Beziehung oder besser gesagt die Liebe ihrer Mutter in Frage zu stellen, was mit Sicherheit kein schönes Gefühl ist.

Als Leser wird man zudem mit interessanten Enthüllungen über Maikas Herkunft konfrontiert, von denen sie selbst noch nichts ahnt. Überraschenderweise hat Maika noch einige lebende und überaus mächtige Verwandte, es wissen jedoch nicht alle um ihre Existenz bzw. ihre Verbindung.

Sowohl Maika als auch das Monster scheinen zunehmend stärker zu werden, wodurch vor allem letzteres wegen seines ständigen Hungers eine immer größere Gefahr darstellt. Maika kann es nur begrenzt kontrollieren, denn sein Überlebenswille ist extrem stark und allem Anschein nach ist es ihm völlig gleichgültig, dass es anderen dafür das Leben aussaugen muss. Früher oder später werden die beiden lernen müssen Kompromisse einzugehen und einander zu helfen statt sich gegenseitig zu bekämpfen, wenn sie am Leben bleiben wollen.

Kippa ist die einzige, die von Maika bislang stets vor dem Monster beschützt werden konnte. Das kleine Fuchsmädchen ist eine der liebenswertesten Figuren der Serie und verfügt, wie man nun erfährt, über erstaunlich nützliche Fähigkeiten. Über Tuya und ihre wahren Absichten bezüglich Maika erhält man dagegen leider keine weiteren Informationen, sodass man sich weiterhin fragen muss, ob sie nun Freundin oder Feindin ist.

Mit Thyria lernt man eine neue Stadt in der bekannten Welt kennen und in ihr begegnet man neuen, mitunter faszinierenden Charakteren sowie Kreaturen und Machtstrukturen. Damit kommen allerdings auch neue Parteien hinzu, die hinter Maika her sind und deren Absichten man nicht kennt. Manche von ihnen scheinen mehr über das Schicksal der jungen Frau zu wissen als sie preisgeben. Sie soll auf jeden Fall über das Schicksal aller Rassen entscheiden – nur wie?

Der dritte Band endet nicht direkt mit einem Cliffhanger, aber dafür mit einer Szene, die zahlreiche neue Fragen aufwirft. Dem nächsten Teil sieht man danach also erneut gespannt entgegen.

Die Zeichnungen von Sana Takeda sind wieder überaus bemerkenswert und, abgesehen von einigen gewalttätigen Szenen, stets wunderschön anzusehen. Das gilt vor allem für die ganzseitigen Illustrationen zu Beginn eines jeden Kapitels. Ihr einzigartiger Stil besticht durch filigrane Linien, florale Muster und aufwendige Details. Darüber hinaus verwendet sie überwiegend dunkle Farben, darunter vornehmlich Blautöne, die perfekt zur Atmosphäre dieser besonderen Geschichte passen.

FAZIT
Monstress – Das Blut setzt die außergewöhnliche Geschichte um die ebenso einzigartige Protagonistin Maika gekonnt fort und macht zugleich neugierig auf die weiteren Bände, die man eher früher als später ebenfalls gebannt verschlingen wird.

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Veröffentlicht am 08.11.2020

ein fabelhaftes Bilderbuch, das mit einer liebenswerten Titelfigur und wundervollen Illustrationen überzeugen kann

Der kleine Waschbär Waschmichnicht
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Der kleine Waschbär Waschmichnicht ist ein ganz wunderbares Bilderbuch, in dessen Titelfigur man sich gleich auf den ersten Blick verliebt.
Im Gegensatz zu seinen Verwandten ist der kleine Waschbär ziemlich ...

Der kleine Waschbär Waschmichnicht ist ein ganz wunderbares Bilderbuch, in dessen Titelfigur man sich gleich auf den ersten Blick verliebt.
Im Gegensatz zu seinen Verwandten ist der kleine Waschbär ziemlich wasserscheu und zweifelt daher an seiner Identität. Viel lieber sucht er sich jeden Tag ein neues Versteck, um sich vor dem Bad im Fluss zu drücken. Erst als der kleine Waschbär so schlimm stinkt, dass ein Stinktier ihn für einen Artgenossen hält, und er nach einem entsetzten Blick auf sein Spiegelbild feststellt, dass er gar nicht mehr wie ein Waschbär aussieht, nimmt er schließlich doch ein Bad. Und auf einmal findet er das Waschen tatsächlich gar nicht mehr so schlimm, ganz im Gegenteil.

Wer Waschbären nicht schon vorher liebte, tut es spätestens nach diesem amüsanten Bilderbuch, denn sogar völlig verdreckt, zerzaust und mit Eierschale auf dem Ohr ist der kleine Waschbär noch total liebenswert. Knuddeln möchte man ihn dann allerdings lieber erst nach dem Bad. Ebenso putzig ist die kleine Maus, seine ständige, aber leider namenlose Begleitung.

Das Buch bringt einen jedoch nicht nur zum Schmunzeln, es bietet auch die Gelegenheit Kindern Notwendigkeiten des täglichen Lebens schmackhaft zu machen, die sie nicht besonders mögen, wie zum Beispiel das Baden. Die Geschichte des kleinen Waschbären zeigt nämlich, dass manches am Ende gar nicht so schlimm ist wie vielleicht befürchtet und die Alternativen ebenfalls ihre (eventuell unerwünschten) Konsequenzen haben. Womöglich wird den Kindern dadurch also klar, dass es ab und an ganz sinnvoll sein kann auf die Eltern zu hören.

Die fantastischen und überaus niedlichen Illustrationen stammen von Igor Lange. Sie sind sehr farbenfroh und vor allem detailreich, sodass es auf den Zeichnungen viel zu entdecken gibt. Die jeweiligen Textzeilen wurden gekonnt in die stets doppelseitigen Bilder integriert, beispielsweise indem sie auf dafür vorgesehenen, helleren Stellen des Motivs platziert wurden.

FAZIT
Der kleine Waschbär Waschmichnicht ist ein fabelhaftes Bilderbuch, das mit einer liebenswerten Titelfigur und wundervollen Illustrationen überzeugen kann. Nach dem Lesen hofft man auf jeden Fall auf ein weiteres Abenteuer mit dem kleinen Waschbären, der nun ein waschechter Waschbär ist.

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Veröffentlicht am 08.11.2020

eine wundervolle, sprachgewaltige Geschichte mit liebenswerten und faszinierenden Figuren

Der Bücherdrache
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Der Bücherdrache ist völlig anders als erwartet, aber trotzdem richtig gut und von der ersten Seite an so fesselnd wie faszinierend, nur leider viel zu schnell gelesen.
Das Buch beginnt und endet mit ein ...

Der Bücherdrache ist völlig anders als erwartet, aber trotzdem richtig gut und von der ersten Seite an so fesselnd wie faszinierend, nur leider viel zu schnell gelesen.
Das Buch beginnt und endet mit ein paar Comic Seiten, in die dann die eigentliche Geschichte eingebettet ist. Der Ich-Erzähler ist zwar im Grunde Hildegunst von Mythenmetz, die Ereignisse um Nathaviel werden allerdings nicht von ihm selbst geschildert. Im Vordergrund steht vielmehr das Abenteuer des nach ihm benannten Buchlings Hildegunst Zwei, der dem bekannten Lindwurm von seiner aufregenden Begegnung mit dem legendenumwobenen Bücherdrachen berichtet. Es handelt sich sozusagen um eine Geschichte in einer Geschichte.

Infolgedessen besteht das Buch größtenteils aus Dialogen bzw. aus dem Monolog des kleinen Buchlings, dessen Erzählung nur gelegentlich kurz durch Nachfragen oder Bemerkungen von Hildegunst unterbrochen wird. Dabei gibt er wiederum innerhalb seines Abenteuers nahezu wortgetreu die gesamte, interessante Lebensgeschichte des Bücherdrachen wieder, wie Nathaviel sie ihm berichtet hat. Der Autor hat also mehrere Geschichten geschickt ineinander verschachtelt, lässt am Ende jedoch offen, ob es sich nun um ein echtes (fiktives) Erlebnis oder lediglich um einen Traum des Lindwurms handelt. Spannend ist diese außergewöhnliche Geschichte in jedem Fall.

Der im Ormsumpf lebende Bücherdrache ist eine ausgesprochen faszinierende Kreatur, die man trotz seiner tödlichen Tendenzen irgendwie ins Herz schließt und der man in späteren Werken gern noch einmal begegnen möchte. Nathaviel ist weise, klug und ein wenig melancholisch. Er hat in seinem Leben viel durchgemacht und man versteht durchaus seine Beweggründe. Einerseits will er sich bloß selbst schützen, andererseits ist er dadurch unendlich einsam, zumal er sich scheinbar sehr gern mit anderen Wesen unterhält. Es grenzt an ein Wunder, dass er noch nicht völlig verrückt geworden ist.

Der Drache ist Orakel und Schatz zugleich, denn neben seinem Geist sind auch seine Schuppen ormdurchtränkt und daher wahnsinnig wertvoll. Sie sind der Grund, warum er lange Zeit gejagt wurde. Um zu Überleben fing er irgendwann an die Besucher zu fressen oder zumindest zu vertreiben, die es nicht mehr nur auf einen Ratschlag, sondern eine seiner Schuppen abgesehen hatten. Dieses Vorgehen war umso wichtiger, da es Nathaviel inzwischen nicht mehr möglich ist die Katakomben zu verlassen. Der arme Drache ist im Ormsumpf gefangen.

Der junge, etwas zu leichtgläubige Buchling Hildegunst Zwei ist einem ebenfalls sehr sympathisch. Er glaubt nichts Interessantes erzählen zu können, dabei ist sein Leben im Ergebnis nicht annähernd so ereignislos oder vorhersehbar wie er denkt. Stattdessen kann er von einem Abenteuer berichten, wie es sicher nicht viele Buchlinge erlebt haben. Es macht Spaß dank ihm eine neue Seite an Zamonien sowie neue Geschöpfe, die in dieser Welt leben, kennenzulernen und eine Geschichte zu lesen, in der einige Buchlinge sowie ein Drache die Hauptakteure sind. Hinzu kommt eine vielversprechende Prophezeiung Nathaviels, die vielleicht – oder eher hoffentlich – noch einmal in anderen Büchern zur Sprache kommt. Das Ende deutet zumindest ein wenig darauf hin.

Darüber hinaus begeistert das Buch vor allem durch die tolle, malerische Sprache von Walter Moers, die langen Sätze und wunderbaren Beschreibungen, deren Klang man sich auf der Zunge zergehen lassen möchte. Die Liebe des Autors zu Büchern und zur Sprache wird folglich nicht nur durch die zamonische Welt, sondern auch durch seine Art zu erzählen deutlich.

Möglicherweise hat der Autor sogar ein paar autobiographische Gedanken einfließen lassen, nämlich als es um die Leiden und Ängste von Schriftstellern geht, die Nathaviel sehr anschaulich beschreibt. Man ist sich nicht ganz sicher, ob es scherzhaft oder als Kritik gemeint ist, dass man sich als Autor gelegentlich zu viele Gedanken über Dinge wie (negative) Rezensionen oder Schreibblockaden macht.

Ebenso fantastisch wie der Schreibstil ist die einzigartige Gestaltung des Buches mit den zahlreichen, vielseitigen Illustrationen des Autors. Besonders hervorzuheben sind an dieser Stelle die sehenswerten Zeichnungen des Bücherdrachen in seiner ganzen Pracht, die sich über mehrere Doppelseiten erstrecken.

Es handelt sich bei Der Bücherdrache zwar um eine völlig eigenständige und insgesamt überaus empfehlenswerte Geschichte, sodass man die anderen Zamonien-Romane zuvor nicht alle gelesen haben muss, es schadet allerdings nicht, wenn man zumindest schon ein wenig mit der Welt vertraut ist und zum Beispiel weiß, was Buchlinge überhaupt sind.

Zum Abschluss folgt im Übrigen eine Leseprobe aus Die Insel der 1000 Leuchttürme, die auf jeden Fall neugierig auf das gesamte Buch macht – und vielleicht ein erster Hinweis darauf ist, dass dieses Buch als nächstes erscheint, obgleich ein konkreter Erscheinungstermin bislang noch nicht bekannt ist. Hierin dreht sich wieder alles um ein Abenteuer des Lindwurms Hildegunst, der den ersten Abschnitt einer beschwerlichen Reise in einem Brief an seinen Freund Hachmed Ben Kibitzer schildert.

FAZIT
Der Bücherdrache ist eine wundervolle, sprachgewaltige Geschichte mit liebenswerten und faszinierenden Figuren, die viel zu schnell vorbei ist und augenblicklich Lust auf weitere Abenteuer aus Zamonien macht.

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Veröffentlicht am 08.11.2020

eine fantastische, niemals langweilige Fortsetzung, die man sich als Fan dieser außerordentlich empfehlenswerten Reihe garantiert keinesfalls entgehen lassen wird

Monstress 3
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Monstress – Die Zuflucht ist eine packende, ereignisreiche Fortsetzung, die viele neue Erkenntnisse liefert, sowohl über die komplexe Welt, die Marjorie Liu erschaffen hat, als auch über die Charaktere, ...

Monstress – Die Zuflucht ist eine packende, ereignisreiche Fortsetzung, die viele neue Erkenntnisse liefert, sowohl über die komplexe Welt, die Marjorie Liu erschaffen hat, als auch über die Charaktere, die darin leben. Trotzdem bleiben natürlich weiterhin zahlreiche Fragen offen, deren Antworten man herbeisehnt.
Das Monster, das in Maika lebt, hat inzwischen einen Namen – Zinn – und ist nicht nur immer öfter wach, sondern nimmt mittlerweile eine konkretere Gestalt an. Dennoch bleibt er mit Maika verbunden und kann ohne sie vermutlich nicht existieren. Es ist sehr interessant Zinn nun auch als Charakter kennen zu lernen, nicht nur als Monster. Ihm fehlen allerdings nach wie vor viele Erinnerungen, sodass einige Dinge ungeklärt bleiben. Auf jeden Fall war Zinn der Gefährte der sagenumwobenen Schamanenkaiserin, über die man nun ebenfalls etwas mehr erfährt. Maika trägt ihr Blut in sich und kann daher womöglich sogar die einzigartigen Erfindungen in Gang setzen, die Tausend Jahre überdauert haben.

Die Prophezeiung um Maika schlägt im Verlauf der Handlung eine neue Richtung ein und hat vielleicht eine andere Bedeutung als bisher gedacht. Außerdem rückt die Maske weiter in den Mittelpunkt und man fragt sich, was genau es mit ihr auf sich hat. Immer mehr Figuren sind auf der Suche nach den einzelnen Fragmenten, doch was geschieht, wenn man alle Teile zusammensetzt? Darüber hinaus könnte es eine Rolle spielen, wem das gelingt, denn auf Maika hat die Maske scheinbar eine völlig andere Wirkung als auf andere.

Wegen der anhaltenden Jagd auf Maika bekämpfen sich einige Arkane gegenseitig, anstatt sich auf den bevorstehenden Krieg gegen die Föderation der Menschen vorzubereiten, der wiederum der Grund dafür ist, dass die eigentlich verfeindeten Höfe der Abend- und Morgendämmerung eine Allianz in Betracht ziehen. Diese Ereignisse bekommt man aber nur am Rande mit, da Maika nicht aktiv an diesem Geschehen beteiligt ist und die meisten Szenen sich hauptsächlich um sie drehen. Nur gelegentlich kann man einen Blick auf die Fäden erhaschen, die im Hintergrund gezogen werden und Auswirkungen auf den Verlauf der Geschichte haben.

Zusätzlich zu einem neuen Schauplatz in Gestalt des überaus faszinierenden Pontus, kommen wieder zahlreiche neue Kreaturen und Charaktere hinzu, während bisher kaum ausgestaltete Nebenfiguren näher beleuchtet werden. Offenbar gibt es mehr als eine Figur, die ebenfalls mit einer Kreatur wie Zinn verbunden ist, anders als bei Maika scheinen seine Geschwister ihre sterblichen Wirte jedoch vollkommen zu verschlingen. Die Katze Ren und seine Art bleiben indessen ein großes Rätsel. Sie scheinen einen eigenen Plan zu verfolgen, nur welchen? Auf jeden Fall spioniert Ren für sie.

Das kleine Fuchsmädchen Kippa bekommt, sehr zur Freude des Lesers, im dritten Band viel mehr Raum, um sich als Figur zu entfalten. Man erfährt etwas mehr über ihre Vergangenheit und ihre eigenen Wünsche und Ziele. Sie ist ebenfalls sehr mutig und definitiv nicht länger nur Maikas zunächst unliebsames Anhängsel. Allerdings hat Maika das liebenswerte Fuchsmädchen inzwischen so sehr ins Herz geschlossen, dass sie es unbedingt vor Gefahren schützen will, auch wenn sie das sicher nie offen zugeben würde.

Die Fragen, die am Ende des zweiten Bandes aufkamen, werden noch nicht aufgelöst, die Spannung wird diesbezüglich somit weiter gesteigert. Zudem endet der dritte Teil erstmals mit einem richtigen Cliffhanger, der das Warten auf den nächsten Band umso schwerer macht. Über den Vater von Maika wurde bisher nur gesprochen und das nicht sehr ausführlich, aber es beschleicht einen das Gefühl, dass er bald eine größere Rolle spielen könnte oder gar selbst in Erscheinung treten wird.

Neben der einzigartigen Geschichte macht insbesondere das fantastische Artwork von Sana Takeda diesen Graphic Novel weiterhin zu einem wahren Highlight. Die dunklen Farben unterstützen die düstere Atmosphäre und der detailreiche, aufwendige Stil der Künstlerin macht die verschiedenen Panels ausgesprochen sehenswert. Selbst die Hintergründe werden von ihr stets ausgearbeitet. Man nimmt sich gern Zeit, um die Zeichnungen intensiv zu betrachten und genießt es lieber diesen wunderschönen Graphic Novel Seite für Seite zu lesen, statt eilig durch die fesselnde Geschichte zu hetzen. Dafür lohnt es sich so lange auf den nächsten Band warten zu müssen, denn Qualität braucht eben Zeit.

Am Ende eines jeden Kapitels erwartet den Leser im Übrigen wie bisher eine Seite mit ausführlichen Informationen über die bekannte Welt und ihre Geschichte, die sich nicht so einfach in das aktuelle Geschehen integrieren lassen, doch wichtig und hilfreich sind, um gewisse Zusammenhänge zu verstehen.

FAZIT
Monstress – Die Zuflucht ist eine fantastische, niemals langweilige Fortsetzung, die man sich als Fan dieser außerordentlich empfehlenswerten Reihe garantiert keinesfalls entgehen lassen wird. Wer Monstress nicht kennt, verpasst etwas, denn Marjorie Liu und Sana Takeda haben damit zweifellos die beste Graphic Novel Reihe erschaffen, die man aktuell in die Finger bekommen kann.

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