Profilbild von WriteReadPassion

WriteReadPassion

Lesejury Star
offline

WriteReadPassion ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit WriteReadPassion über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2020

A-typische Geschichte mit viel Humor erzählt

Dark Elements 1 - Steinerne Schwingen
0

Inhaltserzählung:
Zum ersten Mal wünschte ich, ich könnte beten, damit alles ein gutes Ende nahm - für sie, für uns beide. Aber auch, wenn ich nicht beten konnte, wusste ich etwas, was die meisten Sterblichen ...

Inhaltserzählung:
Zum ersten Mal wünschte ich, ich könnte beten, damit alles ein gutes Ende nahm - für sie, für uns beide. Aber auch, wenn ich nicht beten konnte, wusste ich etwas, was die meisten Sterblichen und die Wächter gar nicht erst akzeptieren wagten. Gebete blieben in den meisten Fällen unbeantwortet. Oder wir bekamen eine Antwort, nach der wir niemals gesucht hatten.

(Seite 433)

Zaynes Gegenwart bewirkte genau das, was Roth lange vor mir gewusst hatte: Sie hielt die raueren, dunkleren Seite des Schmerzes in Schach. Was uns seit unserer Kindheit verband, funktionierte jetzt wie ein Puffer, der die hässliche Wahrheit ausblendete, dass mir ein Teil von mir genommen worden war, noch bevor ich überhaupt begriffen hatte, dass es ein Teil von mir gewesen war.

(Seite 416)


Autorin:
Die US-amerikanische Autorin Jennifer Lynn Armentrout wird 1980 in West Virginia geboren. Auch heute lebt sie in diesem Bundesstaat, nämlich in Charles Town, gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Jack Russel Loki. 2015 wird bei ihr Retinis Pigmentosa festgestellt, eine seltene genetische Störung, aufgrund derer ihre Netzhautzellen absterben, was schließlich zur Erblindung führt. Sie hat vor, so lange und so viel zu schreiben wie es ihr möglich ist und versucht mit viel Leidenschaft, anderen Leuten in verschiedenen Stadien der Blindheit bei ihrer Bildung zu unterstützen.

Übersetzer:
Ralph Sander wuchs in Köln auf, wo er nach dem Besuch der höheren Handelsschule eine Ausbildung zum Steuerfachgehilfen absolvierte. Nach dem Zivildienst arbeitete er 1988 bis 1995 in einem karitativen Verein, ehe er freiberuflich als Übersetzer, Lektor und Autor tätig war.


Bewertung:
Das Cover meines Buches ist ein ganz anderes als überall angegeben wird; nicht das Grünliche mit Schwingen. Meines ist braun mit rotem Feuergedöns, in der Mitte ein Amulett mit einem Foto von einem küssendem Paar. Richtig hässlisch! https://tse1.mm.bing.net/th?id=OIP.Nomz68IOqXyLO9q1j211IQHaK0&pid=Api Im Original ist es dunkler als auf dem Bild zu sehen. Aber ich bevorzuge doch lieber das andere Cover, auch wenn das ebenfalls nicht besonders ist. Schöner ist es aber alle male.


Nur wenige Menschen besaßen noch eine reine Seele, wenn sie sich erstmal für das geöffnet hatten, was sie als freien Willen bezeichneten.

(Seite 26)


Die Geschichte ist in der Ich-Erzählung von Layla geschrieben, was mir sehr gefällt. Mir hätte eine wechselhafte Ich-Erzählung von ihr, Roth und Zayne gefallen, aber ... Die Erstbuchstaben der Kapitelanfänge sind immer großgeschrieben und in einer andersartigen Schriftform, die aber in meinen meinen Augen passt. Der Schreibstil ist gewohnt fließend, das kann die Autorin gut. Trotzdem hatte ich etwas Mühe, die ersten zwei Kapitel zu lesen.

Schon der Anfang erinnerte mich sofort an "Soul Mates"; Layla gerät in einen Hinterhalt mit einem Dämon und wird von einem anderen Dämon gerettet. Das hat derart ähnliche Parallelen zu "Soul Mates", dass es einen fahlen Nachgeschmack bei mir hinterlässt. Und natürlich kann die Autorin nicht anders als wie viele andere Autorinnen zu schrieben; klischeehaft und 08/15. Zayne ist heiß, Roth ist heiß, sie nur eine graue Maus ... blablabla ... Roth hat volle Lippen ... blablabla ... Muskeln überall ... blablabla ... das wird auch ständig wiederholt, als ob ich das nicht beim ersten Lesen kapiert hätte! Und sie immer mit ihrem Wort "schwabbelig" ... dessen Taille sei nicht schwabbelig, das sagt sie auch dreimal. Ich bin ja schwer von Begriff.


"Dein Leben besteht nicht nur aus dem, was du 'nicht' tun kannst", sagte er sehr ernst. "Was ist mit all den Dingen, die du tun 'kannst'?"

(Seite 150)


In der Schule, auf der sie geht, gibt es scheinbar nur Biologie. Wenn wir uns in der Erzählung in der Schule befinden, sitzt sie entweder im Biologie-Unterricht, ist auf dem Weg zum Biologie-Unterricht, hatte gerade Biologie-Unterricht oder spricht die ganze Zeit über den Biologie-Unterricht. Schon beim Schreiben hier wird mir schwindelig. Ich glaube zweimal wird der Sportunterricht erwähnt, aber auch nur erwähnt - nicht, dass ihr meinen könntet, sie nimmt auch daran teil oder er existiert überhaupt.

Dann gibt es bei den Handlungen auch ein paar unlogische Stellen, die mir natürlich sofort aufgefallen sind (als Verstandleserin): Aus dem Nichts weiß sie plötzlich, wer hinter allem steckt. Da ist kein Gedankengang für uns Leser lesbar, der sie zu dieser Erkenntnis führt. Und wie kommt sie eigentlich darauf, dass dieser Seher das Kind ist und nicht die Mutter? Das weiß sie auch ganz plötzlich. Abbot wollte sie alleine nicht mehr aus dem Haus gehen lassen, aber als dieses Alphas kommen, die Layla nicht sehen soll, lässt er sie einfach alleine irgendwohin gehen und weiß nicht mal, wohin. Ihr lest schon, es trieft vor Logik. Unverantwortlich von Abbot ist, sie im Unwissen ihrer Herkunft zu lassen, wo sie deswegen gejagt wird. Er mag sie großgezogen haben, aber er denkt mehr an sich selbst als an Layla.


"Dämon." "Glückwunsch", gab Roth zurück, ohne eine Miene zu verziehen. "Du kennst dich mit den verschiedenen Spezies aus. Einen Keks zur Belohnung?"

(Seite 343) 🤣🤣🤣


Was hier sehr heraussticht und mich auch das Buch zuende lesen ließ, ist der Humor. Besonders Roth unterhält mit seinem Sarkasmus so wunderbar, dass ich oft lachen musste. Aber darin liegt auch ein fahler Beigeschmack; sein Sein und Art, was humorvoll ist, kommt hier wirklich sehr gewollt künstlich rüber. Es liest sich für mich so, als wollte die Autorin ihn unbedingt so humorvoll gestalten und wiedergeben. Das merkt man deutlich, weil gerade die Kennenlernphase zwischen ihm und Layla mit Humor überlagert wird, und je besser die beiden sich kennen, desto mehr nimmt er ab. Und natürlich tritt Roth auch als typischer Macho auf, der sich nimmt, was er will. Gähn ... Sehr schade.

Meine absolute Lieblingsstelle:

"Kennst du eigentlich dieses schöne alte Sprichwort?", erkundigte sich der andere Dämon. "Stock und Stein brechen mein Gebein, doch dich hau ich kurz und klein."

(Seite 22) 🤣🤣🤣🤣🤣


Layla ging mir mit ihren naiven Gedanken manchmal schon auf die Eierstöcke. Diese ewigen Selbstzweifel kommen hier auch übertrieben gewollt rüber und ihr ständiges "Oh, er ist so heiß, gar nicht schwabbelig, überall Muskeln" ... blablabla-Gerede und Gedanken haben mich echt genervt. Außer Abbot und ein paar wenige Nebencharaktere bietet die Geschichte leider nur die A-typischen Charaktere, die wir immer wieder lesen.

Der Endshowdon ist gut gemacht, auch wenn es wieder vorhersehbar ist. Die Geschichte endet hier auch sehr emotional, mich hat es bewegt. Toll finde ich die Bonus-Erzählung einer Szene aus Roths Sicht. Wie ich bereits zu Anfang schrieb, hätte ich mir hier eine wechselnde Sichtweise gewünscht, was sich durch dieses Bonuskapitel noch bestätigt hat.


Fazit:
Es ist nicht zu leugnen; die Geschichte hat einen gewissen Sog, weshalb ich auch fast Band 3 beendet habe. Trotzdem ist diese Reihe überhaupt nichts neues und ich finde es wirklich schade, dass die Autorin sich nicht traut, sich von den anderen Autorinnen dieser Art abzukapseln. Dabei hat sie das Potenzial dazu. Die Mischung aus fließendem Schreibstil und Humor lässt die Geschichte schnell und unterhaltsam vergehen. Aber wenn man genauer hinsieht, steckt nichts besonderes dazwischen. Wenn der aufgesetzte Humor nicht gewesen wäre, hätte ich schon zu Beginn abgebrochen. Figuren und Geschichte fast durchgehend vorhersehbar. Alles in allem daher 3,5 Sterne.


"Freiheit - das ist das, was jedes Lebewesen haben will."

(Seite 273)


Wer mehr von den tollen Stellen lesen möchte, ich habe sie in der Lesechronik niedergeschrieben, da sie auch Spoiler enthalten dürfen:

https://www.lovelybooks.de/bibliothek/WriteReadPassion/lesestatus/2796835599/



  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2020

Eine gute Geschichte für Zwischendurch

Stoneheaven
0

Inhaltserzählung:
"Aber ich kann dich jetzt unmöglich allein lassen, es gibt noch so viel zu sagen ..."
"Später", sagte Aidan.
"Und wenn es kein Später gibt?"
"Dann ist es irgendwie doch längst gesagt ...

Inhaltserzählung:
"Aber ich kann dich jetzt unmöglich allein lassen, es gibt noch so viel zu sagen ..."
"Später", sagte Aidan.
"Und wenn es kein Später gibt?"
"Dann ist es irgendwie doch längst gesagt worden, nicht wahr?"


(Seite 264)


"Wenn einem alles genommen wird, ist es wichtig zu begreifen, dass man in seinem Innersten trotzdem unantastbar ist."

(Seite 278)


Autorin:
Tanja Heitmann wurde 1975 in Hannover geboren. Sie studierte Politikwissenschaften und Germanistik und arbeitet in einer Literaturagentur. Bereits als kleines Mädchen war sie eine Büchernarrin und liebt bis heute die Geschichten von Astrid Lindgren, Hans Christian Andersen und Tove Jansson. Von ihrem ersten Taschengeld kaufte sie sich »Die Unendliche Geschichte« von Michael Ende. Mit ihrem Debütroman »Morgenrot« wurde sie bekannt und befand sich monatelang auf den Bestsellerlisten. Zusätzlich schreibt sie auch unter dem Pseudonym Thea Lichtenstein. Zusammen mit ihrer Familie lebt Tanja Heitmann auf dem Land.


Bewertung:
Das Cover ist wirklich sehr gelungen und originell, obwohl es recht einfach gestaltet ist. Ich mag ja kein Gold, aber es passt einfach im Gesamteindruck. Es wirkt auch leicht magisch, was sofort an die Fantasieelemente in der Geschichte denken lässt. Der Schreibstil ist anfänglich holprig und ich habe mich schwer getan, weiterzulesen. Mit den Seiten wird er allerdings fließender und die Autorin scheint ihren Flow entdeckt zu haben.


Wut und das Bedürfnis, den anderen zu verletzen, schufen zumindest eine Verbindung, öffneten ein Tor, über das man einander erreichen konnte.

(Seite 331)


Viel schreiben kann ich hier nicht, außer dass so einiges unstimmig ist. Es gibt Ungereimtheiten wie: Woher weiß Mariella, wie Aidans Fähigkeiten sind und woher? Rätselhaft.

Und: Erst heißt es, sie habe den Siegelring verschlammt - und irgendwann hat sie ihn dann plötzlich. Das kommt auch so aus dem Nichts.

Und natürlich hat sie von heute auf morgen keine Kurven mehr - ne, ist klar!

Auch die Magie ist nicht ausreichend erklärt. Es kommt wie vieles andere einfach aus dem Nichts und wird eingeworfen ohne richtig erklärt zu werden. Ich hatte nur ??, wenn Fähigkeiten erklärt wurden, da immer was fehlt. Das hat mich aus den Lesefluss genommen.


"Du hast die Entscheidung getroffen zu helfen - und das war richtig, es wird nicht falsch dadurch, dass andere etwas Verkehrtes tun."

(Seite 398)


Die Charaktere haben mich nicht begeistert, es waren doch wieder zu viel 08/15-Beschreibungen dabei. Mich hat kein Charakter sehr berührt, aber mir missfiel auch keiner von ihnen. Ich bin da eher neutral geblieben.

Die Geschehnisse schwanken von langweilig zu fesselnd. Bei manchen Szenen wollte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Bei anderen wiederum musste ich mich zwingen, es in der Hand zu behalten.


Fazit:
An vielen Stellen fehlen Informationen, ausgeschriebene Situationen und Realismus. Auch in Fantasieromanen muss eine gewisse Realität herrschen, besonders wenn es um anatomisch-physiologische Vorgänge geht. Sofern keine Fee mit Zauberstaub daherkommt.

Insgesamt hat mich die Geschichte aber gut unterhalten, verging schnell (dem Geschichtsgott sei gedankt!) und war somit kurzweilig. Hierfür kann ich 3,5 Sterne vergeben.

Wer keine Erwartungen hegt und nicht ganz so scharf mit dem Verstand denkt, tut sich hier einen Gefallen.


"Was man in sich trägt, erkennt man auch in seinem gegenüber."

(Seite 357)


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2020

Die Geschichte und Charaktere sprühen vor Asche ... ob in Band 2 oder 3 der Phoenix entspringt?

ASH PRINCESS
0

Inhaltserzählung:
"Wir sind alle nur ein Teil des Ganzen. Wir tun, was wir können, aber letztendlich ist jeder entbehrlich. Sogar du."
"Wozu tun wir es denn dann überhaupt?", frage ich sie.
"Weil sich ...

Inhaltserzählung:
"Wir sind alle nur ein Teil des Ganzen. Wir tun, was wir können, aber letztendlich ist jeder entbehrlich. Sogar du."
"Wozu tun wir es denn dann überhaupt?", frage ich sie.
"Weil sich Wasser stets seinen Weg bahnt. Sein Fluss drückt unermüdlich gegen den Stein, auch wenn es ihn nicht bewegen wird. Das muss es nicht. Im Laufe der Zeit gibt selbst der stärkste Stein der Strömung nach. Es mag ein ganzes Leben oder länger dauern, aber Wasser hört nicht auf zu fließen."


(Seite 337)


Autorin:
Laura Sebastian ist in Miami geboren und im südlichen Florida aufgewachsen. Am Savannah College of Art and Design studiert sie Schauspiel und schließt mit einem BFA ab. Anschließend zieht sie für einige Zeit auf Probe nach New York City, jedoch lebt sie bis heute dort und liebt es. In ihrer Freizeit liest sie gerne, backt, kauft neue Klamotten oder zwingt ihren faulen, aber flauschigen Hund Neville zu Spaziergängen.

Übersetzerin:
Dagmar Schmitz lebt und arbeitet nicht weit von Köln in einem kleinen Haus am Wald, durch den sie täglich spaziert, bevor sie sich an die Bücher setzt, die sie aus dem Englischen überträgt, sich ans Sätzetüfteln macht und sich zwischendurch von ihrer Katze auf der Nase herumtanzen lässt.


Bewertung:
Das Cover ist wunderbar passend zum Titel und zur Geschichte gestaltet - und natürlich typisch nach dem Hypegetöse. Hier geht das A-Typische leider schon los ... (auch wenn es mir in diesem Fall sehr gefällt)

Sehr positiv fallen die Karten auf. Ja, gleich zwei; einmal eine Weltkarte des Settings und einmal das Land, in dem die Geschichte spielt. Das gefällt mir sehr! So muss das in solchen Fantasieromanen auch immer sein, finde ich. Leider ist das nicht der Fall, umso erfreuter war ich, hier detaillierte Kartenangaben zu haben. Ich finde, Karten helfen immer sehr, sich in der Geschichtswelt einzufinden.

Eine rechtmäßige Königin, die zu einer Prinzessin degradiert und mit Asche bestreut wird. Eine wirklich irrwitzige Idee, das mit der Asche. Das gab es bisher noch nicht. Ganz im Gegensatz zur Grundidee, die rechtmäßige Königin im eroberten Reich gefangen zu halten, bis sie sich mit Hilfe der Rebellen befreien kann ... und sich auch noch in den Lieblingsrebellen verliebt. Ja, schon mehrfach gelesen. Theo wird von Schatten verfolgt, was für mich auch eine kleine Neuheit in der Umsetzung ist. Ansonsten folgen keine Überraschungen.


"Mögen die Götter Königin Eirene auf ihrem Thron im Danach für alle Ewigkeit segnen, aber sie hat bis zuletzt über ein friedliches Land geherrscht. Ihre Regentschaft war keinen großen Prüfungen ausgesetzt, sie musste nie einen Krieg erleben - bis die Kalovaxianer kamen und ihr die Kehle durchschnitten. Sie hatte den Luxus, eine barmherzige Königin sein zu dürfen. Du nicht."

(Seite 151/152)


Das Setting ist halt auch gewöhnlich, typisches Königreich, was jetzt nicht negativ zu bewerten ist. Das wusste ich ja vorher. Wenn einem das nicht zusagt, sollte generell solche Bücher meiden. Ich bin an der Art Umsetzung interessiert - und die ist leider bloß A-typisch. Der Schreibstil ist wirklich fließend und hat mich schnell zum Ende gebracht. Die Charaktere sind zu meinem Bedauern nichts herausragendes. Keiner der Personen ist einzigartig, auf gute oder schlechte Weise. Charisma findet sich hier also nicht.

Theo begleiten einen ja durch die Geschichte, aber ich würde nicht ihre Freundin sein, im wahren Leben. Sie ist ... sprunghaft, leichtsinnig und ... schwer zu beschrieben. Mal ist sie sehr oberflächlich und auf sich selbst bezogen, dann überrascht sie mit Selbstreflektion und erwachsendem Verhalten. Ihre Gedankengänge und Gefühle sind manchmal schwer nachzuvollziehen - nicht, dass sie anhand der Gegebenheiten keinen Sinn ergeben, sondern weil sie auf mich Leserin nicht richtig rüberkommen. Ganz schlimm sind sie gegenüber Soren. Da wirken sie dann etwas verquer.

Der Königssohn Soren und Theos "Freundin" Cress erinnern auch nur an Figuren von anderen Büchern, die ich gelesen habe. Auch sie zeigen nichts besonderes auf. Als ob die Menschen nur aus einem bestimmten Muster sind, dabei gibt es so viel Vielfalt ... schade.

Die Begegnungen zwischen den Charakteren sind auch ... (bitte lasst es mich nicht nochmal schreiben!!!). Die Beziehung zwischen Theo und Blaise ist hier nicht anders als schon mehrfach von mir dargelegt. Diese Dreiecks-Geschichte zwischen Theo, Blaise und Soren wirkt auf mich zu gewollt - die Autorin wollte wirklich jedes typische Klischee dieser Geschichten erfüllen. Es hätte hier auch gut sein können, einfach mal auf etwas zu verzichten, statt es wie alle zu machen. So liest sich die Geschichte auch wie alle anderen. Selbst Schuld also.

Richtig magisch wird es auch im Verlauf nicht so richtig. Irgendwie scheint es, als habe sich die Autorin wie die Charaktere nicht getraut, Magie einfließen zu lassen. Immerhin ist sie da in guter Gesellschaft.


Fazit:
Man (ich zumindest) ahnt schon beim Klappentext und dem Cover, wie der Verlauf (bis auf minimale Einzelheiten natürlich) der Geschichte ist und endet. Trotzdem bin ich immer erpicht darauf, den Autoren und Geschichten eine Chance zu geben. Die Geschichte ist ja auch nicht schlecht, nur weil man sie schon in anderen Formen schon mehrfach gelesen hat. Mir hat sie trotz Schwächen dennoch gefallen, daher kann ich auch 3,5 Sterne vergeben. Es ist wie mit den anderen Büchern auch: Wer noch nie solch eine Geschichte gelesen hat, für den ist sie auch neu und überraschend.

Ich wünsche mir wirklich mal eine Geschichte, die mit diesen kleinen Ideen, die sich immer wieder in solchen Romanen wiederholen, eine andersartige Umsetzung. Dass sich die Autoren mal etwas mehr trauen, aus diesen Hypegetöse zu treten und eigene Wege zu gehen. Nur Mut, ich würde es lesen, und viele andere Leser ganz sicher auch!


"Ich weiß nicht, was ich noch tun soll", gestehe ich mit einem vernehmlichen Flüstern.
Die Kaiserin hört mich dennoch. "Du bist ein Lamm in einer Höhle des Löwen, Kindchen. Du überlebst. Ist das nicht genug?"


(Seite 169)


Ein bisschen so wie der Leser in der Geschichte ...


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.11.2020

Guter Durchschnitt für Zwischendurch

Königreich der Schatten: Die wahre Königin
0

Inhaltserzählung:
Die Königin von Relhok.
Eine Königin, die alle für tot hielten. Verschwunden und vergessen. Gefangen in einem Turm inmitten eines verfluchten Waldes und umgeben von Ungeheuern. Es war ...

Inhaltserzählung:
Die Königin von Relhok.
Eine Königin, die alle für tot hielten. Verschwunden und vergessen. Gefangen in einem Turm inmitten eines verfluchten Waldes und umgeben von Ungeheuern. Es war die Art von Märchen, mit der Dorfbewohner ihre Kinder an langen Winterabenden unterhalten hatten, als die Welt noch gut und richtig gewesen war.


(Seite 55)


"Ich will nicht wie du sein."
"Ich will auch nicht wie ich sein."
"Vielleicht bist du nicht so hart, wie du denkst ..."
"Du hoffst besser darauf, dass dem nicht so ist. Unser beider willen. Ich kann es mir nicht leisten, weich zu sein. Hör auf, das von mir zu verlangen."


(Seite 221/222)



Autorin:
Von der Englischlehrerin zur Schriftstellerin: Sophie Jordan schrieb ihre erste romatische Geschichte schon in ihrer Jugend, während der langweiligen Spanischstunden in der High School. Ihre Leidenschaft für das Schreiben sorgte dann dafür, dass sie ihren Abschluß in Englisch und Geschichte machte. Sie wurde Lehrerin für englische Literatur, nach mehreren Jahren Lehrtätigkeit an einer High School und der Geburt ihrer ersten Tochter beschloss Sophie Jordan ihren wirklichen Traum vom Schreiben wahr zu machen. Sie schreibt als Sophie Jordan und Sharie Kohler fantastische Jungendbücher, Historic Romance und Paranormal Romance. Der internationale Durchbruch gelang Sophie Jordan mit ihrer Reihe "Firelight".


Übersetzerin:
Barbara Imgrund, aufgewachsen in Kaufbeuren im Allgäu, studierte Neuere deutsche Literatur, Mediävistik und Komparatistik in München. Sie war einige Jahre als Lektorin in verschiedenen Münchener Verlagen tätig, bevor sie sich als Lektorin, Übersetzerin und Autorin selbstständig machte. Die Tochter eines Jägers hat ihre Kindheit im Wald und in den Bergen verbracht. Seither liebt sie Tiere, vor allem ihren Pflegehund. Barbara Imgrund lebt und arbeitet in Heidelberg.


Bewertung:
Das Cover sagt mir überhaupt nicht zu. Ich nehme an, der dunkle Hintergrund soll die Schatten wiedergeben und die Blume mit Kronenspitzen die Hoffnung und Luna. Für mich ein schlechtes Cover und überhaupt nicht anziehend. Gut, dass ich keine Coverkäuferin bin ...

Viel fällt mir hierzu nicht ein, dass ich schreiben kann. Luna ist ein neuartiges Rapunzel, dass in einem versteckten Turm im Wald gefangen ist, während außerhalb Schatten und Finsternis herrschen. Sie ist ein süßes Mädchen, ein Charakter, der liebenswert ist. Die Autorin hat es auch spannend gemacht, was sie angeht - ich weiß nicht, ob andere Leser es verraten haben, bestimmt so manche, aber ich schreibe hierzu nichts - nur dass es mich ziemlich überrascht hat, und das im Positiven. Ist der Autorin wirklich toll gelungen. Alles was dazu gehört, kann ich also auch nicht schreiben ...

Fowler ist dagegen recht A-typisch. Ein miesgelaunter, hoffnungsloser und traumatisierter junger Mann. Nach den Geschehnissen ist das auch kein Wunder und die Autorin hat sein Verhalten realistisch wiedergegeben. In meinen Augen weder übertrieben noch runtergespielt.

Für mich ist hier die Romanze zwischen den Beiden aber wieder viel zu schnell. Sie kennen sich gerade mal ein paar Tage, lassen wir es wenige Wochen sein, und schon ist Liebe im Spiel. Ich kann es echt nicht mehr lesen! Ich habe es schon geahnt, aber das tue ich mittlerweile bei fast jedem Jugend-, Fantasy- und Liebesroman. Was soll ich machen? Ich kann ja nicht aufgrund meiner Vermutung alle Bücher verbannen. Manchmal überraschen sie einen. Hier leider nicht, nächster Versuch.

Das große Geheimnis um Luna wird für mein Gefühl zu schnell aufgedeckt. Das hätte ruhig erst im Band 2 offen werden können für Fowler.

Ein paar unstimmige Szenen sind auch dabei: Wie ist sie an Sivo und Perla vorbeigekommen, um raus zu gehen, wo sie doch immer streng auf sie achten? Gerade erfahren, sie soll mit Fowler gehen und ihre Zieheltern zurücklassen und im nächsten Kapitel sind sie und Fowler schon eine Woche unterwegs. Das geht mir zu schnell, hier hätte ich mir den Zwischenteil gewünscht! In einer Szene auf einem Baum machen die beiden so viel Krach und die Kreaturen unter ihnen kriegen das gar nicht mit , obwohl sie doch so hellhörig sind? Fehlerhafte Szene.

Das Ende ist wie üblich offen und spannend gehalten und ich bin genervt, dass ich Band 2 nicht habe. Ich bin nicht so ein Freund von Hardcovern, sonst hätte ich mir das Buch längst gekauft. Aber ich finde Hardcover unnötig und teuer. So muss ich mich noch gedulden, bis ich es irgendwoher auftreiben kann.


Fazit:
Weder eine ganz neue, noch eine vollkommen alte Grundidee. Sie liest sich sehr schnell, aber es passiert nicht viel die meiste Zeit. Und da, wo die Autorin etwas erzählen könnte, hat sie einen Riesen-Sprung gemacht. Für mich insgesamt eine Durchschnittsgeschichte mit 3,5 Sternen.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.11.2020

Gefangen im Realitätsverlust

Glacies
0

Klappentext:
Eine alte Fehde zwischen den Königreichen Glacies und Perion sorgte dafür, dass die Götter in den bitteren Krieg eingreifen mussten. Seither ist in Glacies der ewige Winter eingekehrt, während ...

Klappentext:
Eine alte Fehde zwischen den Königreichen Glacies und Perion sorgte dafür, dass die Götter in den bitteren Krieg eingreifen mussten. Seither ist in Glacies der ewige Winter eingekehrt, während Perion vom Feuer verschluckt wird. Als die Königin von Glacies sterbenskrank wird, muss eine neue Regierung an die Macht: Zur Wahl stehen die beiden Zwillingssöhne Alexander und Damian. Doch fehlt ihnen noch die Königin an ihrer Seite. Stella soll sich an einen der Prinzen binden und ihr Königreich retten. Aber was passiert, wenn sie sich ausgerechnet in den Prinzen verliebt, der den Thron zutiefst verabscheut?


Autorin:
Sarah Stankewitz veröffentlicht 2015 ihren ersten Roman, »We’re meant to be together«. Seitdem ist sie erfolgreich als Schriftstellerin unterwegs und lässt ihrer Phantasie beim Schreiben freien Lauf. Stankewitz lebt heute gemeinsam mit ihrem Freund und ihrem Hund in Brandenburg in einer kleinen Stadt. Beim Schreiben braucht sie eine Tasse Kaffee, Musik und Kerzen.


Bewertung:
Das Cover ist an sich schön, mich stört nur die junge Frau. Sie ist total unnötig und man sieht auch, dass sie per Computer dahin gesetzt wurde. Sowas mag ich gar nicht! Der Klappentext ist nicht so gut gemacht, leitet etwas fehl.

Mit dem Schreibstil hatte ich zu Beginn etwas Probleme. Die ersten drei Kapitel lasen sich schwerfällig und zogen sich für mich. Ich musste mich zwingen, weiterzulesen. Dann wurde es besser und fließender. Ich bin froh, dass ich nicht direkt abgebrochen habe.

Stella ist mir schon von Anfang an nicht besonders sympathisch; sie ist etwas selbstgerecht. Direkt schon im ersten Kapitel fragt sie: "Wieso war ich die Einzige, die sich nach Wärme sehnte? Nach dem Gefühl der glühenden Sonnenstrahlen. Die Einzige, die den Wunsch verspürte, das feuchte Gras zwischen den Fingerspitzen zu fühlen? Die Einzige, die wollte, dass dieser Krieg endlich ein Ende nahm ..." Ja klar, sie ist die Einzige, die so fühlt und wünscht ...! Sie sollte etwas mehr über ihren eigenen Tellerrand schauen! 🤨 Einfach nur nervig, solche Menschen! Damit nicht genug; sie meinte später noch, wieso Damian sich plötzlich um das Reich sorgt, wo er doch nicht den Thron haben will ... was hat das eine mit dem anderen zu tun??? Nur, weil er nicht den Thron besteigen will, bedeutet das doch nicht, das im das Reich egal wäre!! 😠 Boah, Mädel, erst denken, dann Mund öffnen!!!

Damian wird von einem Pfeil an der Schulter getroffen und bewegt sich nicht mehr?! was für ein Quatsch! Dann wird er auch noch operiert und es scheint lebensbedrohlich, er wird sogar vor allen verbarrikadiert (das war das Albernste daran) - wegen eines Schulterschusses ... also von Autonomie und Verletzungen hat die Autorin echt keine Ahnung! Das ist total bei den Haaren herbeigezogen! Wenn die Autorin schon so ein Drama um eine Verletzung machen wollte, hätte sie auch eine richtige Verletzung nehmen sollen! 🙄🤦

Noch eine schön unsinnige Szene: Damian haut mit der Faust ein riesiges Loch (steht genau so drin) in den Schrank. 😂 Der Mann ist nicht nur eine Memme bei Schußverletzungen, er ist Superman bei Faustschlägen! Ist ja selbstschreibend, dass er vom Schrankschlag keinen Makel abbekommen hat ... dafür ist er durch einen Schulterpfeil beinahe gestorben. Der hat es echt drauf! 💪 (was aus dem Schrank bzw dem Riesen-Loch wurde, weiß nur die Autorin allein ...)

Und natürlich verlieben sich Stella und Damian in Schusszeit, ist ja klar. Wer will schon über eine Liebe lesen, die realistisch wächst wie eine Pflanze ... das ist doch doof! Wir wollen doch alles sofort!

Da denke ich mir, jetzt kommt der Showdown, und dann kommt ein Furzdown. Oder melancholisch ausgedrückt: Es hätte so schön sein können ... die Befreiungsaktion (mehr verrate ich nicht) ist wohl ein Insiderwitz unter Autoren - wie sonst soll ich das verstehen?! Es läuft alles reibungslos und recht spannungslos, weil alles reibungslos verläuft. Es wartet allerdings eine Überraschung auf den Leser, das hat mir sehr gefallen. Aber das war's dann auch. Viel zu einfach und unrealistisch läuft das ab. Hier wird auch Stella zur Superwoman.

Ach, und das Ende! Friede, Freude, Ende! Alle lieben sich auf einmal und alle sind sich einig auf einmal und alles läuft, wie es laufen soll auf einmal ... blablabla ... 😴


Fazit:
Eine Fantasiegeschichte, die ein guter Durchschnitt ist, trotz vieler meiner Anprangerungen. Die Autorin schreibt hier insgesamt etwas leichtfertig über Liebe, Verletzungen und was weiß ich gerade noch ... Trotz Fantasieelementen müssen die zeitlosen Gegebenheiten, besonders die anatomischen und gesundheitlichen, gleich bleiben wie in der Realität auch! Das Blut kann nicht einfach viel langsamer fließen oder ein leichter Durchschuss ein Todesurteil sein ... bitte ein bisschen Verstand beibehalten!!!

Die Geschichte liest sich nach dem dritten Kapitel sehr schnell und ist an vielen Stellen spannend. Die Charaktere sind A-Typisch, die Autorin legte es wohl darauf an, einige als perfekt rüberkommen zu lassen, sodass die Leser dieselben Lieblinge bekommt. Mich konnte diese unterschwellige Botschaft nicht erreichen, ich hatte keinen Liebling und mich hat kein Charakter sehr erwärmt. Klar mochte die eine oder andere Person, aber keine der Personen war besonders oder einzigartig. Leider.

Viel vorhersehbares, aber auch hier und da mal eine Überraschung ist hier zu lesen. Ich mag die Geschichte, auch wenn sie nichts neues ist und es an der Umsetzung etwas hakt. Daher vergebe ich zurecht 3,5 Sterne. Es gibt wahrlich schlechtere, aber auch wahrlich bessere Geschichten.



Es war eine Verschwendung, wenn Worte nicht gelesen wurden. Wozu gab es sie denn sonst?

(Seite 192)



  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere