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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Verträumtes Hörbuch

Lucian
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Die 16-jährige Rebecca scheint ein normaler Teenager zu sein. Zwar hat sie hier und da ein paar Probleme mit der Schule oder ihrem Ex-Freund, aber ansonsten hat sie ein unbeschwertes Leben.
Ihr Vater lebt ...

Die 16-jährige Rebecca scheint ein normaler Teenager zu sein. Zwar hat sie hier und da ein paar Probleme mit der Schule oder ihrem Ex-Freund, aber ansonsten hat sie ein unbeschwertes Leben.
Ihr Vater lebt in den USA, ihre Mutter mit ihrer Partnerin und Rebecca in Hamburg. Alles könnte so unbeschwert sein, wäre da nicht Lucian, der eines Tages wie aus dem Nichts erscheint und immer wieder da auftaucht, wo sich auch Rebecca befindet.

Was will dieser mysteriöse Junge nur von ihr? Und woher kommt diese plötzliche Verbundenheit, die sie für ihn empfindet?

Isabel Abedi hat mit „Lucian“ einen wunderschönen Fantasyroman geschaffen, der den Hörer in eine andere Welt enführt und mit starken Charakteren eine wunderbare Geschichte erzählt.

Vor allem die Charaktere sind hierbei sehr gut gelungen. Man kann ihren Zwiespalt, Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen und verfolgen. Vor allem Rebecca habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen.

Auch wenn ich mit dieser typischen „Liebe auf den ersten Blick“-Sache immer so meine Probleme habe, weil ich es nicht nachvollziehen kann, konnte mich die Lovestory in diesem Buch dennoch überzeugen.

Aber auch für Spannung ist garantiert, denn ich konnte vor allem Lucian nie ganz durchschauen und habe fast bis zum Schluss im Dunkeln getappt.

Obwohl ich zunächst von Julia Nachtmann als Sprecherin eher weniger begeistert war, konnte sie mich gegen Mitte des Hörbuchs doch noch von sich überzeugen.
Ihre Erzählweise ist flüssig und gut betont. Auch die einzelnen Charaktere werden sehr gut und authentisch dargestellt.

Das Cover ist wie bei so ziemlich allen Covern von Isabel Abedi schlicht, aber wunderschön.

„Lucian“ ist ein verträumtes Hörbuch, dass für Jung und Alt bestens geeignet ist.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannende Geschichte

Omi
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"Omi" ist eine knapp dreißig Seiten lange Kurzgeschichte, die in Deutschland erstmals in der Kurzgeschichten-Sammlung „Blut“ erschienen ist. Da ich bislang alle Kurzgeschichten der „Story Selection“ von ...

"Omi" ist eine knapp dreißig Seiten lange Kurzgeschichte, die in Deutschland erstmals in der Kurzgeschichten-Sammlung „Blut“ erschienen ist. Da ich bislang alle Kurzgeschichten der „Story Selection“ von Stephen King gelesen habe, musste auch diese unbedingt auf meinem Reader landen und ich muss sagen, das mich Stephen King wieder einmal überzeugen konnte.

Man muss zwar sagen, dass die Geschichte schon dreißig Jahre alt ist, der Schreibstil aber dennoch in gewisser Art und Weise zeitgemäß wirkt, auch wenn Handys und Co. hier keinerlei Erwähnung finden. Dazu hat der Autor es mal wieder geschafft, dass die Spannung bis zum Schluss vorhanden und auch der Showdown mehr als gelungen ist.

Hierbei geht es hauptsächlich um den 11-jährigen George und dessen Großmutter, zu der von seiner Mutter geschickt wird, da diese wegen seinem Bruder ins Krankenhaus muss. Für George, der noch nie ein gutes Verhältnis zu seiner Großmutter hatte und große Angst vor ihr hat, ist das ein Horror. Noch schlimmer wird es allerdings, als seine Oma stirbt, denn er ist vollkommen überfordert und muss dazu noch mit einer ausgefallenen Telefonleitung klar kommen. Hierbei werden seine Gedanken und Ängste vom Autor sehr gut beschrieben, sodass man sich gut in George hineinversetzen kann.

Auch sonst wirkt die Geschichte insgesamt sehr stimmig. Sie gehört zwar nicht zwingend zu den besten Geschichten, die Stephen King jemals geschrieben hat, allerdings konnte ich mich dennoch in die Figuren hineinversetzen und habe die Stimmung gut aufgenommen, sodass ich mit George mitfiebern konnte. Das Ende kam zwar meiner Meinung nach etwas zu plötzlich, aber letztendlich ist es doch gut gemacht.

Das Cover ist nicht besonders ansprechend und enthält lediglich den Namen des Autors und den Titel. Die Kurzbeschreibung hat mich dagegen direkt angesprochen, denn diese liest sich so schonungslos, dass ich direkt mehr erfahren wollte.

Kurz gesagt: "Omi" ist insgesamt eine spannende und ereignisreiche Geschichte, die mich durchweg in den Bann ziehen und unterhalten konnte. Ich bin wieder einmal begeistert und kann diese Kurzgeschichte somit nur empfehlen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Schöööön

Make it count - Dreisam
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Nachdem ich vor einiger Zeit bereits „Gefühlsgewitter“ und „Gefühlsbeben“ innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe, stand für mich schnell fest, dass ich auch unbedingt „Dreisam“ lesen wollte, denn auch ...

Nachdem ich vor einiger Zeit bereits „Gefühlsgewitter“ und „Gefühlsbeben“ innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe, stand für mich schnell fest, dass ich auch unbedingt „Dreisam“ lesen wollte, denn auch diese Geschichte klang wieder einmal viel zu verlockend. Auch dieses Buch wurde wieder in Rekordzeit ausgelesen und ich wurde wieder einmal nicht enttäuscht.

Zuerst sollte dabei angemerkt werden, dass die „Make it count“-Bücher in sich abgeschlossen sind und somit auch in beliebiger Reihenfolge gelesen werden können. Dabei wechseln sich die Autorinnen Ally Taylor und Carrie Price ab und erzählen unterhaltsame und prickelnde Geschichten aus Oceanside. Hinter dem Pseudonym Ally Taylor versteckt sich übrigens Anne Freytag.

Die Geschichte liest sich locker und leicht, stellenweise ein wenig sarkastisch, dazu prickelnd und einfach unterhaltsam. Anne Freytag, bzw. Ally Taylor schafft es immer wieder, mich voll und ganz von ihrem Schreibstil zu überzeugen, der mich immer wieder in den Bann zieht. Die Figuren sind dazu gut ausgearbeitet, sodass man sie gut kennen lernt und sich gleichzeitig in sie hineinversetzen kann. Die Dialoge sind ebenfalls gelungen und sorgen für die ein oder andere Spannung.

Mit Julie, Kyle und Jake hat die Autorin drei interessante Figuren geschaffen, die mir allesamt sympathisch waren und mit denen ich mitfiebern konnte. Julie steht hierbei zwischen zwei Männern, nämlich ihrem besten Freund Kyle, mit dem sie bereits einiges durchgemacht hat und Jake, der ihr zwar fremd ist, aber sehr anziehend wirkt. Die Geschichte nimmt hierbei einen schönen Lauf und ich habe mich immer wieder gefragt, wie sich Julie wohl letztendlich entscheiden wird. Alle Figuren haben sich während der Geschichte enorm entwickelt und dadurch, dass bei der Geschichte alle drei Figuren abwechselnd zu Wort kommen, lernt man deren Gefühle und Gedanken besonders gut kennen.

Dreiecksgeschichten sind ja immer so eine Sache, die man entweder mag oder eben nicht. Ich hatte hier zwar zunächst ein paar Zweifel, allerdings muss ich sagen, dass ich die Liebesgeschichte hier sehr spannend fand und Ally Taylor dabei zum Großteil auf Kitsch und Klischees verzichtet hat, was mir besonders wichtig war. Die Geschichte liest sich dabei authentisch und ich habe mich schon das ein oder andere Mal selbst gefragt, wie ich wohl in Julies Situation gehandelt hätte. Hier wurde selbstverständlich nicht das Rad neu erfunden, allerdings hebt sich die Geschichte meiner Meinung nach von anderen Geschichten mit selbiger Thematik ab.

Das Cover gefällt mir gut, besonders die Farbgestaltung ist dabei ein absoluter Hingucker. Zwar ist es mittlerweile fast schon normal, dass bei dem Genre keine Gesichter auf dem Cover zu sehen sind, allerdings finde ich es bei „Dreisam“ besonders gelungen. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gut formuliert und somit wollte ich das Buch unbedingt lesen.

Kurz gesagt: Ally Taylor hat es wieder einmal voll und ganz geschafft, mich mit einem unterhaltsamen Schreibstil, vielseitigen Figuren und einem lieb gewonnenen Setting zu überzeugen, sodass ich immer wieder gerne nach Oceanside zurückkehre. Wer die ersten beiden Bände bereits gemocht hat, sollte auch unbedingt „Dreisam“ lesen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Interessante Geschichte

Black Rabbit Hall - Eine Familie. Ein Geheimnis. Ein Sommer, der alles verändert.
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„Black Rabbit Hall“ war bereits vor dem Erscheinungstag in aller Munde, da das Buch bereits vorab stark beworben wurde. Dabei wurde auch ich neugierig und wollte das Buch unbedingt lesen, denn es klang ...

„Black Rabbit Hall“ war bereits vor dem Erscheinungstag in aller Munde, da das Buch bereits vorab stark beworben wurde. Dabei wurde auch ich neugierig und wollte das Buch unbedingt lesen, denn es klang einfach zu verlockend. Ich muss zwar sagen, dass ich anfänglich meine Schwierigkeiten mit der Geschichte hatte, danach allerdings eine emotionale und interessante Familiengeschichte bekommen habe.

Der Schreibstil hat seinen ganz eigenen Charme. Stellenweise hat dieser zwar deutlich seine Längen, allerdings hat die Autorin die Geschichte dennoch so interessant gestaltet, dass ich über die Längen oftmals hinweg schauen konnte. Dennoch glaube ich, dass der Schreibstil nicht jedermanns Sache sein könnte. Die Dialoge sind gut ausgearbeitet und der jeweiligen Zeit angepasst, dazu wurde hier ein wirklich schönes Setting geschaffen, dessen Potential fast gänzlich ausgeschöpft wurde.

Dadurch, dass die Geschichte in zwei Zeitebenen spielt, erfährt man genau, wie sich Black Rabbit Hall in der Zeit verändert hat. Während die Familie Alton, bei der besonders die 14-jährige Amber eine Rolle spielt, in den sechziger Jahren auf dem Anwesen gelebt hat, möchten in der Gegenwart Lorna und ihr Verlobter Jon unbedingt in Cornwall heiraten und entdecken dabei das mittlerweile in die Jahre gekommene Anwesen von der Familie Alton. Während Lorna und Jon somit den schönsten Tag ihres Lebens vorbereiten, wird gleichzeitig immer mehr klar, wie es Amber und ihren Geschwistern nach dem Tod ihrer Mutter ergangen ist und wie die damals 14-Jährige versucht hat, die Familie zusammenzuhalten.

Die Charaktere erhalten dadurch alle eine gewisse Tiefe und ich empfand sie zum Großteil als sehr sympathisch. Mit Jon und besonders Lorna hatte ich zwar hier und da meine Probleme, allerdings passen sämtliche Figuren sehr gut zur Geschichte und wurden von der Autorin bestes ausgearbeitet.

Das Cover ist sehr schön gestaltet und passt perfekt zu der beschriebenen Landschaft, aber auch zum Buchtitel. Hier gefällt mir besonders das Anwesen, das seinen ganz eigenen Charm besitzt. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen und liest sich sehr stimmig, verrät dabei allerdings nicht allzu viel.

Kurz gesagt: „Black Rabbit Hall“ konnte mich aufgrund der interessanten und emotionalen Familiengeschichte beeindrucken und begeistern, sodass ich das Buch wirklich sehr gerne gelesen habe. Man braucht hier zwar etwas Zeit, um sich voll und ganz auf den Schreibstil einlassen zu können, allerdings wird man für die Geduld dann nur umso mehr belohnt. Ich kann das Buch somit nur empfehlen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Schonungslose Geschichte

Großer Bruder Zorn
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Ich muss gestehen, dass ich zunächst ein wenig skeptisch war, was „Großer Bruder Zorn“ angeht, denn ich war mir nicht sicher, ob mir die Geschichte tatsächlich gefallen würde. Nun, wo ich das Buch relativ ...

Ich muss gestehen, dass ich zunächst ein wenig skeptisch war, was „Großer Bruder Zorn“ angeht, denn ich war mir nicht sicher, ob mir die Geschichte tatsächlich gefallen würde. Nun, wo ich das Buch relativ schnell ausgelesen hatte, muss ich jedoch sagen, dass die Sorge unbegründet war, denn die Geschichte ist tatsächlich richtig gut.

Johannes Ehrmann schildert in seinem Buch das Leben von fünf Menschen, die allesamt in Berlin-Wedding leben. Diese Menschen können dabei unterschiedlicher nicht sein, denn hier erlebt man eine alleinerziehende Verkäuferin, die sich mehr oder weniger gut durchschlägt und für ihr Kind etwas besseres will, einen Verkäufer in einem Kiosk, einen erfolglosen Boxer, einen mittellosen Boxpromoter und den sogenannten Flaschenfascho. Auf sehr ehrliche und schonungslose Art und Weise wird dabei ihr Leben und ihre Ziele in Berlin Wedding geschildert.

Der Schreibstil ist dabei sehr gut, denn dieser liest sich flott und leicht, allerdings auch sehr salopp, denn hier erlebt man häufiger die berühmte Berliner Schnauze, inkl. Wörter, die wohl lediglich in Berlin und Umgebung gebraucht werden. Von daher muss ich zugeben, dass ich mich tatsächlich dabei erwischt habe, wie ich mal das ein oder andere Wort googlen musste. Dies finde ich allerdings vollkommen in Ordnung, denn dadurch, dass hier viel frei Schnauze geschildert wird, hatte ich oftmals das Gefühl, direkt mittendrin zu stecken.

Das Cover ist auf den ersten Blick nicht sonderlich ansprechend, passt aber hervorragend zur Geschichte, da hier ein Teil von Berlin-Wedding abgebildet ist. Die Kurzbeschreibung liest sich gut und hat mich trotz einiger Skepsis letztendlich überzeugen können.

Kurz gesagt: „Großer Bruder Zorn“ ist ein schonungsloses Buch, bei dem die Geschichte von fünf Menschen aus Berlin-Wedding thematisiert wird. Da diese unterschiedlicher nicht sein können, wird hier wohl jeder Leser eine Figur herauspicken können, mit der man sich ansatzweise identifizieren kann. Ich kann es demnach nur empfehlen.