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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2017

Wer hats erfunden?

Die letzten Tage der Nacht
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Ich gebe zu: Das Thema ist jetzt keins, über das ich Bücher verschlinge und auch das Cover wäre mir wahrscheinlich im Buchladen nicht wirklich aufgefallen. Zum Glück hat das Buch aber doch seinen Weg zu ...

Ich gebe zu: Das Thema ist jetzt keins, über das ich Bücher verschlinge und auch das Cover wäre mir wahrscheinlich im Buchladen nicht wirklich aufgefallen. Zum Glück hat das Buch aber doch seinen Weg zu mir gefunden...

Nach einigen Startschwierigkeiten bin ich doch sehr gut hineingekommen und nach einer Weile konnte ich es kaum noch aus der Hand legen.
Das Thema "Elektrizität" und "Patentrecht" ist etwas, was man nur selten in Romanen findet. Warum eigentlich nicht? Denn auch wenn es trocken klingt, war es richtig spannend, den Wettkampf der Erfinder mitzuerleben. Außerdem hat es der Autor geschafft, den ganzen Elektrik-Kram anschaulich und verständlich herüberzubringen, ohne das es langweilig wird. Und eigentlich ist es traurig, aber jetzt habe ich den Unterschied zwischen Gleich- und Wechselstrom begriffen, in der Schule nicht :D

Die Sprache wird der Zeit, in der das Buch angesiedelt ist, gerecht. Es lässt sich gut lesen, man versetzt sich aber förmlich durch die Dialoge in das Amerika des 19. Jahrhunderts. Man erfährt außerdem viele Hintergründe zu den Großstädten, vor allem New York, was ich richtig spannend fand.

Gut gefallen hat mir auch, dass jedes Kapitel mit einem passenden Zitat begann. Das kam dann auch nicht umbedingt von einer historischen Persönlichkeit, es durfte auch mal Steve Jobs sein. Dadurch wurde die Verbindung, die wohl alle Visionäre gemeinsam haben, noch deutlicher.

Ich habe durch das Buch einen tollen Einblick in die Welt der Erfinder und Tüftler bekommen - denn was damals geleistet wurde, wird hier richtig deutlich. Oder könntet ihr euch vorstellen, noch mit Gaslampen eure Wohnung zu beleuchten?

Aber nicht nur die Erfinder stehen im Mittelpunkt. Die eigentliche Hauptperson ist der Anwalt Paul Carvath. Er zeichnet sich durch Raffinesse und Ehrgeiz aus - man muss ihn einfach mögen und mit ihm mitfiebern. Das gute ist außerdem, dass er auch keine Ahnung von Technik hat und er durch seine Fragen den Leser hilft, alles ein bisschen besser zu verstehen. Und mit Paul zieht auch ein bisschen Romantik in das Buch ein, was ein schöner Nebeneffekt ist, ohne dass er die Hauptgeschichte erdrückt.

Insgesamt konnte mich das Buch komplett überzeugen - auch, oder gerade weil es mal etwas ganz anderes ist und aus der Masse hervorsticht. Deswegen gibt es von mir 5 Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Recherche
Veröffentlicht am 19.02.2017

Blutig, brutal, fesselnd...

Der Schinder
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Der Buch ist wirklich nichts für schwache Nerven! Wer viel Blut und brutale Tötungsmethoden nicht aushält, der sollte den "Schinder" lieber nicht in die Hand nehmen, denn sonst sind Albträume vorprogrammiert. ...

Der Buch ist wirklich nichts für schwache Nerven! Wer viel Blut und brutale Tötungsmethoden nicht aushält, der sollte den "Schinder" lieber nicht in die Hand nehmen, denn sonst sind Albträume vorprogrammiert. Ich bin ja eigentlich keine Mimose was brutale Thriller angeht, aber mehr darf es dann auch für mich nicht sein :)

Gleich zu Beginn gibt es die erste Leiche und Daria Storm ist wieder mitten drin in den Ermittlungen. Der Schinder ist nämlich kein Unbekannter, sondern hat schon drei Jahre zuvor gemordet, ohne dass man ihn fassen konnte.

Anfangs war mir Daria nicht sehr sympathisch. Sie ist eine sehr taffe und ehrgeizige Ermittlerin, kommt aber manchmal auch etwas kalt und abgebrüht rüber. Emotionen zeigt sie selten. Dafür aber umso mehr Mut und mehr als einmal wollte ich sie anschreien, jetzt einfach mal vernünftig zu sein und nicht so viele Alleingänge zu wagen. Aber genau das macht das Buch spannend.
Dann mischt auch noch Maxim Winterberg mit, ein anerkannter Folterexperte, der leider sein Gedächtnis verloren hat. Ihn muss man einfach ins Herz schließen! Ich habe mich richtig gefreut, als er bei den Ermittlungen eingestiegen ist und so langsam zurück ins Leben findet.

Spannung gibt es wie gesagt in diesem Buch von der ersten Seite an, sodass man es nur ungern aus der Hand legen möchte. Der Schinder scheint einfach immer einen Schritt voraus zu sein und man fiebert richtig mit Daria und Maxim mit. Was dann aber passiert, ist einfach nur der Hammer! Ich bin eine Thriller-Liebhaberin und man kann mich selten auf falsche Fährten locken oder überraschen, aber diese Wendungen, die die Geschichte nimmt, haben sogar mich sprachlos gemacht! Einfach nur genial und durchdacht - wow!

Auch der Schreibstil ist super und lässt sich flüssig lesen. Die Folter wird wie gesagt sehr detailreich beschrieben - das muss man mögen. An sich hat man aber den Eindruck, dass hier sehr gut recherchiert wurde und ich bin froh, nicht mehr im Mittelalter zu leben...

Der Thriller konnte mich wirklich überraschen und hat mir einige spannende Lesestunden beschert. Deswegen 5 Sterne!

Veröffentlicht am 03.02.2017

Der Tod kommt aus der Leitung...

H2O - Das Sterben beginnt
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Ich habe lange nach einem Buch gesucht, dass ein ähnliches Szenario wie Marc Elsberg in "Black Out" behandelt - also eine Katastrophe, die so realistisch ist, dass man während des Lesens darüber nachdenkt, ...


Ich habe lange nach einem Buch gesucht, dass ein ähnliches Szenario wie Marc Elsberg in "Black Out" behandelt - also eine Katastrophe, die so realistisch ist, dass man während des Lesens darüber nachdenkt, was man selbst machen würde, wenn es jetzt in diesem Moment passieren würde. Und mit "H2O" habe ich so ein Buch gefunden - es hat mich nicht nur während des Lesens gefesselt, sondern schwebt mir auch jetzt noch im Kopf herum.

Das hat natürlich mehrere Gründe: Natürlich ist hier alles Fiktion, aber wenn man darüber nachdenkt, wie unser Atommüll momentan gelagert wird und wie leicht es also sein kann, an ihn heranzukommen, dann hofft man doch sehr, dass der Müll nie nie nie in falsche Hände geraten wird. Diese Realitätsnähe zwingt den Leser zum Weiterlesen, weil man das Gefühl hat, man erlebt es hautnah mit. Und ich gebe zu: Ich habe während des Lesens nur sehr ungern den Wasserhahn aufgedreht :D

Außerdem ist das Buch wirklich sehr gut geschrieben. Es zeigt nicht nur die Seite der Terroristen, sondern auch wie korrupt es heute zugeht. Ich will gar nicht wissen, wie viel Gemauschel es hinter den geschlossenen Türen der Politiker gibt... Der Schreibstil ist sehr flüssig, die Perspektiven werden oft gewechselt, allerdings sind die Kapitel dann immer überschrieben, sodass man beim Lesen immer weiß, wo man sich befindet. Das hat es mir sehr leicht gemacht, komplett in die Geschichte einzutauchen.

Super gefallen haben mir auch die Protagonisten. Sie sind keine Übermänner und -frauen, aber trotzdem zu allem bereit. Es werden auch mal falsche Schlüsse gezogen, was die Spannung enorm steigert. Mehr kann ich leider nicht dazu schreiben, ohne zu spoilern :D

Für mich war das Buch ein echter Pageturner und ich habe es nicht aus der Hand legen können, bis ich am Ende angekommen war. Ich kann nicht anders und vergebe 5 Sterne! Traut euch ran, ihr werdet nicht enttäuscht!

Veröffentlicht am 21.01.2017

Lasst euch verzaubern...

Eine Buchhandlung auf Reisen
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Das Buch hat mich von der ersten Seite an verzaubert. Das lag nicht nur an der wunderschönen Geschichte, sondern auch an der tollen Sprache.
Auch wenn das Buch erst vor einem Jahr erschienen ist, wurde ...

Das Buch hat mich von der ersten Seite an verzaubert. Das lag nicht nur an der wunderschönen Geschichte, sondern auch an der tollen Sprache.
Auch wenn das Buch erst vor einem Jahr erschienen ist, wurde es doch schon vor langer Zeit geschrieben. Der Autor, Christopher Morley, lebte Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts und ist leider schon gestorben. Hinterlassen hat er aber ein wirklich zauberhaftes Buch, dass jetzt schon eines meiner Jahreshighlights 2017 ist - auch wenn das Jahr noch sehr jung ist.

Das Buch spielt in Amerika, eine genau Zeit ist nicht angegeben, aber es müsste auch so Anfang des 19. Jahrhunderts sein. Autos kommen gerade erst in Mode, der Pferdekarren wird noch bevorzugt. Sogar New York und Brooklyn sind noch getrennt - das kann man sich kaum vorstellen. Morley entführt uns also in eine ganz andere Welt - und das ganz ohne eine Dystopie zu zeichnen.

Das Hauptaugenmerk liegt auf Büchern: Roger Mifflin zieht mit einem Planwagen durch das Land und verkauft gebrauchte Bücher. Ein rollendes Antiquariat sozusagen. Sein Ziel ist es nicht, ein Vermögen zu verdienen, sondern den Leuten - vor allem Farmern - die Literatur näher zu bringen. Da er aber ein eigenes Buch schreiben will, verkauft er seinen "Parnassus" an die eigentliche Protagonistin Helen McGill. Was dann passiert ist eine schöne Mischung aus Abenteuer gewürzt mit der Liebe zur Literatur. Geschrieben ist das Buch aus Sicht von Helen. Man könnte sich keine bessere Hauptfigur wünschen. Sie ist witzig, resolut und einfach nur sympathisch.

Was mich aber am meisten begeistert hat, war die tolle Sprache: Klassisch, aber dennoch voller Witz und Ironie. Aber es gibt trotzdem einige nachdenkliche Passagen, in denen es etwas ruhiger zugeht und der Leser in Gedanken schwelgen kann.

"Eine Buchhandlung auf Reisen" ist auf keinen Fall modern - aber genau das macht den Reiz des Buches aus. Ich bin von der ersten Seite an in der Geschichte versunken. Für mich ist es jetzt schon eines meiner Jahreshighlights und ich werde es sicher noch einmal in die Hand nehmen. 5 Sterne!

Veröffentlicht am 19.01.2017

Super spannend!

Glashaus
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Datenschutz und das Ausspähen von persönlichen Daten durch gewisse Geheimdienste ist momentan ja in aller Munde. Deswegen hat mich das Buch und das Thema sehr interessiert.
Die ersten drei bis vier Kapitel ...

Datenschutz und das Ausspähen von persönlichen Daten durch gewisse Geheimdienste ist momentan ja in aller Munde. Deswegen hat mich das Buch und das Thema sehr interessiert.
Die ersten drei bis vier Kapitel waren etwas holprig für mich. Man stieg unvermittelt ein, die Sprache war an der ein oder anderen Stelle etwas sehr flapsig und ich wusste gar nicht, worum es geht.
Das hat sich aber sehr schnell gelegt und das Buch entwickelte sich zu einem wahren Pageturner. Ich habe es an zwei Abenden durchgelesen.
Es ist spannend, man fiebert mit und immer wieder wird einem bewusst gemacht, die gefährlich es ist, sorglos mit seinen Daten umzugehen. Es ist erschreckend, was Hacker alles über einen erfahren können und was im Dark Net alles passiert. Man bekommt ein mulmiges Gefühl und hofft, dass die Szenarien, die hier beschrieben werden, nicht eintreffen.
Die Protagonisten waren sympathisch, wenn auch ein bisschen kaputt. Ich habe das Gefühl, das müssen Ermittler momentan immer sein :)
Insgesamt war ich aber sehr zufrieden, deswegen 5 Sterne!