Macht heiligt alle Mittel – oder nicht?
Das Erbe BereliensDer Schreibstil ist gut zu lesen und flüssig, spannend, macht einfach Spaß.
Das Cover passt zu der Geschichte, es zeigt das steinerne Buch, das Königin Ioarin unbedingt in die Hände bekommen möchte. Es ...
Der Schreibstil ist gut zu lesen und flüssig, spannend, macht einfach Spaß.
Das Cover passt zu der Geschichte, es zeigt das steinerne Buch, das Königin Ioarin unbedingt in die Hände bekommen möchte. Es wirkt insgesamt recht dunkel, einzig der Vollmond und das steinerne Buch bringen Helligkeit ins Bild. Ich finde es in Stil und Farbe überaus gelungen.
Der Klappentext macht neugierig auf einen Auftaktband zu einer neuen Fantasy Reihe.
Fazit:
Wenn ich das erste Mal von einer Autorin / einem Autor lese bin ich gespannt und mir ist auch etwas mulmig, wird es gefallen und 658 Seiten sind ja auch nicht so schnipp gelesen.
Aber ich wurde nicht enttäuscht! Aber um was geht es eigentlich im Roman?
Wir lernen Rune kennen, die bei ihrem Vater aufgewachsen ist und eines Tages werden sie überfallen, ihr Vater getötet und sie ist auf der Flucht. Aber Rune ist keine typische junge Frau: sie kann jagen, mit Pfeil und Bogen, auch das kämpfen mit dem Schwert hat sie dank ihrem Vater erlernt. Allerdings die Geduld, die sie beim Jagen kennt, ist ihr auf ihrer Reise mehr als einmal abhandengekommen. Sie handelt unüberlegt, impulsiv, leider bringt sie sich dadurch auch in Gefahr.
Aber wir lernen dann auch die Machthaber kennen: die unbarmherzige Königin und Lady Ioarin, ihren passiven Gatten den König Briand (unter Drogen gesetzt), sowie ihre rechte Hand und Geliebter Galen von Althain, nicht zuletzt ihren Lehrling Malgraigh Simhannon. Letzterer vor allem verbreitet Angst und Schrecken, denn er genießt es, Menschen zu quälen und zweifelhafte Experimente an ihnen durchzuführen. Mit diesen beiden Männern an ihrer Seite kontrolliert mit eiserner Hand die Königin das ganze Land, Gegner werden eliminiert. Und sie ist auf der Suche nach etwas das scheinbar Runes Vater besessen hat. Rune erkennt das ihr Vater wohl so viel mehr war als sie in ihm gesehen hat.
Der Roman besteht zum großen Teil aus dem Reisen. Der erste Abschnitt erzählt von Runes Reise zu Fionn und auf dem Weg dorthin erlebt sie ihre ersten Abenteuer und trifft die ersten Menschen nach ihrem einsamen Leben mit ihrem Vater.
Fionn und Runes Verhältnis ist begleitet von kleinen Frotzeleien, aber irgendwie mögen sich die beiden, so unterschiedlich sie auch sein mögen und uns Leser bringt das oft genug zum Lachen. Rune nimmt kein Blatt vor den Mund und zeigt keinerlei Respekt vor älteren Menschen. Fionn, der es gewohnt ist, dass Menschen auf ihn hören, muss sich umstellen und mit der frechen Göre arrangieren. Der nächste Abschnitt ist die Reise mit Fionn und Rune erfährt einiges über ihren Vater. Somit erhält man auch als Leser mehr Einblick zu den Hintergründen, der Geschichte Bereliens und dem herrschenden Machtgefüge. Auch der letzte Abschnitt des Romans ist schön und einfühlsam erzählt.
Die Welt und ihr Aufbau sind gelungen und detailreich. Eine Landkarte Bereliens rundet das Gesamtbild genauso ab wie das fantastische Cover.
Die Autorin lässt sich Zeit das sich die Handlung entwickelt und erklärt, auch das die Heldin wachsen und entwickeln kann. Und auch überraschende Entwicklungen und Wendungen geben dem Fantasy Roman die notwendige Würze, inklusive dem Humor zwischen Rune und Fionn.
Ein überaus gelungener Fantasy Roman, der mal wieder nicht bei einem Verlag ein Zuhause gefunden hat, sondern wie im Moment oft im Selfpublishing. Optisch und inhaltlich gelungen bewerte ich den Roman mit 5 Sternen.
Ich verweise dann auch auf den zweiten Band: Das Erbe Bereliens: Die Pforte ist (erschienen am 28.Mai 2019).