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Veröffentlicht am 25.11.2020

Tritt ein, wenn du dich traust

Memoria Damnum Carnival
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Wenn die Plakate des Memoria Damnum Carnival alle Säulen und Mauern der Stadt schmücken, dann kommt eine neue Attraktion. Doch was birgt ein Carnival, an den sich kein Besucher jemals erinnern kann? Jonathan ...

Wenn die Plakate des Memoria Damnum Carnival alle Säulen und Mauern der Stadt schmücken, dann kommt eine neue Attraktion. Doch was birgt ein Carnival, an den sich kein Besucher jemals erinnern kann? Jonathan ist Apotheker und als verschrobener Experimentator bekannt. Chrystal ist Dienstmädchen und ihr werden häufig von ihrer Hausherrin übernatürliche Sinne zugesprochen. Können die zwei die Geheimnisse des Carnivals aufdecken?

Was. ein. geiles. und. krasses. Buch! Ehrlich, ich bin so hin und weg, dass ich mich zwingen musste, das Buch auch mal zur Seite zu legen. Es ist durchweg spannend und Rahels Art zu Schreiben fesselt bis zu letzten Seite. Es erschreckt, es ist krank, aber es ist auch so genial und unvorhersehbar. Wie oft stand mir der Mund offen, weil ich mal wieder gar nicht mit dem gerechnet habe, was kam. Wie oft habe ich gegrinst, weil ich es ebenso heftig wie absolut irre und genial war? Vor Allem das Ende gefällt mir richtig gut und da bin ich ja immer besonders kritisch!

Mit John und Chrystal hat Rahel zwei tolle Charaktere geschaffen, die ganz und gar perfekt unperfekt sind. John ist etwas verschroben und anders. Er hat etwas dunkles, was man als Leser gar nicht gern einsieht 😀 Chrystal ist tatsächlich sehr sympathisch, aber auch sie hat Ecken und Kanten. Neben den beiden gibt es noch eine Handvoll besonderer Nebencharaktere, die alle so ihre Eigenarten haben. Aber genau das hat unheimlich viel Spaß gemacht.

Neben dieser gruseligen, düsteren Atmosphäre hat das Buch aber auch eine ganze Menge Humor. Was mich allerdings am meisten beeindruckt sind die gesellschaftskritischen Passagen, in denen wirklich viel Wahrheit liegt. Die regen nochmal richtig zum Nachdenken an, auch wenn es manchmal unangenehm werden kann. Worum es genau geht, will ich aber gar nicht verraten. Seid einfach aufmerksam und lasst euch drauf ein.

Fazit

Rahel hat mir ein absolutes Jahreshighlight beschert. Ich bin noch immer etwas sprachlos und würde gern längere Lobeslieder singen. Absolute Leseempfehlung für alle, die sich gruseln möchte, aber vielleicht nicht unbedingt auf Thriller oder Krimis stehen.

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Veröffentlicht am 16.11.2020

Caraval ist schon lange kein Spiel mehr

Finale
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Achtung!! Dritter Band!!

„Ich will Liebe fühlen, in jeder ihrer Erscheinungsformen. Früher hatte ich einmal solche Angst davor, doch jetzt glaube ich, dass die Liebe nur eine andere Form der Magie ist.“ ...

Achtung!! Dritter Band!!

„Ich will Liebe fühlen, in jeder ihrer Erscheinungsformen. Früher hatte ich einmal solche Angst davor, doch jetzt glaube ich, dass die Liebe nur eine andere Form der Magie ist.“ – Donatella Dragna

In Valenda warten große Veränderungen. Während Legend sich seine Welt noch so formt, wie sie ihm gefällt, muss sich Tella zwischen ihm und einem ihr zu gut bekannten Feind entscheiden. Ihre Schwester Scarlett dagegen lüftet ein Geheimnis, das nicht nur sie betrifft, sondern an dem so viel mehr hängt. Zwischen den Schicksalsmächten und der einzig wahren Legende beginnt ein furioses Finale.

Während man im ersten Band hauptsächlich Scarlett begleitet und ihm zweiten dann Donatella, spielen hier beide Schwestern eine große Rolle, was dem Buch richtig gut tut. Da die zwei absolute Gegensätze sind, die mir allein manchmal etwas auf den Keks gingen, bietet Finale so viel Abwechslung. Außerdem durchleben beide eine großartige Entwicklung, weshalb sie mir sehr ans Herz gewachsen sind. Auch Julian und Legend dürfen natürlich nicht fehlen, ebenso wie viele grandios ausgearbeitete Nebencharaktere. Sorry Legend, aber ich bin ja großer Fan von Jacks!

Obwohl ich das eigentliche Spiel Caraval etwas vermisse, ist dieser Teil glaube ich mein liebster. Er ist spannend, bietet viele Wendungen und Unvorhersehbarkeiten und die Welt ist magisch. Einige Dinge, die mich in Band eins noch störten, werden jetzt aufgeklärt. Ein Beispiel sind zum Beispiel die vielen Farbbeschreibungen, die mich im ersten Band Caraval etwas aus dem Lesefluss gerissen haben. Jetzt schließ sich der Kreis 😉 Alles ist durchdachte, aufeinander abgestimmt und lässt einen mit einem mystisch-glücklichen Lächeln auf den Lippen zurück.

Fazit

Dieses Finale ist ein krönender und sehr würdiger Abschluss, obwohl ich gern noch eine Runde Caraval spielen würde. Ich bin fast ein wenig überrascht, gut der Teil wirklich war. Absolute Empfehlung für alle Fantay-Liebhaber.

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Veröffentlicht am 15.10.2020

Eine allzu wahre Dystopie

2084
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Ich lese wirklich gern Dystopien, also über eine Zukunft, die eine negative Wendung genommen hat. Dabei ist die Menschheit gerade auf dem besten Wege, sich ihre eigene Dystopie mit fatalem Ausgang zu schaffen. ...

Ich lese wirklich gern Dystopien, also über eine Zukunft, die eine negative Wendung genommen hat. Dabei ist die Menschheit gerade auf dem besten Wege, sich ihre eigene Dystopie mit fatalem Ausgang zu schaffen. In 2084 führt ein fiktiver Wissenschaftler Interviews mit Menschen aus aller Welt, um über die Folgen des Klimawandels aufzuklären.

Ich konnte mir zunächst gar nichts unter dem Buch vorstellen. Ich wusste, dass es ernst und schockierend werden würde. Schließlich ist der Autor ein erfolgreicher Wissenschaftler und Klimatologe, der weiß, wovon er schreibt. Er hat das Buch in verschiedene Kapitel aufgeteilt, die sich mit verschiedenen Aspekten und Folgen des Klimawandels beschäftigen. Dazu gehört zum Beispiel der Anstieg des Meeresspiegels, des Schmelzen des Eises aber auch Krieg und Krankheiten spielen eine große Rolle. in den jeweiligen Kapiteln gibt es dann noch Unterkapitel über verschiedene Menschen und Länder.

Natürlich finde ich einige Aspekte spannender als andere. Trotzdem habe ich jedes Kapitel verschlungen. Zwar bekommt man wirklich sehr viele Informationen, aber trotzdem kam ich fix voran. Mit ca. 250 Seiten hat das Buch deshalb auch eine passende Länge. ich hätte mir allerdings noch mehr Interviews mit „Normalos“ für mehr Persönlichkeit gewünscht.

Die Zukunftsprognosen sind auf jeden Fall beängstigend und schnell wird klar: Das schein alles gar nicht so abwegig. Auch ein Lösungsweg wird aufgezeigt, den mein Gehirn aber erst einmal verarbeiten muss. Eigentlich muss ich das ganze Buch noch verarbeiten, denn das ist ganz schön harter Tobak.

Fazit

Ich kann das Buch wirklich allen ans Herz legen und würde es am liebsten auch allen in die Hand drücken. Ich würde es nicht unbedingt als spannend bezeichnen, sondern als interessant aber mitreißend. Für mich eine absolute Überraschung, die mich wohl noch etwas begleiten wird.

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Veröffentlicht am 09.10.2020

Auf Reisen in meinem Kopf

Wanderherzen
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„Wo liegt Heimat, wenn nicht im Herzen? Und wenn man es verliert, wo ist Heimat dann?“

Als Dahi Tamara Koch mich auf ihr neues Buch Aufmerksam gemacht hat, da war ich skeptisch. Es ist eine Gedichte- ...

„Wo liegt Heimat, wenn nicht im Herzen? Und wenn man es verliert, wo ist Heimat dann?“

Als Dahi Tamara Koch mich auf ihr neues Buch Aufmerksam gemacht hat, da war ich skeptisch. Es ist eine Gedichte- und Kurzprosa Sammlung mit Fokus auf Reisen, Sehnsucht und Ankunft, wie sie es selbst beschrieb. Bisher hatte ich mit Gedichten und Prosa nicht viel am Hut und hatte wirklich Respekt davor. Doch jetzt bin ich mehr als glücklich über das, was ich an nur einem Abend verschlungen habe.

“ Wo bist du gerade? – Auf einer Reise. – Schön, wo? – In meinem Kopf.“

Wenn ich euch einen Tipp geben darf: Bevor ihr anfangt zu lesen, macht euch eine Playlist mit den schönsten (eher ruhigen) Songs, die ihr kennt. Und dann macht ihr Kerzen an, kuschelt euch in eure Decke und schaltet euren Kopf eine Sekunde aus, bevor ihr ihn nur für diese Texte wieder anschaltet. Mir persönlich haben die „kleinen, schlichten“ Zeilen ja am meisten bedeutet (und ja man kann hier wirklich von bedeuten reden), aber das ist wohl wie bei Tattoos: Die einen mögen’s groß und direkt, andere klein und zierlich.

„Vielleicht gehöre ich einfach überall hin.„

Dieser Satz da oben, ist der erste, der bei mir so richtig nachgehallt hat. Der noch immer hängen bleibt, wenn ich mich frage, wo ich denn nun hingehöre. Und ich glaube jeder kennt dieses Gefühl, wenn man einfach darauf wartet, irgendwo anzukommen. Aber vielleicht gibt es nicht diesen einen ominösen Ort, zu dem man gehören muss? Vielleicht hat man mehr als nur eine Heimat? Vielleicht geht es auch nicht immer um das Wann allein, sondern um das Wo und Wann? Und vielleicht wird es einfacher, wenn man das irgendwann sieht.

„Die besten Träume sind die schwierigsten.“

Für wenn ist dieses Buch nun also das Richtige? Für alle, die Gedichte und Prosa mögen (überraschend, nicht wahr?). Für alle, die sich an Gedichten und Prosa mal ausprobieren möchten. Und vor Allem für alle, die ihren Platz in dieser Welt noch suchen und sich fragen, wo sie hingehören. Damit euch wie mir bewusst wird, dass ihr überall hin gehört.

Danke liebe Dahi Tamara für ein, wie ich finde, besonderes Leseerlebnis <3

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Veröffentlicht am 02.09.2020

Von Libellen und verlorener Liebe

Wie die Ruhe vor dem Sturm
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„Liebe wurde nicht erst real, wenn man es laut aussprach. Nein, Liebe saß viel mehr ganz still da, in den Schatten der Nacht, und heilte die Risse in unseren Herzen.“ – Ellie

Eleanor und Greyson haben ...

„Liebe wurde nicht erst real, wenn man es laut aussprach. Nein, Liebe saß viel mehr ganz still da, in den Schatten der Nacht, und heilte die Risse in unseren Herzen.“ – Ellie

Eleanor und Greyson haben sich geliebt und sich aus den Augen verloren. Sechzehn Jahre später bewirbt sich Ellie auf einen Job als Nanny. Und es ist ausgerechnet Greysons Familie für die sie arbeiten soll. Doch Greyson hat sich verändert. Er ist kälter geworden, emotionsloser. Ellie ist entschlossen seinen Kindern zu helfen und für sie, genau wie für Greyson, zu kämpfen.

Diese Geschichte ist wirklich nichts für schwache Nerven. Sie ist ebenso wunderschön wie traurig und auf ganzer Linie einfach hochemotional. Es hätte mich echt mal jemand vorwarnen sollen, welche Sturmflut von Gefühlen dieses Buch im Leser auslösen kann.

Es beginnt mit der jungen Ellie und dem jungen Grey. Eine Liebesgeschichte, süß wie Zuckerwatte und leicht wie Libellenflügel. Trotzdem macht ihre Liebe nicht das perfekte Leben. Beide haben eine tragische Vergangenheit und schon da leidet man als Leser so richtig. Mir gefällt diese Vorgeschichte total und sie bildet trotz viel Schmerz einen wunderschönen, kindlichen Kontrast zu dem, was danach kommt.

Ellie hat sich auch später kaum verändert. Sie ist etwas tollpatschig und nicht auf den Mund gefallen. Die Beziehung zu Karla und Lorelai, Greysons Kindern, finde ich total herzerwärmend und diese Szenen haben mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht. Aus Greyson ist ein eher kalter Mann mit viel Leid geworden. Aber Ellie wäre nicht Ellie, wenn sie nicht versuchen würde ihn zu retten.

Der Schreibstil ist total flüssig, manchmal tragen die Personen für mich aber zu dick auf in ihren Dialogen. Vielen von euch wird das total gefallen, mir ist es oft too much. Die Dialoge wirken dadurch teils zu erzwungen und kitschig, aber das ist reine Geschmackssache und was mich hier stört wird – wie schon gesagt- vielen Lesern sehr gefallen.

Fazit

Ohne Spoilern zu wollen wird hier mit vielen schwierigen Themen gearbeitet, was meisterhaft geglückt ist. Alles ist nachvollziehbar, die Probleme echt und das Drama nicht übertrieben. Diese Geschichte tut weh, mach ebenso traurig wie glücklich und bringt zum Lachen. Was will Buchwurm da bitte mehr??

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