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Veröffentlicht am 10.02.2021

Who wants to live forever

Sechs Leben
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Inhalt:

91 % der Menschen haben nur ein Leben, 6 % können sich über ein Ersatzleben freuen, 2 % werden dreimal wiedererweckt, bevor sie der Tod holt. Lediglich 1 % der Bevölkerung darf sich über vier ...

Inhalt:

91 % der Menschen haben nur ein Leben, 6 % können sich über ein Ersatzleben freuen, 2 % werden dreimal wiedererweckt, bevor sie der Tod holt. Lediglich 1 % der Bevölkerung darf sich über vier bis sechs Leben freuen.

Als Gabriel an seinem fünfzehnten Geburtstag getestet wird, kann er sein Glück kaum fassen. Sechs Leben wurden ihm geschenkt! Das bedeutet grenzenlose Freiheit. Endlich kann er einen Fallschirmsprung aus riskanter Höhe von einer Klippe herab wagen. Jetzt kann er seinen Adrenalinspiegel jeden Tag so richtig schön in die Höhe treiben und das ohne mögliche letale Konsequenzen. In der Schule werden ihn alle bewundern. Jeder wird zu ihm aufblicken. So viel ist ausgemacht.

Doch schon bald holt Gabriel die bittere Realität ein und er muss sich fragen, was es wirklich bedeutet, ein Multileben zu sein.



Meinung:


Wie alle anderen Menschen auch, erfährt Gabriel an seinem 15. Geburtstag, ob er wie 91 % der Bevölkerung ein Monoleben ist oder ob er zu den 9 % gehört, die ein bis sechs weitere Leben geschenkt bekommen. Gabriel erwartet nicht viel und wird dann doch überrascht: Sechs Leben. Was sich damit nicht alles anstellen lässt.

Damit die Jugendlichen auf die Implikationen und Perspektiven des Befunds vorbereitet werden, haben sie die Möglichkeit, an der Schule an einer Gruppentherapie teilzunehmen. Gabriel findet diese Treffen eher nervig, fügt sich aber dem Willen seiner Eltern.

Nach und nach muss er sowohl von seinen Mitschülern als auch von seinen Eltern erfahren, dass mehrere Leben nicht nur Vorteile mit sich bringen. Wahrhaben möchte er diese Tatsache aber nicht. Unerschütterliche Todesverachtung genießt schließlich die volle Bewunderung so vieler Menschen. Vor allem gilt es Mila, das Mädchen aus seiner Klasse, zu beeindrucken. Doch auch seine relative Unsterblichkeit scheint sie so gar nicht zu beeindrucken.

Jugendliche können, so liest man, Gefahren durchaus einschätzen. Die schlechte Nachricht: Das soll nur gelten, wenn sie alleine sind. Sobald sie mit Altersgenossen zusammen sind, ist es ihnen wichtiger, denen zu imponieren (ein Antrieb, den Gabriel noch nicht einmal braucht). Vor diesem Hintergrund nachvollziehbar schildert die Autorin einen Jungen, der meint, plötzlich nichts mehr zu verlieren zu haben.

Im starken Kontrast zu dem unüberlegt handelndem Gabriel stehen die Menschen in seinem Umfeld. So gibt es in der Therapiegruppe einen Jungen namens Tely, ebenfalls ein Multileben, der mittlerweile einige Leben verloren hat und sich in Schweigen hüllt. Er wirkt jeden Tag unglücklich, spricht davon ein Opfer zu sein und dass Multileben menschliche Bomben wären. Dann gibt es da noch Hozorine, ein Vierleben, die sich Gedanken macht, wie sie der Allgemeinheit mit ihren Leben etwas Gutes tun könnte. Gabriels Mutter hingegen beschäftigt sich stets mit Lebensrisiken. Selbst sechs Leben können sehr schnell vorüberziehen, das weiß sie. Als Mutter von drei Kindern und mit einem Ersatzleben gesegnet, versucht sie alles, um dieses für Eventualitäten aufzubewahren. Denn sie möchte für die Kinder da sein, nachdem schon der Vater durch einen Unfall von ihnen gehen musste.



Fazit:


„Mit dem Tod habe ich nichts zu schaffen. Bin ich, ist er nicht. Ist er, bin ich nicht.“

Véronique Petit weiß es besser als der antike Philosophen Epikur; ein Nachdenken über den Tod ist nicht sinnlos, sondern richtig interessant. Mit „Sechs Leben“ legt sie ein wortgewaltiges und bedeutungsschweres Buch vor, das die menschliche Sehnsucht nach Unsterblichkeit, eine anthropologischen Grundkonstante, hinterfragt.

Wer ein flüssig und angenehm zu lesendes, aber anspruchsvolles Buch sucht. Wer eine klare, verständliche Sprache bevorzugt, wer eine glaubhafte, bewegende Geschichte sucht. Für all jene empfehle ich dieses Buch.


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Veröffentlicht am 25.01.2021

Außergewöhnlich

Sara auf der Suche nach Normal
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Inhalt:

Sara weiß, dass sie von dem, was andere als „normal“ bezeichnen, weit entfernt ist. Die Diagnose ihres Arztes lautete auf Bipolare Störung, generalisierte Angststörung, leichte Schizophrenie und ...

Inhalt:

Sara weiß, dass sie von dem, was andere als „normal“ bezeichnen, weit entfernt ist. Die Diagnose ihres Arztes lautete auf Bipolare Störung, generalisierte Angststörung, leichte Schizophrenie und Depressionen. In der Schule wird sie nicht selten von den Mitschülern als Psycho-Sara diffamiert. Dabei möchte sie doch nichts lieber, als so zu sein, wie all die anderen um sie herum.

In der Schule bekommt Sara eine Sonderbetreuung. Dieser Unterricht, findet in der „Beklopptenbox“ statt, wie Sara den Raum nennt, in dem sie für einige Stunden separat von anderen Mitschülern unterrichtet wird. Zuhause erwarten sie keine Freunde, dafür aber ihre Eltern, die alles tun, um das Kind zu fördern, mit der Situation aber offensichtlich auch stark überfordert sind.

Sara wünscht sich nichts mehr, als Freunde zu haben und für sich eine Form der Alltagsbewältigung zu finden. Um diesem Ziel näher zu kommen, soll sie eine Gruppentherapie besuchen. Sara ist skeptisch. Wie soll es ihr gelingen, aus dem Kreis der Ausgestoßenen auszubrechen, wenn sie noch mehr Zeit mit anderen verbringen soll, die ähnliche Schwierigkeiten haben wie sie.

Saras Skepsis scheint nicht unbegründet. So trifft sie in der Gruppentherapie auf Gleichaltrige, die vor ähnlichen Problemen und Herausforderungen stehen. Doch an diesem Nachmittag findet Sara auch eine neue Freundin. Denn Erin, das Mädchen, das ständig ohne Punkt und Komma redet, das kaum noch Augenbrauen und Wimpern hat, lässt sich nicht so einfach abschrecken. Sie möchte Saras Freundin sein und hat sogar einen eigenen Begriff für die Menschen, die anders – ja besonders – sind: Sternenkinder. Und wenn Sara möchte, so darf sie sich auch so nennen. Und für Sternenkinder herrschen eigene Regeln. Eine davon ist, dass sie zusammenhalten und immer füreinander da sind.



Meinung:


Sara ist ein Mädchen, dessen Alltag stets zur wahnwitzigen Tour de Force abzudriften droht. Depressionen, Panikattacken und allerhand Ängste begleiten sie. Nach dem Unterricht, in dem sie von den anderen Schülern gemobbt wird, kommt sie nach Hause und sucht Schutz bei den Eltern. Diese bemühen sich nach besten Kräften der Tochter zu helfen, doch die Situation ist keine einfache und für die Ehe der Eltern eine schwere Belastung.

Nicht selten muss sich Sara von ihren Mitschülern den Begriff Psycho-Sara gefallen lassen. Oft fällt dieses Wort, wenn eines der „Spiele“ wieder losgeht. Das Risikospiel, das ist Saras Ausdruck für die schizophrenen Episoden. Oder Fehlalarm, Saras Ausdruck für die Panikattacken. Die Angst davor, dass etwas gewaltig aus dem Ruder läuft, dass jemand am Ende vielleicht sogar stirbt. Oder die Bleikugel, so nennt Sara die Momente, in denen sie sich schwer fühlt und einfach nur versucht, den Tag irgendwie hinter sich zu bringen.

Um mit den Herausforderungen des Alltags besser klarkommen zu können, führt Sara ein Spiralbuch mit über 130 Regeln darin. „Die Regeln zum Normalsein“, wie Sara sie nennt, werden von ihr ständig ergänzt. Mit ihrer Hilfe versucht sie sich an die Gesellschaft anzupassen. Das gelingt mehr schlecht als recht. Denn immer, wenn Sara eine Regel als erfüllt durchstreichen kann, so kommt ziemlich bald eine neue dazu.

Bei einem Spaziergang durch den Park trifft Sara auf einen Jungen. James spricht sie an und bezeichnet sie sogar als normal. Etwas verbindet die beiden miteinander. Vielleicht ist es die Tatsache, dass James so traurig blickt und ebenfalls Probleme zu haben scheint. Doch Sara weiß, dass sie besonders ist und dennoch schenkt ihr dieser Junge Mut, weiter dafür zu kämpfen, sich kompatibel zur Gesellschaft verhalten zu können.

Und dann gibt es da noch Erin, das Mädchen aus der Therapiegruppe, die so ganz anders ist als Sara. Erin redet ständig. Für sie ist es normal, wenn Sara, um durchzuatmen, für einige Zeit in einen anderen Raum verschwindet.

Im Nachwort erfährt der Leser, dass Wesley King selbst mit Zwangsstörungen, generalisierten Angststörung, Panikanfällen und Depressionen zu kämpfen hatte. Mit „Sara auf der Suche nach Normal“ wollte er nach „Daniel is different“ eine Geschichte schreiben, die sich mit dem Thema psychische Störungen auseinandersetzt.

Der Autor möchte mit seinem Buch den Leser auffordern, das zu verstehen und zu akzeptieren, was uns schräg und wundervoll macht. Das ist dem Autor meiner Meinung nach gelungen. Ich möchte Wesley Kings Appell an den Leser an dieser Stelle noch einmal weitergeben: Bleibt so wie ihr seid: Einzigartig, wundervoll, mit Ecken und Kanten, mutig und tapfer. Verbiegt euch nicht, nur weil andere es von euch verlangen.



Fazit:


Wesley King vereint in „Sara auf der Suche nach Normal“ eine unglaublich liebenswürdige Protagonistin mit frischen Ideen und unglaublich witzigen Einfällen.

Es ist die Geschichte eines Mädchens, dass Tag für Tag versucht, sich kompatibel zur Gesellschaft zu verhalten.

Glaubhaft und nachvollziehbar schildert der Autor das Leben von Sara, die nichts lieber möchte, als so zu sein wie all die anderen Menschen.

Menschen stylen sich, machen Diäten, werden sogar operiert – all dies, um sich zu verwandeln in die, die sie sein wollen sollen oder besser glauben, sein zu müssen. Anlass hierfür ist wohl, dass wir alle uns abmühen unsere Verortung im sozialen Raum für andere sichtbar zu verkörpern.

Als Leser hofft man schnell, dass Sara eben dies nicht so gelingt, wie sie sich das vorstellt. Denn Sara ist eine unglaublich wundervolle Figur, sie ist mutig und unglaublich stark. Sie ist ein fantastisches Mädchen mit einem großen Herzen. Für den Leser ist das Buch daher ein Reiseführer der ganz eigenen Art, bei dem er viel über sich selbst lernen kann.

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Veröffentlicht am 04.12.2020

Ein fesselnder Reihenauftakt

Federn über London 1
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Inhalt:

Als Clear nackt in einer fremden Badewanne erwacht, weiß sie selbst nicht mehr, wie ihr geschieht. Kurz darauf stellt das junge Mädchen fest, dass an ihrem Rücken zwei schwarze Flügel gewachsen ...

Inhalt:

Als Clear nackt in einer fremden Badewanne erwacht, weiß sie selbst nicht mehr, wie ihr geschieht. Kurz darauf stellt das junge Mädchen fest, dass an ihrem Rücken zwei schwarze Flügel gewachsen sind. Sie befindet sich, wie sie später erfahren wird, in der National Gallery in London, dem Hauptsitz der Engel.

Inmitten der großen Informationsflut wird Clear auch noch mitgeteilt, dass sie zu einem von fünf Todesengeln gehören würde. Diese Art von Engeln sammeln die Seelen Verstorbener ein, weil ihr früheres Leben nach Sühne verlangt. Denn die Todesengel sind – anders als Schutzengel - selbstverschuldet umgekommen und haben dabei auch noch eine weitere Person mit ins Verderben gestürzt.

Clear hat einiges zu verarbeiten, wie man sich vorstellen kann. Doch allzu viel Zeit über die Dinge nachzudenken, bleibt ihr nicht. Dunkle Wolken stehen am Horizont. Das dunkle Nichts und die Phais – Dämonen der Unterwelt – werden aktiver. Die Engel sind alarmiert.



Meinung:

„Federn über London – Erwachen“ war mein erstes Buch von Sabine Schulter. Schon im Vorfeld wurde mir gesagt, dass die Bücher der Autorin mit Figuren, die einem ans Herz wachsen, bevölkert sind, weil diese so einfühlsam beschrieben werden. Stimmt!

So trifft Clear in diesem Buch unter anderem auf Black, Ease und Wet. Während Black mit einem zynischen Humor aufwartet und stets zu einem kleinen Streich bereit ist, wirkt Ease in jeder Situation ruhig und besonnen. Wet hingegen hat ein unglaublich großes Herz.

Das Buch lebt neben den liebenswerten Charakteren aber auch von einer durchdachten Fantasywelt. Neben Todesengeln gibt es hier auch Schutzengel, gefallene und gebrochene Engel. Jeder Engel kann auf die Macht der Vellas (gefallene Sterne) zurückgreifen. Das geschieht, indem der Engel eine Geste mit den Händen formt und dann die Magie des Sterns freisetzt. Die Vellas selbst leben in der Kathedrale. Bei diesen handelt es sich um leuchtende kleine Wesen. Besonders Zerus, den kleinen frechen Drachen, habe ich im Laufe der Geschichte ins Herz geschlossen.

Dämonen und das dunkle Nichts sind als Antagonisten angelegt. Zwar bedient sich die Autorin auch im Ersatzteillager der Klischee, weiß aber auch Neues beizusteuern.



Fazit:

Mit „Federn über London – Erwachen“ ist Sabine Schulter ein spannender Reihenauftakt gelungen. Bei der Entwicklung ihrer Fantasy-Welt hat sie dem Genre neue und spannende Ansatzpunkte und Inspirationen gegeben.

Sabine Schulter hat ein Händchen für interessante Figuren, die mit Ecken und Kanten daherkommen und dem Leser schnell ans Herz wachsen.

Jede Seite dieses Buches macht einfach nur Freude. Es gibt unglaublich viel zu erleben und zu erkunden. Keine Chance wird ausgelassen, dem Plot Spannung zu verleihen.

„Federn über London – Erwachen“ war mein erstes und auf keinen Fall letztes Buch der Autorin. Ich empfehle diese Geschichte Lesern, die eine Antwort auf die Frage suchen, warum genaues Lesen Spaß macht.

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Veröffentlicht am 17.11.2020

Musthave für Procreatenutzer und Handletteringfreunde

Handlettering mit Procreate
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Inhalt:

In „Handlettering mit Procreate“ widmet sich der Autor, wie der Buchtitel bereits verrät, dem digitalen Lettering mit der Software Procreate. In der Einleitung entwickelt der Herausgeber unter ...

Inhalt:

In „Handlettering mit Procreate“ widmet sich der Autor, wie der Buchtitel bereits verrät, dem digitalen Lettering mit der Software Procreate. In der Einleitung entwickelt der Herausgeber unter ausführlichem Rekurs auf das Grafikprogramm und das Thema Handlettering Grundwissen.

Back to the basics erklärt der Autor das Programm Procreate. Er beginnt bereits bei der Galerie, verrät, wie man über Gestensteuerung aber auch mit dem „Pencil“ verschiedene Funktionen abrufen und sinnvoll verwenden kann. Anfänger werden hier mit den Basics vertraut gemacht, aber auch fortgeschrittenere Nutzer der Software erhalten wertvolle Tipps. Welchen DPI-Wert sollte man bei der Leinwandgestaltung eingeben, welcher Farbraum eignet sich am besten für das gewünschte Druckergebnis und in welches Format soll man sein Bild letztlich exportieren?

Nach den Erläuterungen zur Leinwand und Galerie widmet sich Pavo Ivkovic den einzelnen Funktionen der Bedienoberfläche. Hierbei lässt er nichts aus. Jede einzelne Funktion wird so vorgestellt, dass der Leser sich ein Bild davon machen kann, was man darunter versteht und wie man dieses Hilfsmittel/diese Schaltfläche gewinnbringend nutzen kann.

Schon bei der Erläuterung der Grundlagen arbeitet der Autor mit kleinen Beispielen. Anhand von Bildern erkennt man schnell, wie man sein Lettering z.B. mit Bewegungsunschärfe, Perspektiver Unschärfe, Gauß'scher Unschärfe oder Rauschen zu einem wahren Hingucker machen kann.

Zu den zahlreichen Features von Procreate gehört unter anderem die Zeichenhilfe. Mit ihrer Hilfe kann man u.a.. optisch sehr ansprechende 3D-Letterings ins Werk setzen. Ein spiegelverkehrtes Lettering, ein hübsches Buchstaben-Mandala - all das und noch viel mehr lässt sich mit diesem Feature spielend leicht umsetzen.

Ein weiteres Kapitel des Buches beschäftigt sich mit den Ebenen. Wann sollte man die Funktion Maskieren verwenden, wofür ist die Alphasperre gut, was bedeutet Clipping-Maske? All diese Begriffe erläutert der Autor. Immer wieder gibt es hier bebilderte Beispiele, anhand derer der Leser üben und das Gelesene somit sogleich in der Praxis vertiefen kann. Mann kann seinen Ebenen auch noch einen Effekt verleihen. Auch hier kann der Leser anhand von Beispielen sehr schnell erkennen, welchen Unterschied die Aktivierung der Schaltfläche „farbig nachbelichten“ oder „negativ multiplizieren“ doch ausmacht.

Einen genauen Blick wirft Pavo Ivkovic in seinem Kapitel, „Die Pinsel“, auf die vielen verschiedenen Funktionen des Pinselstudios. Als kleines Feature gibt es im zweiten Teil des Buches auch Vorlagen für einen einfachen Brush Pen, einen Color Dynamic Brush Pen und einen Watercolor Brush Pen.

Ein weiteres Kapitel des Buches widmet sich dem Thema Farben. Neben den Möglichkeiten, die Procreate bietet, um eine stimmige Farbwahl für sein Bild zu finden, bietet der Autor auch einen kleinen Ausflug in das Thema Farbenlehre. Der Autor stellt hier unter anderem die Frage, welcher Grund hinter der Farbwahl von Firmenlogos stecken könnte.

Ein gutes Lettering besteht aus einigen Elementen. Beispielsweise aus einem stimmigen Layout. Wie platziere ich das Bild am besten? Welches Wort sollte man besonders hervorheben? Welcher Stil passt zu meinem Text und was mache ich mit Weißräumen? Auch diese Themen greift der Autor in seinem Buch auf. Eine weiterer Clou ist eine Anleitung zum Zeichnen verschiedener Banner.

Mit einem Schatten bekommt dein Lettering noch das gewisse Etwas verliehen. Es gibt so viele Möglichkeiten einen Schatten zu platzieren. Nutze z.B. einen überlappenden Schatten, einen Banderolen-Schatten oder den Effekt „langer Schatten“. Mit Farbverläufen sowohl innerhalb der Buchstaben oder auch im Hintergrund, Lichthighlights oder einem Foto innerhalb des Wortes, kann man sein Lettering sehr effektiv in Szene setzen.

Im zweiten Teil des Buches findet der Leser dann einige sehr eindrucksvolle Bilder, die er anhand ausführlicher Tutorials spielend leicht nachmachen kann. Auch hier ist die Lernkurve sehr steil. Denn die einzelnen Elemente lassen sich auf beliebige eigene Werke in verschiedenen Abwandlungen anwenden.

Dann verrät der Autor, wie man eigene Alphabete erstellen und Vorlagen nutzen kann. Erstelle dir z.B. eine Letteringvorlage, auf der du das Zeichnen von Buchstaben üben kannst.

Nächster Halt: Was musst du beachten, wenn du dein eigenes Lettering in den Druck z.B. für ein schönes T-Shirt-Geschenk oder eine selbstgestaltete Tasse geben möchtest? Auch eine Anleitung zum Animieren deiner Letterings enthält das Buch.

Zu guter Letzt präsentiert das Buch einige Motivations-Kicks und wendet sich dem Thema Vektorisieren zu.


Eigene Meinung:

Neben der Leinwand wird dem Leser auch die Bedienoberfläche des Programms genau erklärt.

Das kleinteilig gegliederte Werk überspringt keinen einzelnen Punkt, sondern erläutert geduldig nach und nach jedes einzelne Element.

Procreate hält für seine Nutzer viele Features bereit. Oft nutzt man nur eine handvoll davon. Pavo Ivkovic vermittelt mit seinem detaillierten und informativen Erläuterungen, warum es sich lohnt beispielsweise auch mal einen genaueren Blick auf die einzelnen Einstellungen für die Pinselerstellung oder die Funktionen der Zeichenhilfe zu werfen. Dieses Buch ist keines, das man zügig und in einem Rutsch lesen kann. Es will immer wieder zur Hand genommen werden. Nach und nach werden die Tipps des Autors dabei helfen, noch sicherer mit dem Programm zu werden. Die vielen Hilfsmittel, die Procreate bietet, können helfen, spielend leicht grandiose Bilder ins Werk zu setzen. Ein Lernprozess, der sich, schaut man sich die Werke des Autors an, durchaus auszahlen kann.

Pavo Ivkovic vermittelt hier nicht nur an Anfänger wertvolle Tipps. Auch fortgeschrittene Nutzer des Programms Procreate kommen voll auf ihre Kosten.

Handlettering mit Procreate liefert so viele Informationen, dass sich Anfänger vielleicht im ersten Moment davon erschlagen fühlen werden. Gerade diese detaillierte Aufschlüsselung bietet aber auch so viele Möglichkeiten. Neben Tutorials und Erläuterungen der einzelnen Bedienelemente und ihrer Funktionen wagt Pavo Ivkovic auch kleine Ausflüge z.B. in die Farbenlehre, den Aufbau der Buchstaben und die Layoutgestaltung eines Letterings. Als Feature gibt es Anleitungen für drei sehr interessante Pinsel und sogar eine zum Watercolor Brush Pen passende Papiervorlage. So kann der Zeichner auch gleich mit einem eigenen digitalen Watercolorlettering starten.

Fazit:

„Handlettering mit Procreate“ beleuchtet ein bisher zu Unrecht vernachlässigtes Thema. Endlich ein Buch, das sich mit dem Thema digitales Lettering beschäftigt!

Herausgekommen ist ein voluminöses und äußerst detailverliebtes Werk. Auf Grund der Komplexität der Materie muss man Pavo Ivkovic dankbar sein, dass er keine halben Sachen macht.

Gerade die Vielfalt der Perspektiven und Themen macht dieses Buch zu einer horizonterweiternden Lektüre. Die angeschnittenen Themen, auch Farbenlehre, Layout, Vektorisieren, Vorlagenerstellung und vieles mehr, bieten einen reichhaltigen Überblick zum Thema.

Das Buch wendet sich auch an den Anfänger, ist tatsächlich aber auch für Fortgeschrittene zu empfehlen, insofern einer differenzierten Darstellung in jedem Fall der Vorrang eingeräumt ist.

Ich empfehle daher, Lesen, ganz besonders gründliches und wiederholtes Lesen.

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Veröffentlicht am 11.11.2020

Wunderschöne Motive

Watercolor Dreams
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Inhalt:

„Watercolor Dreams“ bietet, wie der Untertitel des Buches ja auch verspricht, Projektideen zum Thema Tier und Natur.

Auf den ersten Seiten verrät Jana Windoffer in einem Vorwort mehr über ihren ...

Inhalt:

„Watercolor Dreams“ bietet, wie der Untertitel des Buches ja auch verspricht, Projektideen zum Thema Tier und Natur.

Auf den ersten Seiten verrät Jana Windoffer in einem Vorwort mehr über ihren Werdegang. Sie spricht über ihre Leidenschaft zum Zeichnen und motiviert den Leser sich an den im Buch wartenden Projekten zu versuchen. Es folgt eine kleine Materialkunde. Welche Farben eignen sich für erste Projekte. Was sollte man beim Kauf von Papier und Pinsel beachten? Detailverliebt zählt die Autorin Materialien (wie z.B. Bleistift, Fineliner, Küchentuch) auf, die man im Weiteren benötigt.

Es folgt eine kurze Erläuterung der verschiedenen Techniken. Jana Windoffer stellt drei goldene Regeln auf, die zum Erfolg führen. Sie verrät etwas mehr über das Thema Farbverläufe und gibt einen Tipp, wie man Motive ohne große Probleme abpausen kann.

Und dann kann es auch schon losgehen. Es folgen allerhand Tier- und Naturmotive. Die Projekte sind inhaltlich vielfältig und optisch ansprechend gestaltet. Auf der linken Seite befindet sich unter der Motivüberschrift ein paar kurze Worte der Autorin. Hier verrät Jana Windoffer ihre Gedanken zum Bild; was sie daran mag und wofür man es z.B. verwenden kann. Links neben der Überschrift zeigt die Autorin anhand von Punkten den Schwierigkeitsgrad des folgenden Motivs auf. Ein bis drei Punkte erklären, ob das Projekt eher einfach, mittelschwer oder doch schwieriger umzusetzen ist. Wobei die Autorin aber im Vorfeld klarstellt, dass selbst die schwierigen Motive gar nicht so fordernd, sondern, einmal auf Erfolgskurs gebracht, direkt umsetzbar sind.

In der Mitte der Seite befindet sich die Farbpalette. Die Autorin schließt diese Seite mit ein paar Hinweisen zum jeweiligen Motiv ab.

Auf der rechten Buchseite kann man dann das fertige Bild in Großaufnahme bewundern, bevor man auf den Folgeseiten mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung ans Werk schreitet. Jede Anleitung wird in vier bis sechs Schritte aufgegliedert.

Das Buch schließt mit vier bebilderten Seiten ab, die Inspirationen für eigene Projekte bieten.


Eigene Meinung:

Als ich „Watercolor Dreams“ das erste Mal erblickt habe, war ich gleich angetan von dem romantisch anmutendem Stil und den wunderschönen, in warmen Farbtönen gezeichneten Bildern der Autorin. Allerdings war ich auch skeptisch, ob es mir gelingen würde, die aufwendigen Motive nachzuzeichnen. Eine sehr gängige Angst, die Jana Windoffe sehr häufig in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis beobachtet, wie sie bereits im Vorwort erzählt.

Jana Windoffer plädiert hier für eine kluge wie pragmatische Herangehensweise. Ihr Motto ist: Nicht nachdenken, sondern einfach loslegen.

Neben motivierenden Worten bietet das Vorwort auch mehr Informationen über Jana Windoffer. Die Autorin ist leidenschaftliche Bloggerin, Illustratorin und Fotografin. Gerade diese Leidenschaft zur Fotografie merkt man dem Buch an. Aufwendige und sehr ansprechende Fotos schmücken das Buch.
Doch ist das Buch nicht nur hübsch anzuschauen, sondern schafft es auch, durch eine überraschend ungezwungene Art für die Kunst zu begeistern.

Die auf den ersten Blick sehr anspruchsvoll wirkenden Motive lassen sich, das hat der Selbstversuch gezeigt, sehr gut umsetzen. Besonders gefallen hat mir neben den traumhaft schönen Motiven auch die Farbwahl, die Jana Windoffer für ihre Bilder zusammengestellt hat. Eine Farbpalette am Anfang eines jeden Projektes hilft entweder dabei die Farben in ähnlichen Tönen vor dem Start nachzumixen oder aber entsprechend fertig einzukaufen. Sehr sympathisch fand ich an dieser Stelle auch den Einwurf der Autorin, dass sich für Anfänger auch ein einfacher, billiger Farbkasten aus dem Supermarkt eignet.

Mit Hilfe der Anleitungen habe ich mich an drei verschiedenen Bildern versucht: Ein Blumenmotiv - Schwierigkeitsgrad 1 - und ein Fuchsbild sowie eine Mondlandschaft – Schwierigkeitsgrad 3. Alle drei Motive gingen mir mit Hilfe der Anleitungen leicht von der Hand. Im Endeffekt war ich zufrieden mit meinen Ergebnissen. Somit kann ich „Watercolor Dreams“ wirklich empfehlen.


Fazit:

In „Watercolor Dreams“ vermittelt Jana Windoffer Kunstgenuss sowie Erkenntnisgewinn und auch etwas von der Begeisterung für diese, ihre Kunst.

Durch den klaren und übersichtlichen Aufbau, das ansprechende und leserfreundliche Layout sowie den souveränen Umgang mit dem anspruchsvollen Thema motiviert die Autorin den Leser, auch anspruchsvolle Projekte anzugehen.

Das Verhältnis von Form und Inhalt ist immer stimmig.

Ich bin begeistert. Von mir gibt es daher eine volle Fünf-Sterne-Bewertung.

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