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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.01.2021

größtenteils ansprechend und anregend

Shaolin - Du musst nicht kämpfen, um zu siegen!
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Bernhard Moestel beschreibt in 12 Kapiteln die 12 Lebensprinzipien der Shaolin; er bezeichnet dieses Buch als Arbeitsbuch, da man in einem Extraheft gestellte Fragen beantworten und die Antworten von Zeit ...

Bernhard Moestel beschreibt in 12 Kapiteln die 12 Lebensprinzipien der Shaolin; er bezeichnet dieses Buch als Arbeitsbuch, da man in einem Extraheft gestellte Fragen beantworten und die Antworten von Zeit zu Zeit überprüfen soll. Die eigene Veränderung soll dann allmählich erfolgen.

Insgesamt fand ich viele Betrachtungen sehr interessant, manche, besonders in denen ich eher das Gefühl von Manipulation und Hinterlist hatte, dagegen nicht ganz so. Die vielen Seiten mit Fragen können durchaus helfen, sich seiner eigenen Denkweise und anderen Möglichkeiten der Sicht und Strategie bewußter zu werden. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, zudem er durch Geschichten, Beispiele und Zitate sehr locker und leicht daherkam und ein angenehmes Lesen bescherte. Manche Zitate oder Beispiele kennt man wohl schon, was ich aber nicht weiter schlimm finde, denn Wichtiges darf man durchaus mehrmals lesen...

Veröffentlicht am 11.01.2021

gute Unterhaltung mit gelungenem Mix aus Realem und Fiktion

Der Fall Alice im Wunderland
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Von wahren Begebenheiten inspiriert schrieb Guillermo Martínez "Der Fall Alice im Wunderland", den Sascha Tschorn sehr angenehm und ansprechend für dieses Hörbuch eingesprochen hat.

Eine tatsächlich ...

Von wahren Begebenheiten inspiriert schrieb Guillermo Martínez "Der Fall Alice im Wunderland", den Sascha Tschorn sehr angenehm und ansprechend für dieses Hörbuch eingesprochen hat.

Eine tatsächlich verschollene Seite aus Lewis Carolls Tagebuch ist aufgetaucht, erregt große Aufmerksamkeit, denn sie könnte aufzeigen, in welchem Verhältnis dieser zu Alice gestanden hatte. Es beginnt ein Krimi mit vielen Wendungen, mehreren Toten und vielen Anspielungen auf Inhalte des Buches “Alice im Wunderland”. Forschungen und Weitstreit unter den Beteiligten schmücken die Geschichte aus, lassen Oxford, Debatierklubs, eine erdachte Bruderschaft vor dem Zuhörer entstehen; und es wird thematisiert, in wieweit Lewis Carolls, der im wahren Leben Charles Lutwidge Dodgson hieß, mit einigen seiner vielen Fotos zwar den damaligen Zeitgeist getroffen haben mag, sich aber die Frage stellt, ob die Mädchennacktfotos als Kunst durchgehen oder etwas ganz anderes dahintersteckt. Außer Acht lassen darf man dabei nicht, dass es zu der zu der damaligen Zeit durchaus üblich war, dass Mädchen mit 12 Jahren verlobt und mit 14 Jahren verheiratet wurden.

Den Griff auf die Tagebücher samt fehlender Seite sowie Brief finde ich sehr gelungen um Spekulation und Wahrheit spannend in diesem Krimi zu verknüpfen. Der Verlauf dieses Krimis wird ansprechend erzählt und vermittelt sehr viel über das Leben Carolls; man kommt nicht drum herum, immer wieder tiefergehende Informationen dazu online anzusehen. Manchmal scheint der Krimi kleine Umwege zu nehmen, ist nicht vorhersehbar und wartet mit einem überraschenden Ende auf. Manchmal gibt es zwischendurch Wiederholungen, wodurch es leider immer wieder etwas zäh wird.

Mir hat dieser Krimi sehr gut gefallen; er hat mich ausgesprochen gut unterhalten, mir viele neue Informationen über Carrolls Leben nahegebracht, war interessant bis zum Schluss und sehr ansprechend gelesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Sprecher
  • Erzählstil
  • Spannung
  • Cover
Veröffentlicht am 29.12.2020

sehr persönliche Berichte

Leviathan oder Der Wal
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Philip Hoare durchleuchtet den Umgang mit Walen und die Faszination, die sie auslösen, beschreibt persönliche Erlebnisse und Kontakte, Reisen, Literatur, Haltungsbedingeungen, auch jene vor vielen Jahrzehnten, ...

Philip Hoare durchleuchtet den Umgang mit Walen und die Faszination, die sie auslösen, beschreibt persönliche Erlebnisse und Kontakte, Reisen, Literatur, Haltungsbedingeungen, auch jene vor vielen Jahrzehnten, als Wale in kleinen Becken oder Tanks ausgestellt wurden. Er beschreibt verschiedene Arten, nimmt Bezug auf Literatur, wie Moby Dick, berichtet über Walsichtungen. Sehr viele Fotos, Schautafeln, Urkunden, Bilder und mehr illustrieren da Buch schön und abwechslungsreich. Insgesamt zeichnet Phillip Hoare ein sehr vielseitiges, aspektreiches und gut recherchiertes Bild um den Wal, sehr persönlich, aber auch durch viele andere Quellen ergänzt. Der Inhalt des Buches ist interessant und dennoch ist der Funke nicht völlig auf mich übergesprungen. Für Leser, die Moby Dick lieben und von Walen regelrecht fasziniert sind, dürfte das aber ganz anders aussehen.

Veröffentlicht am 26.11.2020

Kurzkrimis mit unerwarteter Wendung

Die Toten vonne Ruhr
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Das knapp 200 Seiten starke Taschenbuch enthält 13 Kurzgeschichten, die hauptsächlich an der Ruhr spielen, mit plötzlichen Wendungen überraschen und manchmal als Kurzkrimis durchgehen und manchmal nicht.

Besonders ...

Das knapp 200 Seiten starke Taschenbuch enthält 13 Kurzgeschichten, die hauptsächlich an der Ruhr spielen, mit plötzlichen Wendungen überraschen und manchmal als Kurzkrimis durchgehen und manchmal nicht.

Besonders hervor hebt sich für mich eine Kriegskurzgeschichte, die nicht an der Ruhr sonder in Kundo spielt und für mich nicht so ganz zum Titel des Buches passt. Bei einer anderen Geschichte war für mich das gesponnene Garn nicht ganz so schlüssig, aber darüber kann man geteilter Meinung sein.

Es verhält sich ja bei einer Sammlung immer so, dass jeder andere davon besonders ansprechend findet. In dieser Kurzgeschichtensammlung, in der manche Geschichten vom Inhalt her durchaus mehr Seiten spannend hätten füllen können, gibt es viel Abwechslung, Unterhaltung und falsche Fährten, temporeich und überwiegend spaßig zu lesen.

Veröffentlicht am 03.11.2020

Gemüserezepte mit unterschiedlich hohem Aufwand

all‘orto
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In diesem Buch stellt Claudio Del Principe viele verschiedene Gemüsegerichte vor, die nach ihrer Hauptzutat, beispielsweise Artischocken, Auberginnen Blumenkohl, Bohnen…, kapitelweise sortiert sind.

Zu ...

In diesem Buch stellt Claudio Del Principe viele verschiedene Gemüsegerichte vor, die nach ihrer Hauptzutat, beispielsweise Artischocken, Auberginnen Blumenkohl, Bohnen…, kapitelweise sortiert sind.

Zu jedem Gemüse erhält man eine kleine Einführung, die mich ganz besonders bei außergewöhnlichen, mir nicht bekannten Gemüsen interessierte, unter anderem Catalogna ( eine Zichorienart), Cedri (eine besondere Zitrone, mit dicker süßer weißer Schicht, die auch verarbeitet wird – auch als Zitronatzitrone bekannt) oder Cardy. Die Rezepte wurden gut erklärt und lassen sich auch entsprechend nacharbeiten. Zu fast allen Rezepten gibt es ein Foto der fertigen Speise und immer wieder auch Fotos, wie der Autor zwischen Gemüse im Garten hockt, dieses streichelt oder erntet. Für mich waren diese Fotos ziemlich sinnbefreit, denn bereits im Vorwort erklärt de Autor, dass er selber kein Gemüse anbaut; es ginge ihm ein oder wäre reif, wenn er im Urlaub wäre oder würde zerstört, wenn er mit Familie im Garten tollt. Einen Garten pflegen wird er nach eigenen Angaben wohl erst, wenn er Rentner ist…. aber gutes, gekauftes Gemüse könne man genausogut verarbeiten.

Die Rezepte, jeweils für vier Personen ausgelegt, reichen von ganz einfach bis viel zu aufwändig für den Alltag ( und für mich manche auch für besondere Tage), von Portionen, die satt machen bis homöopathische Leckerei, eher zur Deko geeignet oder ein Gang für den hohlen Zahn, wie beispielsweise 8 frittierte Salbeiblätter pro Person. Ich muss gestehen, dass zum Essen für mich auch sattwerden dazugehört und so fallen manche Gerichte für mich direkt weg. Wenn ich nun verschiedene aufwendige Gänge zubereiten soll, die mich insgesamt mehrere Stunden in der Küche beschäftigen und alles in maximal einer Stunde verputzt wird, steht das für mich nicht so ganz ansprechend in Relation.

Mich sprechen also die bodenständigeren Gerichte ohne viel Schnickschnack, ohne Tröpfchendeko oder überdurchschnittlicher Freifläche auf dem Teller besonders an, wie die Pizza e foje, im Ofen gebackene Polenta, die zerbrochen und mit blanchierten Gemüse gereicht wird. Aber auch von den kleineren Speisen sprechen mich jene mit außergewöhnlichen Zutaten an und ich werde sie, sofern ich die Zutaten erhalte mit großer Spannung auf das Geschmackserlebnis zubereiten, wie „Carpaccio die cedro“ oder „Insalata di puntarelle alla romana“, jenem aufregenden Zichoriengewächs, mit Sardellen und weiteren Zutaten.

Die vorgestellten Rezepte sind schön, aber nicht alle alltagstauglich. Zum Durchblättern, inspirieren lassen oder für besondere Anlässe lässt sich viel mehr in diesem schön gestalteten Buch finden. Wer bei einzelnen, mittlerweile handelsüblichen Gemüsen, wie Fechel, Artischocke, Pastinaken oder Roter Beete Informationen nachlesen möchte, erhält gute Erklärungen und Anregungen samt Rezepten. Auch Einstimmungen in die italienische Küche samt kleinen Fotos runden das schön gestaltete Buch ab.