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Veröffentlicht am 09.02.2024

Schachsucht

Das Damengambit
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"Das Damengambit" hat mich sofort auf den ersten Seiten gepackt. Es erzählt die fesselnde Geschichte von Beth Harmon, einem Waisenmädchen, das in den 1950er- und 1960er-Jahren in den USA aufwächst. Nachdem ...


"Das Damengambit" hat mich sofort auf den ersten Seiten gepackt. Es erzählt die fesselnde Geschichte von Beth Harmon, einem Waisenmädchen, das in den 1950er- und 1960er-Jahren in den USA aufwächst. Nachdem Beth das Schachspiel im Keller ihres Waisenhauses entdeckt, zeigt sie außergewöhnliches Talent für das Spiel. Sie wird von ihrem Lehrer, Hausmeister Mr. Shaibel, gefördert und entwickelt sich zu einer beeindruckenden Schachspielerin.

Beth muss sich jedoch nicht nur mit den Herausforderungen des Schachs auseinandersetzen, sondern auch mit persönlichen Schwierigkeiten, darunter Suchtprobleme und emotionale Belastungen. Die Geschichte erzählt von Beths Aufstieg in der Schachwelt, ihre Beziehungen zu anderen Spielern und ihre persönliche Reise der Selbstfindung in ihren Teenager-Jahren.

Ich habe besonders auf den letzten 100 Seiten richtig mitgefiebert. Trotz zahlreicher Hindernisse und Vorurteile aufgrund ihres Geschlechts setzt Beth ihren Weg fort und kämpft darum, in einer von Männern dominierten Umgebung respektiert zu werden.
Autor Walter Tevis hat dieses Meisterwerk bereits 1983 veröffentlicht und lohnt sich heute noch gelesen zu werden.

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Veröffentlicht am 26.11.2020

Alltag - Gibt es nicht mehr!

Als die Welt stehen blieb
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Wow, das war ein Buch, das in die Zeit, Situation und Umstände perfekt rein passt. Wie so viele Menschen im Jahr 2020 ihn erlebt haben, erzählt Maja Lunde wie sie den ersten Schock eines neuen Alltags ...

Wow, das war ein Buch, das in die Zeit, Situation und Umstände perfekt rein passt. Wie so viele Menschen im Jahr 2020 ihn erlebt haben, erzählt Maja Lunde wie sie den ersten Schock eines neuen Alltags überwinden lernte. Kurz und knapp und dennoch detailreich schildert sie den ersten Monat unter Kontaktverbot, Ausgangssperre, Kinderbetreuung (-und Beschäftigung) und wie sich ihre Arbeit und das Zusammenleben mit der Familie dadurch veränderte. Für mich persönlich gerade genau das Richtige um das Jahr zu verarbeiten. Ich bin gespannt, was Maja Lunde als nächstes Kreatives für uns Leser auf Papier bringt. Ich hoffe es wird genau sogar, wie ihre bisherigen Werke!

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Veröffentlicht am 13.05.2026

Willkommen bei Riaru

Riaru
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„Riaru“ ist das erfolgreichste Unternehmen der Welt: ein riesiges Online-Multiplayer-Game, das seinen Nutzer:innen ermöglicht, in fremde Welten einzutauchen, sich selbst neu zu erfinden und sogar Geld ...

„Riaru“ ist das erfolgreichste Unternehmen der Welt: ein riesiges Online-Multiplayer-Game, das seinen Nutzer:innen ermöglicht, in fremde Welten einzutauchen, sich selbst neu zu erfinden und sogar Geld mit eigenen Ideen und Projekten zu verdienen. Das erklärte Ziel der Firma: die Welt für alle besser machen.
Für Mic klingt das nach genau der eigenen Zukunft. Nach einem Studium der Softwareentwicklung hofft sie auf den großen Karrieresprung doch mit einem Abschluss aus einer kleinen argentinischen Stadt scheint dieser Traum eigentlich unerreichbar.
Dann wird plötzlich Tuuli, die Gründerin von Riaru, auf sie aufmerksam und holt sie nach Berlin ins Headquarter des Unternehmens. Für Mic beginnt scheinbar ein neues Leben. Doch je tiefer sie in die Welt von Riaru eintaucht, desto mehr beginnt die perfekte Fassade zu bröckeln.

„Riaru“ verbindet spannende Cyber- und Tech-Themen mit einer Geschichte, die sich teilweise beängstigend realistisch anfühlt. Besonders interessant fand ich die Einblicke in die Strukturen großer Tech-Unternehmen und den Umgang mit Daten, Algorithmen und digitaler Kontrolle.
Man merkt beim Lesen deutlich, dass der Autor selbst aus der Tech-Welt kommt. Viele Abläufe und Hintergründe wirken dadurch authentisch und durchdacht, ohne komplett unverständlich zu werden.
Gleichzeitig wirft das Buch spannende Fragen auf: Wie viel Vertrauen geben wir großen Plattformen? Wann wird aus Innovation Kontrolle? Und wie weit dürfen Unternehmen gehen, wenn sie behaupten, die Welt verbessern zu wollen?

Hier haben wir einen spannenden und aktuellen Cyber-Roman mit vielen realistischen Tech-Einblicken und einer spannenden Atmosphäre. Die Gschichte kann besonders interessant für alle sein, die Stories über Digitalisierung, KI und Machtstrukturen mögen.

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Vielschichige Spannungsfelder

Pipeline
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Mit "Pipeline" stellt Lucas Fassnacht einen neuen Thriller vor, der erschreckend realistisch wirkt, gerade weil die Themen darin gar nicht mehr so weit weg erscheinen.

Die Rhône führt immer weniger Wasser ...

Mit "Pipeline" stellt Lucas Fassnacht einen neuen Thriller vor, der erschreckend realistisch wirkt, gerade weil die Themen darin gar nicht mehr so weit weg erscheinen.

Die Rhône führt immer weniger Wasser und mehrere Atomkraftwerke in Südfrankreich geraten dadurch an ihre Grenzen, weil die Kühlung nicht mehr ausreichend gesichert ist. Die Lösung soll eine gigantische Pipeline sein, die Wasser vom Mittelmeer ins Landesinnere transportiert.

Doch das Projekt sorgt für massive Konflikte: Umweltorganisationen, Bauernverbände und die lokale Politik stellen sich dagegen. Als eine Pumpstation in Flammen aufgeht, wird die Kommunikationsexpertin Cecilia Thoma nach Avignon geschickt, um die Öffentlichkeit zu beruhigen.
Doch schnell merkt sie, dass hinter dem Projekt weit mehr steckt als politische Spannungen und Proteste. Als sie bedroht wird, beginnt sie selbst nachzuforschen und gerät dabei immer tiefer in ein Netz aus Machtspielchen, wirtschaftlichen Interessen und gefährlichen Geheimnissen.

„Pipeline“ ist kein klassischer Action-Thriller, sondern lebt vor allem von seiner beklemmenden Atmosphäre und dem Gedanken, wie realistisch dieses Szenario eigentlich wirkt. Themen wie Klimawandel, Wasserknappheit, Energieversorgung und wirtschaftliche Macht greifen hier erschreckend glaubwürdig ineinander.
Besonders gefallen hat mir, dass das Buch viele verschiedene Interessen und Perspektiven zeigt, ohne alles nur schwarz-weiß darzustellen. Dadurch wirkt die Geschichte sehr nah an der Realität.

Fassnachts Schreibstil liest sich angenehm flüssig und sorgt dafür, dass man trotz der komplexeren politischen und gesellschaftlichen Themen gut durch die Geschichte kommt.

Für mich war es ein sehr spannender Thriller, der vor allem durch seine Aktualität überzeugt. Es ist allerdings kein Buch für schnelle Action, sondern eher für alle, die realistische Spannung mit gesellschaftlicher Relevanz mögen.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Zwischen Visaproblemen und Midlife Crisis

Cleopatra und Frankenstein
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Hier haben wir trotz des Titels keinen Historienroman, sondern einen zeitgenössischen Roman über Ehe, Liebe, psychische Gesundheit, Identität und toxische Dynamiken im modernen New York.

Die 24-jährige ...

Hier haben wir trotz des Titels keinen Historienroman, sondern einen zeitgenössischen Roman über Ehe, Liebe, psychische Gesundheit, Identität und toxische Dynamiken im modernen New York.

Die 24-jährige britische Kunststudentin Cleo lebt in New York und versucht, sich irgendwie über Wasser zu halten. Zwischen Visaproblemen, Geldsorgen und Orientierungslosigkeit lernt sie den deutlich älteren und wohlhabenden Frank kennen. Die beiden verlieben sich schnell – und heiraten impulsiv.
Doch was zunächst wie eine glamouröse Liebesgeschichte wirkt, bekommt schnell Risse. Beide bringen eigene Unsicherheiten, Probleme und Erwartungen mit in die Beziehung. Gleichzeitig begleitet das Buch auch die Menschen in ihrem Umfeld und erzählt von Freundschaft, Einsamkeit, Sucht, psychischer Gesundheit und dem Wunsch, irgendwo anzukommen.

Dieses Buch lebt weniger von großer Handlung, sondern viel mehr von seinen Figuren und ihren Beziehungen zueinander. Niemand ist perfekt, viele Entscheidungen sind chaotisch oder schmerzhaft und genau das wirkt unglaublich menschlich.
Besonders gut gefallen hat mir, dass alle wichtigen Charaktere in den einzelnen Kapiteln eine eigene Stimme und Perspektive bekommen. Dadurch wirken die Figuren noch greifbarer, vielschichtiger und man versteht ihre Gedanken, Entscheidungen und Verletzlichkeiten deutlich besser.
Außerdem mochte ich das New-York-Setting, das der Geschichte eine ganz eigene Atmosphäre gibt. Dazu kommt ein moderner, kluger Schreibstil, der sich sehr angenehm lesen lässt.

Man muss sich aber darauf einlassen, dass die Figuren teilweise anstrengend sind und das Buch eher beobachtet als bewertet. Für mich macht genau das einen großen Teil des Reizes aus.

Ein intensiver, moderner Roman über Liebe, Selbstsuche und die Frage, ob zwei Menschen sich wirklich retten können. Nicht immer leicht aber definitiv spannend und besonders.

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