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Veröffentlicht am 14.01.2021

Frauenpower hoch zehn

Dark
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Wenn Candice Fox ein großes Talent hat, dann ist das, überraschend unangepasste Charaktere und tragische Helden zu schaffen.

Blair, ehemalige Top-Chirurgin und entlassener Häftling, wird von ihrer ehemaligen ...

Wenn Candice Fox ein großes Talent hat, dann ist das, überraschend unangepasste Charaktere und tragische Helden zu schaffen.

Blair, ehemalige Top-Chirurgin und entlassener Häftling, wird von ihrer ehemaligen Zellengenossin Sneak, verurteilt als drogenabhängige Prostituierte, darum gebeten ihr bei der Suche nach ihrer verschwundenen Tochter zu helfen. Dieser Suche schließen sich bald eine knallharte Gangsterbossin und eine suspendierte Polizistin, die von ihren männlichen Kollegen aufgrund von Neid und Misgunst gemobbt wird, an.

Die Beschreibung der Handlung lässt schon erahnen, wo die Schwierigkeiten des Buches liegen. Die Autorin will einfach zu viel. Frauenpower finde ich klasse; die moralischen Untiefen, die sie in Bezug auf Frauen in "Männerjobs" auslotet, finde ich überzeugend, wenn auch etwas over the top dargestellt.

Aber es wirkt im Ganzen betrachtet immer etwas too much: zu viele starke Frauen, die sich trotz fehlender Gemeinsamkeiten zusammentun (so mehr oder weniger), zu viele Probleme, die sich ihnen in den Weg stellen und vor allem, als größtes Manko überhaupt, zu viele Zufälle und überraschend passende Wendungen.

Und doch ergibt sich zum Schluss ein seltsam stimmiges Buch, das süchtig macht, zu unterhalten weiß und wie Popcorn-Actionkino auf die Synapsen einprasselt. Wer Candice Fox kennt, weiß wie gerne sie übertreibt, überspitzt darstellt und ihre Figuren sich austoben lässt. Und genau diese Stärken findet man garantiert in ihrem neuesten Buch wieder!

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Veröffentlicht am 27.11.2020

Etwas schwächer als der Vorgänger

QualityLand 2.0 (QualityLand 2)
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Marc-Uwe Kling ist für seinen beißenden Humor und seine (ziemlich schlecht) versteckte Sozialkritik bekannt. Beides beweist er auch in der Fortsetzung seines Überraschungserfolgs des letzten Jahres.

Peter ...

Marc-Uwe Kling ist für seinen beißenden Humor und seine (ziemlich schlecht) versteckte Sozialkritik bekannt. Beides beweist er auch in der Fortsetzung seines Überraschungserfolgs des letzten Jahres.

Peter Arbeitsloser darf mittlerweile als Maschinentherapeut arbeiten, wird aber sowohl durch Henryk Ingenieur als auch Kiki Unbekannt immer wieder von seiner Arbeit abgehalten. Es geht aber auch drunter und drüber im besten aller möglichen Länder. Da kann man schonmal den dritten WK verpassen (der ja auch nur 8h dauerte).

Die Ereignisse werden mal wieder aufs Ironischste von Kalliope 7.3 zusammengefaast, nur ab und zu durch die unbedingt nötigen Podcasts und Diskussionssendungen unterbrochen.

Allein die Aufmachung des Buches ist ja immer wieder ein Hingucker und lässt einen den ernsten Unterton immer wieder fast überlesen.

Der Autor überzeugt immer wieder mit seinen Figuren, vor allen den Maschinen, die mehr Empathie zeigen als manch einer der menschlichen Protagonisten.

Allerdings kann mich die Geschichte nciht mehr so vollkommen überzeugen wie ihr Vorgänger. Vielleicht liegt es daran, dass das Buch sich zu sehr auf den Grundlagen des ersten Bandes gründet und man ohne Vorkenntnisse vollkommen aufgeschmissen wäre. Bei mir war das erste Buch einfach schon zu lange her, meine Erinnerung hat mich ab und zu im Stich gelassen und so dauerte es etwas, bis ich in der Geschichte drin steckte.

Zudem versteckt sich der rote Faden an manchen Stellen zu sehr vor dem Leser, lange ist nicht wirklich ersichtlich, worauf die Geschichte überhaupt hinarbeitet.

Insgesamt wirkte das Ganze etwas zu bemüht, liefert aber trotz allem gute Unterhaltung (was mich dann wohl in den Schlag Menschen einstuft, den dieses Buch karikieren will).

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Veröffentlicht am 27.11.2020

Blick hinter den Schleier

Millenia Magika – Der Schleier von Arken
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Wer wünscht sich nicht auch, eines Tages festzustellen, dass er etwas besonderes, magisches ist?

Adrian nicht. Er flüchtet vor dem neuen Freund seiner Mutter und seinen seltsamen Anfällen nach Arken zu ...

Wer wünscht sich nicht auch, eines Tages festzustellen, dass er etwas besonderes, magisches ist?

Adrian nicht. Er flüchtet vor dem neuen Freund seiner Mutter und seinen seltsamen Anfällen nach Arken zu seiner Großtante. Doch damit fangen seine "Probleme" erst an. Denn wie sich zeigt ist Arken eine ganz besondere Kleinstadt, in der es vor magischen Gestalten nur so wimmelt. Vor Entdeckung geschützt werden sie durch den Schleier, der die ganze Stadt umgibt und von seiner Tante aufrecht erhalten wird. Doch dann ist seine Tante verschwunden und Adrian muss sich mit seinen neuen Freunden, der Hexe Jazz und dem Troll Juri auf machen, seine Tante Lia wiederzufinden und damit Arken und seine Bewohner zu retten.

Eine aufregende, spannende, fantasievolle und reich illustrierte Geschichte beginnt. Man merkt, dass der Autor leidenschaftlicher Illustrator ist, der sein Werk mit zahlreichen Bildern schmückt und seine Fantasie in jede Seite fließen lässt. Den Leser erwartet eine wahre Flut an magischen Kreaturen, eine Vielzahl von Namen und Fabelwesen, denen die drei Hautpfiguren auf ihrer Suche begegnen.

Besonders gut gefallen haben mir auch die zahlreichen Anspielungen auf Bücher und Filme, mit denen vor allem ältere Leser mit Sicherheit etwas anfangen können.

Der Plot überrascht mit vielen Wendungen und erzählerischen Kniffen, nicht zuletzt auch mit ziemlich gruseligen Gegenspielern.

Einziger Wehrmutstropfen ist tatsächlich das ziemlich offene Ende, das schon darauf hin deutet, dass dies nicht das letzte Abenteuer in Arken gewesen sein wird. Mir hätte eine abgeschlossene Geschichte besser gefallen. Natürlich bietet die Erzählung unheimlich viel Potential für weitere Geschichten. So wird es aber nur eine weitere der unzähligen Reihenauftakte sein, die in letzter Zeit auf den deutschen Büchermarkt geworfen wurden. Ich vermisse etwas die verschwindende Kunst, eine Geschichte in einem einzigen Buch zum Abschluss zu bringen.

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Veröffentlicht am 27.11.2020

Tarantino in Buchform

Love & Bullets
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Dieses Buch liest sich, als wäre Quentin Tarantino unter die Schriftsteller gegangen.

Denn Bill, der zwar als Langfinger ganz gut ist, ansonsten aber doch eher der schlichte Typ, hat seinem Boss tief ...

Dieses Buch liest sich, als wäre Quentin Tarantino unter die Schriftsteller gegangen.

Denn Bill, der zwar als Langfinger ganz gut ist, ansonsten aber doch eher der schlichte Typ, hat seinem Boss tief in die Tasche gegriffen und ist nun auf der Flucht, vor dem Dean, vor seiner Freundin Fiona und vor den Killern, die ihm auf den Fersen sind.

Daraus entspinnt sich ein wildes, teilweise absurd-komisches, satirisches Roadmovie, das von seinen leichten, nicht zu ernst zu nehmenden Figuren und der teilweise fast schon kruden Situationskomik lebt.

Ernsthafte Dialoge oder tiefgründige Charakterentwicklung sollte man hier nicht erwarten. Dafür bekommt man unterhaltsames Popcorn-Kino für den Kopf, das seine feinfühlige Gesellschaftskritik hinter einer dicken Maske aus Übertreibungen und einem rasanten Erzählstil versteckt.

Man muss es mögen und darf nicht mit falschen Erwartungen herangehen- was auch immer die Expertise "Bonnie & Clyde reloaded" auch für Erwartungen schüren möge.

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Veröffentlicht am 25.11.2020

Magischer Diebeszug

Diebe der Nacht
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Thilo Corzilius hat in seinem Erstlingswerk eine spannende Geschichte um eine diebische Theatertruppe in einer magischen Steampunkwelt entworfen, die mit sympathischen Figuren und einigen Plottwists aufwartet.

Glin ...

Thilo Corzilius hat in seinem Erstlingswerk eine spannende Geschichte um eine diebische Theatertruppe in einer magischen Steampunkwelt entworfen, die mit sympathischen Figuren und einigen Plottwists aufwartet.

Glin und seine Kollegen sind ein bunt gemischter Haufen, die mit ihrem Wandertheater erstaunliche, fast magische Aufführungen anbieten, um die Menschen tagsüber zu unterhalten und manchen von ihnen nachts das Geld aus den Taschen zu stibitzen. Alles läuft hervorragend, bis sie in der falschen Stadt landen und sich für ihren nächsten Coup zu listige Opfer aussuchen.

Zunächst einmal muss man den Autor und seinen Verlag für die (gewohnt) wertige Aufmachung des Buches loben. Neben einem schönen Cover bietet es ansprechend illustrierte Karten, die einem die Orientierung in dieser doch recht komplexen Welt erleichtern.

Denn, das muss man dem Autor auch zugute halten, er hat seiner Fantasie beim Erschaffen dieser Welt freien Lauf gelassen und dabei einen wirklich umfassenden Rahmen für seine Erzählung geschaffen. Zusammen mit seinen recht facettenreichen Figuren gibt das ein stimmiges Gesamtbild, das durch geschickt eingeflochtene Rückblicke eine angenehme Mehrschichtigkeit erhält.

Besonders die Verknüpfung von Magie und Steampunkelementen hat mir gefallen und wurde auch gut nachvollziehbar erläutert.

Allerdings merkt man dem Buch stellenweise etwas an, dass es ein Erstling ist. Ab und zu scheint der rote Faden der Handlung etwas zu zerfasern und das große Ziel dieser Erzählung etwas aus dem Blick des Erzählers verschwunden. Und doch bringt Herr Corzilius sein Buch zu einem befriedigenden und unerwarteten Ende und macht Lust auf mehr.

Auch oder obwohl, und damit kommen wir zu einem der großen Pluspunkte des Buches, es sich hier um einen Einzelband handelt, für den keine Fortsetzung geplant ist. Eine erfrischende Abwechslung im Gewusel der unzähligen Di- und Trilogien, die gerade im Fantasy-Genre in den letzten Jahren aus dem Boden zu schießen scheinen.

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