Gut Greifenau gehört seit dem ersten Teil zu meinen absoluten Lieblings-Histo-Reihen des 20.sten Jahrhunderts. Diesmal befinden wir uns im Jahr 1923. Die Inflation herrscht in Deutschland und wir mit ein ...
Gut Greifenau gehört seit dem ersten Teil zu meinen absoluten Lieblings-Histo-Reihen des 20.sten Jahrhunderts. Diesmal befinden wir uns im Jahr 1923. Die Inflation herrscht in Deutschland und wir mit ein Wegbereiter für die Nazis sein. Noch ist es aber nicht so weit. Die liebgewonnene Familie und ihre Bediensteten stehen wieder im Fokus des Geschehens und das geschichtliche Drumherum passt perfekt dazu.
Wie immer habe ich das Buch quasi inhaliert. Es ist nichts für Quereinsteiger sondern für Fans, denn es wäre müsig das ganze Vorgeschehen nochmal aufzurollen. Die Figuren sind lebhaft beschrieben und man konnte wieder wahnsinnig mitfiebern. Toll, dass Katharina nun tatsächlich ein Medizinstudium beginnt. Sie ist eine der Personen, die in diesem Teil die größte Entwicklung mtimacht und mich freut das sehr. Aber es gibt noch ganz viele andere Dinge, die den Leser gefangen nehmen und ich bin fast traurig, dass nach dem 6.ten Band schon Schluss sein soll. Auch wenn ich verstehe, dass die Autorin nicht noch einen Krieg schildern möchte.
Beim "Spiegelmann" handelt es sich um den 8.ten Teil der Krimireihe um den Kommissar Joona Linna. In diese Reihe Quereinzusteigen ist möglich aber wer Wert darauf legt, die Ermittler näher kennenzulernen ...
Beim "Spiegelmann" handelt es sich um den 8.ten Teil der Krimireihe um den Kommissar Joona Linna. In diese Reihe Quereinzusteigen ist möglich aber wer Wert darauf legt, die Ermittler näher kennenzulernen und richtig einzutauchen in dieses Universum, der sollte das nicht tun. Tatsächlich ist so viel geschehen die letzten Jahre - man denke nur daran, dass im letzten Band sehr Dramatisches mit Joonas Kollegin Saga passiert ist - Joona und seine Tochter deshalb ein schwer gestörtes Verhältnis haben und tatsächlich der Hypnotiseur von Band eins wieder eine Rolle spielt. Also für Fans der Reihe ein Genuss, alle anderen werden da etwas allein gelassen. Außerdem hier noch eine explizite Warnung für alle Leser. DIeser Krimi/Thriller ist nichts für zarte Gemüter. Die Grausamkeiten gegen die Opfer sind so fürchterlich, dass es wirklich kaum erträglich ist. Ich bin nicht zartbesaitet und von anderen Autoren wie Chris Carter schon einiges gewohnt. Aber es ist echt heftig, was der Spiegelmann und seine Handlanger so treiben.
Grob gesagt geht es um Menschenraub, Vergewaltigung, psychische und physische Folter, Verstümmelung und Mord. Die Opfer sind junge Mädchen und was sie teilweise über Jahre erdulden müssen, kann man sich kaum vorstellen. Das Autorenduo Lars Kepler hat ein paar Lieblingsversatzstücke, die es oft in seinen Krimis verwendet. Dass Menschen lange irgendwo festgehalten werden und die Täter über Jahre unentdeckt mitten in der Bevölkerung agieren, aber auch die starke psychologische Komponente spielen oft eine große Rolle. Und ich gebe zu, dass es auch immer ein paar kleine oder grobe Übertreibungen gibt und Geschehnisse, die unrealistisch oder sogar völliger Unsinn sind. In anderen Büchern ärgere ich mich über so etwas oft sehr und eigentlich führen solche Dinge bei mir schnell dazu, dass ich Bücher abbreche oder zumindest große Abzüge in meiner Bewertung gebe. ABER bei Lars Kepler, da ist mir das ziemlich egal. Das hat ein paar gewichtige Gründe. Zum einen finde ich es Klasse, wie die Darsteller in Szene gesetzt werden, wie die Autoren in die Seele der Menschen eintauchen und deren Empfindungen, Gefühle und Gedanken oft mit ganz wenigen Worten sehr treffend und plastisch beschreiben. Dabei werden Helden, Opfer und Täter gleichermaßen beleuchtet und der Thrill erhält dadurch eine so intensive Note, dass man von der ersten Seite an mitfiebert. Der Spannungsbogen ist extrem hoch und flaut zu keiner Sekunde ab und der Showdown war dieses Mal wirklich sehr gut austariert. Beim letzten Buch ging mir alles etwas holter di polter. Dieses Mal war es genau richtig und auch genau die richtige Mischung zwischen Action, Drama und gutem Ende. Auch die Überraschung, wer denn nun wirklich der Spiegelmann ist, ist bei mir gut gelungen und die falschen Fährten und ungeahnten Wendungen waren schlau und durchdacht, das gab es keine losen Enden am Schluss. Und Joona ist mir wirklich ans Herz gewachsen. Seine empathische und ganz unaufgeregte Art erdet den Leser und auch die Menschen, die seine Hilfe brauchen.
Fazit: Wer starke, harte Krimikost sucht ist hier genau richtig. Der Plot ist nicht wirklich neu aber er lebt vor allem von den facettenreichen Charakteren und ist megaspannend. Für die Unebenheiten ziehe ich ein kleines Pünktchen ab und bin sehr zufrieden mit dem neuen Lars-Kepler-Krimi.
Ich bin kein Fans von Sachbüchern. Und ich mag auch keine Auflistungen und Nachschlagewerke. Warum, zum Kuckuck, wollte ich dann unbedingt dieses Buch haben. Weil ich ein Fantasy-Fan bin und weil Wonderlands ...
Ich bin kein Fans von Sachbüchern. Und ich mag auch keine Auflistungen und Nachschlagewerke. Warum, zum Kuckuck, wollte ich dann unbedingt dieses Buch haben. Weil ich ein Fantasy-Fan bin und weil Wonderlands eine Zeit- und Themenreise macht durch die phantastische Welt und ihre stärksten Autorinnen und Autoren und deren zeitlos gute Werke.
Von J.R.Tolkien und H.G.Wells bis J.K.Rowling und Cornelia Funke. Niemand wird hier vergessen. Es ist eine wilde Fahrt um die Welt. Über Grenzen des Genres und Grenzen der Nationen hinweg. Es ist ein Buch in dem Mann nächtelang schmökern und blättern kann.
Jedes Fantasybuch wird mit einer Inhaltsangabe und Bildern der ersten Ausgaben vorgestellt. Die Autorinnen und die Charakeristika werden umrissen. Man kann schwelgen in der Kreativität der Schriftstellerinnen, kann Werke entdecken und auf seine Wunschliste setzen, die man noch nicht gelesen hat, kann Lieblingsbücher ins Gedächtnis um zum Re-Read rufen. Kann hier ein wirklich schönes Nachschlagewerk ins Regal stellen, welches die Fantasy und die Phantasie feiert.
Vielleicht bin ich etwas voreingenommen als Harry-Hole-Fan der ersten Stunde. Für mich ist es einer der besten Krimiautoren im Skandinavischen Raum und einer meiner Lieblingsautoren. Jedes seiner Bücher ...
Vielleicht bin ich etwas voreingenommen als Harry-Hole-Fan der ersten Stunde. Für mich ist es einer der besten Krimiautoren im Skandinavischen Raum und einer meiner Lieblingsautoren. Jedes seiner Bücher ist für mich ein kleines Lesefest.
„Ihr Königreich“ handelt von zwei Brüdern, Roy und Carl, die als Teenager ihre Eltern bei einem seltsamen Autounfall verlieren und nun planen auf ihrem abgelegenen Land in einer bergigen Gegend Norwegens einen großen Hotelkomplex zu bauen und damit jede Menge Geld zu machen.
Von Anfang an ist klar, dass der Tod der Eltern kein wirklicher Unfall war und dass die Söhne irgendwie darin involviert waren. Wie und warum wird erst im Laufe des Romans so richtig klar. Nesbo lässt sich diesmal relativ viel Zeit bis er das Tempo anzieht. Das gefällt nicht jedem. Aber ich finde bemerkenswert, wie er die Figuren beschreibt, wie er ihnen reichlich Facetten und viele Grau-Töne gibt. Roy und Carl sind keine Helden im eigentlichen Sinne und obwohl man mit ihnen mitfiebert findet man ihre Taten gleichzeitig auch erschreckend und oft falsch.
Für mich war das Buch ein Wechselbad der Gefühle und es hat mich teilweise echt aufgewühlt. Wie viele Romane gibt es schon, von denen man das sagen kann. Unter diesem Aspekt vergebe ich die volle Punktzahl, da Nesbo es auf kreative Weise geschafft hat, mich zu fesseln und zum Nachdenken zu bringen. Und der Showdown ist auch nicht von schlechten Eltern.
Genug mit irgend welchen Vergleichen. Der Klappentext bemüht ein bekanntes amerikanisches Liebesepos und anfangs hing das noch in meinem Kopf und wollte, dass ich das Buch von Theresia Graw daran messe. ...
Genug mit irgend welchen Vergleichen. Der Klappentext bemüht ein bekanntes amerikanisches Liebesepos und anfangs hing das noch in meinem Kopf und wollte, dass ich das Buch von Theresia Graw daran messe. Aber im Laufe der Geschichte habe ich aufgehört zu vergleichen, denn neben jeden Ähnlichkeiten, die es wohl hat ist es auch etwas ganz eigenständiges und darum geht es in meiner Rezension. Um die Eigenständigkeit von "So weit die Störche ziehen."
Als Vielleserin habe ich schon einiges über die Kriegszeiten des zweiten Weltkrieges gelesen. Hunger und Tod, Flucht und Verzweiflung spielen in diesen Büchern natürlich eine große Rolle und wer so etwas nicht lesen mag, der ist hier falsch, denn die Autorin schont ihre Heldinnen und Helden nicht und lässt sie stellvertretend für Millionen Menschen all das erleben, was wir von dieser Zeit erwarten. Aber wichtig ist für die Story, dass es Personen gibt, mit denen man dies miterleben kann. Und hier schöpft Theresia Graw aus dem Vollen und haucht nicht nur der Familie Tardy und ihren Nachbarn und Verwandten, sondern auch marodierenden russischen Soldaten, deutschen Fahnenflüchtingen und polnischen Fronarbeitern Leben ein. Daraus entsteht ein dickes emotionales Geflecht von Beziehungen und menschlichen Schicksalen, welches mich von der ersten Seite an gefangen genommen hat.
Nebenbei gibt es natürlich noch eine große Liebesgeschichte und eine junge Frau, die im Zentrum des Geschehens steht. Eine, die ich mochte, auch wenn sie erst mal ein naives Prinzesschen ist, auch wenn sie so einige Fehler macht und falsche Entscheidungen trifft. Auch wenn sie mit ihren Männergeschichten oft daneben liegt. Man muss sie einfach mögen, weil sie so optimistisch ist und ein großes Herz für Mensch und Tier hat.
Ganz am Ende darf man nochmal den Vergleich heranziehen. Aber es ist ein rundes und gutes Finale und sehr zufrieden habe ich die Buchdeckel zugeklappt. Und es gibt einen zweiten Band. Ich freu mich drauf. Und hoffe, dass dann die Störche wieder durch die Geschichte ziehen.