Profilbild von lisbethsalander67

lisbethsalander67

Lesejury Star
offline

lisbethsalander67 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit lisbethsalander67 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.12.2020

Gelungene Fortsetzung der Saga um Gut Greifenau

Gut Greifenau - Silberstreif
0

Für mich ist es bereits der fünfte Teil der Geschichte um die Grafenfamilie und das Gut Greifenau in Hinterpommern, und ich wurde wieder hervorragend unterhalten! Dazu gesagt sei, dass es ratsam ist, die ...

Für mich ist es bereits der fünfte Teil der Geschichte um die Grafenfamilie und das Gut Greifenau in Hinterpommern, und ich wurde wieder hervorragend unterhalten! Dazu gesagt sei, dass es ratsam ist, die Bände 1-4 im Vorfeld zu lesen, um die Handlung tatsächlich vollumfänglich genießen zu können. Nach dem heißersehnten Erscheinen des aktuellen Bandes von Hanna Caspian war es ein bisschen wie nach Hause kommen oder wieder Treffen mit alten Freunden, denn die Figuren dieser Saga sind mir mittlerweile so sehr ans Herz gewachsen. Dies liegt wohl am wunderbaren Schreibstil der Autorin, die jeden einzelnen Charakter, vom Gutsherrn bis zum Küchenmädchen , so detailliert schildert und ausgestaltet hat, dass man meint, alle real zu kennen. Wir befinden uns in diesem fünften Teil in den Jahren 1923-1928, zwar hat man sich ein bisschen von den Kriegsjahren erholt, trotzdem ist der Alltag an manchen Stellen noch immer beschwerlich, viele leiden Hunger und haben unter den Nachwehen der Inflation sehr zu leiden. Wir erfahren dank der hervorragenden Recherche von Hanna Caspian vieles über alltägliche Schwierigkeiten der Protagonisten, sei es, über die Repressalien, denen sich Katharina als studierende Frau auch in dieser Zeit noch immer durch ihre männlichen Kommilitonen und Professoren ausgesetzt sieht, oder Alexander, der mit aller Kraft versucht, seine Homosexualität vor Familie, Freunden und Gesellschaft zu verheimlichen, da er zu recht eine Ächtung befürchtet, stellten doch dementsprechende Neigungen zu dieser Zeit und noch lange danach eine Straftat dar. Wir lesen über die sogenannten Ringvereine, dieser Begriff sagte mir bis dato nichts, eine Art Mafia Vereinigung in Deutschland, ganz nebenbei erfährt man viele Details über deutsche Geschichte, verwoben mit der spannenden Handlung, so geht gute, ja großartige Leseunterhaltung! Ein riesiges Dankeschön an die Autorin! Verziehen sei ihr auch der Cliffhanger, mit dem das Buch endet, so freue ich mich noch mehr auf den finalen Band, der im nächsten Sommer erscheint.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.06.2026

Familiengeschichte der ganz besonderen Art

Verlorene Schäfchen
0

Im Mittelpunkt des neuen Romans "Verlorene Schäfchen" von Madeline Cash steht die Familie Flynn, die in einer amerikanischen Vorstadt lebt. Als Mutter Catherine nach jahrelangem Ehealltag, der sie zunehmend ...

Im Mittelpunkt des neuen Romans "Verlorene Schäfchen" von Madeline Cash steht die Familie Flynn, die in einer amerikanischen Vorstadt lebt. Als Mutter Catherine nach jahrelangem Ehealltag, der sie zunehmend frustriert und nicht zufriedengestellt, für eine sogenannte "offene Ehe" plädiert, zieht Vater Bud in sein Auto in der Garage und schließt sich der Selbsthilfegruppe "Verlorene Schäfchen" an. Die Autorin schildert den Familienalltag in einem locker leichten sehr legeren Schreibstil, immer unterlegt mit einem schrägen Humor und viel Ironie. Ein bisschen gestört hat mich, dass sie dabei so manches Mal über den Punkt hinaus schießt, hier wäre weniger ein bisschen mehr gewesen, so rutschen die Pointen ins zu Absurde ab. Von den veränderten Verhältnisse zwischen den Eltern sind natürlich auch die drei Kinder betroffen, die damit, der eine mehr der andere weniger, klar kommen. Auch den Alltag der Kinder schildert Madeline Cash auf humorvolle interessante Weise, so dass tatsächlich ein Bild der amerikanischen Durchschnittsfamilie abgebildet wird. Auch wenn einem das Lachen schon mal im Halse stecken bleibt, fühlte ich mich gut unterhalten und habe das Buch in einem Rutsch weggelesen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.06.2026

Sommerlicher Wohlfühlroman

Au revoir und tschüss
0

Beim vorliegenden Roman „Au revoir und tschüss“ von Gudrun Lochte hatten mich von Anfang an sowohl der spannend klingende Klappentext als auch das wunderschön gestaltete Cover angesprochen und positiv ...

Beim vorliegenden Roman „Au revoir und tschüss“ von Gudrun Lochte hatten mich von Anfang an sowohl der spannend klingende Klappentext als auch das wunderschön gestaltete Cover angesprochen und positiv auf das Buch eingestimmt. Sowohl der Schutzumschlag als auch das darunter zum Vorschein kommende Hardcover sind in zarten Blautönen gehalten worden und machen große Lust auf schöne Sommertage! Von Beginn an war ich durch den flüssigen und sehr angenehmen Schreibstil der Autorin in der Geschichte drin. Im Mittelpunkt steht Caro, eine Frau mittleren Alters, um deren Ehe mit ihrem Mann Holger es nicht zum Besten steht. Caro fühlt sich nicht gesehen, sie war mir sofort nahe, was an der gelungenen Skizzierung der Charaktere liegt. Wie egoistisch und kaltherzig ihr Ehemann sie behandelt, hat mich sehr berührt und mit ihr mitfühlen lassen. Um zu sich selbst zu finden, bucht Caro einen Sprachurlaub in Südfrankreich und erfüllt sich damit einen langgehegten Traum. Gudrun Lochte beschreibt auf wundervolle Art und Weise den Frankreichaufenthalt, man hat als Leser geradezu den Eindruck, man wäre mit dabei und würde mit der Protagonistin in einem Café sitzen und das mediterrane Flair genießen. Caro gelingt die Selbstfindung und lässt uns daran teilhaben. Die Autorin hat einen wunderbaren Roman geschrieben, der sich perfekt als Sommerlektüre eignet!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.05.2026

Gesellschaftskritische und dennoch auch humorvolle Geschichte

Mit anderen Augen
0

Tilda Finch, eine erfolgreiche Frau Anfang 50 stellt eines Morgens fest, dass einzelne Körperteile von ihr nicht mehr sichtbar sind. Nachdem sie die Ärztin ihres Vertrauens konsultiert hat, muss sie mit ...

Tilda Finch, eine erfolgreiche Frau Anfang 50 stellt eines Morgens fest, dass einzelne Körperteile von ihr nicht mehr sichtbar sind. Nachdem sie die Ärztin ihres Vertrauens konsultiert hat, muss sie mit der Diagnose "Unsichtbarkeit" klar kommen! Diese einerseits fast märchenhaft anmutende Unsichtbarkeit steht als Metapher dafür, dass Frauen in unserer Gesellschaft ab einem gewissen Alter häufig nicht mehr gesehen werden, keiner nimmt sie mehr wahr, wenn ihr Körper anfängt abzubauen und nicht mehr jung und frisch aussieht. Gott sei Dank hat Tilda einige starke Frauen an ihrer Seite, die ihr hilfreich beistehen: zum einen mehrere gute Freundinnen, aber auch ihre beiden erwachsenen Töchter. Man organisiert ihr eine Therapeutin sowie eine Selbsthilfegruppe zum Thema. Die Autorin hat ein gesellschaftlich wichtiges Thema sehr originell, ja stellenweise sehr humorvoll zum Mittelpunkt ihres Romans gemacht. Die Protagonistin muss lernen, dass sie sich in der Vergangenheit selber nicht wirklich wahrgenommen hat. Wen wundert es da, dass sie nun auch für andere langsam unsichtbar wird! Tilda beginnt mehr und mehr, sich mit ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu beschäftigen und lernt dabei viel über sich. Auch entdeckt sie durch die Kontakte, die sich neu auftun, den Zugang zur Meditation, was ihr gut tut. Auch eine neue Beziehung zu einem attraktiven Mann ergibt sich, was einen Schuss Romantik mit ins Spiel bringt. Dies wurde von einigen als unnötig angesehen, ich hingegen fand es erfrischend. Einzig der stellenweise etwas zu viel Raum einnehmende Charakterzug eines psychologischen Ratgebers ist mein einziger Kritikpunkt. Insgesamt fühlte ich mich aber sehr gut unterhalten, mir hat die positive Entwicklung von Tilda sehr gut gefallen. Der flüssige und angenehme Schreibstil hat die Lektüre bereichert. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für diesen märchenhaften Roman mit ernstem Background!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2026

Mal etwas ganz Anderes

Pause
0

Mit dem Buch „Pause“ hat Lena Kupke einen Roman verfasst, der irgendwie ganz anders ist als vieles, was ich sonst so lese. Im Mittelpunkt steht Hanna, Mitte 30, eine junge Frau, die irgendwann in der Vergangenheit ...

Mit dem Buch „Pause“ hat Lena Kupke einen Roman verfasst, der irgendwie ganz anders ist als vieles, was ich sonst so lese. Im Mittelpunkt steht Hanna, Mitte 30, eine junge Frau, die irgendwann in der Vergangenheit ihr Elternhaus verlassen und zum Arbeiten nach Berlin gezogen war, wo sie seit vier Jahren mit Paul in einer Beziehung zusammenlebt. Als Hanna bei einer Panikattacke zusammenbricht und in die Notaufnahme kommt, ist es nicht wie zu erwarten wäre, ihr Freund Paul, der sich um sie kümmert, sondern ihre Eltern holen sie ab. Was anfangs als kurzfristige Lösung gedacht war, wird zu einem längeren Abschnitt: Hanna wohnt wieder in ihrem Elternhaus, ganz als wäre sie noch ein Teenager! Sie selbst ist mehrmals täglich hin und her gerissen, ob sie sich dabei wohl fühlt oder nicht, ja von ihren Eltern geradezu genervt ist. Einerseits merkt sie und mit ihr auch der Leser, dass der Alternsunterschied zwischen Hanna und ihren Eltern vieles naturgemäß erschwert, andererseits möchte Hanna sich in die Geborgenheit der Kinderrolle fallen lassen, weil es so einfach erscheint, und ihr derzeit offenbar die Kraft für eine selbstständige Lebensführung zu fehlen scheint. Worunter Hanna eigentlich tatsächlich leidet, hat sich mir als Leser nicht wirklich in Gänze erschlossen, sind es Depressionen, ist es ein Burnout? Zumindest ist sie krank an der Seele, das steht fest. In ihren Eltern und ihrer ebenfalls erwachsenen Schwester Sara findet sie nicht die hilfreichen Gesprächspartner, die sie bräuchte. Die Beziehung zu Paul geht während der räumlichen Trennung in die Brüche, man gewinnt den Eindruck, dass dies längst überfällig war! Was die letztendliche Einordnung und Beurteilung der Thematik psychische Erkrankung angeht, bin ich etwas hin und hergerissen! Zwar habe ich dieses Buch wirklich gerne und schnell gelesen, weil Lena Kupke einen sehr flüssigen und angenehmen Schreibstil hat, aber die Herangehensweise erschien mir manchmal auch etwas auf die Comedy Schiene abgerutscht, u. ich sehe es skeptisch, ob das der Ernsthaftigkeit des Themas gerecht wird, auch wenn es abwechslungsreiche Unterhaltung bietet. Das Ende ist sehr offen gestaltet, aber das passt gut zur Geschichte! Möge jeder sich seine eigene Meinung bilden. Ich werde die Autorin auf jeden Fall im Hinterkopf behalten und würde gerne weitere Bücher von ihr lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere