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Viola

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.12.2020

Tödliche Theorien

Tod in Oberammergau
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Da ich bereits den Vorgänger mit den beiden Ermittlern Emil Bär und Philipp Marlein gelesen habe, war ich neugierig, wie diese ungewöhnliche Krimireihe weitergeht. Es ist nicht nur spannend, wie in einem ...

Da ich bereits den Vorgänger mit den beiden Ermittlern Emil Bär und Philipp Marlein gelesen habe, war ich neugierig, wie diese ungewöhnliche Krimireihe weitergeht. Es ist nicht nur spannend, wie in einem Krimi, sondern man erfährt auch vieles über Religion und alle möglichen Theorien, die es gibt. Das finde ich wirklich interessant, ein bisschen erinnert es an Dan Brown und seine Romane und das ist auch durchaus gewollt von den Autoren. Denn in ihren Duettkrimis mit Bär und Marlein wollen sie die bayrische Antwort auf „Sakrileg“ geben.

Das Autorenduo Josef Rauch und Xaver Maria Gwaltinger schrieb mit „Tod in Oberammergau“ bereits den vierten Krimi in dieser Reihe. Die Ermittler sind ein gutes Team, gerade weil sie so unterschiedlich sind und auch so verschieden gestrickt sind und denken. Ich bin erst mit Band 3 in diese Reihe eingestiegen, bin aber wunderbar klargekommen. Manchmal erinnert sich einer der Ermittler an vergangene gemeinsame Erlebnisse, dann bekommt man entweder ein bisschen mehr Einblick als Quereinsteiger oder eine Erinnerung, wenn man schon von Anfang an dabei war. Das gefällt mir gut.

Es geht auch religionstheoretisch wieder ziemlich in die Tiefe und auch das ist spannend. Konkret geht es dieses Mal vor allem um die Frage, ob Jesus ein wahrer Mensch oder wahrer Gott ist, ob er wirklich auferstanden ist oder ob das ein Fake war. Und dabei kommen die interessantesten Theorie zu Tage.

Wie auch im dritten Band wird es wieder richtig gefährlich für Bär und Marlein, dieses Mal geraten sie sogar unter Mordverdacht. Und das nur, weil sie wieder mal den Reizen der Frauen erliegen... Tja. Aber sie wären nicht Bär und Marlein, wenn ihnen dazu nichts einfallen würde. In tollkühnen Aktionen versuchen sie sich und die Welt zu retten und landen dabei in einem ungeahnten Mordkomplott und auf einem Weg in den Abgrund, den auch noch zahlreiche Leichen säumen.

Hochspannend bis zur letzten Seite und mit der Hoffnung auch einen weiteren Band.

Veröffentlicht am 03.12.2020

Magisch, fantastisch und so schön!

Wonderlands
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Für alle, die die fantastischen Welten lieben, ist dieses Buch perfekt. Es ergänzt die eigene Sammlung ganz wunderbar und auf eine magische Art. „Wonderlands“ führt auf eine reich bebilderte Reise durch ...

Für alle, die die fantastischen Welten lieben, ist dieses Buch perfekt. Es ergänzt die eigene Sammlung ganz wunderbar und auf eine magische Art. „Wonderlands“ führt auf eine reich bebilderte Reise durch 3000 Jahre Literaturgeschichte und entführt seine Leser in die fantastischen Welten von Lewis Carroll, J.K. Rowling, Stephen King, J.R.R. Tolkien, Haruki Murakami und viele andere mehr. Auch viele, die ich bisher noch nicht kannte, deren Werke ich aber zu gerne noch lesen mag - hier findet man auf jeden Fall tolle Inspirationen. Man erfährt mehr über das Wunderland von Alice, Harrys Potters Leben bzw. Hogwarts, Mittelerde und Narnia, aber auch über uralte Geschichte wie das Gilgamesch-Rpos, Shakespeares Erzählungen oder ganz moderne Werke. Diese wunderbare Vielfalt hat mir sehr gefallen und mich durch die Seiten gleiten lassen. Ich habe alte Bekannte wieder entdeckt, viel Neues kennen gelernt und großen Lesespaß gehabt.

Die tollen Illustrationen haben mir besonders gut gefallen. Sie geben dem Leser einen Eindruck, worum es geht, wenn er die betreffende Geschichte noch nicht kennt, und erinnert, wenn die Erzählung schon bekannt ist. Das Buch ist gespickt mit Illustrationen, Fotos und Karten und das macht es zu etwas ganz besonderem.

Das Buch wird beworben mit den Worten „ein ultimatives Lesevergnügen“ und genau das trifft es. Wer Wonderlands entdecken möchte oder zurück in eine der erdachten Welten möchte, ist hier genau richtig. Einfach herrlich, magisch, fantastisch und so schön!

Veröffentlicht am 03.12.2020

Flair, Tradition und Spannung

Die Tote in der Gracht
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Nachdem ich bereits den ersten Holland-Krimi von Autor Jan Jacobs gelesen hatte und so begeistert war, war ich natürlich umso neugieriger auf dieses zweite Buch. Man kann das Buch auch wunderbar lesen, ...

Nachdem ich bereits den ersten Holland-Krimi von Autor Jan Jacobs gelesen hatte und so begeistert war, war ich natürlich umso neugieriger auf dieses zweite Buch. Man kann das Buch auch wunderbar lesen, wenn man Teil 1 nicht kennt, so ist es aber noch schöner, weil man die Figuren wieder trifft und sich darauf und darüber freut.

Ich mag Griet, auch wenn sie manchmal etwas sperrig ist. Gerade weil sie solche Ecken und Kanten hat, ist sie eine gute und für mich interessante Romanfigur. Auch wenn ich ihre Vorstellung als Mutter eher sehr mau fand... Aber gut, auch das gehört zu ihr und ist eben so. Dafür ist sie eine umso bessere Ermittlerin und Polizistin. Und das gefällt mir.

Das Buch ist so spannend und authentisch geschrieben, dass ich bis zum Schluss gerne mitgefiebert habe. Eine tolle Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart – sowas mag ich immer besonders. Richtig gut fand ich auch die vielen Informationen über Land und Leute und die Tradition dieses ganz besonderen Eisrennens, die man quasi nebenbei bekommt. Ich hatte vorher noch nie vom Elfstedentocht gehört und fand das wirklich interessant. Zudem ein authentisches Setting, das sein ganz eigenes Flair hat. Rundum gelungen!

Dieses Buch habe ich noch lieber und begeisterter gelesen als Band 1 und dabei fand ich das schon so toll. Daher bin ich umso gespannter darauf, wie es mit Griet und ihren Mitstreitern, aber auch ihrer Familie weitergeht und hoffe, dass es bald einen dritten Band geben wird.

Veröffentlicht am 03.12.2020

(Be)Rührend

Wie die Eisbären zum Südpol kamen
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Schon auf den ersten Blick hat mich dieses Buch angesprochen, weil der Titel so nett war und das Coverbild auch. Ich fand die Idee, dass die Eisbären einfach auswandern einerseits witzig, anderseits auch ...

Schon auf den ersten Blick hat mich dieses Buch angesprochen, weil der Titel so nett war und das Coverbild auch. Ich fand die Idee, dass die Eisbären einfach auswandern einerseits witzig, anderseits auch berührend.

Das Buch stellt dringlich, aber auch kindgerecht dar, was passiert, wenn das ganz Eis in der Arktis schmilzt. Die Eisbären müssen dann sterben, weil sie keinen Ort mehr haben, wo sie leben und jagen können. Dann hat ein kleiner Pinguin vom Südpol die rettende Idee: Wir holen die Eisbären einfach zu uns in die Antarktis. Und dann geht es auch schon los...

Gut gefallen mir die Illustrationen, die zeigen, wie weit es von den Pinguinen zu den Eisbären und zurück ist und wie all die Tiere, die im Text vorkommen, aussehen und was passiert. Eine tolle Ergänzung und Umrahmung der Geschichte.

Eine schöne Geschichte, die rührt und berührt. Ich denke, hier kann man gut ansetzen, um mit Kindern dann über das Verschwinden des Eises, die Umweltverschmutzung und die Erderwärmung zu reden. Zumindest wenn sie schon etwas älter sind. Für die kleineren ist es eine schöne Geschichte zum Vorlesen mit Happy End.

Veröffentlicht am 03.12.2020

Rätselhafte Todesfälle

Der Teufel vom Brocken
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Auf dieses Buch war ich besonders neugierig, da ich von dem echten Kriminalfall bzw. dem Unglück am Djatlow-Pass, der bis heute nicht gelöst ist, schon gehört hatte und mich das sehr berührt hat. Kennt ...

Auf dieses Buch war ich besonders neugierig, da ich von dem echten Kriminalfall bzw. dem Unglück am Djatlow-Pass, der bis heute nicht gelöst ist, schon gehört hatte und mich das sehr berührt hat. Kennt man diese Begebenheiten, merkt man, wie nah und detailreich das Buch an den damaligen Vorfällen dran ist. Gleichzeitig ist es wunderbar adaptiert auf den Tag der Brockenbefreiung. Ich fand, dass das sehr gut passte und genauso passiert hätte sein können. Zum 60. Jahrestag des Unglücks Anfang Februar 2019 wurden die Ermittlungen in Russland nochmal aufgenommen, allerdings kam nichts Neues dabei heraus. Das Verfahren wurde im Juli 2020 abgeschlossen – dazu passend erschien nun „Der Teufel vom Brocken“.

Das Buch besticht neben der bis zur letzten Seite spannenden Handlung durch einen lebendigen Schreibstil, der den Leser regelrecht mitreißt. Besonders gut gefallen hat mir hier, dass die Gedanken der Personen immer wieder beschrieben werden – dadurch hat man beim Lesen einen noch tieferen Einblick und Zugang.

Es ist toll und authentisch beschrieben, wie verschieden die Lebenswelten in Deutschland in Ost und West waren. Wie verschieden die Regime waren und wie unterschiedlich die Menschen dadurch auf geprägt waren. An so mancher Stelle musste ich echt schmunzeln, das hat mir gut gefallen. Außerdem sind die Hauptfiguren sehr sympathisch und wachsen einem schnell ans Herz. Ich habe gerne mit ihnen mitgefiebert und mitgerätselt. Das Ende war rund und hat alle Fragen geklärt, das fand ich gut. Zugleich gab es einen so verheißungsvollen Schluss, dass ich hoffe, dass es bald ein Nachfolgerbuch gibt!