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Veröffentlicht am 12.03.2021

Anders als "Der verbotene Fluss" - aber herrlich düster, spannend und atmosphärisch!

Das Geheimnis der Themse
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Im Mittelpunkt dieses Romanes stehen Tom und Charlotte Ashdown, die Protagonisten des 2014 erschienen Werkes "Der verbotene Fluss", das um 1890 auf dem Anwesen Chalk Hill spielte.

Nun befinden wir uns ...

Im Mittelpunkt dieses Romanes stehen Tom und Charlotte Ashdown, die Protagonisten des 2014 erschienen Werkes "Der verbotene Fluss", das um 1890 auf dem Anwesen Chalk Hill spielte.

Nun befinden wir uns in London und im Jahre 1894; Tom und Charlotte sind seit zwei Jahren verheiratet, aber noch immer kinderlos. Diese Kinderlosigkeit belastet das Paar und wird zu einer Zerreißprobe für die junge Ehe. Eigentlich hätten die beiden genug damit zu tun, sich wieder anzunähern und all die unausgesprochenen Dinge zwischen ihnen zu klären - doch dafür bleibt kaum Zeit: Tom arbeitet an einem Buchprojekt über magische Orte in London, an dem auch Charlotte Gefallen findet. Dann wird eine Leiche am Themseufer gefunden; alles weist auf einen Ritualmord, eine regelrechte Opfergabe hin. Fortan recherchiert das Ehepaar nicht mehr lediglich für das Buchprojekt, sondern ermittelt auch noch in einem Mordfall. Dabei werden sie immer tiefer darin verstrickt, decken die Existenz eines geheimen Zirkels auf, kommen diesem, schwarzer Magie, bestimmten Personen viel zu nah ... und geraten in größte Gefahr, da man alle, die eine Bedrohung darstellen, vernichten will ...

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Susanne Goga schreibt gewohnt gut; ihr Stil liest sich angenehm flüssig, ist extrem atmosphärisch. Schnell vergisst man als Leser alles um sich herum, reist zurück ins späte 19. Jahrhundert, befindet sich mitten im London dieser Zeit, hat das Gefühl, mit Charlotte und Tom zu ermitteln und zu leben.

Was die Handlung und die Kulisse, die Kernthematik angeht, so konnte mich "Das Geheimnis der Themse" etwas weniger fesseln und begeistern als "Der verbotene Fluss", den ich einfach als noch stärker empfand.

Positiv wiederum ist allerdings, dass "Das Geheimnis der Themse" mal was anderes ist und Abwechslung bietet; die Geschichte ist überraschend und ungewohnt düster, spannend, gefährlich. Das fand ich aber nicht schlecht, im Gegenteil.

Die Thematik Geheimbund/Ägypten etc. hat mich persönlich jedenfalls zu Beginn nicht ganz so sehr angesprochen, wurde im weiteren Verlauf jedoch spannender und interessanter, natürlich auch immer wichtiger für die Geschichte.

Im letzten Teil gewann der Roman erneut sehr an Tempo, Spannung und Gefahr. Dass er in dieser Hinsicht so reich ist, liegt nicht zuletzt an der geschickten Konstruktion der Autorin - die Figuren sind sehr komplex, undurchschaubar, sodass man bis zuletzt über ihre wahren Absichten, die Rolle und Identität rätselt, oftmals bis zuletzt regelrecht im Dunkeln tappt. Definitiv kann der Leser hier mitermitteln und -fiebern!

Wenngleich mir "Der verbotene Fluss" noch etwas besser gefallen hat, habe ich "Das Geheimnis der Themse" gerne gelesen. Definitiv ein spannender, düsterer, überaus atmosphärischer Roman! Und ich finde immer mehr Gefallen an dem Gedanken an eine Reihe rund um Charlotte und Tom ... ein Wiedersehen wäre wundervoll!



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Veröffentlicht am 10.03.2021

Ein gutes, aber nicht das beste Brotbackbuch

Brot von daheim
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"Brot von daheim" aus der Feder der Müllerin Monika Rosenfellner verspricht 50 Rezepte unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades, viel Wissen rund um´s Brotbacken sowie Tips und Tricks aus der Mühle.

Da ...

"Brot von daheim" aus der Feder der Müllerin Monika Rosenfellner verspricht 50 Rezepte unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades, viel Wissen rund um´s Brotbacken sowie Tips und Tricks aus der Mühle.

Da wir schon seit knapp zwei Jahrzehnten alles selber backen, sind wir immer auf der Suche nach neuen Rezepten, Abwechslung und Perfektion. So kam dieses neue Backbuch aus dem Löwenzahn-Verlag, der neben dem Ulmer-Verlag sowieso zu unseren absoluten Favoriten bezüglich solcher Bücher gehört, wie gerufen.

Das Werk ist wie gewohnt und erwartet sehr hochwertig aufgemacht. Schön anzusehende Schriftarten, Illustrationen und wundervolle ganzseitige Farbfotos machen viel Lust auf´s Stöbern und Backen.

Gut gefallen hat mir, dass neben den üblichen Getreiden wie Weizen, Dinkel und Roggen hier auch Einkorn, Emmer, Kamut, Hirse, Buchweizen, Quinoa und Amaranth vorgestellt und verwendet werden.

Praktisch ist die Mehlsorten-Tabelle für Deutschland, Österreich und die Schweiz inklusive bevorzugter Verwendung.

Insgesamt ist der Theorieteil gut geschrieben, kurzweilig und informativ, sodass man ihn gerne liest.

Die Rezepte sind untergliedert in einfache Brote für jeden Tag, Brote für einen gesunden Körper, Brotgeschenke, Rezepte zum Glücklichsein sowie Rezepte für geübte Hände.

Die Rezepte sind kurz und prägnant gehalten, gut verständlich, übersichtlich. Die Backzeit wich bei mir jedoch durchgehend deutlich von der angegebenen Zeit ab. Ich habe die Brote mindestens 15 Minuten vorher rausgeholt - hätte ich sie wie angegeben dringelassen, wären sie steinhart geworden und verbrannt.

Ich habe es begrüßt, dass in den Rezepten Trockensauerteig verwendet wurde, da meine Versuche, selbst Sauerteig herzustellen, in der Vergangenheit stets misslangen. Da sich dies mittlerweile aber geändert und das Buch ja zahlreiche Sauerteigrezepte enthält, hätte ich mir gewünscht, dass in den Rezepten auch immer eine Mengenangabe für den selbstgemachten, frischen Sauerteig steht, sodass man immer selbst wählen kann, ob man diesen oder Trockensauerteig verwenden möchte. So aber ist der Leser und Bäcker sehr ratlos, weil er einfach nicht weiß, wie viel frischer Sauerteig der angegebenen Menge an Trockensauerteig entspricht.

Das Mühlenbrot, das Krustenbrot, das Topfenbrot, das Vorschussbrot, das Mühlviertler Kartoffelbrot und das Roggenbrot etwa haben uns gut geschmeckt. Andere Rezepte, etwa das Pfannenbrot, waren ok, konnten aber nicht wirklich überzeugen. Das Pfannenbot kenne ich aus anderen Backbüchern anders (etwa durch Zugabe von etwas Bier) und fand ich dort geschmacklich deutlich besser. Das Zwiebelbrot mit Kardamom traf grundsätzlich auch unseren Geschmack - allerdings fanden wir es viel leckerer, als wir es ein zweites Mal und diesmal mit ausschließlich hellem Dinkelmehl statt mit so viel Roggenmehl gebacken haben. Das passte für unseren Geschmack einfach besser.

Insgesamt ist es kein schlechtes Brotbackbuch; es ist auch für Anfänger geeignet, und auch Leute, die ihr Brot schon lange selbst backen, finden hier vielleicht noch die ein oder andere Anregung (man denke etwa an das Zwiebelbrot mit Kardamom). Wir werden das Buch sicher weiterhin verwenden und ab und an was daraus backen, jedoch konnte es uns nicht so sehr überzeugen, dass es zu unseren absoluten Favoriten zählen wird.

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Veröffentlicht am 02.01.2021

In den Schuhen einer anderen

In den Schuhen einer anderen
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England zu Beginn der 1930er Jahre: Audrey und Eve sind zwei junge Mädchen. Während Audrey adlig ist und ein Luxusleben mit ihrer reichen Familie in einem prachtvollen Herrenhaus genießt, kann Eve, die ...

England zu Beginn der 1930er Jahre: Audrey und Eve sind zwei junge Mädchen. Während Audrey adlig ist und ein Luxusleben mit ihrer reichen Familie in einem prachtvollen Herrenhaus genießt, kann Eve, die wie ihre Mutter der Dienerschaft von Audrey´s Familie angehört, von solch einem Leben nur sehnsüchtig träumen.

Entgegen aller Erwartungen freunden die beiden Mädchen sich an, intensiviert sich die Freundschaft und bleibt bestehen - nicht zuletzt wegen des zweiten Weltkrieges, der viele Klassenunterschiede aufhebt und die beiden jungen Frauen ebenbürtiger denn je erscheinen lässt.

Während des Krieges teilen sich Audrey und Eve eine Wohnung, melden sich freiwillig, um Kriegsopfern zu helfen und ihrem Land zu dienen. Nicht nur hierdurch werden sie zusammengeschweißt, sondern auch dadurch, dass sie mehr als je zuvor auch ihr Privatleben teilen - Liebe, Freude und Euphorie ebenso wie Tränen, Schmerz und Schicksalsschläge.

Nach Kriegsende lässt der Wunsch nach einem besseren Leben sie zu Konkurrentinnen werden und jedenfalls eine von ihnen Dinge tun, die vielleicht nicht zu verzeihen sind und dazu führen, dass sich ihre Wege vielleicht endgültig trennen ...

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Ich war auf Anhieb begeistert von Lynn Austin´s Stil - diese Geschichte liest sich so wundervoll, ist so authentisch und atmosphärisch geschrieben. Auch dieses Herrenhaus ist als Kulisse herrlich.

Zu Beginn spürt man regelrecht die Unbeschwertheit der Mädchen, die heile Welt, die Leichtigkeit des Kennenlernens und Kindseins, ihrer Tage.

Im weiteren Verlauf erlebt man dann ihr Denken, Fühlen, Handeln während des Krieges, als junge Frauen. Ihre ersten Erfahrungen mit Männern.

Leider wies dieser Teil, in dem der Krieg im Mittelpunkt stand, einige Längen für mich auf, und ich hatte das Gefühl, dass das Gleichgewicht etwas verloren ging; dass Krieg, Leid und Tod allzu sehr Überhand nahmen und der Roman sehr bedrückend zu lesen wurde.

Weiterer Kritikpunkt ist, dass zunehmend Dinge nicht stimmig waren, dass vieles allzu konstruiert, realitätsfern und dadurch sehr unglaubwürdig wirkte. Dies führte dazu, dass auch der letzte Teil des Romans mich nicht ganz überzeugen konnte.

Der christliche Aspekt war lange kaum vorhanden, nahm dann aber im letzten Teil sehr viel Raum und Bedeutung ein; insgesamt wirkte es letztlich doch noch stimmig auf mich.

Fazit: Ein historischer christlicher Roman über zwei sehr unterschiedliche Frauen, Freundschaft, Verrat, Vergebung, das Leben außerhalb und während des Krieges, die Kraft und Macht des Glaubens, der zwar nett zu lesen ist, leider aber auch einige Kritikpunkte aufweist.

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Veröffentlicht am 15.12.2020

Ein schöner Roman über die frühen Jahre der Queen und das Königshaus

Teatime mit Lilibet
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England, 1932: Mit Anfang 20 wird der Schottin Marion Crawford die Bildung und Erziehung der künftigen Königin von England und deren Schwester Margaret anvertraut. Besonders Lilibet wächst ihr schnell ...

England, 1932: Mit Anfang 20 wird der Schottin Marion Crawford die Bildung und Erziehung der künftigen Königin von England und deren Schwester Margaret anvertraut. Besonders Lilibet wächst ihr schnell an´s Herz. Sie lässt die Prinzessinnen aus dem goldenen Käfig des Königshauses ausbrechen, zeigt ihnen das wahre Leben. Insgesamt prägt sie vor allem Lilibet sehr und nachhaltig. Doch so stolz und glücklich die das Leben im Königshaus, die Nähe zu der königlichen Familie und ihre Arbeit auch macht - sie muss einen hohen Preis dafür bezahlen, denn in ihrem eigenen Leben ist während und nach der Zeit im Königshaus nichts mehr so, wie es einmal war ...

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Mir gefiel auf Anhieb der sehr atmosphärische Stil der Autorin, der Nostalgie aufkommen ließ und in diese Zeit zurück- und in das Königshaus versetzte. Leider gab es zwischendurch ein paar Längen, die den positiven ersten Eindruck und den Lesefluss etwas verringert haben.

Man lernt die königliche Familie ganz anders und neu; ganz privat kennen. Bezüglich der Queen reicht diese Zeit von den frühen Kindheitsjahren bis hin zu ihrer Hochzeit.

Neben ihr steht Marion Crawford im Mittelpunkt. Es war nicht minder spannend, so viel über ihr Leben, ihre Gedanken, ihre Einstellung, aber auch ihre Probleme zu erfahren.

Am Ende blieben allerdings noch ein paar Fragen offen. Gerade, weil hier zwei so bedeutende Frauen im Mittelpunkt stehen, man so viel erfährt, aber auch so viele Fragen hat (vielleicht allen voran diejenige, was nun Realität und was Fiktion ist), hätte ich mir ein ausführlicheres und informativeres und vertiefendes Nachwort von der Autorin gewünscht. Dies hätte den Roman stimmig abgerundet und den Leser wirklich befriedigt und informiert zurückgelassen. Das vorhandene Nachwort ist mir persönlich zu knapp und oberflächlich geraten und insofern unbefriedigend.

Nichtsdestotrotz schenkt "Teatime mit Lilibet" dem Leser schöne Lesestunden im Buckingham Palace und mit der königlichen Familie, gewährt einen Blick hinter die Palastmauern auf einen Alltag und eine Zeit, die sonst jedermann verschlossen bleiben.

Man lernt die junge künftige Königin besser kennen, erlebt sie während ihrer Kindheit und Jugend - und lernt erstmals die Frau kennen, die für ihre Erziehung zuständig war und sie in dieser Zeit extrem geprägt hat.

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Veröffentlicht am 05.12.2020

Die perfekte Lektüre für alle Fans von Miss Fisher´s Murder Mysteries!

Mord beim Diamantendinner - Ein Fall für Jackie Dupont
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London im Jahre 1920: Im Buckingham Palace findet ein rauschendes Fest statt. Unter den Besuchern sind nicht nur Feierwillige, sondern auch ein Dieb, der eine wertvolle Krone stehlen will - und dem dies ...

London im Jahre 1920: Im Buckingham Palace findet ein rauschendes Fest statt. Unter den Besuchern sind nicht nur Feierwillige, sondern auch ein Dieb, der eine wertvolle Krone stehlen will - und dem dies auch gelingt.

Hier kommt Jackie Dupont in´s Spiel - eine Privatdetektivin, die auf Diamantenraub spezialisiert ist. Ihr Plan ist es, den Raub an einem Wochenende, an dem alle Verdächtigen auf einen Landsitz eingeladen werden, so dass sie sie genauestens beobachten und ermitteln kann, aufzuklären. Doch ihr Plan gerät außer Kontrolle, denn schon bald ereignet sich an diesem Wochenende ein Mord und gerät Jackie in Lebensgefahr ...

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Band 2 der Reihe um Jackie Dupont - und hoffentlich werden noch weitere folgen!

Der Leser fühlt sich sofort wohl in und mit diesem Roman und kann in ihm schwelgen. "Mord beim Diamantendinner" besticht neben der Spannung vor allem durch die wundervolle Atmosphäre, die Nostalgie, den herrlichen Humor. Der Schreibstil ist nicht weniger toll, sehr authentisch, perfekt zu der Zeit und Handlung passend.

Schnell wird es nicht nur sehr spannend, sondern auch komplex - so spielt der Fall Jack the Ripper etwa eine immer größere Rolle.

Vorhersehbare Entwicklungen sucht man hier vergebens.

Jackie erinnerte mich mehrfach sehr an Phryne Fisher - eine Figur, die ich liebe. Insofern dürfte dieses Buch auch und gerade auch für alle Liebhaber von "Miss Fisher´s Murder Mysteries" die perfekte Lektüre sein.

Ich habe definitiv Lust bekommen, mehr von Jackie Dupont zu lesen! Ich bin gespannt, wie es mit Jackie und Kit weitergeht ...

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